Warum gibt es in NRW ein verpflichtendes
Modul „Deutsch für Schülerinnen und Schüler“
für alle Lehramtsstudierenden; welche Ziele
stecken dahinter? [Brandenburger] + [Gogolin]
Bildungsbenachtteiligung
Answer
Aufgrund ungleicher gesellschaftlicher Bewertungen von Sprache kommt es zu systematischer Bildungsbenachteiligung. Während linguistisch alle Sprachen gleichwertig sind, stellen sie aus Bordieus sprachsoziologischer Perspektive unterschiedliches soziales Kapital dar. Bernstein hat das Verhältnis von Sprache und Bildung untersucht und hat dabei eine fundamentale Beziehung zwischen Sprache und sozialer Schicht belegen können. Soziale Ungleichheit wird durch Sprache nicht nur abgebildet, sondern auch strukturiert. Nach Bordieu sind Kommunikationsbeziehungen immer auch symbolische Machtbeziehungen.
Card 22
Question
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Soziale Ungleichheit
Answer
= vertikale Differenzierung in "Schichten"
Card 23
Question
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Meritokratisches Bildungsprinzip
Answer
Ungleichheiten werden in der Gesellschaft oft mit dem
meritokratischen Prinzip erklärt, nach dem die Güter
und Belohnungen nach individuellen Leistungen verteilt
werden. In der meritokratischen Formel wird die Bildung als wichtigstes Aufstiegsmoment spezifiziert.
Card 24
Question
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"Illusion der Chancengleichheit"
Answer
Die Reproduktion sozialer Ungleichheit wird durch die Schule hergestellt
das Bildungssystem verleiht der sozialen Ungleichheit Legitimität und auf Grund des kulturellen Erbes (als „natürliche Gabe“ fälschlicher Weise gesehen) wird benotet
Das von Haus aus mitgebrachte kulturelle Kapital der SuS führt zu Schulerfolg
Schule stabilisiert also soziale Machtverhältnisse, verschleiert diese aber durch die Begabungsideologie
Gesellschaftliches Vermögen und nicht die natürliche Gabe ist ausschlaggebend für den Schulerfolg durch Deutschförderklassen (als Defizitkompensation) wird das Legitimitätsmonopol der Deutschensprachen stabilisiert.
Card 25
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Bildungschancen
Answer
dass jeder unabhängig etwa von seiner sozialen Herkunft, seiner Abstammung oder seinem Geschlecht die gleichen Chancen bei Bildung und Beruf bekommen soll, verbindet drei ganz zentrale Eckpunkte im Lebensverlauf: Die Herkunft aus einer Familie, die Bildung, die berufliche Tätigkeit →
"meritokratische Prinzip“ (bpb)
Card 26
Question
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Ausländer-Pädagogik
Answer
Der Grundgedanke der „Fremdheit“ als Ursache für Benachteiligung der Migranten im Bildungssystem des Aufnahmenlandes spielte eine große Rolle.
Card 27
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Defizit-Perpektive
Answer
Lehrpersonen neigen dazu defizitorientierte Perspektiven zu formulieren bei mehrsprachigen Kindern, da sie in ihren sprachlichen Mitteln eingeschränkt seien und sprachliche Probleme haben. Ein sprachlich naives Reinheitsdenken verstellt den Blick auf das fachliche Verstehen und sprachliche Entwicklungsprozesse der SuS. Defizitorientierte Beschreibungs- und Erkläungsmuster verunmöglichen, fach- textsortenspezifische Bildungsprozesse zu initiieren.
Card 28
Question
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Migrationsgesellschaft
Answer
Grundverständnis, nach dem Migration und die in ihrer Folge zunehmende innergesellschaftliche soziale, sprachliche, ethnische und kulturelle Heterogenität nicht als ein vorübergehendes Sonderproblem aufzufassen sei, sondern als ein Grundmerkmal von differenzierten Gesellschaften.
Card 29
Question
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Literalität
Answer
Das Verfügen über grundlegende Kulturfähigkeiten, zunächst mit Augenmerk auf Zugang zu den Welten der Schrift, der Zahl und den Gesetzmäßigkeiten der Natur als Voraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe. Ermöglichung der Messbarkeit der entsprechenden Fähigkeit übersetzt in Kompetenzen
Card 30
Question
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Bildungssprache ("academic language")
Answer
Einzelsprachenunabhängige, eng an die Schriftsprache
geknüpfte Fähigkeit, abstrakte und kontextgebundene
Sprachmittel in und für Situationen des Lernens zu
verwenden um sich (komplexe) Inhalte kognitiv und
kommunikativ zu eigen zu machen
Card 31
Question
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Durchgängige Sprachbildung
Answer
Die Durchgängigkeit und Dauerhaftigkeit der Bemühung um den Register Bildungssprache; Sprachliche Bildung soll sich auf die gesamte Biografie eines Kindes / Jugendlichen beziehen
Card 32
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Sprachsensibler Unterricht
Answer
Grundlage für sprachliche Teilhabe am deutschsprachigen Unterricht & respektierter Kommunikation in der mehrsprachigen & pluralen Gesellschaft
Card 33
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Scaffolding
Answer
Scaffolding bedeutet (Bau)gerüst, unterstützt den Aufbau
von Bildungssprache und ermöglicht eine Differenzierung im Unterricht. Unterstützung von Lernprozessen durch sprachliche Hilfestellung durch Lehrperson (z.b Wortliste, Bildimpulse, Erklärungen), gelingt ein Kompetenzzuwachs, entfernt die Lehrperson das Gerüst
schrittweise, damit den SuS einen intellektuellen Schub zu geben, der es erlaubt weiterzuentwickeln und die nächste Stufe ihrer sprachlichen Entwicklung zu kommen.
Card 34
Question
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Bildungs- und fachsprachliche Register
Answer
„spezifisches Set von Bedeutungen“, das einer bestimmten Funktion von Sprache entspricht = mit bestimmten Wörtern und Strukturen domänenspezifische Bedeutungen realisieren
Register erscheinen erst im sozialen Kontext, in dem ein
Text produziert wird.
Bildungssprache = Register, das sich vom Register der Umgangssprache abgrenzen lässt.
Jedes Schulfach verfügt über eigene Register.
Card 35
Question
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(Prototypische) Genres
Answer
= spezifische Text- und Diskurstypen, mit denen LuL in der Schule agieren und deren Verwendung von SuS erwartet wird.
Prototypische Genres sind Berichte, Erzählungen, Vorgänge, Beschreibungen usw. Diese nehmen je nach Fach unterschiedliche Formen an (naturwiss. Erklärung ≉historische Erklärung). SuS müssen Genres ihrer Fächer verstehen, in Texten erlesen und reproduzieren können. Es wird erwartet, dass SuS an den mündlichen Genres teilnehmen.
Card 36
Question
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Reflexiver Habitus
Answer
Selbstverständlichkeiten im Alltag werden nur dann möglich, wenn die meisten von uns in einer ungezwungenen Eingespieltheit – ganz natürlich – tun, was wir eben normalerweise tun.
Card 37
Question
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Akkulturations(-strategien)
Answer
Motivation zum Erwerb von L2 wird durch Nähe des Lernenden zur Zielsprache erklärt: Stark ausgeprägte Nähe -> Erfolg. Je stärker die tatsächliche und die gefühlte Nähe zu Zielsprache bzw. Zielkultur, desto einfacher/schneller erfolgt der Spracherwerb.
Die Akkulturationsstrategien sind Integration
(Vermischen mit der Aufnahmegesellschaft, Assimilation
(genau so werden wie Aufnahmengesellschaft), Segregation (unter sich, aber in klarer Abgrenzung) und Marginalisierung (unter sich bleiben, nicht sichtbar).
(Interkulturelle Pädagogik vs. Migrationspädagogischer Ansatz)
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