Wasser diffundiert aus absteigendem Schenkel in Interstitium
-> Osmolalität Interstitium ↓
-> Osmolalität absteigender Schenkel ↑
Wiederholung der Schritte, bis Flüssigkeit oberes Ende der Henle Schleife erreicht hat
-> Flüssigkeit die Henle Schleife verlässt = hypoosmolar gg Plasma (circa -100)
Card 42
Question
2. Gegenstromprinzip
Answer
zwischen Sammelrohr und Henle-Schleife
Konzentrierung der Sammelrohrflüssigkeit wie im ersten Gegenstromprinzip (Resorption Ionen + Wasserausfluss)
Voraussetzung
- Wirkung von ADH
- macht Sammelrohr wasserpermeabel, sonst Ausstrom Wasser nicht möglich
corticales Sammelrohr
- für Harnstoff impermeabel, durch ADH aber wasserpermabel
- Wasser wird resorbiert, Harnstoff nicht
- zunehmende Konzentrierung
medulläres Sammelrohr
- spezifisches Transportprotein für Harnstoff in apikaler Membran
-> Diffusion Harnstoff aus Sammelrohr über Vasa recta in Henle Schleife
ADH Ausschüttung bei erhöhter Osmolalität und/oder erniedrigtem Plasmavolumen
Card 43
Question
Was sind Diurese und Antidiurese?
Answer
Diurese = Zustände mit vermehrter Harnausscheidung / Zeit
Antidiurese = Zustand ohne vermehrte Harnausscheidung/ bei vermindeter Ausscheidung
Card 44
Question
Wasserdiurese
Answer
Hemmung der ADH Ausschüttung führt zum Rückgang der Aquaporine
apikale Membran des Sammelrohrs wird zunehmend wasserpermeabel
Wasser kann resorbierten Soluten nicht folgen
-> Entstehung fast wasserklarer Urin mit geringer Osmolalität
-> hohe Ausscheidungsrate
Card 45
Question
Osmotische Diurese
Answer
Solute können gar nicht oder nur vermindert resorbiert werden
-> dadurch auch verringerte Resorption des Wassers + Anstieg der Harnmenge
-> deutlich größere Harnmenge als bei Wasserdiurese
-> Urinosmolität sinkt aber nicht unter Plasmaosmolität
Ursachen
Filtration nicht resorbierbarer Stoffe (Fehlen eines Transportmechanismus)
zB Zuckeralkohol Mannit
Überschreiten des tubulären Transportmaximus durch erhöhte Konzentration im Filtrat
zB Glucose bei Diabetes
Hemmung der tubulären Ionenresorption durch Medikamente (Saluretika, da erhöhte Ausscheidung von Salzen)
Card 46
Question
Calcium im Nephron
Answer
40% des Calciums im Blutplasma an Proteine gebunden, daher keine vollständige Filtration
Resorption
- proximaler Tubulus 60%
Resorption v.a. parazellulär und über solvent drag, daher Konzentration
unverändert
- Henle Schleife 30%
passiver Transport über chemisch-elektrischen Gradienten
- distaler Tubulus 9%
passiver Transport über chemisch-elektrischen Gradienten
- 1% wird ausgeschieden
- im Sammelrohr zu geringer Konzentrationsgradient für Transport
Card 47
Question
Phosphat im Nephron
Answer
Resorption hauptsächlich über Dünndarm nach Aufnahme über das Futter
im Blutplasma v.a. als Hydrogenphosphat, daher ungehinderte Filtration
Resorption über Na+ Cotransport im proximalen Tubulus
- 1 x Phosphat, 3 x Natrium
verlässt Zelle über Antiporter mit Anionen und ggf Kanal
wichtig für Pufferung der sezernierten Protonen im proximalen Tubulus
Card 48
Question
Wie werden Calcium- und Phosphattransport beeinflusst?
wird bereits in erster Hälfte des proximalen Tubulus fast vollständig resorbiert
-> bei erhöhter Konzentration erfolgt Resorption nach und nach über nachfolgende Anteile des proximalen Tubulus
-> Transportmaximum ist erreicht, wenn gesamter proximaler Tubulus mit Transport beschäftigt
Transport zusammen mit Natrium über sekundär aktiven Transportmechanismus (sodium-glucose-linked transporter)
-> entgegen Konzentrationsgradienten
-> Triebkraft = Natrium Gradient
Glucose, die nicht im proximalen Tubulus resorbiert wird, verbleibt im Tubuluslumen und wird mit Urin ausgeschieden (Diabetes!)
-> Überschreiten der Schwellenkonzentration bei Insulinmangel/-resistenz
verbleibende Glucose ist osmotisch wirksam, sodass mit Glucose auch vermehrt Wasser ausgeschieden wird
-> Polyurie (osmotische Diurese) &Polydipsie (vermehrter Durst)
Card 50
Question
Transport AS, Oligopeptide, Proteine
Answer
AS werden ungehindert filtriert und fast vollständig resorbiert
Ausscheidung von 0,1-6% der filtrierten Menge (Spuren)
Resorption vorwiegend im proximalen Tubulus
-> je nach Eigenschaft der AS verschiedene Transportsysteme
Proteine nur in geringem Umfang filtriert und durch Endocytose fast vollständig resorbiert
in Endharn daher kaum Proteine
Nachweis von Proteinen in Endurin daher Hinweis auf Schädigungen des Glomerulus
Card 51
Question
Harnstoff im Nephron
Answer
bei Abbau von Proteinen und Aminosäuren entsteht Stickstoff, der ausgeschieden werden muss
-> außer bei Nutzung für Resynthese von AS
Ausscheidung in unterschiedlichen Endprodukten, je nach Tierart
-> Fische = Ammoniak
-> Vögel, Reptilien = Harnsäure
-> Säugetiere = Harnstoff (entsteht über Harnstoffzyklus)
Harnstoff wird im Glomerulus ungehindert filtriert
Resorption
- etwa 50% der filtrierten Menge passiv im proximalen Tubulus
- in medullärem Sammelrohr Resorption und anschließende Sekretion in Henle Schleife -> wichtig für Gegenstromkonzentrierung
Niere entscheidend an Konstanthaltung des pH Wertes beteiligt
flüchtige & nichtflüchtige Säuren können von Niere ausgeschieden werden
über Ausscheidung von saurem oder alkalischem Harn Variation des Pufferbestands abhängig von Diät & Stoffwechselsituation
-> proteinreiche Diät = saurer Urin
-> bei pflanzlicher Diät Aufnahme alkalisierender Salze = alkalischer Urin
Card 54
Question
Elimination von Protonen
Answer
-> über verschiedene Transportproteine
Natrium/Protonen-Antiporter NHE3
- v.a. im proximalen Tubulus
- Austausch von Natrium gegen Protonen -> Ausschleusen der Protonen
- proximaler Tubulus = wichtigster Abschnitt zur Protonenelimination
H+/K+-ATPase
- im distalen Tubulus & Sammelrohr
- im Normalzustand in apikaler Membran lokalisiert
- in alkalischer Stoffwechselsituation spiegelbildlicher Einbau in basolaterale Membran
- Resorption von H+
-> außerdem Sekretion von HCO3- über gegenüberliegenden Carrier möglich
Card 55
Question
HCO3- Rückgewinnung
Answer
im proximalen Tubulus
Resorption um Pufferverlust zu vermeiden
bei normaler HCO3- Plasmakonzentration keine Ausscheidung, da gesamte filtrierte Menge resorbiert wird
Carboanhydrase
Reaktion von HCO3- mit H+ zu CO2 und H2O an Membran
-> CO2 diffundiert in Zelle und wird durch intrazelluläre Carboanhydrase zu H2CO3 umgewandelt
-> H2CO3 dissoziiert zu HCO3- und H+
-> H+ an Na+/H+ Antiporter -> Proton wieder in Tubuluslumen
-> HCO3- diffundiert in Blut (=erfolgreich resorbiert)
Card 56
Question
HCO3- Neubildung & H+ Ausscheidung
Answer
bei Acidose vermehrte Ausscheidung von Protonen/verstärkte Bildung von HCO3-
bei Acidose PCO2 erhöht, dadurch Einstrom von CO2 in proximalen Tubulus erhöht
-> gesteigerte Akitvität intrazelluläre Carboanhydrase:Entstehung H2CO3 mit anschließender Dissoziation in H+ und HCO3-
-> Ausschleusen des H+ über Na+/H+ Antiporter
Card 57
Question
Endokrine Funktion der Niere
Answer
Renin-Angiotensin-Aldosteron-System
- Bildung von Renin in NNR
- spaltet Angiotensin in Angiotensin I
- über ACE Angiotensin I in Angiotensin II
- Vasokonstriktion der Gefäße und vermehrte Ausschüttung Aldosteron (Wasser- & Natriumretention)
-> bei sinkendem Blutdruck
Erythropoetin (EPO)
- bei Fetus in Leber, danach in NNR gebildet
- Ausschütung durch Abfall O2Partialdruck
- stimuliert Erythropoese (Bildung von reifen Erys) in Knochenmark
-> bei chronischer Niereninsuffizienz: renale Anämie
Vitamin-D-Hormon
- Umwandlung des in Leber hergestellten Calcidiol zu Calcitriol = aktive Form Vit D
= intrarenale Aktivierung in Mitochondrien des proximalen Tubulusepithels unter Einfluss von Cytochrom-P450-Monooxygenase
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