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Bildung und Erziehung im schulischen Kontext

Discover Bildung und Erziehung im schulischen Kontext: 34 flashcards with questions and answers.

Subject
Humanities / Pedagogy
Language of creation
German
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Cards in this set

Card 21

Question

4 konstitutiven Antinomien des pädagogischen Handelns nach Helsper (2010)

Answer

Rationalisierungsparadox Organisation vs. Interaktion

Individualisierungsparadox Freiheit vs. Zwang

PluralisierungsparadoxDifferenzierung vs. Einheit

Zivilisierungsparadox Distanz vs. Nähe

Card 22

Question

Grundanliegen der Reformpädagogik nach Skiera (2010)

Answer

„Reformpädagogik [...] ist der Versuch,

  1. gegen die Macht der ‚alten Erziehung‘ mit dem Merkmal einer autoritativen Fremdbestimmung oder Außenlenkung eine ‚neue Erziehung‘ durchzusetzen“.
  2. Diese ‚neue Erziehung‘ sucht „Anschluss [...]an die im Kinde selbst angelegten Entwicklungskräfte, an seine Interessen und Bedürfnisse“ auf eine „dienende, helfende (nicht vorschreibenden)“ Art und Weise

Kurz: Eine „Pädagogik vom Kinde aus“ als Weg zu einer besseren Gesellschaft

Card 23

Question

Technologiedefizit der Pädagogik  nach Helsper (2010)

Answer

„‘zweckrationale Vorstellung‘ pädagogischen Handelns muss prinzipiell bezweifelt werden, weil […]

  1. der Pädagoge nicht in der Lage ist, seine Intention über eine eindeutig kontrollierte Handlung so umzusetzen, dass sie beim Heranwachsenden nur diese Wirkung auslösen kann“,
  2. Dies um so ungewisser wird, „je umfassender die beabsichtigte Wirkung ist und je weiter sich der zeitliche Rahmen erstreckt“, und

„die Selbstbezüglichkeit des Anderen im pädagogischen Prozess jede intentionale Handlung des Pädagogen nur als Interpretationsleistung und ‚Ergebnis von Verarbeitungsstrategien der anderen Person‘ erscheinen“ lässt.

Card 24

Question

Kritik am Schulwesen nach Robinson (2010) 

Answer

Hauptproblem: Die Vorstellung einer besonderen (höheren) akademischen Begabung als Basis der Abgrenzung von Bildungswegen und der Verteilung & Legitimation unterschiedlicher Lebenschancen = die, so Robinson, ein Mythos ist.

Robinsons Schulkritik anhand der 3 Ebenen von Widersprüchen:

  • gesellschaftlich: Schule gelingt es nicht, Kinder richtig in die Welt der Gegenwart einzuführen
  • schulbezogen: Schule bekommt die Antinomien der schulischen Praxis nicht bewältigt
  • pädagogisch: Lösungsansätze der Schule sind systematisch falsch > nur noch mehr vom selben

Fazit: Schule braucht fundamentalen Wandel

Card 25

Question

3 Voraussetzungen des „Freilernens“ nach Griffith (2016)

Answer

  1. Eine frei zugängliche – materialreiche – Umgebung, die das Entdecken und Experimentieren fördert.
  2. Menschen, die durch die Art, wie sie leben und durch die Aktivitäten, denen sie nachgehen, Lernmodelle sind.
  3. Das Vertrauen haben, dass die Kinder von sich aus lernen können und wollen.

Card 26

Question

didaktisch-methodische und organisatorische Momente von Reformpädagogik bei Skiera (2010)

Answer

  1. Gestaltung eines ästhetisch und intellektuell anregenden Lernmilieus
  2. Aufnahme fächerübergreifender Lernbereiche & Unterrichtsprojekte
  3. Möglichkeit der Mitbestimmung des Kindes bei der Wahl von Lernaktivitäten (mehr oder weniger weitgehend)
  4. Selbstbildungsmittel zur individuellen Arbeit, Partner- und Gruppenarbeit
  5. sprachlich differenzierte und informell-persönliche Leistungsberatung und -beurteilung (entweder prinzipiell oder zusätzlich)
  6. Bildung von Lerngruppen nach anderen Gesichtspunkten als Leistungs- und Altershomogenität (prinzipiell oder zusätzlich)
  7. Öffnung der Schule gegenüber dem räumlichen und sozialen Umfeld als wichtigem Lern- und Erfahrungsraum
  8. Betonung der kindlichen Eigenaktivität

Card 27

Question

Begriffsbedeutung  „Normalisierung“ nach Rebeca Wild bzw. Maria Montessori

Answer

„Wenn das […] Kind nicht mehr um die Erfüllung dieser Bedürfnisse zu kämpfen braucht, ist seine Verwandlung oder ‚Normalisierung‘, wie Montessori es nennt, unausbleiblich. Das Kind wird aktiv, ohne dabei hektisch zu sein. Seine Bewegungen werden geordnet, sein Wesen harmonisch. Es beginnt, sich für oft lange Zeit […] in seine Handlungen zu vertiefen, ohne […] zu ermüden. Es respektiert andere wie auch die Gegenstände seiner Umgebung und scheint sich […] in seiner Haut wohlzufühlen, was […, zu mehr] Gesundheit“ führt

Card 28

Question

Kompetenzbereiche der KMK-Standard für die Bildungswissenschaft in der Lehrerbildung

Answer

  1. Kompetenzbereich: Unterrichten > Lehrkräfte sind Fachleute für das Lehren und Lernen
  2. Kompetenzbereich: Erziehen > Lehrkräfte üben ihre Erziehungsaufgabe aus
  3. Kompetenzbereich: Beurteilen > Lehrkräfte beraten sach- und adressatenorientiert und üben ihre Beurteilungsaufgabe gerecht und verantwortungsbewusst aus
  4. Kompetenzbereich: Innovieren > Lehrkräfte entwickeln ihre Kompetenzen ständig weiter

Card 29

Question

Begriffsbedeutung „Pädagogischer Bezug“ nach Hermann Nohl

Answer

pädagogischer Bezug als ein Bündnis von Erzieher und Zögling

  • „Pädagogik hat […] das Ziel, sich selbst überflüssig zu machen und dann zur Selbsterziehung zu werden.“

>persönliches Bündnis von Erzieher und Zögling, gemeinsam am ‚Werden‘ des Zöglings zu arbeiten

Card 30

Question

Professionalisierung des Lehrberufs nach Oevermann

Answer

  • Lehrerberuf erscheint nur als Semi-Profession
  • Problem der Schulpflicht (bringt Schüler: innen strukturell in Opposition zur Schule) > Lehrkraft als Beruf ist professionalisierungsbedürftig
  • Grundproblem: unzureichende Umsetzung eines guten Arbeitsbündnisses (Schüler: innen kommen nicht mit Anliegen an Schule, sondern sind verpflichtet)

Card 31

Question

Merkmale, die aktuelle Ökonomisierung des deutschen Schulwesens kennzeichnen nach Höhne (2015)

Answer

1. Effizienzorientierung (Aufwands-Ertrags / Kosten-Nutzen-Analyse)
2. Vermarktlichung (Quasi-Märkte, Angebots-Nachfrage-Orientierung)
3. Wettbewerb (Konkurrenzorientierung, Leistungswettbewerb)
4. Subsidiarisierung (Individualisierung von Verantwortung)
5. Technologisierung (Output- und Evidenzorientierung)
6. Enteignung (Privatisierung, Bildung als privates (nicht öffentliches Gut) = marktfähiges Gut)

Card 32

Question

Aspekte der Kommunalen Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsvereinfachung (KGSt) - neues Steuerungsmodell

Answer

Die Kernelemente dieser Struktur sind:

  • Klare Verantwortungsabgrenzungen zwischen Politik (Ministerium) und Verwaltung (Schulen)
  • Führung durch Leistungssprache statt durch Einzeleingriffe
  • Dezentrale Gesamtverantwortung im Fachbereich (die Einzelschule oder dann den Fachbereich)
  • Zentrale Steuerung neuer Art
  • Instrumente zur Steuerung der Verwaltung von der Leistungsseite her (Outputsteuerung)

Die neue Struktur muss durch Wettbewerb aktiviert und innovationsfähig gemacht werden

Card 33

Question

„Lernenden Schule“ nach Holtappels (2010)

Answer

„Als lernende Schulen werden solche Schulen verstanden, die sich bewusst entwickeln, Ziele und Normen klären, schuleigene Schwerpunkte im Curriculum herausarbeiten, gemeinsame Analysen und Diagnosen der Schulsituation durchführen, Projekte entwickeln, Teamarbeit aufbauen und Wirkungen der eigenen Arbeit überprüfen.“

Card 34

Question

Arbeitsprogramm „Guter Schule“ nach Fend (2008)

Answer

  1. Verwaltungsqualität von Schule sichern: „Die Schule läuft“
  2. faires und kollegiales Miteinander in Schule gewährleisten
  3. reichhaltiges Schulleben / Schule als Lebensraum gestalten
  4. Eine gute Schulkultur mit Respekt und Vertrauen entwickeln (Akzeptanz moderner Prinzipien wie universalistische Leitungs-orientierung)
  5. Eigenes Schulprofil und -programm erarbeiten und umsetzen
  6. Einzelschule als lokal vernetzter Akteur: Autonomie nutzen
  7. Lernende Organisation Schule / Ort der Qualitätsentwicklung

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