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Kolloquium Handlungsfeld L

Handlungsfeld L

Subject
No category / Others
Language of creation
German
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Cards in this set

Card 1

Question

Was ist bei der Konzeption und Beurteilung einer Klausur (Fach Psychologie/Sekd II) zu beachten?

Answer

  • Leistungsbewertungskonzept der Schule
  • Abiturvorgaben
  • 20% Darstellungsleistung, 80% der Rest
  • Anforderungsbereiche miteinander verknüpfen (Aufgabe 1: Teile von AFB II, Aufgabe 3: Rückbezug)
  • AFBII die meisten Punkte, dann III und dann I
  • Bezug auf zwei Paradigmen

Im Abitur zusätzlich: Bezug auf zwei Disziplinen

Card 2

Question

Was ist der Unterschied zwischen einer Abitur-Klausur und einer EF-Klausur/der ersten Q1-Klausur?

Answer

- andere Kompetenzen in EF und Q1

- Q1 bereitet zunehmen auf das schriftliche Abitur hin, EF noch nicht so stark

- Regelungen bei der Abiturprüfung basieren auf dem Schulgesetz

- Abiturklausur: Fachlich beziehen sich hierbei alle Teile für die am Ende der Qualifikationsphase festgelegten Kompetenzerwartungem

Card 3

Question

Mutter: "Meine Tochter Lisa ist in Ihrem Unterricht auf eine 3 in Psychologie gerutscht, vorher (EPH) stand sie 1. Wie kann das sein?"

Answer

  • Alle starten bei 0
  • Kommt nie in den AFB3
  • Ich mache mir Notizen zu jeder Stunde (Deeskalation durch Dokumentation, "Beweise")

Intervention

  • SuS selber Dokumentation führen, wann hat sie sich gemeldet?
  • Termin, wo man mit Lisa spricht

Rechtlich: jederzeit einen Widerspruch gegen Note

Card 4

Question

Wie benotet man ein Experimentalpraktikum?

Answer

  • Immer transparent machen, welcher Schüler was machen, die Kriterien am Anfang
  • Kriterien: Hypothese, Oeprationalisierung, Durchführung, UV und AV
  • Kriterieller Bewertungsbogen (nicht Erwartungshorizont!)
  • Warum bekommt die Schülerin eine drei, nicht eine zwei? Von der Experimentalanalyse
  • Teile werden protokolliert und dokumentiert und Präsentationsleistung: kann die Person es präsentieren?

Alle müssen anteilig präsentieren

Card 5

Question

Sie setzen im Unterricht kooperative Lernformen in der Erarbeitungsphase ein. Erläutern Sie, wie Sie trotz häufiger GA-Phasen individuelle Noten am Ende des Schul(halb)jahres geben können.

Answer

Bewertungsbogen für kooperatives Arbeiten nach L. Paradies (2005):

1. Sachbezogenheit (z. B. arbeitet konzentriert an der Aufgabe, nutzt die Zeit sinnvoll)

2. Gruppenbezogenheit (z. B. arbeitet gut mit anderen Mitgliedern zusammen, ist bereit Aufgaben zu übernehmen)

3. Selbstbezogenheit (beteiligt sich am Aufstellen von Regeln und hält sich an diese, spricht sachlich und leise zu den anderen)

Bogen wird von Schüler/in und Lehrkraft ausgefüllt bzw. bepunktet; „Teacherprotokoll“ (SuS schätzen sich selbst während der GA z. B. ein);

SuS präsentieren ihren Teil der Gruppenarbeit, diese Präsentationen einzelner SuS sind ungefähr vom gleichen Umfang

Card 6

Question

Ein Schüler einer 9. Klasse ist mit seiner Zeugnisnote nicht einverstanden und wirft ihnen vor, ungerecht zu bewerten. Wie gehen Sie damit um?

Answer

Verhalten und Strategien im Beratungsgespräch:

- Deeskalation

- sachliche Begründung der Note bezogen auf Kriterien für die Beurteilung „Sonstiger Leistungen“

- Rückgriff auf Dokumentationen

- Gemeinsame Entwicklung von Perspektiven für eine Verbesserung der Leistung bzw. Note

Card 7

Question

Sie müssen mal wieder eine Klassenarbeit bzw. eine Klausur korrigieren. Was machen Sie, um subjektive Fehlerquellen der Bewertung zu vermeiden?

Answer

Subjektive Fehlerquellen:

- Halo-Effekt und logische Fehler

- stabile Urteilstendenzen (Tendenz zur Mitte/zu Extremwerten, nicht zu schlecht oder nicht zu gut bewerten)

- Reihenfolgen-Effekte (bei MKP z. B., wenn ein schlechter Schüler direkt nach einem sehr guten geprüft wird) nach Bovet & Huwendiek (2014)

- Einfluss von Zusatzinformationen, Sympathie und Geschlecht, subjektiven Theorien

 

Vermeidungsstrategien:

- alphabetische Reihenfolge der Korrekturen

- Trennung von sprachlicher und inhaltlicher Korrektur von Texten

- stringentes Einhalten des Erwartungshorizontes

- anonymes Korrigieren (Namen überkleben)

Card 8

Question

Inwieweit dürfen SuS bei Ihnen im Unterricht bei der Leistungsbewertung mitwirken?

Answer

Schülerprofil ausfüllen, sich selbst und die eigenen Leistungen einschätzen

Peer-Feedback

Card 9

Question

Wie können Sie bei Ihrer Aufgabenformulierung dazu beitragen, Leistungen herauszufordern?

Answer

- Differenzierte Aufgabenstellungen

- Mindestanforderungen stellen

Transparenz: Operatoren, Anforderungsbereiche 

Progression innerhalb der Aufgaben (AFB I-III), diese bauen aufeinander auf

Differenzierung: Start- bzw. Formulierungshilfen angeben (Scaffolding) 

Musterlösungen besprechen  

kooperative Lernformen, wenn passend

Card 10

Question

Sie stellen die Kriterien der Leistungsbewertung im Bereich der „Sonstigen Leistungen“ zusammen, die Sie den SuS einer neuen Lerngruppe in der ersten Stunde transparent machen möchten. Auf welcher rechtlichen Basis formulieren Sie Ihre Kriterien?

Answer

Bogen zur Selbsteinschätzung der Sonstigen Mitarbeit (nach J. Schmalenbach, 2009) z. B. Quantität der Beteiligung, Qualität der Beteiligung und Sonstige Leistungen

 

Rechtliche Grundlagen der Leistungsbeurteilung

} -BASS (als Gesamtwerk)

} -Schulgesetz § 48-52 / 70

} -APO-SI: Verordnung über die Ausbildung in der SI - §6 – Leistungsbewertung/Klassenarbeiten

} -APO-GOSt: Verordnung über die Bildungsgänge in der gymnasialen Oberstufe/ 3. Abschnitt Leistungsbewertung §13-19

} -ADO (allgemeine Dienstordnung)

} -Richtlinien SI und SII / Kernlehrpläne SI und SII der jeweiligen Fächer

} -schulinterne Fachcurricula

Zusatz Fachkonferenz

SchG § 70 (4): Die Fachkonferenz entscheidet in ihrem Fach insbesondere über - Grundsätze zur fachmethodischen und fachdidaktischen Arbeit, - Grundsätze zur Leistungsbewertung, - Vorschläge an die Lehrerkonferenz zur Einführung von Lernmitteln.

Card 11

Question

Inwiefern können Sie bei der Bewertung von Klausuren in der Sekundarstufe II die SuS auch individuell fördern?

Answer

zusätzlich zum EWH individueller Förderhinweis mit Rückmeldung in Textform: Hervorhebung von Stärken, Verbesserungen im Vergleich zu vorherigen Klausuren und konkrete Hinweise mit Aspekten (sprachlich, methodisch…), die die SuS gezielt üben und verbessern können 

Card 12

Question

Im Zentralabitur werden die Klausuren punktgestützt mithilfe eines EWHs bewertet. Worin sehen Sie Vor- und Nachteile dieser Bewertungsform?

Answer

Vorteile: höchstmögliche Sicherstellung der Erfüllung der Gütekriterien, Erleichterung der Korrektur und Punktevergabe

 

Nachteile: Limitiertheit des EWH, nennt nur gewisse Lösungsmöglichkeiten, teils unklar, wie davon abweichende, aber trotzdem inhaltlich fundierte Ergebnisse zu bepunkten sind, im Unterricht abgedeckte mögliche individuelle Schwerpunkte werden darin nicht berücksichtigt 

Card 13

Question

Eine Schülerin ihres EF-Kurses hat im ersten Quartal krankheitsbedingt (entschuldigt) lange gefehlt und Sie wissen nicht, welche Note Sie ihr geben sollen. Welche Möglichkeit haben Sie, eine Note geben zu können?

Answer

A) In der Sek. II; § 13 APO-GOSt:

Hier geht es um entschuldigte Fehlzeiten (z.B. wegen Krankheit), die eine Teilnahme am Unterricht unmöglich machten. Diese Gründe hat der/die Schüler/in nicht zu verantworten. Das Recht zum Nachschreiben einer Klausur wird durch die Vorlage eines Attests erlangt. Wenn der Zeitraum des Fehlens über einen langen Zeitraum eine Bewertung auf Grundlage von Leistungen im Unterricht unmöglich macht oder der Zeitraum z.B. zum Nachschreiben beider Klausuren eines Halbjahres nicht ausreicht, darf eine Feststellungsprüfung im betreffenden Fach bzw. Fächern nach Rücksprache mit der Schulleitung erfolgen.

 

B) In der Sek. I; Schulgesetz § 48

(4) Werden Leistungen aus Gründen, die von der Schülerin oder dem Schüler nicht zu vertreten sind, nicht erbracht, können nach Maßgabe der Ausbildungs- und Prüfungsordnung Leistungsnachweise nachgeholt und kann der Leistungsstand durch eine Prüfung festgestellt werden.

Card 14

Question

Nachteilsausgleich – für wen ist diese Gesetzesregelung gedacht und wie wirkt sich dieses Gesetz bei der Leistungsüberprüfung aus?

Answer

SuS mit diagnostizierten Lernbeeinträchtigungen (z.B. ADHS): z.B. Verlängerung der Bearbeitungszeit von Klausuren und Tests  

LRS-Erlass: Verlängerung der Bearbeitungszeit von Klausuren und Tests (15 min), Rechtschreibung wird nicht bewerten 

!Ein auszugleichender Nachteil muss immer diagnostiziert sein!

Card 15

Question

Wie können Sie die Ergebnisse einer Leistungsüberprüfung für die Weiterentwicklung des eigenen Unterrichts nutzen?

Answer

Wenn man beispielsweise feststellt, dass viele SuS bei einer bestimmten Kompetenz noch Schwierigkeiten haben, kann man diese im Unterricht gezielt weiter fördern

Card 16

Question

Hausaufgaben bewerten – Dürfen Sie das? Belegen Sie Ihre Meinung mit Hilfe rechtlicher Vorgaben.

Answer

Hausaufgaben dürfen nach dem Hausaufgabenerlass (Schulgesetz Artikel 42) nicht benotet werden, finden jedoch Anerkennung. Eine genauere Aufschlüsselung der vorgegebenen Menge findet sich unter BASS 12 – 63 Nr. 3.

bei häufigem Fehlen der HA kann dies negativ in der Note der sonstigen Mitarbeit berücksichtigt werden

Card 17

Question

Zwei SuS Ihrer Lerngruppe stehen zwischen der Note 4 und 5. Dem einen geben Sie eine 4 auf dem Zeugnis, dem anderen eine 5. Womit können Sie das begründen?

Answer

Gute Dokumentation in allen Kompetenzbereichen; Hier auf mögliche Divergenzen hinweisen. Mögliche Bezugnahme auf die individuelle Bezugsnorm der Notengebung. Divergenz in potenziellen schriftlichen Leistungen. Sonstige Mitarbeit, die über mündliche Note hinausgeht ins Feld führen (hier auch Verhalten, welches dem Lernen entweder zuträglich oder eben nicht zuträglich ist)

Card 18

Question

Ein Schüler nutzt bei der Präsentation einen falschen Fachbegriff und stellt Zusammenhänge nicht in allen Teilen korrekt dar. Wie gehen Sie damit um? / Wie fördern Sie den konstruktiven Umgang mit Fehlern?

Answer

Die Lehrperson hilft, indem sie
- Fragen noch einmal anders stellt (paraphrasiert),
- Mimik, Gestik und Bilder einsetzt,
- Erläuterungen gibt,
- den Inhalt einer sprachlich fehlerhaften Aussage positiv aufgreift,
- die richtige Antwort vorgibt bzw. Alternativen aufzählt.
 

--> positive Lernatmosphäre, in der Fehler sowohl von SuS als auch von Lehrkräften als notwendiger Teil des Lernprozesses und als Lerngelegenheiten gesehen werden

Card 19

Question

Wieso haben Sie in Ihrem Unterricht Wert auf die Förderung aller SuS gelegt und wo sehen Sie Grenzen?

Answer

Jeder Lernende hat nach Schulgesetz Artikel 1 ein Anrecht auf individuelle Förderung, innere und äußere Differenzierungen bieten zusätzliche Fördermöglichkeiten, Bedeutung von individuellem Feedback: sowohl mündlich als auch schriftlich (bei Lernprodukten oder als Förderhinweis unter Klausuren/Klassenarbeiten) 

Grenzen sind ohne geschultes Personal bei Lernbehinderungen oder bei der Vorbereitung auf zentrale Klausuren denkbar, auch Grenzen im Sinne von zeitlichen Aspekten und Arbeitsbelastung für Lehrkräfte

Card 20

Question

Wie bewerten Sie die Gruppenarbeit derjenigen SuS, die Ihre Ergebnisse heute nicht präsentieren konnten bzw. wollten?

Answer

Abhängig vom Aufgabendesign, Bewertung kann schlechter ausfallen, sofern eine Präsentation vorher kommuniziert wurde. Produkt (Text, Plakat, etc.) kann natürlich dennoch bewertet werden. Bei Diagnosen, die ein Vortragen verhindern (oder auch sonst) sind alternative Vortragsarten, z.B. PPP mit Kommentar denkbar.

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