wenn die Wärmeentwicklung im Bauteil aufgrund der Hydratationswärme des Zements berücksichtigt werden muss
wenn die Bauteilabmessungen so groß sind, dass besondere Einbauverfahren und/oder eine besondere Baustellenlogistik notwendig sind.
Card 2
Question
Warum ist die Hydratationswärme ein Problem beim Massenbeton?
Answer
Hydratationswärme -> Zugspannungen -> Risse
Je „dicker“ ein Betonbauteil ist, desto größer ist die Gefahr starker Wärmeentwicklung und hoher Temperaturgradienten im erhärtenden Beton.
Die Bemessung nach DIN EN 1992-1-1 führt bei massigen Bauteilen schnell zu sehr hohen, unwirtschaftlichen Bewehrungsgraden und schwierigen Betonierbedingungen.
Die DAfStb-Richtlinie „Massige Bauteile aus Beton“, April 2010, ermöglicht eine auf massige Bauteile angepasste Bemessung und Bauausführung.
Starke Rissbildung kann zu reduzierter Gebrauchstauglichkeit und Dauerhaftigkeit führen.
Card 3
Question
Stellen Sie die Entwicklung der Betontemperatur und der Längsspannung im Verlaufe der Erhärtung des Betons auf und beschreiben Sie die fünf Stadien.
Answer
Card 4
Question
Welche Risiken bringen große Bauteilabmessungen bei der Betonage mit?
Answer
Große Betonmengen, die häufig ohne Arbeitsfugen betoniert werden müssen
Lange Betonierzeiten mit Sicherstellung kontinuierlicher Betonlieferung
Großer Maschineneinsatz und damit verbundenes Ausfallrisiko
Verzögerungen im Betonierablauf können zur Ausbildung von unplanmäßigen „Fugen“ und damit zu Fehlstellen führen
Card 5
Question
Durch welche Maßnahmen kann eine optimale Bauteiltemperatur gesteuert werden?
Answer
Hydratationswärmeentwicklung
Geeignete Auswahl und Zusammensetzung der Betonausgangsstoffe
Frischbetontemperatur
Max. Frischbetontemperatur auch bei hohen Umgebungstemperaturen
Nachbehandlung
Dauer der Nachbehandlung
Einsatz von Wärmedämmung
Card 6
Question
Welche Maßnahmen in der Baustellenlogistik sind für eine erfolgreiche Betonage von Massenbeton zu beachten?
Answer
Kontinuierliche Betonlieferung
keine Betonierpausen
Maschinen und Geräteverfügbarkeit
Ausfälle einplanen und Ersatz bereithalten
Kontrolle des Erhärtungsverhaltens
Ggf. Verzögerer zur Vermeidung von Arbeitsfugen einsetzen
Card 7
Question
Beschreiben Sie die Grundlagen der Hydratationswärmeentwicklung in massigen Bauteilen.
Answer
Die chemische Reaktion des Zements mit Wasser (Hydratation) ist ein exothermer Prozess
Je schneller ein Zement reagiert, desto schneller ist die Frühfestigkeitsentwicklung und die Hydratationswärmefreisetzung
Mit zunehmender Bauteildicke steigt das Verhältnis zwischen Betonvolumen und Bauteiloberfläche, sodass sich ein langsamerer Wärmeabfluss einstellt
Durch einen langsameren Wärmeabfluss steigt die Kerntemperatur an und der Temperaturgradient (Kern zu Oberfläche) im Bauteil erhöht sich
Höhere Temperaturen im Bauteil führen zu höheren Temperaturverformungen und somit zu Eigen- bzw. bei Verformungsbehinderung zu Zwangsspannungen.
Card 8
Question
Welche maximale Temperaturdifferenz wird zwischen Bauteiloberfläche und -kern empfohlen?
Answer
15 Kelvin = 15 °C
Card 9
Question
Wie lässt sich der Zeitpunkt der maximalen Betontemperatur im Bauteilkern ungefähr abschätzen?
Answer
für d < 3,5 m --> ~ 0,8d + 1 (in Tagen)
für d <= 3,5 m --> ~ d + 1 (in Tagen)
d = Bauteildicke in m
Card 10
Question
Welche Einflüsse auf die Planung und Konstruktion sind zu berücksichtigen?
Answer
Die zu erwartende Bauteiltemperatur sowie die voraussichtlichen Umgebungsbedingungen (Sommer/Winter bzw. Tag/Nacht) sind bei der Ermittlung von Eigen- und Zwangsspannungen zu berücksichtigen
Eventuelle Änderungen der Betonzusammensetzung sind mit dem Tragwerksplaner abzustimmen
Langsame Festigkeitsentwicklung und Einsatz von Verzögerer kann zu Verlängerung der Ausschal- und Nachbehandlungszeit führen
Ggf. verlängerte Taktzeiten bei Gleitbau- und Kletterverfahren.
Card 11
Question
Was sollte ein Betonierkonzept bei massigen Bauteilen enthalten?
Answer
Überwachungskonzept erstellen (z.B. Annahme, zusätzliche Frisch- und Festbetonprüfungen, Temperaturverlauf im Bauteil)
Aufwand der Betonierarbeiten in Abhängigkeit der Betonkonsistenz und des verwendeten Größtkorns abschätzen
Planung der Betonierfolge sowie der daraus resultierenden Verarbeitbarkeitszeit des Betons
Förderung des Betons zur Einbaustelle, Reichweite und mögliche Geräteausfälle einplanen
Betonieranweisungen für die einzelnen Betonierabschnitte
Nachbehandlungskonzept, Steuerung des Wärmeabflusses
Dokumentation
Card 12
Question
Welche allgemeinen Konstruktionsdetails gilt es bei massigen Bauteilen zu beachten?
Answer
Vorsehen von Betonieröffnungen und Rüttelgassen bei enger, in mehreren Lagen verlegter Bewehrung
Abstimmen des Größtkorns und der Konsistenz auf die Stababstände, ggf. in stark bewehrten Bereichen Betone mit kleinem Größtkorn einsetzen
Berücksichtigung eines unter Umständen erhöhten Frischbetondrucks durch Verzögerung
Kontrolle der Betonierarbeiten besonders in hoch belasteten und schwer zugänglichen Bereichen
Frühzeitige Abstimmung der am Bau Beteiligten.
Card 13
Question
Welche Betontechnologischen Möglichkeiten gibt es um die Hydratationswärmeentwicklung zu reduzieren?
Answer
Einsatz von Zementen mit geringem Portlandzementklinkeranteil, langsamer Festigkeits- und Hydratationswärmeentwicklung (LH-Zemente)
Reduzierung des Zementgehaltes und Einsatz langsam reagierender Betonzusatzstoffe (z.B. Flugasche)
Gesteinskörnungen mit geringer Temperaturdehnung
Reduzierung des Zementgehaltes durch Verwendung von Fließmitteln
Einsatz von verzögernden Betonzusatzmitteln zur Regulierung der Verarbeitungszeit und Verlangsamung der Festigkeitsentwicklung in den ersten Stunden/Tagen
Card 14
Question
Welche Maßnahmen können in warmen Sommermonaten die Frischbetontemperatur reduzieren?
Answer
Reduzierung der Temperatur der „festen“ Ausgangsstoffe (z.B. Abschattung oder Berieseln der Gesteinskörnung
Verwendung gekühlter Bindemittel
Zugabe von Anmachwasser mit niedriger Temperatur
Zugabe von Scherbeneis oder flüssigem Stickstoff
Abschatten von Warte- und Übergabebereichen der Lieferfahrzeuge
Wenn möglich Betonieren bei Nacht
Card 15
Question
Was ist bei der Nachbehandlung von massigen Betonbauteilen zu beachten?
Answer
Durch die langsamere Festigkeitsentwicklung verlängert sich die Zeit in der der Beton vor negativen Umwelteinflüssen wie Austrocknung, Frost, Erschütterungen usw. geschützt werden muss
Die Nachbehandlung richtet sich nach Abschnitt 6.2 DAfStb Richtlinie „Massige Bauteile aus Beton“
Um den Temperaturdifferenz zwischen Kern und Betonrandzone gering zu halten, kann das Aufbringen einer Wärmedämmung auf die freie Betonoberfläche oder gar das Einhausen und Beheizen des Betonbauteils sinnvoll und erforderlich sein
Card 16
Question
Zusammenfassung auf der letzten Folie über "Massige Bauteil aus Beton".
Answer
Die DAfStb-Richtlinie „Massige Bauteile aus Beton“ ermöglicht die Verwendung von langsam erhärtenden Betonen durch den Druckfestigkeitsnachweis nach 56 bzw. 91 Tagen…
sowie eine Reduzierung der Mindestdruckfestigkeitsklasse und des Mindestzementgehalts für spezielle Expositionsklassen
Um einen reibungslosen Planungs- und Ausführungsablauf zu ermöglichen, ist eine frühzeitige Abstimmung zwischen der betontechnologischen Planung und der Tragwerksplanung erforderlich.
Bei Anwendung der Richtlinie ist ein Qualitätssicherungsplan zu erstellen
Betone mit kleinem Größtkorn und weicher bis fließfähiger Konsistenz können mit geringem Zementgehalt hergestellt werden und aufgrund ihrer guten Verarbeitbarkeit auch bei eng liegender Bewehrung zur Vermeidung von Fehlstellen beitragen
Card 17
Question
Zusammenfassung über massige Bauteile (aus dem Internet)
Quelle: Dyckerhoff.com
Answer
Als massige Bauteile aus Beton bezeichnet man im Allgemeinen Bauteile, deren kleinste Abmessung (Dicke) mehr als 0,80 m beträgt.
Für Bemessung, Konstruktion, Betontechnik und Ausführung gelten grundsätzlich die Normen DIN 1045 und DIN EN 206-1.
Der Kern massiger Bauteile aus Beton erhärtet im jungen Alter praktisch unter nahezu adiabatischen Bedingungen (fast ohne Wärmeaustausch), da die im Bauteil entstehende Hydratationswärme deutlich den über die Bauteiloberfläche möglichen Abfluss übersteigt.
Damit verbundene Volumenänderungen können äußeren und inneren Zwang erzeugen und damit zu unkontrollierten Rissen führen.
Zur Sicherstellung der Gebrauchstauglichkeit und der Dauerhaftigkeit dieser Betonbauteile sind abweichend und ergänzend zu den Normen DIN 1045 und DIN EN 206-1 besondere Maßnahmen durch die DAfStb–Richtlinie „Massige Bauteile aus Beton“ zugelassen.
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