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Mehrsprachigkeit, Deutsch als Zweitsprache und Interkulturalität

Discover Mehrsprachigkeit, Deutsch als Zweitsprache und Interkulturalität: 31 flashcards with questions and answers.

Subject
Humanities / Pedagogy
Language of creation
German
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Cards in this set

Card 1

Question

Deutsch als Erstsprache (L1) – DaM

Answer

  • umgangssprachlich auch Deutsch als Muttersprache wissenschaftlich nicht geeignet, da: Muttersprache eine emotionale Konnotation hat; man kann mehrere Muttersprachen haben; man muss nicht die Erstsprache von der Mutter lernen
  • die/eine der Erstsprache ist Deutsch
  • die Sprache wird erworben (ungesteuert, ‚automatisch‘, im Alltag, ‚einfach so‘…)
  • viel sog. Sprachgefühl, wenig Regelkenntnis
    • z.B. Partizipien: gesaugt vs. gesogen; umfahren vs. umgefahren
    • z.B. Präpositionen: aus Freude vs. vor Freude
    • z.B. Kasus: Ich gebe ihm den Tiger vs. Ich gebe ihn dem Tiger.
  • DaM-Kompetenz variiert u.a. in Abhängigkeit von Alter, sozioökonomischem Hintergrund usw.
  • Sprache vs. Varietäten: Innere Mehrsprachigkeit (wenn der Unterschied zu gering ist und man sich verständigen kann ohne eine Übersetzung z.B. Alltagssprache und Bildungssprache)

Card 2

Question

Deutsch als Zweitsprache (L2) – DaZ

Answer

  • Erstsprache(n) ist/sind nicht Deutsch, sondern z.B. Türkisch, Albanisch, Englisch,…
  • Umgebungssprache ist Deutsch und damit ein „Muss“ (Alltagssprache, Schulsprache)
  • Sprache wird ab einem Alter von drei Jahren erworben (ungesteuert, ‚automatisch‘, im Alltag, ‚einfach so‘…) -->Unterscheidungsmerkmal zu Erstsprache(n) ist die zeitliche Versetzung
  • DaZ-Kompetenz variiert in Abhängigkeit von Kontaktdauer zum Deutschen und sozioökonomischem Hintergrund usw. -->heterogene Ausgangslage im Unterricht

Card 3

Question

Deutsch als Fremdsprache - DaF

Answer

  • Erstsprache(n) ist/sind nicht Deutsch, sondern z.B. Türkisch, Albanisch, Englisch,…
  • Umgebungssprache ist eine andere Sprache als Deutsch (z.B. Japanisch in Japan), Deutsch ist somit ein „Plus“ (zusätzliche Qualifikation)
  • Sprache wird im Fremdsprachenunterricht systematisch gelernt, d.h. gesteuert angeeignet
  • L1 bleibt dominant
  • DaF-Unterricht: eher homogene Ausgangslage

Card 4

Question

Herkunftssprachliche Unterricht (HSU)

Answer

Der herkunftssprachliche Unterricht (HSU) ist ein Angebot für Schülerinnen und Schüler, die zweisprachig aufwachsen

  • nicht für die Mehrheitsgesellschaft geöffnet
  • führt dazu, dass der Unterricht von Anfang an weniger Prestige hat als Unterricht, der für die Mehrheitsgesellschaft geöffnet ist
  • erkennbar auch an der Struktur: findet meist nachmittags statt; Lehrkräfte der Schule kennen häufig die Fachlehrkräfte nicht

Card 5

Question

Fremdsprachenunterricht (FU)

Answer

Fremdsprachenunterricht (FU) bezeichnet das Lehren und das Erlernen einer Sprache, die nicht zu der/den Erstsprachen gehört

  • hat mehr Prestige, da es für alle ist

Card 6

Question

Basisqualifikationen

Answer

  • phonische Basisqualifikation
  • pragmatische Basisqualifikation I
  • semantische Basisqualifikation
  • morphologisch-syntaktische Basisqualifikation
  • diskursive Basisqualifikation
  • pragmatische Basisqualifikation II
  • literale Basisqualifikation I
  • literale Basisqualifikation II

-->sind eng miteinander verknüpft und greifen ineinander  

Card 7

Question

phonische Basisqualifikation

Answer

  • Grundlage für die sprachliche (nicht-literale, also mündliche) Kommunikation
  • umfasst Wahrnehmung, Unterscheidung und Produktion von Lauten, Silben, Wörtern, intonatorischen Strukturen
  • wird in der pränatalen Phase bereits vorbereitet
  • innerhalb der ersten Lebensjahre weitgehend abgeschlossen
  • sprachabhängig

Card 8

Question

pragmatische Basisqualifikation I

Answer

  • kommunikative Grundlage für die Aneignung von Sprache
  • elementare sprachliche Handlungsmuster
  • Unterscheiden zw. eigener Perspektive vs. Perspektive des Interaktionspartners („Theorie des Geistes“, Hörerorientierung)
  • Kommunikation im familiären Rahmen

Card 9

Question

semantische Basisqualifikation

Answer

  • Wörteraneignung, Begriffsbildung, Übertragung von Bedeutungen (Metaphern, Redewendungen), Satzbedeutungen
  • Produktion erster Wörter im Alter von etwa einem Jahr
  • Ausdifferenzierung des Wortschatzes auch im Schul- und Erwachsenenalter (z.B. Fachbegriffe, Metaphern)

Card 10

Question

morphologisch-syntaktische Basisqualifikation

Answer

  • umfasst die traditionellen Bereich der Grammatik
  • unterschiedlicher Aneignungsverlauf je nach sprachtypspezifischer Beschaffenheit einer Sprache
  • Erstspracherwerb Deutsch: wesentliche Kompetenzaneignung in den ersten 6 Jahren
  • Aneignung komplexerer syntaktischen Strukturen (z.B. Passiv) in der Schulzeit

Card 11

Question

diskursive Basisqualifikation

Answer

  • grundlegende Struktur der formalen sprachlichen Kooperation:
  • Verfahren des Sprecher*innenwechsels
  • wird bereits im ersten Lebensjahr vorsprachlich eingeübt und bis ins Schulalter hinein ausdifferenziert
  • Befähigung zum komplexen zweckgerichteten sprachliches Handeln mit anderen
  • zentral: Aneignung von Erzählfähigkeit (ab 3 Jahren bis ins Schulalter)

Card 12

Question

pragmatische Basisqualifikation II

Answer

  • Kommunikation mit Eintritt in eine Bildungsinstitution
  • z.B. Zweck einer Lehrer*innenfrage (im Unterschied zu einer Frage zuhause oder auf dem Spielplatz)

Card 13

Question

literale Basisqualifikation I

Answer

  • präliterale Vorläuferfähigkeiten (Kinder tuen so als ob sie schreiben oder lesen)
  • Erkennen und Produzieren von Schriftzeichen
  • Beginn meist im Vorschulalter
  • erste Erfahrungen mit Texten

Card 14

Question

literale Basisqualifikation II

Answer

  • Erkennen und Nutzen orthographischer Strukturen beim Lesen und Schreiben
  • Aufbau schriftlicher Textualität
  • u.a. Entwicklung von Sprachbewusstheit
  • Beschäftigung mit Schrift

Card 15

Question

(Zweit-)Spracherwerbshypothesen - Kontrastivhypothese

Answer

  • geht davon aus, dass das was sich sprachtypologisch sich sehr stark unterscheidet, dass das schwieriger ist in der Aneignung als das, was ähnlich oder fast identisch ist
  • ist widerlegt (z.B. „th“ ist im Englischen meist nicht schwierig, obwohl es dies nicht im Deutschen gibt)
  • in einer geschwächten Form dieser Hyperthese wird jedoch heute noch gearbeitet, weil es Fehler erklären kann (z.B. „die Baum“, da im arabischen Baum feminin ist)

Card 16

Question

(Zweit-)Spracherwerbshypothesen - Interdependenzhypothese

Answer

  • geht davon aus, dass wen man sprachlogische und strategische Kompetenzen in einer Sprache erlernt hat, dass man diese auch auf eine andere Sprache übertragen kann
  • demnach ist es sinnvoll den Erstspracherwerb weiter zu fördern, da dies auch positive Auswirkungen auf den Zielsprachenerwerb haben kann

-->Sprache wird nicht unabhängig voneinander erworben

Card 17

Question

(Zweit-)Spracherwerbshypothesen - Annahme der getrennten Entwicklung

Answer

  • geht davon aus, dass die Sprachen völlig unabhängig voneinander gelehrt und gelernt werden
  • es gibt keine Interdependenz

Card 18

Question

Teachability-Hypothese

Answer

  • didaktische Hypothese
  • geht davon aus, dass man nur ein Phänomen unterrichten kann, was in der Zone der nächsten Entwicklung liegt; alles andere ist für SuS nicht aufnehmbar oder sogar kontraproduktiv
  • große Studie dazu „Alles für die Katz“
    • es ging um Deutschunterricht bei schweizer SuS, die französisch sprechen
    • gezeigt wurde, dass alles, was in der Zone der nächsten Entwicklung lag, konnte gut gelehrt und gelernt werden und alles andere war quasi Zeitverschwendung

Card 19

Question

Erst-, Zweit-, Fremdsprache(n)-kontext

Answer

Erstspracherwerb

Zweitspracherwerb

Fremdspracherwerb

Referenzrahmen zur alterspezifischen

Sprachaneigung

(Ehlich/ Bredel/Reich 2008)

 

früher Zweitspracherwerb à Referenzen zum Erstspracherwerb

Gemeinsamer

europäischer

Referenzrahmen

(Kann-Beschreibungen, A1-C2)

 

„Deutsche Sprache - schwere Sprache“:

  • Orthographie
  • …

 

später Zweitspracherwerb à Referenzen zum Fremdspracherwerb

„Deutsche Sprache - schwere Sprache“:

  • Aussprache
  • Genus, Artikel
  • Grammatik
  • …

Zone der nächsten Entwicklung

(ich kann mir nur das aneignen, was auch als nächste Entwicklung angelegt ist; ich kann keine Stufe überspringen; Tempo ist unterschiedlich)

u-kurvenförmige Aneignung

(es gibt nicht nur eine stufenförmige Aneignung; z.B. Kinder sagen etwas richtig; erkennen dann die gramm. Struktur und es kommt Übergeneralisierung und si machen Fehler; zum Schluss erkennen sie die Ausnahmen und machen den Fehler nicht mehr)

 

Zone der nächsten Entwicklung

u-kurvenförmige Aneignung

Zweitspracherwerbshypothesen

  • Kontrastivhypothese
  • Interdependenzhypothese
  • Annahme der getrennten Entwicklung

 

 

Teachability-Hypothese

Card 20

Question

elizitieren

Answer

jemandem etwas entlocken

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