aboraler Magen = Magenpumpe
-> Weitertransport, Durchmischung und Zerkleinerung des Nahrungsbreis
-> kurze, kräftige Kontraktionen
Card 3
Question
Bedeutung Schrittmacherzellen im Magen
Answer
oraler Magen
- geringe Bedeutung, da
-> Zellmembranen leicht depolarisiert (weniger negativ)
-> Membranpotentiale sehr stabil, nur wenige Schwankungen
aboraler Magen
- Zunahme der basalen Membranpotentiale (werden negativer)
- größere Bedeutung der Schrittmacherzellen
- Auftreten von Slow Waves, leiten phasische Motorik ein
Card 4
Question
Welche Art der Muskelspannung findet sich im oralen Magen?
Answer
= konstante Muskelspannung (tonische Kontraktion)
da Muskelzellen leicht depolarisiert liegt Membranpotential nahe des Schwellenwerts -> permanenter Ruhetonus
allerdings kein Auslösen von AP, daher tonische (anhaltende) Kontraktion
Stärke der tonischen Kontraktion reguliert Volumen des Magens, daher Erschlaffung des Magens Voraussetzung für Aufnahme größerer Nahrungsmengen
Tonus außerdem wichtig für Innendruck des gesamten Magens
-> bestimmt damit Entleerungsgeschwindigkeit
-> nur wenn ausreichender Gegendruck des oralen Magens über Tonus, kann aboraler Magen den Chymus über peristaltische Bewegungen in Duodenum pressen
-> Signale, die auf hohe Nährstoffkonzentration im Duodenum hindeuten hemmen Magenentleerung über Relaxation des Magenspeichers
Card 5
Question
Neuronale Regulation oraler Magen
Answer
-> Kontrolle über ENS
1. erregende Wirkung
erhöhen den Muskeltonus
2. hemmende Wirkung
senken den Muskeltonus
VIP, Adrenalin, Noradrenalin, Dopamin, NO
-> über Hormone indirekte Modulation der neuronalen Aktivität (können daher an oralem und aboralem Magen unterschiedlich wirken)
Card 6
Question
Rezeptive Relaxation
Answer
= reflektorische Erschlaffung des Magenfundus bei mechanischer Reizung der Rachenschleimhaut/Dehnung des Ösophagus
Magen relaxiert, um Platz für neue Nahrung zu schaffen
-> Erschlaffung bereits bevor Nahrung Magen erreicht hat
durch N. vagus vermittelter Reflex -> vagovagaler Reflex (afferente & efferente Fasern laufen im Vagus)
Card 7
Question
Adaptive Relaxation
Answer
= reflektorisch ausgelöste Erschlaffung bei zunehmender Magenfüllung
-> besonders ausgeprägt bei Fleischfressern: in freier Wildbahn nicht regelmäßig Nahrung, fressen daher wenn dann ganz viel (GuApp)
-> Aktivierung von motorisch inhibitorischen Motoneuronen über zunehmende Wandspannung, die Muskelrelaxation auslösen
-> vagovagaler Reflex
Card 8
Question
Wie wird die Nahrung im oralen Magen "gelagert"?
Answer
Übereinanderschichtung von frischer und alter Nahrung
-> Durchmischung erst im aboralen Magen
-> flüssige Nahrung aus Ösophagus kann an Nahrungsklumpen vorbeifließen
-> Schichtung schützt gedehnten oralen Magen vor zu starker Ansäuerung durch Magensäure -> bei Störung der Schichtung durch mangelnde Futterstruktur oder exzessive Belastung: Entstehung Ulcera
Card 9
Question
Motorik aboraler Magen
Answer
im Vergleich zu oralen Magen höhere Membranpotentiale
je weiter aboral, desto negativer das Membranpotential
Wirkung von Schrittmacherzellen über Slow waves
-> Amplitude wird nach aboral immer größer
-> dadurch + zunehmende Wanddicke nimmt Kraft der Kontraktionen Richtung Pylorus zu
bei Überschreiten des Schwellenwerts Auslösen AP
-> Kontraktion führt zu peristaltischer Welle von Mitte des Corpus nach aboral
1. Phase des Vorschubs
Kontraktion verläuft vom Corpus zum Antrum und schiebt Mageninhalt vor sich her
2. Phase der Durchmischung und Entleerung
Kontraktionswelle schnürt immer tiefer ein, erreicht sie Antrom, wird Mageninhalt durchmischt
-> kleine Menge des Chymus (flüssige+kleine Anteile) werden durch geöffneten Pylorus in Duodenum gespült
3. Phase der Zerkleinerung und Retropulsion
Ausbreitungsgeschwindigkeit nimmt weiter zu
-> Nahrungskloß wird überholt
-> Erregung erreicht Pylorus vor Kontraktionswelle und löst Verschluss aus
-> Hauptteil der Nahrung wird zurückgeworfen
-> Kontraktionskraft ist so stark, dass Nahrungsbestandteile aneinander reiben und zerdrückt werden
da Pylorus frühzeitig schließt können feste Bestandteile Magen erst dann verlassen, wenn sie stark zerkleinert sind
-> Flüssigkeiten gelangen schnell in Duodenum
Card 10
Question
Was ist der migrierende motorische Komplex?
Answer
= zyklisches Kontraktionsmuster in Magen und Duodenum
tritt nur bei leerem Magen auf
breitet sich vom Magen über gesamten Dünndarm aus
Ablauf
Phase I = keine Aktivität
Phase II = Schrittmacherpotenziale breiten sich aus, schwache Kontraktionen
Phase III = starke Kontraktionen, Lumen fällt praktisch ganz zusammen (durch Restflüssigkeit & Luft Entstehung Magenknurren)
dient dazu, unverdauliche Balaststoffe & Bakterien in Dickdarm zu transportieren
Card 11
Question
Hemmung & Erregung der Magenmotorik
Answer
Sensoren im Duodenum
- pH Sensoren
- Osmosensoren
- Chemosensoren (für KH, Fette, Peptide, AS)
-> Erregung führt zur Hemmung der Magenmotorik
-> soll Überlastung des Dünndarms vermeiden
generell Funktion wie einhöhliger Magen der Monogastrier
keine Phase III Kontraktionen im Magen
-> im Dünndarm schon
keine Schichtung des Mageninhalts beim erwachsenen Rind, da kontinuierlicher Zufluss von Vormägen
Card 13
Question
Labmagenverlagerung
Answer
v.a. bei Holstein-Friesian nach der Kalbung
Hauptrisiko = schlechte Füllung der Vormägen durch
- verminderte Futteraufnahme
- zu geringer Raufutteranteil
Verschieben das Labmagens durch massive Gasansammlung
- nach links zw. Pansen und Bauchwand
- nach rechts, dann meist mit Drehung
Verlagerung behindert Nahrungsfluss
-> Rückfluss des Labmageninhalts in Vormägen
= inneres Erbrechen mit als Folge hypochlorämischer Alkalose
Card 14
Question
Erbrechen
Answer
= retrograde Entleerung des Mageninhalts durch den Ösophagus in die Maulhöhle
= Schutzreflex um potentiell schädliche Substanzen aus MDT zu entfernen, bevor sie nennenswert resorbiert wurden
-> selten bei Herbivoren, nahezu unmöglich bei Pferden (wg. starkem Tonus des aboralen Ösophagussphincters)
Ablauf
Aktivierung des Brechzentrums in Medulla oblongata durch entsprechenden Reiz
- mechanisch, chemisch, Gleichgewichtsorgan, hormonelle Imbalance (Trächtigkeit)
vermehrte Speichelproduktion, um Herausbringen des erbrochenen Materials zu erleichtern und Mundhöhle vor Magensäure zu schützen
oral wandernde Riesenkontraktionen in Duodenum & Magen setzen ein
-> oft Gallenflüssigkeit in Magen -> verstärkt Magenreizung und dadurch Brechreiz
wiederholte Inspirationsbewegung des Zwerchfells bei geschlossener Epiglottis
-> würgen
-> erzeugt Unterdruck im Thorakalraum
aboraler Ösophagussphincter erschlafft, Mageninhalt wird durch Unterdruck in Ösophagus gesaugt
heftige Kontraktion aller Exspirationsmuskeln bei geschlossener Epiglottis beendet würgen
-> plötzlichter Überdruck
-> presst Ösophagus- & Mageninhalt zurück
-> angehobenes Gaumsegel schließt Nasenraum ab, sodass kein Erbrochenes in Nase gelangen kann
-> neben Brechzentrum in Med.oblongata auch chemosensitive Triggerzone im 4. Hirnventrikel, reagiert auf Störungen des inneren Milieus oder bestimmte Stoffe
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