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Korruptions- & Bestechungsprävention (B12)

Compliance Officer Übungsfragen nach Themenblöcken

Subject
Economy / Others
Language of creation
German
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Cards in this set

Card 1

Question

Welche Aussagen zum Amtsträgerbegriff nach § 11 Abs. 1 Nr. 2–4 StGB sind zutreffend?

Answer

  • Der Amtsträgerbegriff wird in Deutschland eng ausgelegt, um Überkriminalisierung zu vermeiden
  • Mitglieder eines Stadtrats sind Amtsträger im Sinne von § 11 Abs. 1 Nr. 2c StGB
  • Bedienstete eines außereuropäischen Staates fallen grundsätzlich unter § 11 StGB
  • Der Amtsträgerbegriff ist in Deutschland weit gefasst
  • Beliehene, die öffentliche Verwaltungsaufgaben wahrnehmen, können Amtsträger sein

Card 2

Question

Welches Schutzgut liegt den Straftatbeständen der §§ 331–334 StGB zugrunde?

Answer

  • Der faire Wettbewerb zwischen privaten Unternehmen
  • Die Vermeidung von Handelsbilanzdefiziten
  • Der Schutz vor Verzögerungen in Verwaltungsverfahren
  • Die Lauterkeit des öffentlichen Dienstes und das Vertrauen der Allgemeinheit hierin
  • Der Schutz des demokratischen Rechtsstaates vor käuflicher Einflussnahme

Card 3

Question

Welcher Straftatbestand schützt speziell den demokratischen Rechtsstaat vor käuflicher Einflussnahme auf Mandatsträger?

Answer

  • § 108e StGB
  • § 299 StGB
  • § 331 StGB
  • § 299a StGB
  • § 335 StGB

Card 4

Question

Ein Einkaufsleiter eines privaten Unternehmens erhält von einem Lieferanten eine “Vermittlungsprovision” für die Vergabe eines Auftrags, ohne dass sein Arbeitgeber davon Kenntnis hat. Welche Aussagen zu diesem Sachverhalt treffen zu?

Answer

  • Es kommt eine Strafbarkeit nach § 331 StGB in Betracht, da der Einkaufsleiter Amtsträger ist
  • Da keine öffentliche Stelle beteiligt ist, liegt keinerlei Straftatbestand vor
  • Das durch § 299 StGB geschützte Rechtsgut ist der faire Wettbewerb
  • Der Sachverhalt betrifft die Privatwirtschaft, nicht den öffentlichen Sektor
  • Es kommt eine Strafbarkeit nach § 299 StGB in Betracht

Card 5

Question

Welche Aussagen zur Bestechung im Gesundheitswesen (§§ 299a, 299b StGB) treffen zu?

Answer

  • Erfasst werden ausschließlich Bedienstete öffentlicher Krankenhäuser als Amtsträger
  • Das geschützte Rechtsgut umfasst den fairen Wettbewerb im Gesundheitswesen
  • Ein Vorteil für die bevorzugte Verordnung eines bestimmten Präparats kann den Tatbestand erfüllen
  • Auch das Vertrauen der Patientinnen und Patienten in unabhängige heilberufliche Entscheidungen wird mitgeschützt
  • Die Vorschriften gelten unabhängig von einer Verordnungs- oder Bezugsentscheidung

Card 6

Question

Ein Vertriebsmitarbeiter überreicht demselben Einkäufer eines Kundenunternehmens innerhalb von zwei Monaten viermal Eintrittskarten für Sportveranstaltungen im Wert von jeweils knapp unter der internen Wertgrenze. Welche Aussagen zur compliance-rechtlichen Bewertung sind zutreffend?

Answer

  • Da jede Einzelzuwendung unter der Wertgrenze liegt, ist der Vorgang automatisch unbedenklich
  • Maßgeblich ist eine Gesamtschau von Anlass, Frequenz, Funktion und Timing der Zuwendungen
  • Sachzuwendungen wie Eintrittskarten sind von der Korruptionsprävention generell ausgenommen
  • Die Häufung mehrerer Zuwendungen an dieselbe Person kann ein Warnsignal für Stückelung darstellen
  • Eine rein schematische Wertgrenzenprüfung kann die tatsächliche Korruptionsrelevanz verkennen

Card 7

Question

Welche Aussagen zur unternehmensbezogenen Haftung nach dem OWiG treffen zu?

Answer

  • § 30 OWiG ermöglicht die Verhängung einer Verbandsgeldbuße gegen das Unternehmen selbst
  • § 130 OWiG sanktioniert die Verletzung der Aufsichtspflicht in Betrieben und Unternehmen
  • Ein Unternehmen kann auch bei fehlenden Präventionsmaßnahmen nach § 130 OWiG haftbar sein
  • Eine Verbandsgeldbuße setzt stets eine strafrechtliche Verurteilung der Geschäftsleitung voraus
  • § 9 OWiG schließt die Verantwortlichkeit von Organen und Vertretern für juristische Personen aus

Card 8

Question

Welches internationale Regelwerk erfasst nach seiner Grundkonzeption auch die Bestechung zwischen Privatpersonen und stellt auf das Prinzip “failure to prevent bribery” ab?

Answer

  • FCPA
  • ISO 37001
  • OECD-Übereinkommen
  • UK Bribery Act
  • Sapin II

Card 9

Question

Welche Aussagen zum FCPA (Foreign Corrupt Practices Act) treffen zu?

Answer

  • Der FCPA gilt ausschließlich für Unternehmen mit Sitz in den USA
  • Der FCPA kann unter bestimmten Voraussetzungen auch auf ausländische Unternehmen Anwendung finden
  • Der FCPA verbietet die Bestechung ausländischer Amtsträger
  • Der FCPA hat keinerlei extraterritoriale Wirkung
  • Ein Anknüpfungspunkt für die Anwendbarkeit kann die Nutzung des US-Finanzsystems sein

Card 10

Question

Welche Elemente zählen zu den Kernanforderungen eines Anti-Bribery-Management-Systems nach ISO 37001?

Answer

  • Dokumentierte Antikorruptionsrichtlinie mit Bekenntnis der Unternehmensleitung
  • Systematische Risikoanalyse korruptionsrelevanter Geschäftsprozesse
  • Vollständiger Verzicht auf jegliche Geschäftsbeziehungen mit ausländischen Vertriebsmittlern
  • Sorgfaltsprüfungen (Due Diligence) bei Geschäftspartnern
  • Melde- und Untersuchungsverfahren bei Verdachtsfällen

Card 11

Question

Ein mittelständisches Unternehmen möchte einen Vertriebsmittler in einem Land mit hohem Korruptionsrisiko beauftragen. Welche Maßnahmen entsprechen dem im Skript beschriebenen Vorgehen einer angemessenen Geschäftspartner-Due-Diligence?

Answer

  • Prüfung der Reputation und Eigentümerstruktur des Vertriebsmittlers
  • Verzicht auf jegliche Dokumentation, um die Geschäftsbeziehung nicht zu verzögern
  • Kritische Prüfung ungewöhnlich hoher oder intransparenter Provisionsforderungen
  • Vollständige Delegation der Prüfung an den Vertriebsmittler selbs
  • Nachvollziehbare Dokumentation der durchgeführten Prüfung

Card 12

Question

Welche Aussage zur Abgrenzung zwischen § 331 StGB und § 332 StGB trifft zu?

Answer

  • § 331 StGB setzt eine konkrete pflichtwidrige Diensthandlung als Gegenleistung voraus
  • § 331 StGB erfasst bereits die Vorteilsannahme ohne konkrete Gegenleistungsvereinbarung (“Anfütterung”)
  • § 332 StGB setzt eine pflichtwidrige Diensthandlung als Gegenleistung voraus
  • Beide Vorschriften sind inhaltsgleich und unterscheiden sich nur in der Strafandrohung
  • § 331 StGB richtet sich an den Vorteilsgeber, § 332 StGB an den Amtsträger

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