(1) und (2): Welche Anforderungen sind bei der Situierung der Gleisfreimeldung in Bezug auf Signale zu beachten?
Answer
(1) Die Gleisfreimeldung von Gleisabschnitten, die sich vor einem Signal befindet, muss
mindestens bis zu diesem Signal reichen.
(2) Der Abstand von einem Signal zum Beginn des dahinterliegenden
Gleisfreimeldeabschnittes muss zwischen 0 m und 3 m betragen.
Card 2
Question
12.8 Gleisfreimeldung
(3) a) Was ist für eine elektrisch fernbediente Weiche unbedingt notwendig?
(3) b) Was bedeutet die grenzfreie Isolierung einer Weiche?
Answer
(3) a) Eine elektrisch fernbediente Weiche muss immer eine Gleisfreimeldung besitzen.
(3) b) Es ist ein Abstand von mindestens 4,2 m zwischen dem Ende der
Gleisfreimeldung und dem Signal – GRENZMARKE – bzw. – MARKIERTE
GRENZMARKE – einzuhalten, um eine Weiche grenzfrei isolieren zu können.
Card 3
Question
12.8 Gleisfreimeldung
(3) c) Wann muss der Abstand zwischen dem Ende der Weichenisolierung und dem Signal – GRENZMARKE – bzw. – MARKIERTE GRENZMARKE von 4,2 m auf 6 m erhöht werden?
Answer
(3) c) Wenn,
vor dem Signal – GRENZMARKE – ein Hauptsignal, Schutzsignal, Verschubsignal oder ein Signal – FAHRWEGENDE – oder – ETCS STOP MARKER – zur Deckung der Weiche aufgestellt ist;
nach dem Signal – GRENZMARKE – ein Signal – VERSCHUBHALTTAFEL – aufgestellt ist;
nach dem Signal – GRENZMARKE – ein Gleisfreimeldeabschnitt, der nicht in die Gleisfreimeldung anderer Weichen wirkt, beginnt; oder
nach dem Signal – GRENZMARKE – die Gleisfreimeldung endet.
Card 4
Question
12.8 Gleisfreimeldung
(3) d) Welche Besonderheiten bezüglich der Gleisfreimeldung bestehen bei Verteilweichen in Abrollanlagen und fernbediente Weichen in Eisenbahnsicherungsanlagen ohne Verschubstraßen? (in Bahnhöfen, Überleit- und Abzweigstellen bzw. Bahnhofsteilen mit dem Signal –VERSCHUBHALTTAFEL–)
(3) e) Wie wird Vorlauflänge bestimmt und welche Geschwindigkeiten des Verschubs sind anzunehmen? Gibt es Besonderheiten bei elektronischen Stellwerken?
Answer
(3) d) Verteilweichen in Abrollanlagen und fernbediente Weichen in Eisenbahnsicherungsanlagen ohne Verschubstraßen sind mit einer zu bestimmenden Länge in Fahrtrichtung:
vor der Weichenspitze und
nach der externen Auffahrerkennung (Weichen mit beweglichem Herz bzw. Flachkreuzungen)
in die Gleisfreimeldung der Weiche einzubeziehen (=Vorlauflänge).
(3) e) Die Vorlauflänge ist gemäß folgender Formel zu bestimmen:
Die Geschwindigkeit des Verschubs ist mit 40 km/h anzunehmen, außer in den folgenden
Fällen:
Bei Abrollanlagen kann der Wert in Abstimmung mit dem IB angepasst werden.
Bei Verzicht der verbindlichen Verschubwegfreimeldung kann der Wert auf 25 km/h reduziert werden.
Für elektronische Eisenbahnsicherungsanlagen sind Systemlaufzeiten in der
Vorlauflänge zu berücksichtigen.
Card 5
Question
12.8 Gleisfreimeldung
(4) Was versteht man unter einem WIG-Fall? Wann ist dieser anzuwenden?
Answer
(4) Aufgrund der Weichenkonfiguration (Weichenstränge schließen aneinander an) kann
eventuell eine grenzfreie Gleisfreimeldung mit direkter Auswertung der Gleisfreimeldeabschnitte
nicht angewendet werden, weil dies zu unerwünschten Besetzungen (Rotausleuchtung)
der Weiche(n) führen würde.
In diesem Fall ist ein sogenannter WIG-Fall (Generierung eines fiktiven Gleisabschnittes)
zwischen den beiden aneinander anschließenden Weichen herzustellen.
Der fiktive Gleisabschnitt wird mit Besetzung und Verlust der ablenkenden Stellung einer
der beiden Weichen besetzt. Die Besetztmeldung des fiktiven Gleisabschnittes wird erst
durch die Freimeldung der einbezogenen Gleisfreimeldeabschnitte der beiden Weichen
gelöscht.
Dieser fiktive Gleisabschnitt ist anstelle der vorhandenen Gleisfreimeldung im nicht
grenzfrei isolierten Weichenstrang auszuwerten.
In der Abbildung 78: WIG-Fall wird der Gleisfreimeldeabschnitt 104 in Abhängigkeit der
Weichenlagen über den fiktiven Gleisabschnitt in die Weiche 105 bzw. der
Gleisfreimeldeabschnitt 105 in Abhängigkeit der Weichenlagen über einen weiteren
fiktiven Gleisabschnitt in die Weiche 104 einbezogen.
Card 6
Question
12.8 Gleisfreimeldung
(6) Wie lang muss ein Gleisfreimeldeabschnitt mind. sein?
Answer
(6) Die Mindestlänge eines Gleisfreimeldeabschnittes hat 20 m zu betragen.
Card 7
Question
12.8 Gleisfreimeldung
(7) Wie lang muss ein Gleisfreimeldeabschnitt lang sein, um diesen für das zugbewirkte Haltstellen von Signalen zu verwenden?
Answer
(7) Ein Gleisfreimeldeabschnitt, der für das zugbewirkte Haltstellen von Signalen dient
(Haltfallabschnitt), muss mindestens 25 m hinter dem haltzustellenden Signal liegen.
(Grund: Aufgrund des PZB Fahrzeuggerät ist dieser Absatz notwendig => kann in der Mitte des Fzg liegen und somit bei Haltfallen eine Zwangsbremsung erwirken.)
Card 8
Question
12.8 Gleisfreimeldung
(8) Was ist bei angrenzenden sowie verschiedenartigen Gleisfreimeldesystem zu beachten? Was ist die Mindestüberdeckung?
Answer
(8) eines ein Achszählersystem ohne verzögerte Freimeldung ist und beide Systeme von
einer Eisenbahnsicherungsanlage ausgewertet werden, sind so zu planen, dass beide
Gleisfreimeldeabschnitte während einer Mindestdauer von 0,150 s gleichzeitig besetzt
gemeldet werden.
Beim Besetzen eines einschienigen Gleisfreimeldeabschnittes unterbrechen die
Schließer-Kontakte des Zweilagen-Motorrelais spätestens nach 0,220 s.
Deshalb müssen sich die beiden Gleisfreimeldesysteme um ein gewisses Mindestmaß
gemäß Tabelle 2 überdecken.
Bei zulässigen Geschwindigkeiten v über 160 km/h ist die Mindestüberdeckung mit
einem minimalen Achsstand Amin der äußersten Achsen eines Triebfahrzeuges von 10 m
gemäß Formel 5 zu ermitteln:
Werden die beiden aneinander angrenzenden, verschiedenartigen Gleisfreimeldesysteme in einer Selbstblockstelle von zwei Eisenbahnsicherungsanlagen ausgewertet und ist mindestens eine Eisenbahnsicherungsanlage ein elektronisches Stellwerk, gilt Folgendes:
Es ist eine Mindestüberdeckung der Gleisfreimeldesysteme von 6 s
(Mindestüberdeckung [m] = v [m/s] * 6 [s]) zu errichten; oder
Es sind die beiden aneinander angrenzenden, verschiedenartigen
Gleisfreimeldungen zwischen den Eisenbahnsicherungsanlagen mit einer
Freimeldeverzögerung in den auswertenden Eisenbahnsicherungsanlagen zu
projektieren.
Card 9
Question
12.8 Gleisfreimeldung
(9) Was ist bei der Gleisfreimeldung von Flankenschutzeinrichtungen zu beachten?
Answer
(9) Eine Gleisfreimeldeanlage muss mindestens bis zur letzten Flankenschutzeinrichtung
aller Zugstraßen errichtet werden. Dies bedeutet für
einen ortsbedienten Sperrschuh, dass die Gleisfreimeldeanlage bis vor den
Sperrschuh (Überlappung der Gleisfreimeldeanlage mit dem Stellhebel zwischen
Sperrschuh und abhängiger Weiche) errichtet wird;
einen fernbedienten Sperrschuh, dass die Gleisfreimeldeanlage gemäß 11.1 (16) zu errichten ist;
(11.1 (16):
eine fernbediente Schutzweiche, dass die Gleisfreimeldeanlage über die Weichenspitze zu errichten ist;
ein Hauptsignal, Schutzsignal, Verschubsignal oder die Signale – ETCS STOP
MARKER – und – ETCS LOCATION MARKER –, dass die Gleisfreimeldeanlage
gemäß (2 aus Frage 1) zu errichten ist und
eine ortsbediente Schutzweiche (A/B – Abhängigkeit), dass die Gleisfreimeldeanlage
der Fahrwegweiche bis in die Schutzweiche, aber nicht über deren Weichenspitze
hinaus, reicht. Ist dies nicht realisierbar (z. B. Schutzweiche auf Stahlschwellen),
muss die Gleisfreimeldeanlage so nah wie möglich bis zur Schutzweiche reichen.
Das Hinterlassen von Schienenfahrzeugen zwischen den abhängigen Weichen bei
der Rückgabe des Schlüssels ist verboten. Dies ist in die örtliche
Bedienungsanweisung aufzunehmen.
Card 10
Question
12.8 Gleisfreimeldung
(10) Wie ist die Gleisfreimeldung von Blockabschnitten auszuführen?
Answer
(10) Eine Gleisfreimeldung von Blockabschnitten muss:
bei Blocksignalen bis mindestens 25 m hinter das Blocksignal reichen;
bei Betriebsstellen mit dem Signal – VERSCHUBHALTTAFEL – bis zum Signal –
VERSCHUBHALTTAFEL – reichen;
bei Überleitstellen ohne dem Signal – VERSCHUBHALTTAFEL – mindestens bis
zum Deckungssignal reichen;
bei Abzweigstellen ohne dem Signal – VERSCHUBHALTTAFEL – mindestens
bis zum Deckungssignal reichen, wenn in der Abzweigstelle hinter diesem Signal elektrische Weichen, Gleis- oder Flachkreuzungen vorhanden sind; oder
bis 25 m hinter das Deckungssignal reichen, wenn das Streckenblocksystem aufgrund nicht vorhandener elektrischer Weichen, Gleis- oder Flachkreuzungen über die Abzweigstelle hinweg projektiert ist.
Die Gleisfreimeldung kann aus mehreren Gleisfreimeldeabschnitten bestehen, die
funktional zusammengeschaltet sind.
Card 11
Question
12.8 Gleisfreimeldung
(11) Was versteht man unter Flankenraumüberwachung?
Answer
(11) Die Funktionalität „Flankenraumüberwachung“ für Zugstraßen ist die Überprüfung der
Gleisfreimeldeanlage der Gleiselemente außerhalb des Fahrweges bis zum
flankenschutzbietenden Element auf Freisein. Eine Besetzung der Gleiselemente
aufgrund einer vorhergehenden Zugfahrt ist nicht als Besetzung des Flankenraumes zu
werten.
Bei Eisenbahnsicherungsanlagen ist die Funktionalität „Flankenraumüberwachung“ zu
projektieren. Davon ausgenommen sind Eisenbahnsicherungsanlagen, die nicht über
diese Funktionalität verfügen.
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