Natürlicherweise ja. „Giftig“ als „unangenehm schmeckend“ ler-nen junge Tiere unter den Bedingungen freier Futterwahl und artgerechter Sozialisierung durch prä- und post-ingestive Erfah-rungen mit Hilfe angeborener Eigenschaften (Sinne, Verhalten), „giftige“ Futterpflanzen phasenweise zu präferieren oder zu meiden.
S.134
Card 87
Question
FB7
Warum sind Vergiftungen frei-lebender Wildtiere durch Pflanzen unbekannt?
Seite?
Answer
• Optimale Lernsituation durch natürliche Sozialisierung
• Freie Futterwahl
• Keine genetische Degeneration im Ggs. zur Domestikation?
S. 133
Card 88
Question
FB7
Warum kommt es im Gegen-satz dazu zu Vergiftungen durch Pflanzen bei Tieren in Obhut des Menschen (Haus-, Nutz-, Zootiere)?
Seite?
Answer
• Haus- und Zootiere: Variable 3 relevant
• Nutztiere: Variablen 3, 4 und 5 relevant
S. 138
Card 89
Question
FB7
Welches grundsätzliche Prob-lem der Datenerhebung macht den Nachweis einer Pflan-zenvergiftung beim Tier schwierig?
Answer
• Vorfall liegt in Vergangenheit
• Verbiss an Pflanzen retrospektiv schlecht/nicht sichtbar
• Mageninhalt zu identifizieren ist anspruchsvoll (morpholo-gisch/histologisch, Gaschromatographie) oder teuer (new generation sequencing)
• Mageninhalt fehlt bei länger zurückliegendem Ereignis
Card 90
Question
FB7
Warum sollte man Lorbeer-Kir-sche (Prunus laurocerasus) und Rhododendron aus tierärztlicher Sicht unterscheiden können?
Seite?
Answer
• Wegen der unterschiedlichen Toxikokinetik der Inhalts-stoffe und der entsprechenden Therapie
• Rhododendron-Vergiftung -> Grayanotoxine -> Injektion von Atropin intramuskulär -> Herzfrequenz ↑
• Lorbeer-Kirschen-Vergiftung -> Cyanide -> Injektion von Sodium-Nitrat und Sodium-Thiosulfat -> Eliminierung Cya-nide
S. 56
Card 91
Question
FB7
Welcher olfaktorische Unter-schied besteht zwischen beiden Pflanzenarten?
Warum ist Rhododendron als potentiell toxische Pflanze kriti-scher einzustufen als die Gat-tung Kirsche (Prunus)?
Answer
• Fehlen prä-ingestiver Kommunikation -> keine/geringe anti-pastorale („pädagogische“) Wirkung
• Wirkung der organschädigenden (also stark giftigen) In-haltsstoffe kann bei entsprechendem problematischem Kontext lebensbedrohlich sein
Card 93
Question
FB7
„Rhododendron […] poisoning in goats in […] Brazil“ und „Fallbericht: Rhododendron-Aufnahme Ziege“: Warum wurden die Studien jeweils durch-geführt?
Seite?
Answer
• Fallbericht Nr. 7: Reproduktion der Vergiftungssymptome bei Ziegen im Stall durch erzwungene Fütterung (hungrige Tiere, keine Alternativen an Futterpflanzen)
• Fallbericht Seite 160: Verstehen, ob und wieviel Ziegen un-ter relativ natürlichen Bedingungen (nicht hungrige Tiere, vielfältige Alternativen) von Giftpflanzen fressen
S. 160
Card 94
Question
FB7
Welcher grundlegende Unter-schied besteht in der Herange-hensweise der beiden Studien zu testen, welche Menge Rho-dodendron Ziegen vertragen?
Seite?
Answer
• In der Qualität der Variablen 3, 4 und 5 (Kontext in der Risi-kobewertung)
• jeweils höchstes Risiko (durch größten Zwang) in der einen Studie (Hunger, keine Adaptationsmöglichkeit, viel ver-zehrte Biomasse in kurzer Zeit)
• jeweils und geringstes Risiko (durch völlige Zwanglosigkeit) in der anderen Studie (kein Hunger, natürliche Adaptations-möglichkeit, unterschiedlich viel verzehrte Biomasse in lan-gen Zeitabständen)
S. 138 tab 47
Card 95
Question
FB7
Welcher grundlegende Unter-schied besteht zwischen dem Entgiftungssystem des Mikrobi-oms und dem der Leber?
Seite?
Answer
• Mikrobiom: Adaptation möglich, hohe Variabilität durch Aufnahme neuer Organismen und jederzeitige quantitative Bildung von Enzymen)
• Leber: Genetisch fixiert, nur in engen Grenzen variabel (quantitative Bildung von Enzymen)
S. 113, 116
Card 96
Question
FB7
Wie kann man beim Wieder-käuer einer Vergiftung durch Fütterung vorbeugen?
Wie erklären Sie die Vergif-tungsfälle der Rinder durch Gänsefuß (Chenopodium)?
Seite?
Answer
• Zuviel Melde (Oxalsäure) in zu kurzer Zeit gefressen
• Keine Adaptation (quantitative Bildung von Enzymen)
• Detoxifikation des Mikrobioms überfordert
S. 115
Card 98
Question
FB7
Wie kommt es, dass junge Tiere häufiger Vergiftungen erleiden als ältere?
Answer
• Enzymausstattung der Leber vervollständigt sich erst im Laufe des Lebens
• Orientierungslernen verleitet zur unkontrollierten Auf-nahme potentiell toxischer Pflanzen
• Prä-ingestive Lernvorgänge noch nicht abgeschlossen
• Sinneswahrnehmungen noch unterentwickelt?
Card 99
Question
FB7
Warum haben die Thüringer Waldziegenböcke einerseits und ihre Artgenossen andererseits so unterschiedlich auf die Aufnahme der Späten Traubenkirsche reagiert?
Seite?
Answer
• Allmähliche Adaptation des Mikrobioms an eine sich stei-gernde Menge (Thüringer Waldziegenböcke)
• Unvollständige oder fehlende Adaptation an eine große, einmalig aufgenommene Menge (andere Fälle)
S. 158,159
Card 100
Question
Answer
Goldhafer
Schafgarbe
Glatthafer
Labkraut
Wicke
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