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Didaktische Grundlagen des Schulsports

VL Spoho

Subject
Humanities / Pedagogy
Language of creation
German
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Cards in this set

Card 41

Question

Natürliches Turnen

Answer

-österreichische Schulturnerneuerer in den 1920er Jahren
-neues Programm für das Schulturnen im deutschen Sprachraum (nach Gaulhoffer und Streicher - Schulturnreformer)
-reformierte Leibeserziehung als Gesamterziehung
-zweckmäßige und regelmäßige Leibesübungen -> Gesunderhaltung
-Natürliches Turnen als Gegenpol zum Formalistischen Turnen)

Card 42

Question

Reformierte Pädagogische Prinzipien

Answer

Selbsttätigkeit (Arbeitsschulprinzip)
Kind und Naturgemäßheit
Individualisierung
schöpferische Tätigkeit
Selbsterziehung und Erziehung durch die Gemeinschaft

Card 43

Question

Sport in der NS-Zeit

Answer

politische Leibeserziehung und ideologische Inanspruchnahmung des Sports

Leitideen der Leibeserziehung: Volk, Führer Rasse
-> Erziehung zum Soldaten

Card 44

Question

Was ist ein fachdidaktisches Konzept

Answer

-durchdachter, ausformulierter Entwurf zur Gestaltung des Schulsports
-Antworten auf Fragen wie "Warum?Wozu?Was?Wie?"
-bezieht sich auf das Fach Sport: für einen guten Sportunterricht

Card 45

Question

Auswahlkriterien des fachdidkatischen Konzepts

Answer

Sichtbarkeit
Positionierung
Orientierungsbreite

Card 46

Question

Klassifikation von Positionen

Answer

Neumann (2004)
-affirmative Position
-pragmatische Position
-emanzipatorische Position
-kontrastierende Position
-überfachliche Position

Prohl (1999)
-pragmatisch-qualifikatorisch
-kritisch emanzipatorisch
-Spaß
-Bewegungs- und Sportkultur

Balz (2009)
-konservativ
-intermediär
-alternativ

Card 47

Question

Fachdidaktische Strömungen und Konzepte (zuordnung)

Answer

-pragmatisch qualifikatorische Strömung umfasst u.a. Handlungskonzept und Sportartenkonzept

-kritisch emanzipatorische Strömung umfasst u. a. offenen Unterricht und Körpererfahrung

Card 48

Question

Sportartenprogramm (Söll)
Körpererfahrung (Funke-Wieneke)
Erziehender Sportunterricht (Nrw- Lernplan)

Answer

Sportartenprogramm
Auftrag: Erschließung der Sportkultur
Ziele: sportlichen Können (Fähigkeiten, Fertigkeiten, Kenntnisse), persönliche Leistung optimieren
Inhalte: enger Sportartenkanon-> begrenz auf die Tradition
Methoden: lehrerzentrierte Vermittlungsform (geschlossen)
Funktion affirmativ - Qualifikationsauftrag
Kritik: einseitiger Auftrag (würde in der Schule nicht anwendbar sein)

Körpererfahrung 
Auftrag: Bewegungsförderung
Ziele: Bewegungs- und Körperbildung
Inhalte: Bewegungs- und Sportkultur
Methoden: offen -> schülerorientierte Methoden, Wünsche und Interessen der Schüler werden berücksichtigt
Funktion: kritisch-korrekt -> Reflexion und Aufklärung spielen eine große Rolle
Kritik: einseitiger Auftrag (Subjektorientierung), umfassende Körperbildung, Bewegungserkennung und Lösungsfindung

Erziehender Sportunterricht
Auftrag: Sacherschließung und Persönlichkeitsentwicklung
Ziele: Handlungs und Entscheidungsfähigkeit
Inhalte: Sport im weiteren Sinne (Bewegungsfelder)
Methoden: mehrsperspektivisch
Funktion: komplementär/ vermittelnd (ergänzend zu außerschulsportlichen Erfahrungen)
Kritik: pädagogisch sehr anspruchsvoll


Card 49

Question

erziehender Unterricht

Answer

-pädagogische Position: Erziehen zum und durch den Sport
-Unterricht und Erziehung als zusammengehörige Aufgaben (didaktischen Verhältnis von Erziehung und Unterricht)
-Doppelauftrag: die Sache lehren und den Menschen fördern
-intentionales Erziehungsverständnis
-selbsterziehung eines selbstbestimmungsfähigen Subjekts
-erzieherische Ziele in Planung berücksichtigen

Card 50

Question

Doppelauftrag

Answer

-Entwicklung fördern durch Bewegung, Spiel und Sport 
UND
-Erschließung der Bewegungs-,Spiel- und Sportkultur

Card 51

Question

Standard- und Kompetenzorienterung

Answer

Standards geben an, was Schülerinnen und Schüler in einer bestimmen Jahrgangsstufe in welchem Umfang können sollten

Kompetenzen: Hypothetische Konstrukte, Existenz in fachspezifischen Anforderungssituationen, ganzheitliche Konstrukte (Können, Motivation, Volition, soziale Faktoren)

Card 52

Question

Bedeutung schulischer Gesundheitsförderung

Answer

-Schule als ambivalenter Ort (doppeldeutig: Schule kann Präventioon geben, aber auch krank machen)
-Mehrzahl der Heranwachsenden insgesamt gesund, aber Veränderung des Krankheitsspektrums (psychische Störungen)
-Gesundheit und Wohlbefinden als Voraussetzung für eine lesitungsfähige Schule
-Gesundheit und Bildungsbenachteiligung (Erreichbarkeit durch Schulpflicht)
-43% der Mädchen und 31 % der Jungen sind nicht gesundheitswirksam sportlich aktiv (Unterschiede zwischen sozialen Schichten -> Bildungsbenachteiligung)

Card 53

Question

Gesundheitsverständnis in zeitgemäßer Auslegung 

Answer

- Gesundheit nicht nur an körperlichen Dimensionen ausgerichtetes Phänomen, sondern unterliegt einem ganzheitlichen Verständnis, das neben der körperlichen auch psychosoziale und ökologische Faktoren einschließt

-Gesundheit als Prozess der Herstellung einer gesundheitlichen Balance (aktiver Prozess muss geleistet werden)

-Gesundheit keine absolute Größe, sondern im Rahmen der individuellen Möglichkeiten relativierbar und abhängig von Lebensumständen, alltäglichen Belastungen und Herausforderungen


Card 54

Question

Gesundheitsbegriff im Wandel

Answer

1. Gesund: Frei von Krankheit, leistungsfähig, kräftig (Wahrig)
2.Zustand des vollkommenen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens (WHO, 1946)
3.Gesundheit bedeutet auch um andere Sorgen & Entscheidungfreiheit zu besitzen (Ottawa Charta, WHO 1986)
4. Erhaltung der sozialen, psychischen und körperlichen Aktionsfähigkeit (soz,psych und phys. Bedingungen bilden Rahmen für die Entwicklung)

---> Wandel von einem engen eindimensionalen Verständnis zu einem ganzheitlichen-dynamischen integrativem Gesundheitsverständnis

Card 55

Question

Gesundheitsmodelle und Konzeptionen

Answer

-Sportdidaktische Konzeptionen zur Gesundheitsförderung ( in der Schule zum Beispiel durch Training)

bedeutensten Modelle: Risikofaktorenmodell und Salutogenesenmodell

Card 56

Question

Risikofaktorenmodell

Answer

-Was macht Menschen krank?
-Pathogenetische Modelle (Entsehen von Krankheiten), die auf epidemiologischen Studien basieren
-erforscht die Entstehungsbedingungen und Präventionsmaßnahmen körperlicher Krankheiten (z.B. Übergewicht, Rauchen, Bewegungsmangel..)
-Berechnung des individuellen Erkrankungs- und Mortalitätsrisikos
-Gesundheit ausschließlich als Abwesenheit von Krankheiten (gesundheitliche Schutzfaktoren ausgeblendet)
---> Vermeidung der Risikofaktoren zur Prävention von Krankheiten (enges Gesundheitsverständnis)

Card 57

Question

Salutogenesenmodell

Answer

-was hält den Menschen gesund?
-Gesundheitszustand resultiert aus dem dynamischen Zusammenwirken von belastenden Bedingungen (Risikofaktoren) und schützenden Faktoren (Widerstandsressourcen)
-Variante eines Stressbewältigungsmodells (sense of cohernce) --> sozialer Rückhalt
-Gesundheit und Krankheit als Pole,die aufeinander ausbalanciert werden müssen
--->ganzheitliches, weites Gesundheitsverständnis

Gesundheit vs Wohlbefinden

Card 58

Question

gesundheit, Fitness aus Sicht der Jugendlichen

Answer

-Gesundheit kein Thema für Jugendliche und Kinder
-Gesundheit selbstverständlich (keine persönliche Bedrohung)
-individuelle Gesundheitsvorsorge scheint überflüssig und wird mit einem langweiligen Lebensstil asoziiert
-Gesundheit wird meist in Verbindung gebracht mit Leistungsfähigkeit, Fitness und Wohlfühlen

Card 59

Question

Motorische Fitness und Leistungsfähigkeit

Answer

-Studien Befundlage äußerst heterogen
-Metaanalyse von Bös (2003) Leistungsfähigkeit nimmt um 10% ab, besonders bei Ausdauer und Beweglichkeit
-Bewegungsmangel: Leistungsabnahme!

Card 60

Question

Gesundheitsförderung als Verhältnisprävention

Answer

-Verbesserung der äußeren Verhältnisse, die die Gesundheit jedes einzelnen beeinflussen
-Begrenztheit der Einflussmöglichkeiten (soziale schicht, Armut, Scheidung)
-Sensibler Umgang mit SuS und deren Probleme

Gesundheitsförderung im Schulsport als Verhaltens prävention
-entwickeln und stärken individueller Kompetenzen, die eigene Gesundheit und die der anderen positiv beeinflusst -> mehr als Gesundheitsaufklärung
-Anwendung gesundheitlicher Kompetenzen
-gesundheitsfördernde Gestaltung des Schulsports (kein Aktionismus und Durchführung von Einzelmaßnahmen)

allgemeine pädagogische Folgerungen:
-Thematisierung der Ambivalenz
-gesundheitliche Ansprüche an Sport realistisch einschätzen (Gesundheit kann durch Sport nicht 'verabreicht' werden)
-Förderung des Gesunheitsbewusstseins und der Selbstbestimmung
-Integration von Praktiken gesundheitsförderlichen Sporttreibens in einem aktiven Lebensstil

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