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Herzphysiologie

Discover Herzphysiologie: 68 flashcards with questions and answers.

Subject
Sciences / Medical science
Language of creation
German
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Cards in this set

Card 1

Question

Was für eine Pumpe ist das Herz?

Answer

Druck-Saug-Pumpe

Card 2

Question

Aufbau Herz: Allgemein

Answer

  • umhüllt von Pericard
    = bindegewebiger Beutel
    - besteht aus äußeren (parietalen) und innerem (visceralen) Blatt
    - zwischen den Blättern dünner Flüssigkeitssaum
  • äußere Schicht des Herzens = Epicard
    = innere Schicht des Pericards
    - mit Herzmuskel als kontraktiles Element
  • innere Schicht des Herzens = Endocard
    = Auskleidung der Herzhöhlen und Klappen
  • linkes & rechtes Herz getrennt durch Herzscheidewand 
    - je 1 Vorhof und Kammer, dazwischen Klappen

Card 3

Question

Funktioneller Aufbau (Kammern, Vorhöfe,...)

Answer

  • funktionelle Unterteilung in linkes und rechtes Herz
    -> getrennt durch Herzscheidewand (Septum)
  • jede Herzseite mit Vorhof und Kammer, dazwischen Segelklappe
  • rechtes Herz
    - Tricuspidalklappe (drei Segel)
    - Zufuhr sauerstoffarmes Blut über Vena cava superior & inferorir, Sammelvene 
    - Blut gelangt in rechtes Atrium: Sinus coronarius
  • linkes Herz
    - Bicuspidalklappe (zwei Segel)
    - Zufuhr sauerstoffreiches (arterielles) Blut aus Lunge kommend über Vv. pulmonalis
  • Blutversorgung des Herzens über Arteria coronaria dextra + sinistra

Card 4

Question

Herzklappen

Answer

  • trennen Herzhöhlen und dienen als Ein- und Auslassventil
    -> bedingt gerichtete Strömung des Blutes durch das Herz
  • Tricuspidalklappe
    = zwischen rechtem Vorhof & Kammer
    - Einlassklappe
    - Segelklappe mit drei Segeln
    - Bewegungsausmaß begrenzt durch Chordae tendinae (Sehnenfäden)
    = Halteapparat der Segelklappen
  • Bicuspidalklappe
    = zwischem linken Vorhof & Kammer
    - Einlassklappe
    - Segelklappe mit zwei Segeln
    - Bewegungsausmaß begrenzt durch Chordae tendinae
    = Halteapparat der Segelklappen
  • Pulmonalklappe
    = zwischen rechter Kammer und Arteria Pulmonalis 
    - Auslassventil
    - Taschenklappe (drei taschenartige Ausbuchtungen)
  • Aortenklappe
    = zwischen linker Kammer und Aorta
    - Auslassventil
    - Taschenklappe (drei taschenartige Ausbuchtungen)

Card 5

Question

Herzzyklus

Answer

-> parallel simultan ablaufende Zyklen der zwei Herzhälften

  1. Anspannungsphase
    - alle Klappen geschlossen, kein Blut fließt in den Kammern
  2. Auswurfphase (Ejektion)
    - Pulmonal- & Aortenklappen sind geöffnet
    - Segelklappen sind geschlossen
  3. Entspannungsphase (Relaxation)
    - alle Klappen sind geschlossen, kein Blut fließt in den Kammern
  4. Füllungsphase
    - Pulmonal- & Aortenklappen sind geschlossen
    - Segelklappen sind geöffnet
  • Systole = Anspannungs- & Auswurfphase
  • Diastole = Entspannungs- & Füllungsphase

-> Schließen und Öffnen der Klappen in Abhängigkeit der Druckänderungen
-> unterstützt durch Ventilebenmechanismus

Card 6

Question

Ventilebenenmechanismus

Answer

= Einfluss der Ver­schiebung der Venti­le­bene auf den Blut­fluss und die Fül­lung des Her­zens

  • während Systole Verlagerung der Ventilebene zur Herzspitze
    -> Entstehung Unterdruck in Herzvorhöfen (Sog) 
    -> venöses Blut wird in rechten Vorhof angesaugt
  • während Diastole  Verlagerung Ventilebene zu Herzbasis
    -> zusammen mit aufgebauten Blutdruck in Vorhöfen + Vorhofkontraktion Öffung der Vorhofkontraktion
    -> Füllung der Ventrikel

 

Card 7

Question

Herzvolumina

Answer

  • Ventrikel leeren sich während Herzzyklus nie vollständig aus
  • Enddiastolisches Volumen
    = bleibt am Ende jeder Diastole im Ventrikel übrig (ca.130ml)
  • Schlagvolumen
    = Blutmenge, die in Systole ausgeworfen wird (in Ruhe 60ml)
  • Endsystolisches Volumen (EZV)
    = Blutmenge, die am Ende der Systole noch in Ventrikel vorhanden ist
  • Ejektions-/Auswurffraktion
    = Verhältnis von EZV zu Schlagvolumen
    -> Maß für Herzfunktion

Card 8

Question

Drücke im Herz

Answer

  • linksventrikulärer Druck 
    - zu Beginn der Systole sehr niedrig (ca 5mmHg)
    - bei Kontraktion schneller Anstieg bis höher als Aortendruck (Anspannungsphase)
    -> führt zur Öffnung der Aortenklappe, Schlagvolumen verlässt Ventrikel (Auswurfphase)
  • isovolumetrische Kontraktion
    = Beginn der Systole, bei der das Ventrikelvolumen zunächst gleich bleibt
  • nach Erreichen des Druckmaximums schneller Abfall von Aorten- und Ventrikeldruck
    -> daher Auswurf Schlagvolumen erst schnell, dann langsam
  • Übergang Systole zu Diastole
    -> Inzisur in Druckpulskurve -> zweigipflige Welle des Druckverlaufs
  • in Diastole relaxiert Kammermusukulatur
    -> Abfall linksventrikulärer Druck auf ca 5mmHg
  • Mitralklappe bleibt geschlossen bis ventrikulärer Druck unter den im linken Vorhof abfällt (Entspannungsphase)
  • isovolumetrische Relaxation
    = erste Phase der Diastole
    - Ventrikelfüllung zunächst schnell, verlangsamt sich dann zur Vorkammerkontraktion
    - vor Kontraktion Füllung zu 80-90% abgeschlossen, Kontraktion der Vorhöfe führt zur restlichen Füllung
  • Ablauf im rechten Herz gleich, allerdings andere Druckverhältnisse
    -> maximaler Druck links = 120mmHg
    -> maximaler Druck rechts = 20-30mmHg

Card 9

Question

Herztöne

Answer

1. Ton = Anspannungs-/Muskelton

  • niederfrequenter dumpfer Ton
  • während Anspannungsphase
  • Ventrikel spannt sich schnell um das nichtkomprimierbare Blut an
    -> Ventrikel und AV-Klappen geraten in Schwingung

2. Ton = Klappenton

  • entsteht beim Schluss der Taschenklappen von Aorta & A.pulmonalis 
  • heller, lauter, kürzerer Ton

3. Ton

  • sehr leise nach dem zweiten Herzton
  • durch frühe Ventrikelfüllung durch einströmendes Blut
  • nur gelegentlich zu Hören 
    -> Ausnahme Pferd

Card 10

Question

Pumpleistung in Ruhe

Answer

  • SV = Schlagvolumen 
  • HF = Herzschlagfrequenz, d.h. Herzschläge/Minute
  • Ruhe-HF variiert tierartlich stark
    -> nimmt mit steigender Körpermasse ab
  • HMV = Herzminutenvolumen
    -> Gesamt-Auswurfvolumen, das in einer Minute durch jeden Ventrikel gepumpt wird
    -> SF x HF 
    -> nimmt mit steigender Körpermasse an
  • BV = Blutvolumen
    -> Körpergewicht x 0,07 
  • unter Ruhebedingung wird das gesamte BV einmal pro Minute durch Lunge bzw Herz transportiert

Card 11

Question

Pumpleistung körperliche Arbeit

Answer

  • SV = EDV - ESV 
    -> Schlagvolumen = enddiastolische Volumen - endsystolische Volumen
  • Erhöhung SV durch
    - Zunahme EDV, zB durch verstärkte Füllung während Diastole
    - Verminderung ESV
    - beides gleichzeitig 
  • durch Dehnung der ventrikulären Muskulatur (Vordehnung) wird die Kraft der nächsten Kontraktion verbessert 
  • Dehnung der Muskulatur während Diastole führt zu vermehrter Ausschüttung von Ca2+ aus SR
    -> triggert die Schlagkraft: positiv inotrope Wirkung (Steigerung der maximalen Kraft während Anspannungsphase)

Card 12

Question

Frank-Starlin-Mechanismus

Answer

  • Zusammenhang zwischen Füllung und Auswurfleistung
  • Anpassung des Herzens an kurzfristige Druck & Volumen Schwankungen, sodass beide Herzkammern selbes Schlagvolumen aufweisen (Autoregulation)
    -> Unterschiede in Auswurfleistung würden schon nach kurzer Zeit zu Lungenödemen führen
  • Anpassung bei gleichbleibender Herzfrequenz 
  • ermöglicht schnelle Koordination der Pumpleistung an plötzliche Blutdruckschwankungen (Hinlegen/Aufstehen)
     

 

 

Card 13

Question

Was ist die Vorlast der Herzens?

Answer

= Kräfte, die am Ende der Diastole zu Dehnung der kontraktilen Muskelfasern im Ventrikel führen (Vordehnung)

  • unter physiologischen Bedingungen = enddiastolische Wandspannung
  • wichtig für Autoregulation des Schlagvolumens
  • beeinflusst von venösem Rückfluss un zentralen Venendruck
  • begrenzt durch maximale Ruhelänge der Muskelfasern
  • Klinik: Rückwärtsversagen durch Herzinsuffizienz
    - erhöhtes enddiastolisches Volumen/Druck im Ventrikel erhöht auch Vorlast
    -> Blutrückstau: führt zu Ödemen in Lunge oder Peripherie

Card 14

Question

Was ist die Nachlast?

Answer

= Kräfte, die Blutauswurf aus Ventrikeln zum Körper entgegenwirken

  • unter physiologischen Bedigungen = Wandspannung des Myokards, die aufgebracht werden muss, um enddiastolischen Aorten-/Pulmonalisdruck zu überwinden
  • leitet Austreibungsphase ein

 

Card 15

Question

Was ist die Compliance?

Answer

= Maß für die Dehnbarkeit einer Struktur (Gefäße) oder Lunge

  • beschreibt die ventrikuläre Volumenerhöhung bei steigendem Füllungsdruck
  • beeinflusst EDV
    - bei normaler Compliance keine Einschränkung des EDV bis 5mmHg
    - bei verminderter Compliance EDV deutlich geringer (zB durch unelastisches Gewebe)

Card 16

Question

Wie beeinflusst die Füllungszeit das EDV?

Answer

  • Füllungszeit bestimmt von Herzfrequenz
  • Steigerung der Herzfrequenz = Steigerung Kontraktilität
  • unter Ruhebedingung ausreichend Zeit für Füllung
    -> ventrikuläre Füllung ist abgeschlossen, wenn atriole Systole beginnt
  • bei körperlicher Arbeit steigt Herzfrequenz (deutlich) an 
    -> Diastolendauer nimmt ab
    -> Füllungszeit sinkt auch 

Card 17

Question

Was ist die ventrikuläre Kontraktilität?

Answer

Kontraktilität = Kraft & Geschwindigkeit der Herzmuskelverkürzung ohne Einfluss von Vor- und Nachlast

  • mit steigender Kontraktilität steigt SV:
    -> kräftigere & schnellere Kontraktion in kürzerer Zeit
    -> SV und HMZ nehmen zu
    -> Blutdrucksteigerung
  • mit abnehmender Kontraktilität sinkt SV

Beeinflussung der Kontraktilität durch Sympathicus über Noradrenalin/Adrenalin aus NNR

 

 

Card 18

Question

Anpassung HVM bei Arbeit

Answer

HVM = SV x HF 
-> daher Verdopplung HF auch Verdopplung HVM

Steigerung durch Aktivierung des Sympathicus
-> erhöht HF + schnelleren Ablauf von Kontraktion und Erschlaffung

-> bei sehr hoher HF nimmt SV ab, da Füllungsphase nur noch sehr kurz -> dadurch auch Abnahme HVM obwohl steigende HF

Card 19

Question

Elektrische Herzaktivität

Answer

-> Vermittlung der elektrischen Vorgänge über Zellen des Erregungs- & Erregungsleitungssystems
-> Myocardkontraktion durch Aktionspotentiale aus speziellen Herzmuskelzellen des Sinus/AV-Knotens

  • Sinus-Knoten
    = primärer Schrittmacher
  • AV-Knoten
    = sekundärer/Ersatzschrittmachen
    -> Fähigkeit zur spontanen Depolarisation
    -> kann Funktion von Sinusknoten übernehmen, aber mit deutlich niedriger Frequenz
    -> im Normalfall zwingt Sinusknoten seine höhere Frequenz auf 
  • Gap Junctions
    im Herzmuskel bilden funktionelles Syncytium (Zelleinheit)
    -> Übertragung des Schrittmacherpotentials so schnell möglich
  • Herzmuskel-Aktionspotential
    = sehr lang, sodass Relaxation & erneute Füllung zwischen zwei Herzschlägen garantiert ist

Card 20

Question

Wirkung Hormone auf elektrische Aktivität

Answer

Noradrenalin

  • aus sympathischen Nervenendigungen am Sinusknoten
  • Stimulation der Herzfrequenz
  • positiv chronotrope Wirkung
  • Wirkung auf alle Herzmuskelzellen
    -> schnellere und kräftigere Kontraktionen
    = positiv dromotrop, inotrop, lusitrop 

Acetylcholin

  • aus parasympathischen Nervenendigungen am Sinusknoten
  • vermindert die Herzfrequenz
  • negativ chronotrope Wirkung
  • Wirkung nur auf Sinusknoten, AV-Knoten (negativ dromotrop) und Vorhöfe (negativ inotrop)

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