4 konstitutiven Antinomien des pädagogischen Handelns nach Helsper (2010)
Answer
RationalisierungsparadoxOrganisation vs. Interaktion
IndividualisierungsparadoxFreiheit vs. Zwang
PluralisierungsparadoxDifferenzierung vs. Einheit
Zivilisierungsparadox Distanz vs. Nähe
Card 22
Question
Grundanliegen der Reformpädagogik nach Skiera (2010)
Answer
„Reformpädagogik [...] ist der Versuch,
gegen die Macht der ‚alten Erziehung‘ mit dem Merkmal einer autoritativen Fremdbestimmung oder Außenlenkung eine ‚neue Erziehung‘ durchzusetzen“.
Diese ‚neue Erziehung‘ sucht „Anschluss [...]an die im Kinde selbst angelegten Entwicklungskräfte, an seine Interessen und Bedürfnisse“ auf eine „dienende, helfende (nicht vorschreibenden)“ Art und Weise
Kurz: Eine „Pädagogik vom Kinde aus“ als Weg zu einer besseren Gesellschaft
Card 23
Question
Technologiedefizit der Pädagogik nach Helsper (2010)
Answer
„‘zweckrationale Vorstellung‘ pädagogischen Handelns muss prinzipiell bezweifelt werden, weil […]
der Pädagoge nicht in der Lage ist, seine Intention über eine eindeutig kontrollierte Handlung so umzusetzen, dass sie beim Heranwachsenden nur diese Wirkung auslösen kann“,
Dies um so ungewisser wird, „je umfassender die beabsichtigte Wirkung ist und je weiter sich der zeitliche Rahmen erstreckt“, und
„die Selbstbezüglichkeit des Anderen im pädagogischen Prozess jede intentionale Handlung des Pädagogen nur als Interpretationsleistung und ‚Ergebnis von Verarbeitungsstrategien der anderen Person‘ erscheinen“ lässt.
Card 24
Question
Kritik am Schulwesen nach Robinson (2010)
Answer
Hauptproblem: Die Vorstellung einer besonderen (höheren) akademischen Begabung als Basis der Abgrenzung von Bildungswegen und der Verteilung & Legitimation unterschiedlicher Lebenschancen = die, so Robinson, ein Mythos ist.
Robinsons Schulkritik anhand der 3 Ebenen von Widersprüchen:
gesellschaftlich: Schule gelingt es nicht, Kinder richtig in die Welt der Gegenwart einzuführen
schulbezogen: Schule bekommt die Antinomien der schulischen Praxis nicht bewältigt
pädagogisch: Lösungsansätze der Schule sind systematisch falsch > nur noch mehr vom selben
Fazit: Schule braucht fundamentalen Wandel
Card 25
Question
3 Voraussetzungen des „Freilernens“ nach Griffith (2016)
Answer
Eine frei zugängliche – materialreiche – Umgebung, die das Entdecken und Experimentieren fördert.
Menschen, die durch die Art, wie sie leben und durch die Aktivitäten, denen sie nachgehen, Lernmodelle sind.
Das Vertrauen haben, dass die Kinder von sich aus lernen können und wollen.
Card 26
Question
didaktisch-methodische und organisatorische Momente von Reformpädagogik bei Skiera (2010)
Answer
Gestaltung eines ästhetisch und intellektuell anregenden Lernmilieus
Möglichkeit der Mitbestimmung des Kindes bei der Wahl von Lernaktivitäten (mehr oder weniger weitgehend)
Selbstbildungsmittel zur individuellen Arbeit, Partner- und Gruppenarbeit
sprachlich differenzierte und informell-persönliche Leistungsberatung und -beurteilung (entweder prinzipiell oder zusätzlich)
Bildung von Lerngruppen nach anderen Gesichtspunkten als Leistungs- und Altershomogenität (prinzipiell oder zusätzlich)
Öffnung der Schule gegenüber dem räumlichen und sozialen Umfeld als wichtigem Lern- und Erfahrungsraum
Betonung der kindlichen Eigenaktivität
Card 27
Question
Begriffsbedeutung „Normalisierung“ nach Rebeca Wild bzw. Maria Montessori
Answer
„Wenn das […] Kind nicht mehr um die Erfüllung dieser Bedürfnisse zu kämpfen braucht, ist seine Verwandlung oder ‚Normalisierung‘, wie Montessori es nennt, unausbleiblich. Das Kind wird aktiv, ohne dabei hektisch zu sein. Seine Bewegungen werden geordnet, sein Wesen harmonisch. Es beginnt, sich für oft lange Zeit […] in seine Handlungen zu vertiefen, ohne […] zu ermüden. Es respektiert andere wie auch die Gegenstände seiner Umgebung und scheint sich […] in seiner Haut wohlzufühlen, was […, zu mehr] Gesundheit“ führt
Card 28
Question
Kompetenzbereiche der KMK-Standard für die Bildungswissenschaft in der Lehrerbildung
Answer
Kompetenzbereich: Unterrichten > Lehrkräfte sind Fachleute für das Lehren und Lernen
Kompetenzbereich: Erziehen > Lehrkräfte üben ihre Erziehungsaufgabe aus
Kompetenzbereich: Beurteilen > Lehrkräfte beraten sach- und adressatenorientiert und üben ihre Beurteilungsaufgabe gerecht und verantwortungsbewusst aus
Kompetenzbereich: Innovieren > Lehrkräfte entwickeln ihre Kompetenzen ständig weiter
Card 29
Question
Begriffsbedeutung „Pädagogischer Bezug“ nach Hermann Nohl
Answer
pädagogischer Bezug als ein Bündnis von Erzieher und Zögling
„Pädagogik hat […] das Ziel, sich selbst überflüssig zu machen und dann zur Selbsterziehung zu werden.“
>persönliches Bündnis von Erzieher und Zögling, gemeinsam am ‚Werden‘ des Zöglings zu arbeiten
Card 30
Question
Professionalisierung des Lehrberufs nach Oevermann
Answer
Lehrerberuf erscheint nur als Semi-Profession
Problem der Schulpflicht (bringt Schüler: innen strukturell in Opposition zur Schule) > Lehrkraft als Beruf ist professionalisierungsbedürftig
Grundproblem: unzureichende Umsetzung eines guten Arbeitsbündnisses (Schüler: innen kommen nicht mit Anliegen an Schule, sondern sind verpflichtet)
Card 31
Question
Merkmale, die aktuelle Ökonomisierung des deutschen Schulwesens kennzeichnen nach Höhne (2015)
Aspekte der Kommunalen Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsvereinfachung (KGSt) - neues Steuerungsmodell
Answer
Die Kernelemente dieser Struktur sind:
Klare Verantwortungsabgrenzungen zwischen Politik (Ministerium) und Verwaltung (Schulen)
Führung durch Leistungssprache statt durch Einzeleingriffe
Dezentrale Gesamtverantwortung im Fachbereich (die Einzelschule oder dann den Fachbereich)
Zentrale Steuerung neuer Art
Instrumente zur Steuerung der Verwaltung von der Leistungsseite her (Outputsteuerung)
Die neue Struktur muss durch Wettbewerb aktiviert und innovationsfähig gemacht werden
Card 33
Question
„Lernenden Schule“ nach Holtappels (2010)
Answer
„Als lernende Schulen werden solche Schulen verstanden, die sich bewusst entwickeln, Ziele und Normen klären, schuleigene Schwerpunkte im Curriculum herausarbeiten, gemeinsame Analysen und Diagnosen der Schulsituation durchführen, Projekte entwickeln, Teamarbeit aufbauen und Wirkungen der eigenen Arbeit überprüfen.“
Card 34
Question
Arbeitsprogramm „Guter Schule“ nach Fend (2008)
Answer
Verwaltungsqualität von Schule sichern: „Die Schule läuft“
faires und kollegiales Miteinander in Schule gewährleisten
reichhaltiges Schulleben / Schule als Lebensraum gestalten
Eine gute Schulkultur mit Respekt und Vertrauen entwickeln (Akzeptanz moderner Prinzipien wie universalistische Leitungs-orientierung)
Eigenes Schulprofil und -programm erarbeiten und umsetzen
Einzelschule als lokal vernetzter Akteur: Autonomie nutzen
Lernende Organisation Schule / Ort der Qualitätsentwicklung
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