Wie viele Erwerbstätige arbeiten im Gesundheitssektor?
Answer
Von den rund 5 Millionen Erwerbstätigen der Schweiz arbeitet
jeder fünfzehnte im Gesundheitssektor, das heisst etwa 320’000 Personen.
Im Jahr 2014 wurden in Schweizer Spitälern und Kliniken 196‘000 Vollzeitstellen gezählt. Hinzu kommen rund 17’500 praktizierende Ärzte.
Card 2
Question
Wie hoch sind unsere Gesundheitskosten, verglichen zum BIP?
Answer
Der Anteil der Gesundheitskosten am Bruttoinlandprodukt (BIP) erreicht 11 %.
Card 3
Question
Wie teilen sich die Kosten grob prozentual auf?
Answer
Stationäre Spitalbehandlung 45%
Ambulante Behandlung 35%
Arzneimittel 10%
Verwaltung/Prävention 5%
Übriges 5%
Card 4
Question
Wie hoch ist zurzeit unsere Lebenserwartung bei guter Gesundheit?
Answer
Fast 83 Jahre
Card 5
Question
Nennen Sie die wichtigsten Akteure und Kräfte im Gesundheitswesen.
Answer
Card 6
Question
Wer ist bei uns obligatorisch krankenversichert?
Answer
Bei uns ist jeder Einwohner (d. h. Einheimische und aufenthaltsberechtigte Ausländer) obligatorisch für die Behandlungskosten bei Krankheit versichert (Kranken-versicherungsgesetz, KVG).
Card 7
Question
Nennen Sie mindestens drei Aufgaben der Krankenversicherer.
Answer
Prämieninkasso
Prüfen der Rechnungsstellung auf korrekte Tarife, zweckmässige Behandlungen und Wirtschaftlichkeit
Kostengutsprachen an Heilanstalten
statistische Erfassung der Gesundheitsdaten
Beratung
Stiftung „Gesundheitsförderung Schweiz“
Card 8
Question
Wieso gibt es einen „Risikoausgleichsfonds“?
Answer
Jede Krankenkasse ist gesetzlich verpflichtet, jeden in die Grundversicherung aufzunehmen, der einen entsprechenden Antrag stellt und im Tätigkeitsgebiet der Kasse Wohnsitz hat.
Der dadurch entstehende Wettbewerbsnachteil von Kassen, die mehr ältere und/oder kranke Mitglieder haben, wird mit einem speziellen Fonds (Risikoausgleich) teilweise ausgeglichen.
Card 9
Question
Kann ein Krankenversicherer sich weigern, jemanden in die Zusatzversicherung aufzunehmen?
Answer
Jawohl. Bei der (freiwilligen) Zusatzversicherung sind die Kassen frei, welche Verträge sie mit wem abschliessen wollen.
Sie können die Prämien selbst festlegen und Interessenten abweisen.
Card 10
Question
Wer übt die Aufsicht über die Versicherer aus?
Answer
Die Aufsicht über die Versicherer, welche die Grundversiche-rung anbieten, wird vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) ausgeübt.
Die Aufsicht über die freiwilligen Zusatzversicherungen (z.B. private Abteilung in Spitälern, Zahnbehandlungen) unterliegt dem privaten Versicherungsrecht (Aufsicht durch die Finanzmarkt-aufsicht FINMA).
Card 11
Question
Wer ist santésuisse und was ist ihre wichtigste Aufgabe?
Answer
44 Krankenversicherer sind Mitglied von santésuisse,
dem führenden Branchenverband mit Sitz in Solothurn.
santésuisse ist genereller Verhandlungspartner der Leistungserbringer, führt Tarif- und Vertragsverhandlungen und nimmt Einfluss auf die Gesundheitspolitik (Lobbying).
Card 12
Question
Erklären Sie mindestens drei Grundsätze unseres Krankenver-sicherungsgesetzes (KVG).
Answer
Versicherungspflicht (Obligatorium): Die Grundversicherung ist für die gesamte Wohnbevölkerung der Schweiz obligatorisch.
Solidarität: Es gibt keine risikogerechten Prämien in der
Grundversicherung, sondern nur Kopfprämien.
Wahlfreiheit: In der Grundversicherung können die Versicherten den Krankenversicherer frei wählen.
Garantierter Zugang zu den Leistungen: Der Zugang aller zu einer qualitativ hochstehenden, umfassenden und finanziell tragbaren Grundversorgung ist gesichert.
Gesetzlicher Leistungskatalog: Das Leistungspaket der Grundversicherung wird durch das Gesetz abschliessend geregelt. Es ist verbindlich und erschöpfend.
Card 13
Question
Wie setzt sich der Selbstbehalt zusammen?
Answer
Die Kostenbeteiligung der Versicherten besteht aus:
• einem festen Jahresbeitrag (Franchise)
• 10% der die Franchise übersteigenden Kosten (Selbstbehalt bis max. Fr. 700.– /Jahr)
• einer Selbstbeteiligung bei Spitalaufenthalt von 15 Franken pro Tag
Card 14
Question
Worauf lässt sich grundsätzlich die Kostensteigerung im Gesundheitswesen zurückführen?
Answer
Kosten sind das Produkt von Menge mal Preis.
Folglich kann die Kostenentwicklung einerseits auf eine Mengenausweitung und andererseits auf die Preisentwicklung zurückgeführt werden.
Card 15
Question
Nennen Sie einige Faktoren, die zur Mengenausweitung geführt haben.
Answer
Mit steigendem Einkommen und Wohlstand werden Gesundheitsleistungen überproportional nachgefragt
Gesellschaftlicher Wertewandel, d.h. Gesundheitsleistungen als Beitrag zum Lifestyle
Soziale Vergleiche der Patienten untereinander und Verbreitung via Medien führen zu erhöhten Ansprüchen
Steigende Krankenversicherungsprämien bewirken ein Anspruchsdenken
Alterung der Bevölkerung führt zu steigender Nachfrage nach Pflegeleistungen
Angebotsinduzierte Nachfrage
Card 16
Question
Was versteht man unter angebotsinduzierter Nachfrage?
Answer
Aufgrund ihres Informationsvorsprungs gegenüber den Patienten können die Leistungserbringer (d.h. die Anbieter) Art und Umfang der Leistungen massgeblich selbst bestimmen.
Für Patienten ist es oft nicht möglich, die Notwendigkeit getrof-fener Massnahmen nachzuvollziehen. Und trägt die Kosten sowieso die Versicherung, hat der Patient auch keine Veranlas-sung, auf eine möglichst kostengünstige Behandlung zu drängen.
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