Kleidung am betreffenden Bein entfernen,
bequeme Lagerung
Material vorbereiten
(Medi aufziehen, i.m. Kanüle aufsetzen)
hyg. Händedesinfektion, unsterile HS
Injektionsort aufsuchen und ggf. rasieren:
- Oberschenkelaußenseite
- Kleinfingergrundgelenke auf Kniescheibe
und Trochanter major
- oberhalb der beiden Daumenspitzen
mittleres Drittel zwischen gedachter
Bügelfalte und ged. äußerer Hosennaht
Blut: STOP, Kanüle entfernen, komprimieren, alles noch mal neu
Luft/nichts: langsam injizieren, Pat beobachten
- starker Schmerz(Brennen): alles noch mal neu
- Kribbelgefühl?/Schmerzen?: Periost betroffen,
Spritze etwas raus und injizieren
Kanüle in Container entsorgen
evtl. Pflaster auf Einstichstelle
hyg. Händedesinfektion
Komplikationen:
- Hämatom, Infektion an Punktionsstelle
- akzidentielle Nerven-/Gefäßverletzungen
HLW oder andere lebensbedrohliche Situation mit zwingender Indikation für parenteralen Zugang
wenn nicht innerhalb von 2 min i.v. möglich und keine Alternativen (buccal, nasal, NA abwarten) verfügbar sind
Kontraindikation:
Frakturen
Prothesen (auch Teilprothesen)
lokale Infektion an der Injektionsstelle
i.o. Zugang an gl. Extremität innerhalb 24 Std.
Beckentrauma
Punktionsort:
proximale Tibia
knöcherner Orientierungspunkt ist die Tuberositas tibiae
die Punktion erfolgt circa 2cm medial
Andere Punktionsorte lt. Hersteller (distaler Femur beim Säugling, Humeruskopf bei Erw.) sind möglich.
Durchführung:
störende Kleidung entfernen
Knie leicht gebeugt lagern (Knierolle)
Materialvorbereitung (EZ-IO)
hyg. Händedesinfektion, unsterile HS
Injektionsort ggf. rasieren
Desinfektion der Inj.Stelle
(sprühen, wischen, sprühen, Einwirkzeit beachten)
Punktion senkrecht zur Tibiakante,
bis in die Substantia spongiosa bohren
Trokar entfernen
Fixation der Punktionsnadel
Bolusgabe von 10ml NaCl0,9% (freispülen)
bei Kreislauf und Schmerzen:
Lidocain 0,5mg/kgKG über 1-2min injizieren
versuchen, Blut zu aspirieren
Verlaufskontrolle:
frei fließende Infusion, keine Schwellung
Medikamentengabe jeweils mit 20ml NaCl0,9%ig nachspülen
Komplikationen:
Fehler (Anwender, Gerät)
Dislokation
Extravasat
Kompartmentsyndrom
Frakturen
Infektionen
bei Schmerzen:
Lidocain 0,5mg/kgKG in 1-2min
Card 3
Question
Extraglottische Atemwegshilfen (EGA)
Material
Indikationen (Kontraindikation)
Alternativen
Durchführung inkl. Lagekontrolle
Answer
Material (mgl. mit Drainagekanal zur Aspirationsverhinderung)
Luftnot aufgrund von Fremdkörperverlegung oder Verborkung der Kanüle
NA ist alarmiert/nachgefordert!
Vorbereitung:
Monitoring (EKG, SpO2)
Funktionstest der Absaugung
Händedesinfektion
sterile Handschuhe
Materialien bereitlegen (NaCl0,9%, sterile Kompressen, neue Kanüle, Halteband, Cuffmesser)
sofern mgl.: präoxygenieren
Durchführung:
Inspektion der Kanüle (blockbar?, Innenkanüle oder Sprechaufsatz ggf. entfernen)
Halteband lösen und Kanüle unter Absaugung mit einem sterilen Absaugkatheter ggf. entblocken und entfernen
Stomarand mit sterilen Kompressen und NaCl0,9% reinigen
neue Kanüle einlegen (oder alte reinigen und gut mit keimarmen Wasser abspülen)
bei Hustenreiz zügig weitermachen und Außenkanüle bis zum Anschlag, bei drehender Bewegung, einführen und festhalten bis der Hustenreiz abgeklungen ist
Cuff blocken (Cuffmesser), Schlitzkompresse oder Tracheokompresse anlegen und Halteband wieder fixieren
Lagekontrolle und weiteres Verfahren:
Auskultation (Atemwege frei?)
ist kein NA verfügbar, muss eine Vorstellung in einer Klinik erfolgen!
Card 6
Question
NIV CPAP
Voraussetzung, Indikation, Wirkungsweise
Durchführung und Komplikationen
Answer
Voraussetzung:
erhaltene Spontanatmung, Kooperation des Pat
Indikation:
akute Atemstörung (SpO2 <90%) z.B. bei
- exazerbierte COPD
- Asthmaanfall
- hypertensives Lungenödem
- Pneumonie
Wirkungsweise:
Verdrängung der alveolären Flüssigkeit in den Zwischenzellraum
Wiedereröffnung und Offenhalten verschlossener Lungenareale
Verringerung des Atemwegswiderstandes und der Atemarbeit
ängstlicher Pat, toleriert Maske nicht:
Morphin zur Anxiolyse
CPAP Druck (bis 15l/min) nach Bedarf langsam erhöhen bis SpO2 >94%
Maske fixieren
Monitoring,
bei RR Abfall
Infusionstherapie verstärken und/oder Beatmungsdruck vermindern
Komplikationen (im Zweifel: Abbruch der Maßnahme)
Unruhe des Pat, Pat toleriert Maske nicht
fortschreitende Bewusstseinseintrübung
RR-Abfall (s.o.)
Verschlechterung trotz CPAP, Reanimation
Card 7
Question
Thoraxentlastungspunktion
Voraussetzung, Indikation, Symptome
Durchführung und Komplikationen
Answer
Voraussetzungen:
akute vitale Bedrohung:
Atem- und Kreislaufstörung
Thoraxtrauma, SpO2<90%, NIBP<90mmHg
abgeschwächtes Atemgeräusch auf der betroffenen Thoraxseite
NA-Alarmierung, der legt dann Thoraxdrainage
Indikation:
Spannungspneumothorax (lebensgef. Form des Pneumothorax) entsteht durch Ventilmechanismus (außen: Einstich, innen: eingerissener Lungenlappen) Luft dringt in Brusthöhle ein und kann nicht entweichen
Symptome:
Tachypnoe, Hypoxie
Hautemphysem
abgeschwächtes oder fehlendes Atemgeräusch
hypersonorer, thorakaler Klopfschall
Halsvenenstauung
RR Abfall
Bewusstseinstrübung
Pat intubiert: steigende Beatmungsdrücke bzw. abnehmendes AZV
senkrechtes Einführen der Punktionsnadel (spez. Nadel mind. 8cm oder 16G 4,5cm lang) mit aufgesetzter 10ml Spritze (etwas NaCl0,9%ig drin) am oberen Rippenrand bis "Klick" fühlbar (Durchtritt durch die parietale Pleura fühlbar)
Luft kann aspiriert werden (Kanüle festhalten um weiteres Vorschieben zu verhindern)
Spritze und Kanüle entfernen,
Luft entweichen lassen
Fixierung, Sicherung gg. Abknicken und Dislokation, ggf. Anschluss Tiegel-Ventil
Bei Erfolglosigkeit 2 Wiederholungen mit höheren Energiestufen, Synch-Taste beachten. Danach 300mg Amiodaron (in 10-20min, also 1-2ml/min) verabreichen und erneute Kardioversion probieren
Komplikationen:
Kammerflimmern
(siehe Algorithmus Reanimation)
Verletzungen durch den Stromfluss
(s. Defibrillation)
bei HKS: HLW und frühestmgl. AED-Analyse, ggf. Defibrillation
Durchführung
Lebenszeichen prüfen (Bewusstsein und Atmung)
HLW bis zur Funktionsbereitschaft AED, Elektroden aufkleben (mind. 8cm Abstand zu implantierten Schrittmacher/ICD)
Analyse-Taste drücken, Pat nicht berühren, Analyse, falls "Schock empfohlen" schocken
nach Analyse und ggf. Schock die HLW sofort für 2min fortführen
AED erkennt Kammerflimmern oder pVT nicht: manuell defibrillieren (Energiewahl geräteabhängig)
Kinderreanimation: 4 J/kgKG (ggf. automatische Reduktion der Energie duch spezielle Kinder-Klebeelektroden, je nach Hersteller)
Komplikationen:
Durch Anwendungsfehler (z.B. Nässe, hohe O2-Konzentration, Pat berührt) Spannungsüberschläge und Verletzungen mgl,
Verhinderung durch:
Schutzhandschuhe tragen
Warnung und Rundumblick,
Abstand zum Pat bei Schockabgabe
bei Nässe den Patienten zwischen den Elektroden abwischen
Sauerstoffaustrittquellen 1 Meter entfernen
Card 10
Question
externer Pacer
Voraussetzungen und Indikation
Durchführung
Komplikationen
Answer
Voraussetzungen:
NA-Alarmierung
akute vitale Bedrohung:
Kreislaufstörung und Bewusstlosigkeit
Indikation:
bradykarde HRST (<40/min), die die Auswurfleistung des Herzens lebensgefährlich beeinträchtigen (meist höhergradige AV-Blockierungen) und auf Atropin und Epinephrin nicht ansprechen
Defi/Schrittmacher-Elektroden (mind. 8cm Abstand zu implantiertem Schrittmacher/ICD, ggf. vorher rasieren!!) und EKG-Elektroden (Extremitätenableitung) aufkleben und anschließen
Stimulationstaste drücken: R-Zacken werden markiert (nicht oder falsch z.B. T-Welle markiert: andere Ableitung wählen/EKG Amplitude anpassen)
Stimulationsfrequenz 70/min wählen (Demandmodus stimuliert nur, wenn eingestellte Frequenz höher als Eigenfrequenz)
Stromfluss einschalten bzw. erhöhen, bis Stimulationsimpluse immer eine Herzaktion auslösen
EKG prüfen, ob jede Stimulation Captures auslöst und die HF ansteigt
Kreislauf prüfen (Puls und RR), regelmäßige Überprüfung des Pat. Zustandes
wenn Pat wieder bei Bewusstsein, kann die Analgesie mit Morphin nötig sein
Komplikationen:
Schmerzen und/oder Unruhe des Pat
Kontraktionen der Brustmuskulatur
Hautreizungen und -verbrennungen nach längerer Stimulation mit höherer Stromstärke
Card 11
Question
Beckenschlinge
Indikation
Durchführung
Komplikationen
Answer
Indikation
vor allem Hochrasanztraumata:
VU Pkw, VU Motorrad/Fahrrad/Fußgänger, Überrollverletzungen
Sturz aus großer Höhe
einfacher Sturz bei älteren Pat
Hochrasanztrauma: ohne weitere Untersuchung Beckenschlinge anlegen
(vor allem bei bewusstlosen Pat)
falls Beckenuntersuchung: Kompression Beckenring in ventrodorsaler Richtung in Höhe Beckenschaufeln (kontrovers diskutiert)
Durchführung:
Druck auf Trochanter major
Zug 180 Newton
2 Finger passen zwischen Pat und Beckengurt
Innenrotation, Fixierung Knie (z.B. Tourniquet) und Füße (z.B. Stauband)
Komplikationen:
Hyperkompression durch zu festes Anlegen
Schmerzzunahme bei Anlage (Analgesie erforderlich)
Card 12
Question
Tourniquet
Indikation, Durchführung und Komplikationen
Answer
Indikation:
temporäre Maßnahme zur initialen, schnellen und effektiven Blutstillung (Anlagedauer minimieren, für Ersatz sorgen)
Amputationsverletzungen großer Gliedmaßen
lebensbedrohliche Extremitätenblutung
multiple Blutungen an einer Extremität
Extremitätenblutung bei
gleichzeitigem A-, B- oder C-Problem
keine Erreichbarkeit der Verletzung
(z.B. eingeklemmte Person)
Unmöglichkeit der Blutstillung durch Druckverband o.ä.
Versorgung einer Extremitätenblutung bei Dunkelheit
schwere Extremitätenblutung bei MANV
bei Zeitdruck in Gefahrensituationen
(taktische Medizin)
Durchführung
immer frühzeitige und suffiziente Analgesie bedenken (z.B. Esketamin/Midazolam)
Normalfall Ort: so distal wie mgl, jedoch ausreichend proximal (5-10cm) der Blutung, nicht über Gelenken, nicht über Tibiaköpfchen am US [Nervenschädigung]
Ausnahme (Taktik, MANV, dunkel, multiple Blutungen, off. Frakturen): so proximal (rumpfnah) wie mgl., nicht über Gelenken/Tibiaköpfchen
Tourniquet so straff wie mgl. anlegen,
dann zudrehen
in Extremfällen zweites Tourniquet proximal (rumpfnah) des ersten ansetzen, um Blutung zu stillen
Zeitpunkt der Anlage dokumentieren
Komplikationen:
Anwendungsfehler:
insuffiziente Anlage mit folgender venöser Stauung und daraus folgender verstärkter Blutung
Card 13
Question
normale Geburt
- Termin
- Zeichen einer bevorstehenden Geburt
Answer
errechneter Termin plus/minus 2 Wochen
Zeichen einer bevorstehenden Geburt sind: regelmäßige Wehentätigkeit, Fruchtwasserabgang, Abgang von Blut oder blutigen Schleim
Card 14
Question
Geburtsthilfe Geburtsphasen
Answer
Eröffnungsphase: Ziel der Eröffnungswehen ist Verkürzung des Gebärmutterhalses und Erweiterung Muttermund. Bei Muttermundweite von 3-5cm löst sich ein Schleimpfropf. Wehen werden stärker und halten länger an (45-60sec) und Abstände werden immer kürzer (alle 2min).
Austreibungsphase: Kind erreicht Beckenboden, reflexartige Presswehen, (meist) Kopf wird von außen sichtbar (Gesicht zeigt nach hinten). Nach vollständiger Geburt des Kopfes dreht sich das Kind um 90° und die vordere Schulter wird geboren, in der nächsten Wehe wird die hintere Schulter geboren und der restliche Körper folgt.
Nachgeburtsphase: dient der Ausstoßung der Plazenta (ca. 30min)
Diese ist NICHT abzuwarten, sondern findet im KH statt.
Card 15
Question
Geburtsthilfe Transport
Answer
wenn Kopf noch nicht sichtbar und Transport zumutbar: Geburtsklinik anfahren
leichte Linksseitenlagerung und Beckenhochlagerung
Wehen verhecheln lassen
Card 16
Question
Geburtsthilfe Geburtsassistenz
Answer
wenn Kopf sichtbar, vor Ort entbinden
NA Alarmierung
falls verfügbar: Hebamme, Baby-NAW
Raum heizen
Dammschutz mit Hand
Geburt der Schultern durch leichte Abwärtsbewegung gefolgt von leichter Aufwärtsbewegung unterstützen
NICHT an Kindsteilen ziehen!
Neugeborenes in trockenes Tuch einhüllen, Mutter auf Bauch legen, nach dem Auspulsieren Nabelschnur durchtrennen (ca. 10cm vom Kind entfernt mit 2 Klemmen in 3cm Abstand)
Zeitpunkt dokumentieren
APGAR
Card 17
Question
i.v. Zugang
Kontraindikation an DIESER Stelle
Answer
Infektion, Wunde oder Fraktur an der Punktionsstelle
Dialyseshunt, Parese z.B. nach Apoplex
(dann fällt ganze Extremität für i.v. aus)
Card 18
Question
Grundsätze für invasive Maßnahmen
Answer
Grundlagen
- StGB §§ 34 und 323c, NotSanG § 4 (2)
- Stellungnahme der SächsLÄK zu den
"heilkundlichen Maßnahmen" der NotSan
Voraussetzungen
- Aufklärung über die Dringlichkeit und
Risiken der Maßnahme
- Einverständnis des Pat (bei Bewusstlosigkeit
von mutmaßlicher Einwilligung ausgehen)
- nichtinvasive Maßnahmen wurden
bereits angewendet
- NA Alarmierung gemäß SächsLRettDPVO
Card 19
Question
achsengerechte Immobilisierung mit Extension
Definition, Indikation, Durchführung, Komplikationen
Answer
Definition:
Extension und Ruhigstellung von Extremitäten bei Verdacht auf knöcherne Verletzungen
Durchführung:
- Sicherung Vitalfkt und Blutstillung hat Vorrang!
- vor Schienung sollte Wundversorgung erfolgen
- grob dislozierte Frakturen und Luxationen sollten bes.
bei befundhaftem DMS/langer Rettungszeit präklinisch
durch axialen Zug und manuelle Korrektur unter
ausreichender Analgesie (Midazolam/Esketamin)
achsengerecht gelagert und immobilisiert werden.
- benachbarte Gelenke (bzw. Knochen)
mit ruhigstellen und Extremität flach lagern
DMS nach Anlage der Schiene überprüfen
(bei Luftkammerschiene auch wiederholt!).
Beschreibung:
Zentrale Bedeutung für die Patientensicherheit hat die suffiziente Kommunikation im Team. Durch das Erlernen und Trainieren der Maßnahmen zur Verbesserung der Teamkommunikation wird auch die Zusammenarbeit verbessert und die Zufriedenheit im Team erhöht.
Die 15 CRM-Leitsätze nach Rall + Gaba
Kenne deine Arbeitsumgebung
Antizipiere (vorwegnehmen) und plane voraus
Hilfe anfordern, lieber früher als später
Übernimm die Führungsrolle oder
sei ein gutes Teammitglied mit Beharrlichkeit
Verteile die Arbeitsbelastung
Mobilisiere alle verfügbaren Ressourcen
(Person und Technik)
Kommuniziere sicher und effektiv -
sag, was Dich bewegt
Beachte und verwende alle vorhandenen Infos
Verhindere und erkenne Fixierungsfehler
Habe Zweifel und überprüfe
("double check", nie etwas annehmen)
Verwende Merkhilfen und schlage nach
Re-evaluiere die Situation immer wieder
(10-Sekunden-für-10-Minuten-Prinzip)
Achte auf gute Teamarbeit -
andere unterstützen und sich koordinieren
Lenke deine Aufmerksamkeit bewusst
Setzte Prioritäten dynamisch
How to use this set
Read the preview and check whether the content and answers suit your learning goal. You can add the public set to your sets to study it. Your account shows the available actions.