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Bildung und Erziehung im schulischen Kontext

Discover Bildung und Erziehung im schulischen Kontext: 34 flashcards with questions and answers.

Subject
Humanities / Pedagogy
Language of creation
German
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Cards in this set

Card 1

Question

Vier Kriterien, die in Artikel 7 Abs. 4 GG, die zur Genehmigung von Ersatzschulen aufgeführt werden

Answer

Die Genehmigung ist zu erteilen, wenn private Schulen in ihren

1. Lehrzielen,

2. Einrichtungen,

3. wissenschaftlichen Ausbildung ihrer Lehrkräfte nicht den hinter öffentlichen Schulen zurückstehen und

4. eine Sonderung der SuS nach Besitzverhältnissen der Eltern nicht gefördert

Card 2

Question

Geben Sie § 1631 Abs. 2 BGB wortwörtlich wieder.

Answer

„(2) Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung. Körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig.“

Card 3

Question

Geben Sie § 1631 Abs. 2 BGB wortwörtlich wieder.

Answer

„(2) Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung. Körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig.“

Card 4

Question

Begriffsbedeuung „serieller Unterricht“

Answer

  • „Serieller Unterricht bestand darin, dass SuS individuelle Aufgaben zum Auswendiglernen aufgegeben wurden, wobei jeweils der Montag und der Mittwoch gefürchtete Abhörtage waren“
  • Lernziel: Richtiges Aufsagen

Card 5

Question

5 Historischen Merkmale von Schule

Answer

  1. Schule ist Unterweisung > zielt auf Auswendigkönnen
  2. Schulische Lerninhalte sind nicht alltäglich = lebensfern
  3. Schule ist ein (außerfamiliärer) Unterricht von Gruppen
  4. Schule ist nicht für alle da - zumindest nicht für jede Schule
  5. Zucht & Züchtigung prägen den Schulischen Alltag

Card 6

Question

Dimensionen von Erziehung nch Kant

Answer

1. Disziplinierung = Bezähmung der Wildheit

2. Kultivierung = Verschaffung von Geschicklichkeiten (scholastisch-mechanische Bildung)

3. Zivilisierung = Befähigung seine Zwecke zu erreichen

4. Moralisierung = Bereitschaft zur Wahl guter Zwecke (Mensch selbst bestimmt das „Gute“ = Erziehung zur Mündigkeit)

Card 7

Question

3 Stadien des Unterrichts nach Humboldt (1809)

Answer

 

  • Elementarunterricht : als Ermöglichung von Schule durch Vermittlung von Kulturtechniken (Lesen, Schreiben, Rechnen) und informativen Sachunterricht
  • heute: Grundschule
  • Schulunterricht: als Vermittlung kanonischen Wissens, allseitige kognitive Förderung (linguistisch, historisch, mathematisch) und Lernen lernen
  • heute: weiterführende Schulen
  • Universität: als selbstbestimmte, freie und forschende Auseinandersetzung in einer Gemeinschaft von Gleichen
  • heute: Universität bzw. lebenslanges Lernen

Card 8

Question

3 Bedingungen, die Kant (1803) für einen legitimen erzieherischen Zwang formuliert

Answer

Kants Prinzipien einer Erziehung zur Freiheit:

  • „Muß man das Kind [...] in allen Stücken frei sein lassen“
  • „Muß man ihm zeigen, dass es seine Zwecke nicht anders erreichen könne, als nur dadurch, daß es andere ihre Zwecke auch erreichen lasse“
  • „Muß man ihm beweisen, daß man ihm einen Zwang auflegt, der es zum Gebrauche seiner eigenen Freiheit führt [...]“

Card 9

Question

Prüfkriterien beim verwaltungs-rechtlichen Grundsatzes der Verhältnismäßigkeit?

Answer

  1. Ist der Zweck der Maßnahme legitim?
  2. Ist die Maßnahme (als Mittel zur Zweckerreichung) geeignet?
  3. Ist die Maßnahme zur Zweckerreichung erforderlich?
  4. Ist die Maßnahme angemessen?

Card 10

Question

allgemeinen Bildungs- und Erziehungsziele in §2 Abs. 2 des Schulgesetzes

Answer

(1) „Ehrfurcht vor Gott, Achtung vor der Würde des Menschen und Bereitschaft zum sozialen Handeln zu wecken, ist vornehmstes Ziel der Erziehung.

(2) Die Jugend soll erzogen werden im Geist der Menschlichkeit, der Demokratie und der Freiheit, zur Duldsamkeit und zur Achtung vor der Überzeugung des anderen, zur Verantwortung für Tiere und die Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen, in Liebe zu Volk und Heimat, zur Völkergemeinschaft und zur Friedensgesinnung.“

Card 11

Question

Herbarts Begriff eines erziehenden Unterrichts

Answer

  • Unterricht muss mehr sein als bloße Vermittlung von Kenntnissen und Fertigkeiten
  • Unterricht muss die SuS motivieren, als innere Bereitschaft sich dem (unterrichtlichen) Gegenstand auch gerne nachhaltig (auch außerhalb des Unterrichts) zu stelle und die entsprechenden Kompetenzen sich anzueignen; und diese auf zukünftige Aufgaben im Leben anwenden

Card 12

Question

Verkehrsformen im lehrergelenkten Unterricht nach Jackson (1975)

Answer

Lehrer entscheiden

  • Wer sprechen darf
  • Wer welche Ressourcen bekommt
  • Wer welche Vorrechte hat
  • Was und wem ‚die Stunde schlägt‘

Card 13

Question

Eckpfeiler moderner Schulsysteme von Leschinsky & Cortina (2008)

Answer

  1. Universalismus und Spezifität
  2. Versachlichung
  3. Interessenartikulation
  4. Raum für freie Interaktion
  5. Individuelle (unabhängige) Leistung
  6. Stimulation sozialer Vergleiche
  7. Reflexive Distanz
  8. Primat simulierter und pädagogisch aufbereiteter Erfahrung
  9. Organisatorische Unabhängigkeit
  10. Professionalität der pädagogischen Arbeit

Card 14

Question

Prinzip ‚Universalismus und Spezifität‘ nach Leschinsksy & Cortina (2008)

Answer

Die institutionellen Regeln der Schule gelten ohne Ansehung der einzelnen Person (Gleichbehandlung); die Schule greift nur auf spezifische Aspekte der Person zu (den „Schüler“)

  • Leistungen werden nach objektivem Maßstab bewertet, der an aller Schüler:innen gleichermaßen angelegt wird (Universalismus)
  • Leistungsbeurteilungen beschränken sich auf die konkreten Leistungen einer Person (Spezifität)

Card 15

Question

Prinzip ‚Versachlichung‘ nach Leschinsky & Cortina (2008)

Answer

  • Vom Einzelnen erwartet die Schule, dass er individuell sachbezogene Verantwortung für die Erfüllung der zum Lernzweck vorgegebenen Aufgaben übernimmt
  • Der Bezugspunkt schulischer Interaktionen ist die individuelle Arbeitsleistung und das dem Lernzweck dienende Sozialverhalten in der Lernsituation, deren Qualität gesteigert werden soll

Card 16

Question

‚therapeutisch-prophylaktische‘ Dimension des Lehrerhandelns von Helsper (2014)

Answer

Schule beginnt für Kinder zu einer Zeit, zu der „sie noch verletzbar und emotional stützungsbedürftig sind. Sie können noch nicht umfassend zwischen diffuser und spezifischer Handlungslogik unterschieden – Bewertungen und Haltungen von Lehrkräften greifen noch auf die ganze Person von Kindern aus. Darin ruht die ‚therapeutisch-prophylaktische‘ Dimension des Lehrerhandelns. Dadurch werden Lehrer für ‚die Entwicklung des Schülers als ganze Person‘ […] bedeutsam. Dies auszublenden würde einem Selbstmissverständnis von Lehrern Vorschub leisten, nämlich als Sachwalter der Fachsystematik nur für die Fachinhalte zuständig zu sein.“

Card 17

Question

der Begriff des heimlichen Lehrplans nach Jackson (1975)

Answer

Der Begriff heimlicher Lehrplan bezeichnet eine nicht offiziell vorgesehene schulische oder universitäre implizite Vermittlung von Lerninhalten und -formen sowie Wirkungen auf die Sozialisation jenseits von Lehrplänen oder Schulordnungen.

Card 18

Question

3 verschiedene Sozialisationsbegriffe

Answer

1. Sozialisation als Oberbegriff
  • Oberbegriff für „Entstehung und Veränderung der Person im Rahmen sozialer, interaktiver und gegenständlicher Einflüsse“
2. Sozialisation als Abgrenzungsbegriff
  • Abgrenzung gegenüber Erziehung > unbewusster statt bewusster Eingriff in den Prozess der Persönlichkeitsentwicklung
3. Sozialisation als Selbstsozialisation
  • Sozialisation bezeichnet „die Entstehung und Bildung der Persönlichkeit aufgrund ihrer Interaktion mit einer spezifischen materiellen, kulturellen und sozialen Umwelt“

Card 19

Question

Perspektiven bzw. „Aufträge“ von Schule

Answer

1. Schule ist Unterricht

Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten werden vermittelt, die alle brauchen, sie aber im Alltag nicht sicher und gut genug erwerben

2. Schule hat einen Bildungs- und Erziehungsauftrag

Schule fördert die persönliche Entfaltung/Mündigkeit des Einzelnen, vermeidet Dressur, schätzt Kritik

3. Schule dient der Selektion

Orientierung an Leistungen ist die Basis für die als gerecht empfundene Verteilung der SuS auf sozial ungleiche Positionen.

4. Schule ist Sozialisationsinstanz

Schule konfrontiert Kinder mit Handlungs- und Verhaltenserwartungen einer nicht-familiären, rollen-förmig-formalisierten Gesellschaft

Card 20

Question

Kernelemente westlich-moderner Lehrpläne nach Fend (2008)

Answer

  • Rationaler Zugang zur natürlichen Welt
  • Rationale Regulierung zwischenmenschlicher Verhältnisse auf Basis von Vernunft und Argumentation
  • Auf zwischenmenschlicher Ebene eine Werthaltung der Solidarität und Hilfsbereitschaft, auf institutioneller Ebene die Orientierung an Rechtmäßigkeit des Handelns
  • Rationale Orientierung gegenüber sich selbst als Aufforderung zu einer disziplinierten, methodischen Lebensführung und kontrollierten verantwortlichen Handlungsregulierung

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