Mehrsprachigkeit wird für alle Formen von multipler Sprachkompetenz verwendet
individuelle vs. gesellschaftliche
bezeichnet oft, wenn mehr als zwei Sprachen gesprochen werden
wird mit einer umfassenden, balancierten Sprachkompetenz verbunden
vs. Vielsprachigkeit
Card 3
Question
Erstsprache — Zweitsprache
[Ahrenholz]
Answer
früher bzw. kindlicher Zweitspracherwerb = ca. ab dem 3./4. Lebensjahr, wenn aufrgund bereits erworbener Sprachkenntnisse und der neuronalen und kognitiven Entwicklung für die Aneignung einer neuen Sprache eine veränderte Erwerbssituation besteht
Zweitsprache (L2) = zeitlich versetzt zur Erstsprache erworben
Zweitspracherwerb Erwachsener: mit dem Ende der Pubertät sind physische und psychische Entwicklungen abgeschlossen, die den Spracherwerb maßgeblich beeinflussen bis Seite 6
Card 4
Question
Zweitsprache — Fremdsprache
[Ahrenholz]
Answer
Zweitsprache bzw. Zweitspracherwerb werden häufiger als Oberbegriff für verschiedene Typen des Spracherwerbs verstanden, der zeitlich versetzt zum Erwerb der ersten Sprache verläuft u. nicht dem klassischen Bilingualismus zugerechnet werden kann
ungesteuerter Zweitspracherwerb = vollzieht sich in u. durch Kommunikation im Alltag
gesteuerter Zweitspracherwerb bzw. gesteuerter Fremdsprachenerwerb = durch Unterricht oder anderen Lehr- u. Lernsituationen gesteuert (z. B. Englischunterricht an deutschen Schulen oder Tandemsettings); die neue Sprache hat keine hohe Bedeutung für die Bewältigung der Alltagskommunikation
Deutsch als Zweitsprache (z. B. neu zugewanderter Erwachsener, der im Zuwanderungsland Deutsch lernt)
Deutsch als Fremdsprache (z. B. im Ausland lebende SuS, die in der Schule Deutsch lernen)
Card 5
Question
Zweitsprache — Tertiärsprache
[Ahrenholz]
Answer
Tertiärsprache / L3 = dritte erlernte Sprache
Drittspracherwerb soll durch die Ähnlichkeit bestimmter Spannungsprinzipien und durch die Übertragbarkeit von erworbenem Sprachwissen sowie entwickelter Sprachlernstrategien beeinflusst sein
es gibt nicht viele Menschen, die mehr als zwei Sprachen erlernen
Card 6
Question
L1 — L2 — Interlanguage
[Ahrenholz]
Answer
Ausgangssprache (engl. source language) vs. Zielsprache (engl. target language)
Primärsprache vs. Sekundärsprache
Quellsprache vs. Empfängersprache
Interlanguage (/Lernersprache/Lernervarietät/Interimssprache) = lernerspezifische Äußerungen, die weder in der Standardnorm der Ausgangssprache noch in der Zielsprache existieren
Card 7
Question
Zweitsprache — Fremdsprache
ungesteuert vs. gesteuert
[Ahrenholz]
Answer
für den Sprachaneignungsprozess macht es einen wesentlichen Unterschied, ob er überwiegend in und durch Kommunikation erfolgt oder in Lehr-Lernsituationen stattfindet
Unterricht:
Progression, die i. A. das Ziel hat, den Prinzipien "vom Einfachen zum Schwierigeren" und "vom Häufgigen zum weniger Häufigen" zu folgen
Hilfestellungen beim Hör- und Leseverstehen, der Aussprache, dem Nachvollzug von Sprachstrukturen und pragmatischen Regelhaftigkeiten
alltägliche Kommunikation:
findet "naturwüchsig" statt
ohne systematische intentionale Versuche, den Prozess des Spracherwerbs zu steuern
Aufgabe der Sprecher: aus einem längeren Lautstrom lexikalische und grammatische Einheiten segmentieren und analysieren sowie ihre Funktion verstehen
Bewältigung bedeutsamer Kommunikationssituationen
Card 8
Question
Zweitsprache — Fremdsprache
Erwerben — Lernen
[Ahrenholz]
Answer
Erwerben fokussiert stärker Prozesse, die nicht intenional gesteuert sind
bezeichnet die nicht kontrollierten Seiten der Sprachaneignung
Lernen verweist auf einen absichtsvollen Aneignungsprozess
mit einer starken Selbstkontrolle (monitoring) in Bezug auf die Einhaltung von angeeigneten Regeln verbunden
Card 9
Question
Zweitsprache — Fremdsprache
Inland — Ausland
[Ahrenholz]
Answer
Inland = Land der Zielsprache (z. B. in deutschsprachiger Umgebung)
Ausland = Land der Ausgangssprache (z. B. in institutionellen Kontexten in meist nichtdeutschsprachiger Umgebung)
Card 10
Question
Zweitsprache — Fremdsprache
unterprivilegiert — priviligiert
bildungsfern — bildungsnah
[Ahrenholz]
Answer
Soziale Faktoren:
Schichtzugehörigkeit und Bildungserfahrung
Stichwort: Migration/Zuwanderung
Card 11
Question
Gegenüberstellung von DaZ, DaF und DaM
[Ahrenholz]
Answer
Card 12
Question
Warum gibt es in NRW ein verpflichtendes
Modul „Deutsch für Schülerinnen und Schüler“
für alle Lehramtsstudierenden; welche Ziele
stecken dahinter? [Brandenburger] + [Gogolin]
Sie kennen die Gründe, die zur Einführung des DaZ-Moduls geführt haben.
Answer
Zunehmende sprachliche Heterogenität in Klassenzimmern vs. in Schulen
erwarteter monolingualer Habitus.
Leistungen von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund liegen deutlich
hinter denen von Kindern ohne Migrationshintergrund (Bildungsungleichheit).
Zunehmende Relevanz der Thematik in Bildungseinrichtungen bei fehlender (Aus-)
Bildung der Lehrenden.
Die Erwartung, dass zunehmend zwischen Alltags- und Bildungssprache
differenziert wird (Verwissenschaftlichung der Schulen)
Card 13
Question
Warum gibt es in NRW ein verpflichtendes
Modul „Deutsch für Schülerinnen und Schüler“
für alle Lehramtsstudierenden; welche Ziele
stecken dahinter? [Brandenburger] + [Gogolin]
Sie kennen die Ansprüche und Ziele, die mit dem DaZ-Modul verbunden sind.
Answer
befördert relevantes Fachwissen und- verstehen, fundierte pädagogische
Prinzipien und Praxen
Förderung des Engagements für soziale Gerechtigkeit
gibt Impulse für die Praxis reflektierender LuL
zielt darauf ab, Wissen und Verständnis in allen Aspekten von Sprachen zu
fördern, die für die Sinnproduktion und Kommunikation in der Gesellschaft
benutzt wird
fördert inter- und transkulturelle Praktiken, sowie Multilingualität als
Normalität in einer modernen und diversen Gesellschaft
Unterstützung für die Entwicklung von SuS sprachlicher Minderheiten auf ein breites Fundament des Anspruchs auf gleiche Bildungsmögkichkeiten und- chancen
Ausstattung der Kompetenz, welche Rolle Bildungssprache beim Lehren und Lernen in allen Fächern einnimmt und durch fundierte pädagogische Maßnahmen das Lernen von Fächern und Sprache aktiv zu fördern
Sprach- und Fachlernen als vernetzt kennenlernen und eine entsprechende Kompetenz für inklusive Didaktik und Methodik erwerben
Besondere Aufmerksamkeit auf sprachliche Aspekte im fachlichen Lernen sowie Sensibilität für sprachliche Diversität als Ressource
Anwendung von Methoden der Einbeziehung der Herkunftssprachen als Ressourcen im Rahmen der Didaktik inklusive bildungssprachlichen Unterricht, wie auch Verfahren für den Einsatz sprachdiagnostischer Instrumente vermittelt
Der Akt des Lehrens soll als Akt der Sinnerzeugung und Sinndarbietung durch die LuL verstanden werden = Bedeutung wird mit der Verwendung durch Sprache erzeugt
Multimodal unterrichten können = Einsatz von symbolischen Hilfsmitteln wie Sprachliche Zeichen, visuelle und auditive Materialien, graphische Repräsentationen und Handlungen wie Gesten und Körperhaltungen
Card 14
Question
Warum gibt es in NRW ein verpflichtendes
Modul „Deutsch für Schülerinnen und Schüler“
für alle Lehramtsstudierenden; welche Ziele
stecken dahinter? [Brandenburger] + [Gogolin]
Sie wissen, was mit inklusivem Lernen der Bildungssprache im Regelunterricht gemeint ist. [Brandenburger]
Answer
EUCIM-TE (European Core Curriculum for Inclusive Academic Language Teaching →Europ. Kerncurriculum für inklusive Förderung der Bildungssprache)
kein separates Sprachenlernen sondern inklusiv → als Teil eines allgemeinen und gemeinsamen Curriculums
für Kinder, die mit einer oder mehreren Sprachen aufwachsen, zusätzlich zur Hauptschulsprache (häufig mit Migrationshintergrund), auch für Kinder mit eingeschränktem Zugang zur Bildungssprache
IALT-Modell (Inclusive Academic Language Teaching) oder „durchgängige Sprachförderung der Bildungssprache“ → Ziel: Bereitstellung eines curricularen Rahmens sowie konkrete Umsetzungsvorschläge
in einer einbeziehenden Lernumgebung teilen sich die LuL aller Fächer die Verantwortung für den Zweitspracherwerb, in allen sprachlichen und schulischen Bildungskontexten (Register, Genres und soziale Praktiken) → Herausforderung für LuL
der Fokus liegt auf einem sprachaufmerksamen und -förderlichen Unterricht für alle SuS, der alle Fächer umfasst und eine kognitiv anspruchsvolle, abstrakte und treffende Bedeutungen erzeugende Sprache anzielt, mit der fachliche Inhalte auf dem jeweiligen Differenzierungsniveau informativ undkommunikativ verfügbar werden
Card 15
Question
Warum gibt es in NRW ein verpflichtendes
Modul „Deutsch für Schülerinnen und Schüler“
für alle Lehramtsstudierenden; welche Ziele
stecken dahinter? [Brandenburger] + [Gogolin]
Sie wissen, welche notwendigen Kompetenzen hierfür bei Lehrpersonen ausgebildet werden sollen und auf welchen grundlegenden Kenntnissen, Fähigkeiten und Einstellungen sie beruhen.
Answer
Sprache, (Zweit-)Spracherwerb und Sprachaneignung in Kontexten institutioneller Bildung
Kenntnisse um einen Sprachfördernden Unterricht erteilen zu können.
Didaktik und Methodik des inklusiven bildungssprachlichen Lernens und Lehrens
Das priorisierte Ziel ist, nicht Wissen über sprachliche Strukturen zu vermitteln, sondern eine effektive Teilnahme an wissensorientierter und schulrelevanter Kommunikation zu fördern.
Bildungssprache und Schulorganisation
Die Rahmenbedingungen, die in Schulen gegeben sein müssen, damit diese die sprachliche Bildung im Sinne von IALT erfolgreich betreiben können. Das Sprachenlernen systematisch ins Curriculum einzubauen muss auf der organisatorischen Ebene initiiert und verankert werden.
Card 16
Question
Warum gibt es in NRW ein verpflichtendes
Modul „Deutsch für Schülerinnen und Schüler“
für alle Lehramtsstudierenden; welche Ziele
stecken dahinter? [Brandenburger] + [Gogolin]
Warum gibt es in NRW ein verpflichtendes
Modul „Deutsch für Schülerinnen und Schüler“
für alle Lehramtsstudierenden; welche Ziele
stecken dahinter? [Brandenburger] + [Gogolin]
Sie wissen, dass von einem sprachsensiblen Unterricht Schülerinnen und Schüler mit und ohne Deutsch als Zweitsprache profitieren können.
Answer
Sprachsensibler Unterricht zielt auf die Verbesserung der Bildungssituation und der Schulentwicklung in erster Linie für Kinder, die mit einer oder mehreren Sprachen aufwachsen, zusätzlich zur Hauptschulsprache ab. In der Praxis betrifft dies häufig Kinder mit Migrationshintergrund, doch alle Kinder mit eingeschränktem Zugang zur Bildungssprache können von diesem Ansatz profitieren. (…) In diesem inklusiven Bildungskonzept wird das Erlernen einer Zweitsprache als Teil eines allgemeinen und gemeinsamen Curriculumprozesses angesehen.
⇒ der Fokus liegt auf einem sprachaufmerksamen und -förderlichen Unterricht für alle SuS
(Brandenburger, et. al. 2011: 11)
Card 18
Question
Warum gibt es in NRW ein verpflichtendes
Modul „Deutsch für Schülerinnen und Schüler“
für alle Lehramtsstudierenden; welche Ziele
stecken dahinter? [Brandenburger] + [Gogolin]
Sie wissen um die Bedeutung der (bildungs-)sprachlichen Entwicklung von Kindern in der Familie.
Answer
für den potentiellen Bildungserfolg kommt es nicht auf das Quantum, sondern auf die Qualität des sprachlichen Inputs und auf die Bereitstellung von Lerngelegenheiten, die
Kinder in ihren Familien erfahren an.
es ist weniger entscheidend, welche Sprache(n) in der Familie gesprochen wird
(werden), relevant ist die Bildungsnähe des sprachlichen Inputs - gleichgültig in
welcher Sprache (Gogolin (2019): 87)
• es ist vollkommen irrelevant ist, welche Sprache in der Familie gesprochen wird,
sondern welche sprachlichen Ausdrucksmittel und Register verwendet werden. Dort findet dann eine Transferleistung von sprachlichen Kompetenzen statt, also eine
Übertragung der Kompetenzen von der stärkeren auf die schwächere Sprache und
somit auch auf die Entwicklung der Bildungssprache der SuS. Weiterhin ist wichtig, inwieweit Kinder in ihrem Elternhaus an das Medium Schrift herangeführt werden.
Card 19
Question
Warum gibt es in NRW ein verpflichtendes
Modul „Deutsch für Schülerinnen und Schüler“
für alle Lehramtsstudierenden; welche Ziele
stecken dahinter? [Brandenburger] + [Gogolin]
PISA-Ergebnisse
Answer
PISA-Daten verweisen darauf, dass besonders die Gruppe der Jugendlichen ‚mit Migrationshintergrund‘ schlechte Leistungen zeigten. Unzureichende Lesekompetenz im Deutschen wirkt sich auf auf die Leistungschancen in Mathematik und Naturwiss. Fächern negativ aus.
Card 20
Question
Warum gibt es in NRW ein verpflichtendes
Modul „Deutsch für Schülerinnen und Schüler“
für alle Lehramtsstudierenden; welche Ziele
stecken dahinter? [Brandenburger] + [Gogolin]
Migrationshintergrund
Answer
Man spricht von Menschen mit Migrationshintergrund, wenn sie selbst oder mindestens ein Elternteil im Ausland geboren wurde oder wenn bei der Geburt im Inland mindestens ein
Elternteil keine entsprechende Staatsbürgerschaft hatte.
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