lateinisch, eigentlich "vom Ei an" = "von Anfang an; von vornherein" in medias res Form des Romanbeginns: Erzählen vom Ursprung der Handlung an
Card 2
Question
Abhandlung, die
Answer
Schriftliche, oft wissenschaftliche Darstellung eines beliebigen Themas, Gegenstandes oder auch Sachverhalts z.B.: Kommentar, Monographie, Traktat, Disseration, …
Card 3
Question
Adressateninstanz, die
Answer
Der ›Hörer‹ der Erzählung, an den sich der Erzähler direkt wendet (bleibt meist aber unmarkiert)
Card 4
Question
Affektpoetik, die
Answer
Ein umfassender Begriff für die Darstellungen von Gemütserregungen (Affekten) in der Dichtkunst (Poetik) Kategorien: 1. historische Kategorie innerhalb der Poetik des 18. Jahrhunderts 2. als systematische Kategorie zur Erforschung literarischer Emotionen 3. als interdisziplinäre Kategorie zur Analyse der languages of emotion
Card 5
Question
Affektstruktur, die
Answer
Erzählstruktur (Erzählschema) zur affektiven Steuerung des Lesers (um z.B. Überraschung, Spannung, oder Neugier hervorzurufen)
Card 6
Question
Aktant, der
Answer
Person, die in irgendeiner Weise am Literaturbetrieb beteiligt ist, teilnimmt (z.B. Autor, Leser, Kritiker, literarische Figur, Gestalt)
Card 7
Question
Aktantenmodell, das
Answer
Schema, das die Verknupfung von sechs Handlungsrollen zeigt (S. 227): - Subjekt (der ›Held‹) - Objekt (das begehrte Objekt/die gesuchte Person) - Adressant (der Auftraggeber) - Adressat (derjenige, der den Auftrag erhält) - Adjuvant (der Helfer) - Opponent (der Gegner)
Card 8
Question
Akteur-Netzwerk-Theorie, die
Answer
Eine sozialwissenschaftliche Schule, die sich ab den 1980er Jahren im Bereich der Science and Technology Studies (STS) entwickelte und sich von dort aus auch in anderen Bereichen der Soziologie und benachbarter Disziplinen etablieren konnte. Kerngedanke der Akteur-Netzwerk-Theorie ist, dass die Gesellschaft bzw. Welt netzwerkartig verfasst ist und sich aus verschiedenen Elementen zusammensetzt.
Card 9
Question
Alterität, die
Answer
Differenz, Andersartigkeit. Wechselverhältnis zwischen zwei einander zugeordneten, sich bedingenden Identitäten. Dieses Denken in binären Oppositionen privilegiert fast immer eine Seite, so dass "der Andere" als das Negative des Ersten erscheint: Mann/Frau, Geist/Körper, Sprache/Schrift, Kultur/Natur
Card 10
Question
Analogie, die
Answer
Angleichung von sprachlichen Formen an bereits vorhandene Formen
Card 11
Question
analytische Erzählung, die
Answer
Analog zum analytischen Drama und im Gegensatz zur synthetischen Erzählung, beginnt die analytische Erzählung (wie z.B. viele Detektivgeschichten) mit einem rätselhaften Ereignis, dessen rätsellösende Vorgeschichte sie im folgenden analeptisch (mehr oder weniger vollständig) erzählt.
Card 12
Question
Antagonist, der
Answer
Gegenspieler, Gegner
Card 13
Question
Anthologie, die
Answer
Blütenlese (Bloemlezing): Sammlung ausgewählter Texte oder Textauszüge in Buchform; oder im weiteren Sinne eine themenbezogene Zusammenstellung aus literarischen, musikalischen oder grafischen Werken (von mehreren Autoren)
Card 14
Question
Antiheld, der
Answer
Der Antiheld ist Ausdruck des modernen Subjekts in all seinen gesellschaftlichen Ambivalenzen und Antithesen; seine Existenz basiert quasi auf seinen Ambivalenzen (gesellschaftlichen Widersprüchen). Diese kulminieren an der Schwelle zur Moderne, aus der der Antiheld hervorgeht, der nunmehr keine Antworten und Lösungen auf die ontologischen Herausforderungen der modernen, säkularisierten Welt finden kann, und sich als Held gerade durch seine einfühlsame Hilflosigkeit auszeichnet. Ebenfalls kennzeichnet ihn seine Humanität, die sich ebenso in (selbst-)zerstörerischen Hass und eine unberechenbare Wut verwandeln kann. => Hat nicht die heroïsche Züge der klassischen Held (Idealismus, Selbstaufopferung, ...)
Card 15
Question
Antiklimax, die
Answer
Übergang vom stärkeren zum schwächeren Ausdruck, vom Wichtigeren zum weniger Wichtigen, Klimax
Card 16
Question
Arbeiterliteratur, die
Answer
Sammelbegriff für literarische Werke von Arbeitern, in denen sie sich mit ihren eigenen Lebensbedingungen auseinandersetzen. Im weiteren Sinne: jede Literatur über die Situation der Arbeiter, unabhängig von der sozialen Herkunft des Autors.
Card 17
Question
Archaismus, der
Answer
Wort, dessen Gebrauchshäufigkeit abnimmt und das von den Sprechern einer Sprachgemeinschaft als altmodisch empfunden wird
Card 18
Question
ätiologische Märchen, das
Answer
Märchen, in denen der beobachtende Mensch bei ungewöhnlichen Naturgebilden, Bauwerken, Namen, Bräuchen, u.a. die Frage nach ihrem Wesen und ihrer Herkunft mit den Mitteln des mythisch-magischen Weltbildes und des assoziativen Denkens und Fantasierens beantwortet
Card 19
Question
auktoriale Erzählsituation, die
Answer
Allwissender Erzähler: Der Erzähler gehört selbst nicht zur Geschichte, die er erzählt, sondern tritt deutlich als Vermittler der Geschichte in Erscheinung. Generell weiß er mehr als seine Figuren, er kennt deren Gedanken- und Gefühlswelt und sieht die Situation aus einer anderen Perspektive.
Card 20
Question
auktoriale Fokalisierung, die
Answer
Nullfokalisierung: Wenn der Erzähler mehr weiß, als die Figur; wenn der erzählerische Vermittlung keine Einschränkung aufweist
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