Höheres Maß an Selbstverantwortung, nach eigenen Normen und Ansprüchen, verbindlich und orientierend
Ziel: Ausübung eines Berufes zur ökonomischen und sozialen Absicherung
Weiteres Ziel: Mindestmaß an persönlicher Entfaltung und gesellschaftliche Ankerkennung
Problem: strukturelle Erschwerung, hoher Bildungsabschluss garantiert keinen Job à Konkurrenz und Leistungsdruck
Wichtig: Beziehung der Familienmitglieder (Indikatoren: Liebe, Geborgenheit, Anerkennung); Belastend: Konflikte zwischen den Eltern, Uneinigkeit in Erziehungsfragen
Wichtige Rolle: soziales Umfeld; Gruppen, anerkannte Verhaltensnormen, Status innerhalb der Gruppe (Anerkennung, Liebe, Geborgenheit von Gleichaltrigen à wichtig)
Überzogene Leistungserwartungen von Eltern
Besondere Ausgangsrisiken für Auftreten von Stresssymptomen
Besonders Konfliktpotential
Jugendliche fühlen sich ständiger Überforderung ausgesetzt à Dauerkonflikt mit Eltern
Übergang ins Erwachsenenalter erst zufriedenstellend möglich, wenn Entwicklungsaufgaben bewältigt, psychodynamische Veränderungen und innere Ablösung von Eltern abgeschlossen sind („Adoleszenzkrise“ bewältigt)
Gewinnung der Identität = Kernkonflikt
Weltbild der Gesellschaft wird in Frage gestellt à Defizite, Leerstellen, Widersprüche, Ambivalenzen können zu Orientierungs- und Selbstwertkrisen führen
Identitätssuche: typisch und charakteristisch für Jugendalter (normalerweise nur dann)
Card 42
Question
Entwicklungsaufgaben nach Hurrelmann et al in der „heutigen Industriegesellschaft“
Answer
Entwicklung von intellektueller und sozialer Kompetenz (um selbstverantwortlich schulischen und später beruflichen Qualifikationen nachzukommen); Ziel: berufliche Erwerbsarbeit aufnehmen und dadurch eigene ökonomische und materielle Existenz zu sichern
Entwicklung der eigenen Geschlechterrolle und von sozialem Bindungsverhalten zu Gleichaltrigen vom eigenen und anderen Geschlecht
Entwicklung eines eigenen Wert- und Normensystems, ethischen und politischen Bewusstseins, in Übereinstimmung mit eigenem Verhalten und Handeln, so dass verantwortliches Handeln in diesem Bereich möglich wird
Entwicklung eigener Handlungsmuster für die Nutzung des Konsumwarenmarktes und des kulturellen Freizeitmarktes (inkl. Medien und Genussmittel); Ziel: eigenen Lebensstil entwickeln, zu autonom gesteuertem und bedürfnisorientiertem Zugang mit Angeboten zu kommen
Card 43
Question
Persönliche Aufgaben (intrapersonaler Bereich)
Answer
Selbstständigkeit bei wichtigen Entscheidungen
Nachhausekommen
Kleidung
Rechte verteidigen
Erfolgreich Alltagssituationen meistern
Disco, Café etc.
Urlaub
Arzt
Allein zuhause
Mit pubertärer Entwicklung klarkommen (Veränderung des eigenen Körpers)
Selbstbewusstsein (eigene Stärken und Schwächen)
Wertmaßstäbe (politische Parteien, Lebensphilosophie oder Religion, Meinung zu sozialen Fragen, z.B. Abtreibung oder Todesstrafe)
Card 44
Question
Beziehungsaufgaben (interpersoneller Bereich)
Answer
Stabile Freundschaftsbeziehung aufbauen (fester Freundeskreis, beste Freundin)
Sich auf die Verantwortung einer eigenen Familie vorbereiten
Card 46
Question
Probleme beim Lösen von Entwicklungsaufgaben
Answer
Konkrete Verhaltensprobleme (z.B. Rauschmittelkonsum, Delinquenz, …) können als Beitrag zur Bewältigung von Orientierungsproblemen und Entwicklungsanforderungen verstanden werden
Symptome psychosozialer und psychosomatischer Störungen der Persönlichkeitsentwicklungen: Erscheinungsformen einer abweichenden und anormalen Problemverarbeitung
Symptomgruppen wie Depression, Essstörungen, Suizidversuche rücken in den Vordergrund
Bewältigung hängt u.a. von individuellen Kompetenzen und Kapazitäten ab
Ausprägung der Problembewältigungskompetenzen à erheblicher Faktor, ob schweres und dauerhaftes Problem entsteht oder nicht
Card 47
Question
Martina Beham (1997) – Faktoren, die Bewältigung der Pubertät erleichtern / erschweren - Spezifische Innerfamiliäre Dynamiken
Answer
Richtig verstandener Zusammenhalt
(bedeutet nicht, dass es keine Konflikte, Wünsche, Bedürfnisse geben darf – falsch verstandener Zusammenhalt behindert Entwicklung; wichtig: konstruktive Konflikte, neue Rollen, Positionen, verändertes Miteinander aushandeln können)
Klare Familien- und Subsystemgrenzen
dichte Familiengrenze verhindert Außenorientierung, Auf- und Ausbau außerfamiliärer Beziehungen erschwert (problematisch – Gleichaltrige unverzichtbar!) klare Grenzen = Jugendliche nicht Ersatzpartner (sonst Loslassen/Selbstbestimmung schwierig), Eltern nicht Ersatzgeschwister;
Beziehungsprobleme der PartnerInnen
Wenn nicht direkt, sondern über Jugendliche ausgetragen behindern sie die Ablösung; Loyalitätskonflikte, Gefühl der Verantwortlichkeit für Zwistigkeiten
Erziehungsunsicherheiten
Erziehungsstile und -ziele haben sich verändert – Eltern können Methoden aus ihrer Kindheit nicht anwenden, Rahmenbedingungen haben sich zu stark verändert; bei Schwankungen zwischen neu und traditionell – Erziehung oft inkonsequent; schwierig für Jugendliche, sich zu orientieren
Uneinigkeiten in der Erziehung
Wenn Eltern verschiedene Vorstellungen bzw. Praktiken von Erziehung haben à Unausgewogenheit zwischen Freiheit und Grenzen -> erschwert Orientierung, Ablösung
Zusätzliche Stressoren
Pubertät verlangt Umorientierungen, neue Rollenverteilungen, Regelmodifikation -> braucht Zeit und Energie
Zusätzliche kritische Life-Events (z.B. Scheidung, neue Beziehung, Hausbau, Arbeitslosigkeit, ..) kosten viel Energie -> Gefahr dass Herausforderungen der Pubertät nicht wahrgenommen werden können und notwendigen Umorientierungen und Anpassungsleistungen nicht erbracht werden (können)
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