Back to overview

Kommunikations Klausur

Alle Fragen

Subject
Humanities / Others
Language of creation
German
46 flashcards No ratings yet 0 views
Add to my sets

Sign in to add this set to your collection. You will return here afterwards.

Cards in this set

Card 1

Question

Das 1. Axiom: Man kann nicht nicht kommunizieren. 

Answer

  • Wir stehen immer in irgendeinem Verhaltenszusammenhang mit unserer Umwelt
  • Wir haben die freie Entscheidung auch mal nicht zu kommunizieren
  • Wir kommunizieren dann immer irgendwie
  • Wir können zwar kommunizieren, aber irgendwie auch wieder nicht
  • Wir können gar nicht aufhören uns verbal mitzuteilen

Card 2

Question

Das 2. Axiom: Jede Kommunikation hat einen Inhalts- & Beziehungsaspekt, derart, daß letzerer den ersteren bestimmt.

 

Was genau meint Watzlawick damit?

Answer

  • Der Inhaltsaspekt von Kommunikation wirkt auf den Beziehungsaspekt
  • Der Beziehungsaspekt von Kommunikation hat Einfluss auf den Inhaltsaspekt
  • Der Beziehungsaspekt wird von dem Inhaltsaspekt determiniert
  • Auf der Beziehungsebene wird verabredet, was auf der Inhaltsebene verhandelt wird
  • Auf der Inhaltsebene werden die Beziehungen festgelegt

Card 3

Question

Das 5. Axiom: Zwischenmenschliche Kommunikationsabläufe sind entweder symmetrisch oder komplementär, je nachdem, ob die Beziehung zwischen den Partnern auf Gleichheit oder Unterschiedlichkeit beruht. 

 

Was genau ist in diesem Zusammenhang für Watzlawick eine gesunde Beziehung?

Answer

  • Wenn 2 Menschen sich einig darüber sind, worüber sie inhaltlich sprechen
  • Wenn beide Kommunikationspartnerinnen die gleichen Redeanteile haben
  • Das sind Beziehungen, die geklärt sind und nicht ständig neu verhandelt werden müssen
  • Wenn eine Kommunikationspartnerin schweigt, während die andere spricht
  • Das sind Beziehungen, die eher symmetrisch als asymmetrisch gestaltet werden

Card 4

Question

Diese Ich- und Du- Definitionen haben ihre eigene hierarchische Ordnung. Angekommen, A offeriert B eine Definition seiner selbst. A kann dies auf verschiedene Art und Weisen tun, doch wie immer er seine Mitteilung auf der Inhaltsebene formulieren mag, der Prototyp seiner Mitteilung wird auf der Beziehungsstufe immer auf die Aussage "So seh ich mich selbst" hinauslaufen. 

Wie könnte A ihr Beziehungsgestaltungsangebot (Definition ihrer Selbst) an B hierarchisch organisieren?

Answer

  • A könnte die überlegene Sprecherinnenposition einnehmen
  • A könnte B fragen, welche hierarchische Position denn für B angenehm wäre
  • A könnte eine symmetrische Sprecherinnenposition einnehmen
  • A könnte gar keine Position in einer Hierarchie einnehmen
  • A könnte mit B die hierachische Position erst aushandeln

Card 5

Question

Alltägliche Erfahrung läßt jedoch keinen Zweifel darüber, daß ein Großteil unserer Kommunikation gerade diesem Zweck dient und nicht etwa nur dem Informationsaustausch. Es hat den Anschein, als ob wir Menschen mit anderen zum Zweck der Erhaltung unsers Ichsbewusstsein kommunizieren müssen

Wenn Kommunikation nicht dem Informationsaustausch dient, wozu dient sie dann?

Answer

  • Sie dient der Gesundheit meiner Gesprächspartnerin
  • Sie dient der Bestätigung meiner eigenen Identität durch die Anerkennung des jeweils anderen
  • Sie dient meiner eigenen Gesundheit
  • Sie dient dazu, dass ich den jeweils Anderen anerkenne
  • Sie dient dazu, dass ich und mein Gegenüber beide bei guter Gesundheit möglichst lange überlebe

Card 6

Question

Viele Naturwissenschaftlicher sind der festen Überzeugung, die Naturwissenschaften seien in der Lage, zumindest annäherungsweise gültige Aussagen über die Realität zu erlangen. Dazu sei eine genaue Betrachtung der Prozesse des Erkenntnisgewinns in der Physik, der Chemie, der Biologie usw. sowie der neurobiologischen und psychologischen Grundlagen von Wahrnehmung und Erkenntnis nötig.

Warum glaubt G. Roth, dass genau das den Naturwissenschaften nicht gelingen wird?

Answer

  • Weil die Naturwissenschaften nur mit Vorstellung und Modellen umgehen, die das Gehirn sich selbst konstruiert hat.
  • Weil die Realität etwas grundsätzlich anderes ist als das, was wir uns von ihr in unserem Gehirn als Wirklichkeit über sie zurechtlegen.
  • Weil die Naturwissenschaften noch nicht die richtigen Messinstrumente besitzen, um sehr kleine und sehr große Dinge zu untersuchen.
  • Weil unsere Sinnesorgane nicht das gesamte Spektrum an möglichen physikalischen Ereignissen in unserer Umwelt erfassen können; wir können kein Ultraschall hören und keine Infrarot sehen
  • Weil die Naturwissenschaften nur noch nicht hoch genug entwickelt sind; irgendwann schaffen sie es aber.

Card 7

Question

Hier scheint das Dilemma zu bestehen, dass wir mithilfe unserer Wahrnehmung und unserer kognitiven Leistungen die psychologischen Voraussetzungen und neurobiologischen Grundlagen dieser Leistungen erkennen wollen. Kürzer gesagt: Das Gehirn muss sich selber untersuchen.

Was genau ist jetzt hier das Dilemma?

Answer

  • Die psychologische Forschung kann das Zusammenspiel von Emotion und Kognition nicht hinreichend erklären.
  • Die Neurobiologie hat noch nicht das gesamte Gehirn in seiner Komplexität abgebildet.
  • Das Gehirn produziert ja eigentlich selbst die Modelle und Konstruktionen, mit denen es seine eigene Funktionsweise erklären will.
  • Die Neurobiologie kann das Zusammenspiel von Hormon-, Nerven- und Immunsystem noch nicht erklären.
  • Die Synapsen und Neuronen, die die Neurobiologie unter dem Mikroskop „sieht“, sind Teil eben genau der Realität, zu der es eigentlich gar keine Zugang hat.

Card 8

Question

„Nervenzellen und damit das Gehirn sind nämlich für die Umweltreize einschließlich der körpereigenen Reize unempfänglich, und es ist deshalb die Funktion der Sinnesrezeptoren, diese in solche elektrochemische Signale umzuwandeln, welche die Nervenzellen erregen können. Diese Signale sind aber nach ihrer Umwandlung (…) entweder als chemische Signale (Transmitter) oder als elektrische Signale (…) alle mehr oder weniger dieselben unabhängig von der Modalität der Sinnesreize (taktil, visuell, auditorisch usw.), sie sind primär bedeutungsfreie Signale, […].

 

Warum sind dieses Signale „primär bedeutungsfreie“ Signale?

Answer

  • Weil Bedeutung etwas anderes ist als eine chemische Neurotransmitterzusammensetzung z.B. oder als ein elektrisches vergleichbares Signal in den Nervenbahnen.
  • Die Signale müssen „primär bedeutungsfrei“ sein, weil sie sonst nicht weitergeleitet werden können.
  • Die Neuronen und Synapsen sind zu klein, dass in ihnen bereits Bedeutung entstehen könnte.
  • Weil „Bedeutung“ erst das Ergebnis des Verarbeitungsprozessen von neuronalen Ereignissen ist.
  • Die Signale würden sonst die Originalität, die Echtheit und die Präzision der Umweltreize verfälschen.

Card 9

Question

Es kann also allein schon aufgrund der Bauprinzipien von Sinnesrezeptoren bzw. -organen, Nervenzellen und Gehirnen keine verlässliche Korrespondenz zwischen Realität und Wirklichkeit geben. Ob und inwiefern ein Wahrnehmungsinhalt ganz oder partiell irgendeinem externen Geschehen entspricht, ist grundsätzlich nicht überprüfbar, denn hierzu müssten die Gehirnmechanismen aus sich selbst heraustreten können. Es können vom Gehirn immer nur Konstrukte (Beobachtungen, Denkakte) mit anderen Konstrukten vergleichen werden, und das Ergebnis dieses Vergleichs ist immer mit Unsicherheit behaftet.

Was genau ist jetzt der Unterschied zwischen Realität und Wirklichkeit?

Answer

  • Wirklichkeit und Realität sind das Gleiche, nur an zwei verschiedenen Orten: Wirklichkeit im Gehirn und Realität in der Umwelt.
  • Realität ist das, was das Gehirn in seiner Wirklichkeit als eine ihm nicht zugängliche Welt außerhalb des Gehirns annimmt.
  • Wirklichkeit ist die Art von Konstruktionsergebnis, die das Gehirn durch die präzise Abbildung der äußeren Ereignissen der Realität erhält.
  • Die Wirklichkeit kann durch die Konstruktionsleistung des Gehirns erkennen, wie die Realität in der realen Welt aussieht.
  • Wirklichkeit ist die Art von Konstruktionsergebnis, mit der das Gehirn von innen heraus aufgrund von äußeren Anlässen umgehen muss.

Card 10

Question

Insofern wundert es auch nicht, dass es im Einzelfall oft Diskussionen darum gibt, was ein Risiko ist und wie hoch die Risikobehaftetheit bestimmter Entscheidungen zu veranschlagen ist. Besonders auffällig ist hier der Graben zwischen Experten und Laien: Experten sehen Laien häufig als subjektiv, emotional und infolgedessen irrational, Laien fühlen sich in ihren Befürchtungen nicht ernst genommen und durch Experten bevormundet - die zudem in der Öffentlichkeit als zerstritten und uneins wahrgenommen werden.

Worin genau sieht A. Leppin den entscheidenden Unterschied zwischen Laien und Experten?

Answer

  • Experten sind oft nicht so gut darin Laien die Risiken so zu erklären, dass Letztere dadurch ihre Angst vor den Risiken verlieren.
  • Laien fühlen sich von den Experten nicht richtig ernst genommen.
  • Experten behandeln Laien gerne von oben herab, da die Laien Risiken nach Meinung der Experten viel zu emotional beurteilen
  • Laien können die Risiken oft nicht genauso gut durchschauen wie die Experten.
  • Laien entwickeln gerne ihr eigenes, ganz persönliches Verständnis eines Risikos, das nur in einigen Fällen mit dem der Experten übereinstimmt.

Card 11

Question

Ein grundsätzliches Problem, auf das im Folgenden noch einzugehen ist, besteht darüber hinaus darin, dass Wahrscheinlichkeitsaussagen in der Öffentlichkeit häufig als die Vorhersage spezifischer realer Ereignisse, nicht als Wahrscheinlichkeit hypothetischer Ereignisse interpretiert werden. 

Was genau ist hier das grundsätzliche Problem?

Answer

  • Von der allgemeinen Bevölkerung werden statistische Angaben über Risiken oft als nur mögliche Vorhersage von Ereignissen in der Zukunft verstanden.
  • Von der allgemeinen Bevölkerung werden statistische Angaben oft als zu ungenau in ihren Vorhersagen abgetan.
  • Von der allgemeinen Bevölkerung werden statistischen Risikoabschätzungen oft nicht mit dem eigenen persönlichen Risiko verglichen.
  • Von der allgemeinen Bevölkerung werden Risikoabschätzungen nicht als statistischen Angaben über die Möglichkeit des Auftretens eines Ereignisses verstanden.
  • Von der allgemeinen Bevölkerung werden statistische Angaben über Wahrscheinlichkeiten mit dem realen Vorkommnissen in Welt gleichgesetzt.

Card 12

Question

Jenseits aller prävalenten Informationsverarbeitungsdefizite hat die Kommunikation von Risiken nämlich mit einem grundsätzlichen Problem zu kämpfen: dem fehlenden Maßstab dafür, was in jedem Einzelfall eine adäquate Risikoeinschätzung ist.

Was genau ist hier jetzt das grundsätzliche Problem?

Answer

  • Statistische Daten über Risikoabschätzungen, die aus Massendaten gewonnen werden, können keine Aussagen über das tatsächliche Eintreten eine einzelnen Falles machen.
  • Statistische Daten über Risikoabschätzungen können keine Angaben über das wahrscheinliche Auftreten z.B. einer Erkrankung für eine bestimmte Person treffen.
  • Statistische Daten über Risikoabschätzungen, die aus Massendaten gewonnen werden, können keine Aussagen über das Risiko eines einzelnen Falles machen.
  • Auch die Abschätzung eines persönlichen Risikos gibt keine Sicherheit darüber, ob man z.B. an einer bestimmten Erkrankung denn nun tatsächlich auch erkranken wird.
  • Statistische Daten über Risikoabschätzungen bergen den Fehler, dass sie oft nur mit retrospektiven Daten zusammengestellt wurden.

Card 13

Question

„Alles in allem spricht die Befundlage dafür, dass subjektive Risikoeinschätzungen in vielen Fällen alles andere als neutrale Bewertungen der situativen Anforderung sind - und dies auch gar nicht sein können -, sondern selbst Bewältigungsprozesse in einer als stressreich erlebten Situation darstellen.

Was genau meint A. Leppin damit?

Answer

  • Subjektive Risikoeinschätzungen stellen den Versuch dar, aus einem objektiven Risiko einen persönlichen Bezug herzustellen.
  • Subjektive Risikoeinschätzungen sind oft der erste Versuch mit der erhaltenen Information irgendwie umgehen zu können.
  • Subjektive Risikoeinschätzungen sind der Versuch einer Person mit einem objektiven Risiko rational umgehen zu können.
  • Subjektive Risikoeinschätzungen können zu keinem Zeitpunkt auch nur annähernd so etwa wie eine neutrale Bewertung eines persönlichen Risikos sein.
  • Subjektive Risikoeinschätzungen sind notwendig, um mit einem objektiven Risiko in der individuellen Lebenswelt adäquat umgehen zu können.

Card 14

Question

Evidenzbasierte Gesundheitsinformationen unterstützen die individuelle Entscheidungsfindung der Patientinnen und Patienten im Einklang mit ihren persönlichen Werten. Evidenzbasierte Gesundheitsinformationen sollen Wissen verbessern und realistische Erwartungen über Nutzen und Schaden von medizinischen Interventionen erzeugen."

Was also sollen Evidenzbasierte Gesundheitsinformationen alles können?

Answer

  • Sie sollen Patientinnen und Patienten dabei helfen, z. B. die Anweisungen des medizinischen Personals besser folgeleisten zu können.
  • Sie sollen Patientinnen und Patienten dabei helfen, sich z. B. spezielles Fachwissen in Bezug auf eine bestimmte medizinische Intervention aneignen zu können.
  • Sie sollen Patientinnen und Patienten dabei helfen, z. B. die Risiken und Nebenwirkungen einer medizinischen Intervention realistisch einschätzen zu können.
  • Sie sollen Patientinnen und Patienten dabei helfen, z.B. ihre Entscheidung aufgrund ihrer eigenen Wertvorstellungen zu formulieren.
  • Sie sollen Patientinnen und Patienten dabei helfen, z. B. den Stress, der aus der Angst vor einer bestimmten medizinischen Intervention entstehen kann, etwas abzumildern.

Card 15

Question

„Es muss über den natürlichen Verlauf einer Erkrankung beziehungsweise des Beschwerdebildes informiert werden. Zudem müssen alle Optionen genannt werden, einschließlich der Möglichkeit, auf eine Intervention (vorerst) zu verzichten. Das gilt sowohl für präventive und diagnostische als auch therapeutische Maßnahmen. […] Das Fehlen von Evidenz muss ebenfalls offengelegt werden. Im Falle diagnostischer Maßnahmen und Screening-untersuchungen müssen Daten zu möglichen falschen Ergebnissen beziehungsweise den Vorhersagewerten für positive beziehungsweise negative Testergebnisse kommuniziert werden.“

 

Das heißt jetzt genau?

Answer

  • Die Informationen müssen Angaben darüber enthalten, welche rechtlichen Schritte man anwenden kann, wenn etwas schiefgegangen ist.
  • Die Informationen müssen Angaben darüber enthalten, was passiert, wenn keine medizinische Intervention erfolgt.
  • Die Informationen müssen Angaben darüber enthalten, dass es noch keine gesicherten Erkenntnisse gibt.
  • Die Informationen müssen Angaben darüber enthalten, wieviel die medizinische Intervention kosten wird.
  • Die Informationen müssen Angaben darüber enthalten, was die Patientin oder der Patient hätte tun können, um die aufgetretene Krankheit zu vermeiden.

Card 16

Question

Um die Bedeutung von Gesundheitsstatistiken einzuschätzen, müssen Patienten und Ärzte zu nächst verstehen, dass es so etwas wie Gewissheit oder Sicherheit nicht gibt.“

Was bedeutet das für evidenzbasierte Gesundheitsinformationen?

Answer

  • Evidenzbasierte Gesundheitsinformationen dürften dann keine Wahrscheinlichkeitsaussagen machen
  • Evidenzbasierte Gesundheitsinformationen müssten dann den Leserinnen und Lesern um so mehr Sicherheit vermitteln.
  • Evidenzbasierte Gesundheitsinformationen müssten diese Unsicherheit sprachlich präzise zum Ausdruck bringen.
  • Evidenzbasierte Gesundheitsinformationen müssten vorsichtiger mit Aussagen über mögliche Ereignisse in der Zukunft umgehen.
  • Evidenzbasierte Gesundheitsinformationen dürften dann keine absoluten Risikoreduktionen (ARR) nennen.

Card 17

Question

„Das Problem relativer Risiken ist, dass sie – im Gegensatz zu absoluten Risiken – die Basisrate aussparen. So kann zum Beispiel eine Risikoreduktion von 50 % eine Reduktion von 2 auf 1 von je 100000 Menschen bedeuten. Allerdings kann es auch eine Reduktion von 20000 auf 10000 von je 100000 Menschen bedeuten, was ein sehr viel relevanterer Effekt wäre.“

Warum sollen relative Risiken in Gesundheitsinformation eigentlich gar nicht verwendet werden?

Answer

  • Weil relative Risiken keine echten Risiken sind.
  • Weil relative Risiken die Realität der zugrunde liegenden Verhältnisse zu präzise abbilden.
  • Weil relative Risiken ihre Basisraten nur annäherungsweise mit verdeutlichen.
  • Weil relative Risiken keinen Bezug zu der zugrundeliegenden Grundgesamtheit darstellen.
  • Weil relative Risiken die Eigenschaft haben, das wahre Ausmaß ihrer Relation nicht deutlich darzustellen.

Card 18

Question

„Die offizielle Sprache ist den gleichen Interessen verpflichtet wie der Staat, und zwar sowohl ihrer Genese, als auch ihrem gesellschaftlichen Nutzen nach. Mit der Konstituierung des Staates werden auch die Bedingungen für die Konstituierung eines einheitlichen, von der offiziellen Sprache beherrschten sprachlichen Marktes geschaffen: Diese für offizielle Räume (Bildungswesen, öffentliche Verwaltungen, politische Institutionen usw.) obligatorische Staatssprache wird zur theoretischen Norm, an der objektiv alle Sprachpraxen gemessen werden.“

Was genau ist die offizielle Sprache?

Answer

  • Die Sprache, die zu allen offiziellen Anlässen des Staates geschrieben und gesprochen wird.
  • Die Sprache, die nur bei bestimmten offiziellen Anlässen des Staates geschrieben und gesprochen wird.
  • Die Sprache, die nur in der öffentlichen Verwaltung im offiziellen Schriftverkehr benutzt werden sollte.
  • Die Sprache, die als höchstes sprachliches Gut eines Staates auf dem Sprach-Markt gehandelt wird.
  • Die Sprache, die neben anderen Sprachen auf dem sprachlichen Markt gehandelt wird.

Card 19

Question

„Das Bildungssystem, dessen Einfluß während des ganzen 19. Jahrhunderts an Breite und Tiefe zunimmt, hat sicher ganz direkt dazu beigetragen, die volkstümlichen Ausdrucksweisen zu entwerten, die nun auf den Stand des „Jargons“ oder „Kauderwelsch“ zurückgedrängt (und von den Schulmeistern angekreidet) werden, um die Anerkennung der legitimen Sprache durchzusetzen. Entscheidend für die Entwertung der Dialekte und die Einführung der neuen Hierarchie des Sprachgebrauchs dürfte aber wohl die Dialektik von „Bildung“ und „Arbeitsmarkt“ sein […].“

Warum soll nach Bourdieu die Dialektik von „Bildung“ und „Arbeitsmarkt“ entscheidend für die Entwertung der Dialekte gewesen sein?

Answer

  • Weil die Entwertung der Dialekte sich so über „schlechtere“ oder „fehlende“ Bildungstitel um so verheerender auf dem Arbeitsmarkt auswirken konnten.
  • Weil auf dem Arbeitsmarkt dringend eine offizielle Staats-Sprache benötigt wurde.
  • Weil die alten Dialekte nicht von allen Angehörigen einer Sprachgemeinschaft auf dem Arbeitsmarkt gesprochen und verstanden wurden.
  • Weil der Staat so ein weiteres Distinktionsmittel zu sozialen Kontrolle bereithalten konnte.
  • Weil Bildung und Arbeitsmarkt zwei unabhängig von einander operierende Kontrollmechanismen sind.

Card 20

Question

„Die Sprachkompetenz, die ausreicht, um Sätze zu bilden, kann völlig unzureichend sein, um Sätze zu bilden, auf die gehört wird, Sätze, die in allen Situationen, in denen gesprochen wird, als rezipierbar anerkannt werden können.“

Und das bedeutet jetzt genau?

Answer

  • Meine Sprachkompetent muss immer noch der geforderten Fach-Sprache angepasst werden.
  • Auch wenn ich die offizielle „Hoch-“ Sprache beherrsche, heißt das nicht, dass ich immer und überall auch gehört und nachgesprochen werde.
  • Es gibt halt Situationen, in denen mein sprachliches Vermögen dann doch noch zu gering ist, um rezipierbare Sätze bilden zu können.
  • Es gibt wohl weitere hierarchisch organisierte Exklusionsmechanismen, die mir den Zugang zu einem rezipierbaren Sprachmarkt verwehren.
  • Es gibt eben auch ganz offizielle Zeremonien (Trauung, Begräbnis, Schiffstaufe), bei denen ich trotz meiner ausgezeichneten Sprachkompetenz eben einfach nicht berechtigt bin zu sprechen.

How to use this set

Read the preview and check whether the content and answers suit your learning goal. You can add the public set to your sets to study it. Your account shows the available actions.

Rejoining the server...

Rejoin failed... trying again in seconds.

Failed to rejoin.
Please retry or reload the page.

The session has been paused by the server.

Failed to resume the session.
Please reload the page.