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Grundlagen & Compliance-Kultur (B1)

Compliance Officer 2026 Übungsfragen in Themen aufgeteilt

Subject
Economy / Others
Language of creation
German
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Cards in this set

Card 1

Question

Welche Aussage beschreibt den Begriff „Compliance” im unternehmerischen Kontext am treffendsten?

Answer

  • Compliance bezeichnet die freiwillige Selbstverpflichtung eines Unternehmens gegenüber seinen Kunden
  • Compliance meint die systematisch organisierte Konformität mit geltenden Regelanforderungen
  • Compliance umfasst ausschließlich die Einhaltung staatlicher Gesetze und Verordnungen
  • Compliance bezeichnet einen einmaligen Prüfvorgang durch externe Behörden zur Feststellung der Regelkonformität
  • Compliance beschreibt die Konformität eines Unternehmens mit Wünschen externer Stakeholder

Card 2

Question

Ein Unternehmen möchte festlegen, welche Anforderungen sein Compliance-Programm abdecken soll. Welche der folgenden Quellen stellen anerkannte Grundlagen für Compliance-Anforderungen dar?

Answer

  • Internationale Empfehlungen anerkannter Organisationen wie FATF oder Branchenverbände
  • Ausschließlich verbindliche EU-Verordnungen mit unmittelbarer Rechtswirkung
  • Kundenpräferenzen und vertragliche Wünsche der wichtigsten Geschäftspartner
  • Empfehlungen von Unternehmensberatungen und herrschende Meinungen in der Fachliteratur
  • Staatliche Regelungen, branchenspezifische Standards und unternehmensinterne Vorgaben

Card 3

Question

Ein Compliance-Beauftragter erklärt seiner Geschäftsführung, welche deutschen Gesetze für das Compliance-Programm des Unternehmens relevant sind. Welche Auswahl ist vollständig und korrekt?

Answer

  • Nur StGB und OWiG, da alle anderen Gesetze keine Compliance-Relevanz haben
  • AktG, GmbHG, OWiG, StGB, DSGVO, GWG, LkSG und AWG
  • Ausschließlich DSGVO und LkSG, da diese die neuesten Regelwerke sind
  • Nur VerbSanG und GWB, da diese speziell für Compliance-Systeme geschaffen wurden
  • Nur VerbSanG und GWB, da diese speziell für Compliance-Systeme geschaffen wurden

Card 4

Question

Die Geschäftsführerin eines mittelständischen Exporteurs fragt, welche internationalen Regelwerke für ihr Unternehmen relevant sein könnten. Welche Antwort ist zutreffend?

Answer

  • Der FCPA gilt ausschließlich für US-amerikanische Unternehmen mit Sitz in den USA – ausländische Unternehmen sind nie betroffen
  • Der UKBA erfasst nur Bestechung im öffentlichen Sektor, nicht im privaten Geschäftsverkehr
  • Die FATF verpflichtet Unternehmen direkt zur Einrichtung eines Antikorruptions-Compliance-Programms
  • SOX gilt nur für Unternehmen mit Sitz in den USA und hat keinerlei Relevanz für europäische Unternehmen
  • FCPA, UKBA und Sapin II können auch für nicht-US-amerikanische bzw. nicht-britische oder nicht-französische Unternehmen gelten

Card 5

Question

Welche der folgenden Aussagen zur Business Judgement Rule ist inhaltlich korrekt?

Answer

  • Die BJR greift, wenn ein Vorstandsmitglied eine unternehmerische Entscheidung auf angemessener Informationsbasis und zum Wohl der Gesellschaft getroffen hat
  • Die BJR entstammt dem britischen Recht und wurde unverändert in das deutsche Aktiengesetz übernommen
  • Die BJR schützt Vorstandsmitglieder vor Haftung, wenn ihre Entscheidung im Nachhinein zum besten Ergebnis für das Unternehmen geführt hat
  • Die BJR ist ausschließlich auf Entscheidungen im Bereich der Compliance-Organisation anwendbar
  • Die BJR gilt auch für gebundene Rechtspflichten, bei denen dem Vorstand kein Ermessen zusteht

Card 6

Question

In einem Unternehmen wurde trotz eines bestehenden CMS ein schwerwiegender Compliance-Verstoß durch einen Mitarbeiter begangen. Die Unternehmensleitung ist der Ansicht, das CMS könne nun in keinem Gerichtsverfahren mehr als bußgeldmindernder Umstand geltend gemacht werden. Welche Aussage trifft zu?

Answer

  • Die Unternehmensleitung hat recht – Gerichte dürfen ein CMS nach einem Verstoß nicht mehr berücksichtigen
  • Die Unternehmensleitung irrt – das CMS muss nach einem Verstoß grundlegend neu aufgebaut werden, bevor es wieder bußgeldmindernd wirken kann
  • Die Unternehmensleitung irrt – ein CMS führt stets zur vollständigen Straffreiheit des Unternehmens
  • Die Unternehmensleitung hat recht – ein Verstoß beweist die Unwirksamkeit des CMS
  • Die Unternehmensleitung irrt – ein funktionierendes CMS kann trotz eines Einzelverstoßes bußgeldmindernd berücksichtigt werden

Card 7

Question

Welche der folgenden Aussagen zum IDW PS 980 ist unzutreffend

Answer

  • Der IDW PS 980 ermöglicht lediglich eine retrospektive Beurteilung des CMS zum Prüfungszeitpunkt
  • Der IDW PS 980 richtet sich primär an Wirtschaftsprüferinnen und Wirtschaftsprüfer als Adressaten
  • Welche der folgenden Aussagen zum IDW PS 980 ist unzutreffend
  • Der IDW PS 980 benennt acht Grundelemente eines Compliance-Management-Systems
  • Der IDW PS 980 ist ein zertifizierbarer Standard mit einer Gültigkeitsdauer des Zertifikats von drei Jahren

Card 8

Question

Ein Unternehmen bewertet seine Vertriebsmitarbeitenden ausschließlich anhand von Umsatzkennzahlen. Compliance-konformes Verhalten wird in Leistungsbeurteilungen weder erwähnt noch bewertet. Wie ist diese Praxis nach ISO 37301 einzuordnen?

Answer

  • Als positiver Indikator für eine vorhandene Compliance-Kultur, da klare Leistungsziele Orientierung geben
  • Als neutraler Faktor, der keinen Einfluss auf die Compliance-Kultur hat
  • Als negativer Indikator, der die Compliance-Kultur aktiv schwächt
  • Als zulässige unternehmerische Entscheidung, die von der ISO 37301 ausdrücklich freigestellt wird
  • Als Verstoß gegen § 130 OWiG, der unmittelbar Bußgeldfolgen auslöst

Card 9

Question

Welche der folgenden Aussagen zur ISO 37301 ist korrekt?

Answer

  • Die ISO 37301 ist ein rein europäischer Standard und gilt ausschließlich für Unternehmen mit Sitz in der EU
  • Die ISO 37301 ist zertifizierbar; ein Zertifikat hat eine übliche Gültigkeitsdauer von fünf Jahren
  • Die ISO 37301 ist mit anderen Managementsystemnormen kompatibel, da sie der Harmonized Structure folgt
  • Die ISO 37301 richtet sich ausschließlich an Großunternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitenden
  • Die ISO 37301 ist ein retrospektiver Prüfungsstandard, der die Vergangenheit eines CMS bewertet

Card 10

Question

Ein Vorstand entscheidet, auf eine aufwändige Geschäftspartnerprüfung zu verzichten, weil das Auftragsvolumen gering erscheint. Er dokumentiert diese Entscheidung nicht. Später stellt sich heraus, dass der Partner in Geldwäscheaktivitäten verwickelt war. Welche Aussage zur Haftungslage des Vorstands ist zutreffend?

Answer

  • Der Vorstand haftet nicht, weil die Entscheidung zum damaligen Zeitpunkt wirtschaftlich vertretbar erschien
  • Der Vorstand haftet nicht, weil für die Einrichtung einer Geschäftspartnerprüfung kein gesetzliches Gebot besteht
  • Der Vorstand kann sich nicht auf die Business Judgement Rule berufen, da er keine angemessene Informationsbasis eingeholt und die Entscheidung nicht dokumentiert hat
  • Der Vorstand kann sich auf die Business Judgement Rule berufen, da er keine vorsätzliche Pflichtverletzung beabsichtigte
  • Der Vorstand haftet ausschließlich nach FCPA, da es sich um einen internationalen Geldwäschefall handelt

Card 11

Question

Welche Kombination beschreibt den Unterschied zwischen ISO 37301 und IDW PS 980 vollständig korrekt?

Answer

  • ISO 37301 ist ein retrospektiver Prüfungsstandard für Wirtschaftsprüfer; IDW PS 980 ist ein zertifizierbarer Managementstandard für alle Organisationen
  • ISO 37301 ist eine zukunftsorientierte Managementsystemnorm für alle Organisationen; IDW PS 980 ist ein retrospektiver Prüfungsstandard für Wirtschaftsprüfer
  • ISO 37301 ist ausschließlich für zertifizierungswillige Großunternehmen relevant; IDW PS 980 gilt für alle Unternehmen unabhängig von ihrer Größe
  • ISO 37301 gilt nur in Europa; IDW PS 980 gilt weltweit und ist der umfassendere Standard
  • Beide Standards sind inhaltlich identisch, unterscheiden sich lediglich im geografischen Geltungsbereich

Card 12

Question

Ein Unternehmensberater empfiehlt der Geschäftsführung: „Tone from the Top bedeutet, dass Sie als Führungskraft die bestehende Unternehmenskultur Ihrer Mitarbeitenden wahrnehmen und in Ihren Entscheidungen berücksichtigen sollten.” Wie ist diese Aussage zu bewerten?

Answer

  • Die Aussage ist unzutreffend – Tone from the Top ist ausschließlich ein Instrument der externen Unternehmenskommunikation
  • Die Aussage ist teilweise korrekt – der Berater beschreibt allerdings eher das Konzept des „Tone at the Bottom”
  • Die Aussage ist unzutreffend – Tone from the Top bedeutet die aktive Vorbildfunktion der Führung, nicht bloße Berücksichtigung bestehender Kultur
  • Die Aussage ist unzutreffend – Tone from the Top ist ausschließlich Aufgabe der Compliance-Abteilung, nicht der Geschäftsführung
  • Die Aussage ist vollständig korrekt – Tone from the Top bedeutet Kulturwahrnehmung

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