Alle Ausgangsstoffe müssen genormt oder bauaufsichtlich zugelassen sein
Die eigentliche Herstellung des Frischbetons erfolgt erst auf der Baustelle.
Unterscheidung zwischen Vergussmörtel und Vergussbeton:
Vergussmörtel mit einem Größtkorn ≤ 4 mm
Vergussbeton mit einem Größtkorn > 4 mm
Vergussbeton bzw. -mörtel unterscheiden sich von herkömmlichem Beton und Mörtel nach DIN EN 206 – 1 und DIN 1045 -2 durch:
weichere und fließfähigere Konsistenz
üblicherweise höhere Zement- und Mehlkorngehalte
Card 6
Question
Nenne die Einsatzgebiete von Vergussbeton/-mörtel.
Answer
Ausfüllen von Fugen / Köcherfundamenten
Fertigteilanschlüsse
Kanalsanierung
Köcherfundament
Untergießen von Schienen, Brückelagern etc.
Schienensystem
Stützenfuß
Brückenlager
Maschinenfundamenten
Card 7
Question
Was ist laut der DAfStb-Richtlinie "Herstellung und Verwendung von zementgebundenem Vergussbeton und Vergussmörtel" alles zu prüfen?
Answer
Frischbeton und Frischmörtel
Verarbeitungszeit
Konsistenz (Klasseneinteilung)
Entmischen
Festbeton und Festmörtel
Frühfestigkeit (Klasseneinteilung)
Druckfestigkeit (Klasseneinteilung)
Sedimentation
Quellen
Schwinden (Klasseneinteilung)
Card 8
Question
Womit wird die Frischbetonkonsistenz geprüft?
Answer
Über das Ausfließmaß anhand einer Prüfung mit dem Ausbreittisch.
Klasse a1-a3
Gemäß DIN EN 12350-5
Einfüllvolumen nur 3,0 Liter (voll - 4,3 Liter bei Normalbeton)
Kein Anheben des Tisches (15-faches Anheben bei Normalbeton
Über das Fließmaß anhand einer Prüfung mit der Fließrinne
Klasse f1-f3
nach DBV-Merkblatt
Einfüllvolumen nur 1,0 Liter
Fließmaß i.d.R. nach 30 Sek
Card 9
Question
Wie kann die Verarbeitungszeit (Ansteifen) geprüft werden?
Answer
Prüfungen für Frischmörtel- und Frischbetonkonsistenzen mit der vom Hersteller angegebenen geringsten Wassermenge
Prüfdurchführung 5, 30, 60 und 90 Minuten nach Herstellung
Weitere Zeitpunkte falls erforderlich
Card 10
Question
Wie kann das Entmischen geprüft werden?
Answer
Visuelle Beurteilung der Frischmörtel- und Frischbetonkonsistenzen mit der vom Hersteller angegebenen höchsten Wassermenge hinsichtlich Bluten, Absondern von Gesteinskörnung
Während der Versuchsdurchführung „Ausbreittisch“ und „Fließrinne“
Card 11
Question
Wie wird die Festbetoneigenschaft (Druckfestigkeitsklasse) geprüft?
Answer
Einteilung in Druckfestigkeitsklassen nach DIN EN 206-1 / DIN 1045-2:
Prüfung an Würfeln mit einer Kantenlänge von 150 mm (28-Tage)
Die Prüfwerte nach 56 und 91 Tagen dürfen nicht geringer sein
Verdichtung nur durch Stochern oder Klopfen
Festbetoneigenschaft - Frühfestigkeitsklasse A-C
Einteilung in Frühfestigkeitsklassen durch 24h-Prüfwerte
Card 12
Question
Wie wird die Festmörteleigenschaft (Druckfestigkeitsklasse) geprüft?
Answer
Prüfung an Prismen 40 x 40 x 160 mm³ (28-Tage)
Die Prüfwerte nach 56 und 91 Tagen dürfen nicht geringer sein
Verdichtung nur durch Stochern oder Klopfen
Umrechnung der charak. Prismendruckfestigkeit Rc in die charak. Druckfestigkeit von Würfeln fc,cube mit einer Kantenlänge von 150 mm durch:
fc,cube = 0,85 * Rc
Festmörteleigenschaft - Frühfestigkeitsklasse
Einteilung in Frühfestigkeitsklassen durch 24h-Prüfwerte (wie bei Vergussbeton)
Card 13
Question
Wie wird das Schwinden des Festbetons geprüft?
Was sind die Unterschiede zu einem normalen Beton?
Answer
Einteilung der Schwindklassen anhand der Prüfung mit Normzylindern:
Gemäß DAfStb-Heft 422
Zylinder 150/300 mm
Startwert: 24 h
Normklima: 20°C / 65 %
Messwerte: 1, 7, 28, 56, 91 Tage
Einzelwert- und Mittelwertkriterien
Deutlich höhere Schwindmaße im Vergleich zu "Standardbetonen"
Messbegin nach 24h (Anteil an "autonenem" Schwinden zum größten Teil nicht erfasst --> Mindestquellmaß
Card 14
Question
Wie wird das Schwinden des Festmörtels geprüft?
Answer
Einteilung in Schwindklassen anhand Prüfung mit Normprismen:
Gemäß DAfStb-Richtlinie „Schutz und Instandsetzung - Teil 4“
Prismen 40 x 40 x 160 mm³
Startwert: 24 h
Normklima: 20°C / 65 %
Messwerte: 1, 7, 28, 56, 91 Tage
Einzelwert- und Mittelwertkriterien
Card 15
Question
Wie wird das Quellvermögen von Vergussbeton/- mörtel geprüft?
Answer
minimales Quellmaß von +0,1 % unter allen Anwendungsbedingungen
erforderlich:
Versuchsaufbau „Gefäßverfahren“ nach DIN EN 445 (07-1996)
Prüfwert nach 24 h
Für kraftschlüssigen Verbund der zu vergießenden Bauteile.
„Einpresshilfen“ damit in die Richtlinie aufgenommen worden
Card 16
Question
Wie wird die Sedimentationsstabilität von Vergussbetonen/ -mörteln geprüft?
Answer
visuelle Prüfung an aufgeschnittenen Zylinderproben:
Zylindrische Probekörper Ø 100 mm; aus Quellversuch oder separater Herstellung
Höchstzulässiger Wassergehalt
Sägen oder Spalten entlang der Mittelachse
Visuelle Beurteilung der Schnittflächen hinsichtlich der Gesteinskörnungsverteilung (gemäß DAfStb-Richtlinie: „Selbstverdichtender Beton“, Anhang N.1.2). --> kein quantitativer Grenzwert
Für schwerzugängliche Bereiche eines der wichtigsten Kriterien
Card 17
Question
Welche Regelungen gibt es für die Erstprüfung?
Answer
Frischmörtel- und Frischbetonprüfungen (Konsistenz, Verarbeitungszeit, Entmischen)
Festmörtel und Festbetonprüfungen (Druckfestigkeit, Frühfestigkeit, Schwinden, Quellen, Sedimentation)
Bestimmung des minimalen und maximalen Gehalts an Zugabewasser in Abhängigkeit des Temperaturbereichs
Prüfungen daher im Temperaturbereich 5°C, 20°C und 30°C (oder Vorgaben des Herstellers)
Die Druckfestigkeitsklasse erfolgt nach Ergebnissen bei 20°C
Card 18
Question
Welche Produktionskontrollen sind im Herstellwerk durchzuführen?
Answer
Herstellung i.d.R. als Trockenbeton/-mörtel. Daher Verantwortung im Werk
Kontrolle der Ausgangsstoffe (Restfeuchte!, Kornzusammensetzung)
Frischmörtel- und Frischbetonprüfungen sowie Festmörtel und Festbetonprüfungen der Erstprüfung
Prüfungen auch hier im Temperaturbereich 5°C, 20°C und 30°C (oder Vorgaben des Herstellers)
Prüfung der technischen Einrichtung (Wägung, Mischung, Abfüllvorgang`) und Unterlagen (Produktdatenblatt, Herstellanweisung auf der Baustelle`)
--> Zertifizierung und Regelüberwachung durch geeignete Prüf-, Überwachungs-, und Zertifizierungsstelle
Card 19
Question
Welche Anforderungen werden an den Untergrund gestellt auf dem ein Vergussbeton/-mörtel verarbeitet werden soll?
Answer
Gründlich reinigen
lose und hafthemmende Teile sowie Zementschlämme, Öl und Fett bis zum tragfähigen Korngefüge entfernen
eine ausreichende Haftzugfestigkeit muss gewährleistet sein (i. M. >1,5 N/mm²)
Hochdruckwasserstrahlen ab 1.000 bar oder Flammstrahlen
Feine Untergrundvorbereitung
Kugelstrahlen oder Strahlen mit festen Stahlmittel
Wasser – Sandstrahlen
Hochdruckwasserstrahlen bei 500 bis 1.000 bar
Bei grober Untergrundvorbehandlung muss nachfolgend die im
oberflächennahen Bereich geschädigte Betonzone mit einer feinen
Untergrundvorbehandlung entfernt werden.
Card 20
Question
Was ist hinsichtlich der Schalung bei Vergussbeton/-mörtel zu beachten?
Answer
Ausreichend stabil und dicht herstellen. Bei Vergussmörtel muss mit sehr
fließfähigen Konsistenzen gerechnet werden.
Anforderungen bei geringen Vergusshöhen in der Regel klein
Dichtigkeit auf unebenen Untergrund z.B. durch Sand oder Mörtel gewährleisten
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