nicht weiter zerlegbare Stoffwechselprodukte
-> Ausscheidung in wesentlichen Mengen nur über Niere möglich
Card 3
Question
Wie ist der prinzipielle Ablauf der selektiven Ausscheidung harnpflichtiger Substanzen?
Answer
über Filtration an Glomeruskapillaren Ausscheidung aller niedermolekularen Solute in Tubuli
tubuläre Resorption der verwertbaren Stoffe
tubuläre Sekretion mancher Stoffe ins Lumen
übrigbleibende Stoffe verbleiben im Tubulussystem und werden als Harn ausgeschieden
Card 4
Question
Aufbau Niere
Answer
Niere besteht aus Großzahl an Läppchen
-> äußere Rinde = Cortex renis
-> inneres Mark = Medulla renis
in Läppchen Nephrons = Funktionseinheit der Niere
Card 5
Question
Aufbau Nephron
Answer
am Beginn des Nephrons doppelwandige Kapsel = Bowman-Kapsel
-> eingebettet in Kapillarknäuel = Glomerulus
proximaler Tubulus: vom Nephron abgehend
-> langer Anfangsteil in Rinde als Konvulut
-> kurzer gerader Anteil in Mark
Henle-Schleife
-> zunächst gerader Anteil des proximalen Tubulus
-> absteigender Ast der Henle-Schleife (dünn)
-> aufsteigender Ast der Henle-Schleife (dick)
distaler Tubulus
-> mündet in Sammelrohrsystem
grundsätzliche Anordnung der Henle-Schleife immer gleich, aber Länge abhängig von topographischer Lage in der Niere
-> oberflächliche Tubuli = kurze Schleifen; tiefe Tubuli = lange Schleifen
-> je länger die Schleifen, desto stärker zur Urinkonzentration befähigt
glomeruäle Kapillarnetz (Filtrationsort) zwischen Vas afferens & Vas efferens
peritubuläre Kapillarnetz nachgeschaltet
Widerstandserhöhung Vas afferens
- verminderte Filtration
- verminderte Durchblutung insgesamt
Widerstandsverminderung
- erhöhte Filtration
- erhöhte Durchblutung insgesamt
Widerstandserhöhung Vas efferens
- erhöhte Filtration
- verminderte Gesamtdurchblutung
Card 9
Question
Was ist die Autoregulation der Niere?
Answer
= Durchblutung relativ konstant zwischen 80-180 mmHg
-> dadurch renaler Blutfluss (RBF), renaler Plasmafluss (RPF) und glomerule Filtrationsrate (GFR) auch bei Blutdruckschwankungen im restlichen Körper weitgehend konstant
-> verursacht durch Bayliss-Effekt & tubologlomeruläres Feedback
Card 10
Question
Was ist der Bayliss-Effekt?
Answer
-> Mechanismus zur Autoregulation der Nierendurchblutung
vor allem in Vas afferens wirksam
steigt die Durchblutung in Folge einer Blutdruckerhöhung im Körper an, erfolgt Vasokonstriktion
-> dadurch Erhöhung des Strömungswiderstands
-> Konstanthalten der Durchblutung
sinkt die Durchblutung durch Blutdruckabnahme, erfolgt Vasodilatation
-> Absenken des Strömungswiderstands
-> Konstanthalten der Durchblutung
in Gefäßwand befinden sich mechanosensible Ca2+ Kanäle, die sich bei Dehnung öffnen und zu Ca2+ Einstrom führen
-> Calcium-Calmodulin-Komplex -> Aktivierung Myosin-leichte-Kette-Kinase -> Aktivierung Myosin -> Muskelkontraktion der glatten Muskelzellen (vgl. Muskel)
Card 11
Question
Was ist das Tubuloglomeruläre Feedback (TGF)?
Answer
= Konstanthalten der GFR bei Blutdruckveränderungen, wenn Bayliss-Effekt Veränderungen nicht vollständig abfangen kann
-> Reaktionszeit = 15-20s
basiert auf osmosensorisches Rezeptoren in Macula densa: messen NaCl Konzentration in distalem Tubulus
erhöhter Blutdruck
- erhöht GFR
- Überschreiten der Resorptionskapazität frü NaCl
- Ansammlung von NaCl im dicken Teil der Henle Schleife
- dadurch gesteigerte Aufnahme von NaCl in Macula densa Zellen
- Freisetzung von Adenosin aus Macula densa Zellen: Vasokonstriktion
- senkt Durchblutung in Vas afferens und damit auch GFR
niedrigerer Blutdruck
- senkt GFR
- erniedrigte NaCl Konzentration in Macula densa Zellen
- Freisetzung von Prostaglandinen: Vasodilatation
- erhöht Durchblutung in Vas afferens und damit auch GFR
Card 12
Question
Schockniere
Answer
Nierendurchblutung nicht vollständig druckunabhängig (nur in gewissem Rahmen Möglichkeit zum Ausgleich)
bei Blutdruck < 60 mmHg Autoregulation nicht mehr möglich
-> Komplikation des Schockgeschehens, bspw. durch extremen Blutverlust
auf starken Blutdruckabfall folgt zunächst Aktivierung des Sympathicus (Zentralisierungsphase)
-> Versorgung von Herz, Gehirn und Lunge im Vordergrund
-> verstärkt Minderdurchblutung der Niere (eh schon durch niedrigen RR)
Noradrenalin aus Sympathicus wirkt über a1-Rezeptoren an Niere
-> extreme Widerstandserhöhung, Vasokonstriktion: vermindert Durchblutung weiter (Ischämie)
ohne Einleitung von Therapie: Dezentralisierungsphase
-> trotz Sympathicus Aktivierung bleibt Blutdruckabfall bestehen
infolge der Minderversorgung der Niere funktionelle Ausfälle
-> Oligurie bis Anurie
-> irreversible morphologische Veränderungen (Schockniere)
Card 13
Question
Renin-Angiotensin-Aldosteron-System
Answer
zentrale Rolle in Blutdruckregulation über Wirkungen auf Elektrolyt- und Flüssigkeitshaushalt
wirkt durch Erhöhung RR Blutdruckabfall entgegen
Proteinkaskade aus: Renin -> Angiotensin I -> Angiotensin II - Aldosterin
Freisetzung von Renin
- Enzym aus Polzellen der juxtaglomerulären Zellen
- Freisetzung bei Blutdruckabfall über
-> Pressorezeptoren (Abfall des Perfusionsdrucks = Differenz Gefäßdruck und Druck des umliegenden Gewebes) ODER
-> verminderte NaCl Konzentration in Macula densa
Spaltung Angiotensin in Angiotensin I
- Bildung Angiotensin in Leber
Umwandlung Angiotensin I in Angiotensin II
- über Angiotensin-Converting-Enzym (ACE)
Ausschüttung Aldosteron in NNR
- über Angiotensin II
Wirkung Angiotensin II
- lokal: Vasokonstriktion von Vas afferens & efferens (geringe Bedeutung)
- systemisch: starke Wirkung, da zahlreiche arterielle Gefäße mit Rezeptoren für Angiotensin II
-> generelle Vasokonstriktion der Gefäße -> RR Erhöhung -> GFR Erhöhung
Wirkung Aldosteron
- Retention von Na+ und H2O (d.h. verringerte Ausscheidung)
-> Erhöhung des intravasalen Volumens -> RR Erhöhung -> GFR Erhöhung
Card 14
Question
ACE Hemmer
Answer
v.a. in Kleintiermedizin, um bei chronischen Herzerkrankungen Herzarbeit zu minimieren
minimiert die Wirkung von Angiotensin II durch Hemmung von ACE
-> Umwandlung Angiotensin I in Angiotensin II gehemmt
vasokonstriktorische Wirkung + Erhöhung Filtrationsrate der Niere werden unterbunden
Card 15
Question
Was ist Filtration?
Answer
= Transport von Lösungsmittel (Wasser) und filtrierbaren Teilchen aufgrund eines hydrostatischen Druckgradienten durch einen Filter
-> einfacher Filter: Selektion zwischen gelösten Teilchen mit Lösungsmittel und ungelösten Teilchen
-> Porengröße des Glomerulusfilter kleiner als einfacher Filter = Ultrafiltration, auch Proteine werden zurückgehalten
Card 16
Question
Wofür ist die hohe Filtrationsrate wichtig?
Answer
Damit sich der Organismus von Endprodukten des Stoffwechsels (zB Harnstoff) effektiv befreien kann.
Card 17
Question
Primärharn
Answer
= Ultrafiltrat des Plasmas -> Zusammensetzung wie Plasma, nur ohne Proteine
enthält v.a. Wasser, Na+, Cl-, Elektrolyte
entsteht durch glomeruläre Filtration
ca 90l Filtrat/Tag
hohe Rückresorption in Tubulus System -> Bildung konzentrierter Endharn
Entstehung Primärharn
Blut wird in Glomerulus durch Filter gepresst
Auffangen des Filtrats in Bowman Kapsel
Filter hält nur größere Moleküle (zB Proteine) und Blutzellen zurück
-> gelöste Teile (zB Elektrolyte) passieren Filter ungehindert
daher Filtrat ähnliche Zusammensetzung wie Plasma
Card 18
Question
Filtrationsbarriere
Answer
= behindert Durchtritt von Molekülen je nach Größe & Ladung
besteht aus drei Schichten (innen nach außen)
gefensterte Endothelzellen
Basalmembran
epitheliale Podocyten
bei Filtration Wanderung durch Poren im Endothel oder Filtrationsschlitze zw. Podocyten
kleinmolekulare Stoffe = freie Filtration, können so leicht wie Wasser passieren
- Wasser, Glucose, Harnstoff, Saccharose, Inulin
Stoffe mit höherem Molekulargewicht = zB Proteine, fast vollständig am Durchtritt gehindert
Blutzellen = schon an gefensterten Endothelzellen zurückgehalten
generell ab circa 200kDa kein Durchtritt mehr
-> in Podocyten für Stoffe > 65kDa kein Durchtritt mehr
im Plasma an Proteine gebundene Stoffe können auch nicht filtriert werden (Eisen, Hormone, Medikamente)
Card 19
Question
Effektiver Filtrationsdruck
Answer
= Druck, der für Filtration des Plasmas aus Glomeruluskapillare in Bowman Kapsel sorgt
abhängig von
Hydrostatischem Druck (Kapillare)
= Druck innerhalb einer Flüssigkeit durch Gewichtskraft
-> wirkt in Richtung der Bowman Kapsel
Gewebedruck (Bowman Kapsel)
= Druck, den Gewebe bei FIltrationsvorgängen ausübt
-> wirkt entgegen der Filtrationsrichtung
Kolloidosmotischem Druck
= Druck, der durch Kolloide (Makromoleküle, zB Proteine, die durch Ultrafiltration zurückgehalten werden) in einer Lösung ausgeübt wird
-> wirkt entgegen des hydrostatischen Drucks
-> effektiver Filtrationsdruck = hydrostatischer D - kolloid. D. - Gewebedruck
-> d.h. Nettodruck, der Flüssigkeit durch die glomeruläre Membran presst
-> 15 = 60 - 15 - 30 (mmHg)
-> hydrostatischer Druck hat größte Wirkung auf glomeruläre Filtrationsrate: vgl. Autoregulation zur Konstanthaltung GFR
Card 20
Question
Glomuläre Filtrationsrate
Answer
= GFR, Menge des gebildeten Primärharns pro Zeit
abhängig von
Filtrationsfläche (ca 1000cm2/100g Nierengewebe)
effektivem Filtrationsdruck
renalem Plasmafluss (Menge an Blutplasma, das Niere in 1 Min durchströmt = 20% des HZV)
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