Biomechanik ist eine interdisziplinäre Wissenschaft, die den Bewegungsapparat biologischer Systeme und die mit ihm erzeugten Bewegungen unter Verwendung der Begriffe, Methoden und Gesetzmäßigkeiten von Mechanik, Anatomie und Physiologie beschreibt, untersucht und beurteilt
Card 2
Question
Nenne die biomechanischen Grundprinzipien!
Answer
Prinzip der optimalen Treffchancen
Prinzip des optimalen Beschleunigungsweges
Prinzip der optimalen Anfangskraft
Prinzip der optimalen Muskelvordehnung
Prinzip der zeitlichen Koordination der Teilimpulse
Prinzip der Gegenwirkung
Card 3
Question
Erläutere die biomechanischen Grundprinzipien im Tennis!
Prinzip der optimalen Treffchancen
Answer
Optimales Treffen des Balles bedeutet je nach Spielsituation:
Vor dem Körper
In der Schlägermitte
In günstiger seitlicher Entfernung
In günstiger Höhe
Mit günstiger Handgelenksstellung
Mit günstiger Griffhaltung
Card 4
Question
Erläutere die biomechanischen Grundprinzipien im Tennis!
Prinzip der optimalen Beschleunigungswege
Answer
Prinzip des optimalen Beschleunigungsweges
Soll dem Schläger situationsabhängig eine hohe Geschwindigkeit erteilt werden und die verfügbare Muskelkraft ökonomisch verwendet werden, muss der Beschleunigungsweg des Schlägers lang sowie geradlinig oder stetig gekrümmt sein.
Im Tennis gelten folgende Aspekte:
Flüssige Aushol- und Schlagbewegung
Optimierung von Umfang und Rhythmus
Hohe Endgeschwindigkeit
Steigende Präzision
Anpassung des Beschleunigungsweges an den Schlag und die Spielsituation
Das Optimum ist nicht das Maximum
Card 5
Question
Erläutere die biomechanischen Grundprinzipien im Tennis!
Prinzip der optimalen Anfangskraft
Answer
Soll bei einer Schlagtechnik eine hohe Endgeschwindigkeit erreicht werden, müssen Ausholbewegung und ein abbremsender Kraftstoß so optimiert werden, dass die Anfangskraft des Beschleunigungsstoßes möglichst groß wird.
Wichtig ist Folgendes:
Keine längere Pause zwischen dem abbremsenden Kraftstoß und dem Beschleunigungsstoß
Optimale Ausnutzung der Reaktivkräfte:
Ausnutzung der elastischen Energie der Sehnen und Muskeln
Ausnutzung des Muskelreflexe
Ein Sportler wirft mit gestreckten Armen einen Medizinball nach oben. Anfangs befindet sich der Sportler im ruhigen Stand auf der Messplattform. Die Waage zeigt das Körpergewicht [G] an (Das Gewicht des Mediballes wird vernachlässigt). Im Zeitpunkt [A] geht der Proband in die Knie. Die Messplatte zeigt einen niedrigeren Wert an. Die Fläche [X] zeigt den negativen Kraftstoß, der dem Bremskraftstoß [y] entspricht. Unmittelbar auf diesen Bremskraftstoß erfolgt der Beschleunigungskraftstoß. Die Kraft [F] wirkt auf den Mediball. Auf der Messplattform ist ein größerer Messwert erkennbar. Für die optimale Kraftentfaltung sollte das Verhältnis von Bremskraftstoß zu Beschleunigungskraftstoß etwa eins zu drei betragen.
Card 6
Question
Erläutere die biomechanischen Grundprinzipien im Tennis!
Prinzip der optimalen Muskelvordehnung
Answer
Soll der Schläger eine hohe Endgeschwindigkeit erreichen, müssen die Arbeitsmuskeln innerhalb der Ausholbewegung von außen nach innen und von oben nach unten optimal vorgedehnt werden.
Dabei gilt:
Die Vordehnung liegt unter dem Dehnungsmaximum.
Die Vordehnung geht unmittelbar in Muskelkontraktion über (Sicherung des zusätzlichen „Dehnungs-Verkürzungs-Zyklus“).
Vereinfachte Muskelfunktion:
Elektrische Erregung („Befehl“ aus Bewegungsgedächtnis)
ATP-Aufspaltung (Energiefreisetzung)
Energie „saugt“ Myosinfäden zwischen Aktinfilamente
Muskel verkürzt sich bei Kontraktion
Bei Kontraktion werden die Myosinfäden weit in Aktinfilamente hineingezogen (Abb. 51c)
Bei Dehnung werden Myosinfäden aus den Aktinfilament herausgezogen (Abb51a)
Card 7
Question
Erläutere die biomechanischen Grundprinzipien im Tennis!
Prinzip der optimalen Koordination der Teilimpulse
Answer
Soll der Schläger beim Treffen eine hohe Geschwindigkeit erreichen, müssen alle Muskelgruppen so koordiniert werden, dass sie nacheinander von unten nach oben und von innen nach außen zu arbeiten beginnen.Dann können die der Beschleunigung dienenden Kraftwirkungen im Treffpunkt ihr Optimum gleichzeitig erreichen.
Dadurch werden die Ökonomie der Bewegung verbessert und die Schlägergeschwindigkeit vergrößert sowie die Teilbewegungen optimal miteinander verbunden.
Auflösung der kinematischen Kette:
Von unten nach oben
Von innen nach außen
Impulserhaltung von einem Körperteil zum anderen
Geschwindigkeitsweiterleitung der einzelnen Körperteile bis um Schläger
Card 8
Question
Erläutere die biomechanischen Grundprinzipien im Tennis!
Prinzip der Gegenwirkung
Answer
Sollen das Treffen und das Gleichgewicht optimal kontrolliert werden sowie die Muskelvordehnung optimiert werden, ist die Gesetzmäßigkeit „Aktion-Reaktion“ (Wirkung-Gegenwirkung) bei den Schlagbewegungen aufgrund der Besonderheiten und der spezifischen Aufgabenstellung zweckmäßig auszunutzen.
Abhängig von der Schlagausführung finden entsprechende Gegenbewegungen statt
Gegenbewegung des „Nicht“-Schlagarms
Gegenbewegung der Beine
Gegenbewegung durch Körperverwringung
Ziel:
Kontrolle
Gleichgewichtserhaltung
Beschleunigung
Card 9
Question
Welche biomechanischen Prinzipien finden sich in der Ausholbewegung wieder ?
Answer
Prinzip der optimalen Muskelvordehnung:
außen nach innen
von oben nach unten
Prinzip der optimalen Anfangskraft
Kombination von exzentrischer und konzentrischer Muskelarbeit
keine Pause, keine Haltearbeit
Prinzip der Gegenwirkung
Vordehnung in entgegengesetzter Richtung, Gleichgewichtserhaltung in der Vorbereitung (nicht schlagarm)
Card 10
Question
Welche biomechanischen Prinzipien haben die größte Bedeutung ?
Answer
???
Optimale Trefferchance
Optimaler Beschleunigungsweg
Koordination von Teilimpulsen
Card 11
Question
Erkläre die biomechanischen Abläufe am Beispiel eines Vorhand-Grundschlags!
Answer
Ausholphase:
Optimale Muskelvordehnung
Anfangskraft
Gegenwirkung
Erreicht durch:
Schulter dreht nach hinten, Schläger bewegt sich nach hinten
Rumpf dreht entgegen der Schlagrichtung nach hinten
Hüfte dreht entgegen der Schlagrichtung nach hinten
KSP wird abgesenkt (Beugen der Knie), schulterbreite Beinstellung
Fußaufsatz leicht schräg zur Schlagrichtung
Schlagphase:
Optimaler Beschleunigungsweg (Rhythmus)
Koordination von Teilimpulsen -> Auflösung der kinematischen Kette in der Zuschlagbewegung
Fuß beginnt einwärts zu drehen.
Beginn der Streckung von Sprung- und Kniegelenk (Beinstrecker-Kette).
Die Hüfte dreht nach vorne.
Der Rumpf rotiert nach vorne.
Die Schlagschulter rotiert nach vorne.
Der Arm wird vorwärts beschleunigt, erst vorwärts-abwärts, dann vorwärts-aufwärts zum Treffpunkt.
Durch das Gewicht des Schlägers öffnet sich zunächst das Handgelenk.
Das Handgelenk schließt wieder reflektorisch.
Der Schläger beschleunigt nach vorne.
Treffpunkt:
Optimale Treffchancen
Treffpunkt vor dem Körper
In der Schlägermitte
In günstiger seitlicher Entfernung
In günstiger Höhe
Ausschwung:
Gegenwirkung
Schlagschulter dreht weiter über den Treffpunkt hinaus
Abfangen des Körpers
Wiederherstellen des Gleichgewichts
Card 12
Question
Welche biomechanischen Prinzipien dienen vorrangig d. optimalen Beschleunigung des Schlägers ?
Answer
Optimale Anfangskraft
Optimale Muskelvordehnung
Koordination von Teilimpulsen
(Gegenwirkung)
Card 13
Question
Was ist Koordination ?
Answer
Koordination ist das harmonische Zusammenwirken von Sinnesorganen, peripherem und zentralem Nervensystem (ZNS) sowie der Skelettmuskulatur. Sie soll bewirken, dass die Impulse innerhalb eines Bewegungsablaufs zeitlich, stärke- und umfangmäßig aufeinander abgestimmt die entsprechenden Muskeln erreichen
Koordination gehört zu den leistungslimitierenden Faktoren im Tennis
Koordinative Fähigkeiten und aufgabenbezogene Druckbedingungen spielen eine zentrale Bedeutung und sind von klein auf zu fördern und zu trainieren.
Card 16
Question
Was versteht man unter einer kinematischen Kette bzw. dem staircase effect ?
Answer
Impulsfolge /-übertragung
Kraftgenerierung über die Abstimmung der Körpersegmente
Card 17
Question
Welche koordinativen Fähigkeiten kennst du ?
Answer
DORFKRUG
Differenzierungsfähigkeit: Differenzierte Infoaufnahme, -bewertung und -verarbeitung. Ausführung der Gesamt- und Teilbewegungen mit hoher Präzision und Abstimmung
Orientierungsfähigkeit: Bestimmung und zielgenaue Veränderung der Körperlage in einem definierten Raum
Rhythmisierungsfähigkeit: Abstimmung der Bewegung auf einen bestimmten Rhythmus (z.B. akustisch durch Musik)
Kopplungsfähigkeit: Zweckmäßige, zeitliche, räumliche und dynamische Koordination von Teilkörper- und Einzelbewegungen Reaktionsfähigkeit: Zweckmäßige, motorische Reaktion auf ein bestimmtes äußeres Signal (taktil, akustisch, optisch)
Umstellungsfähigkeit: Anpassen oder Umstellen auf plötzlich auftretende Situationsveränderungen
Gleichgewichtsfähigkeit: Erhaltung und Wiedergewinnung des Gleichgewichts
Card 18
Question
Welche Druckbedingungen im aufgabenbezogenen Ansatz kennst du ?
Answer
Präzisionsdruck
Koordinative Aufgabenstellungen, bei denen es auf eine möglichst hohe Genauigkeit ankommt
Zeitdruck
Koordinative Aufgabenstellungen, bei denen es auf eine beherrschte Zeitminimierung bzw. Geschwindigkeitsmaximierung ankommt
Komplexitätsdruck
Koordinative Aufgabenstellungen, bei denen es auf eine gekonnt schnelle Bewältigung vieler hintereinander geschalteter oder gleichzeitiger Anforderungen ankommt
Situations-/Variabilitätsdruck
Koordinative Aufgabenstellungen, bei denen es auf eine genaue und schnelle Bewältigung von Anforderungen unter wechselnden Umgebungs- bzw. Situationsbedingungen ankommt
Belastungsdruck
Koordinative Aufgabenstellungen, bei denen es auf die genaue und schnelle Bewältigung von Anforderungen physisch-konditionellen oder psychischen Belastungsbedingungen ankommt
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