Lernfragen aus dem Skript von Prof. Dr. Grundl im Wintersemster 2015/16 an der HS Niederrhein BA Soziale Arbeit Aus der Vorlesung: Psychiatrische und sozialmedizinische Grundlagen
> durch Neuroleptika nur sehr schlecht beeinflussbar
> im weiteren Verlauf kaum reversibel
> führen zu einer intellektuellen Beeinträchtigung
> auch bei affektiven Störungen (Depression) vorhanden
Card 23
Question
Welche Subtypen der Schizophrenie sind Ihnen bekannt?
Warum ist die Prognose schizophrener Psychosen bei Männern ungünstiger als bei Frauen?
Answer
Männer erkranken meist früher und werden daher während der sozialen Entwicklung getroffen
(Zusammenspiel von sozialen, Heiratsalter-, biologischen und Erkrankungsfaktoren)
Card 25
Question
Welches sind die häufigsten Nebenwirkungen der (typischen) Neuroleptika/Antipsychotika auf die Motorik der Patienten?
Welche Persönlichkeitsstörungen haben eine (besonders) ungünstige Prognose?
Answer
- paranoide PS
- schizoide PS
- dissoziale PS
Card 27
Question
Was versteht man unter einem „Einwilligungsvorbehalt“ bei Einrichtung einer (juristischen) Betreuung für (z.B.) schizophren erkrankte Menschen?
Answer
Der Einwilligungsvorbehalte beschreibt eine nur eingeschränkte Geschäftsfähigkeit des Betreuten, die besagt, dass der Betreute die Einwilligung des Betreuers mit jeweiligem Aufgabenkreis benötigt, um rechtsgültige Geschäfte abzuschließen.
Card 28
Question
Nennen Sie vier Eigenschaften der antisozialen Persönlichkeitsstörung
Answer
- herzloses Unbeteiligtsein gegenüber Gefühlen anderer
- Verantwortungslosigkeit, Missachtung sozialer Regeln
- Unvermögen Beziehungen aufrecht zu erhalten
- schnelle Frustration, schnelle Aggressivität
- lernt nicht aus Erfahrungen
- kein Schuldbewusstsein
- gibt anderen die Schuld für sein Verhalten
Card 29
Question
Welches sind die fünf meistgenannten Dimensionen / Faktoren bei der Beschreibung einer „Persönlichkeit“?
Wie ist die Geschlechterverteilung für (vollendete) Suizide?
Answer
2,5 Männer > 1 Frau
Annäherung mit zunehmendem Alter
Card 31
Question
Was wissen Sie über die Häufigkeit von Suiziden bei alten Menschen (>60) und bei Kindern (<14)?
Answer
>60 Jahre: 27-32%, bei Frauen deutlich ansteigend (26-49%), jeder 2. Suizid einer Frau mit >60
<14 Jahre: extrem selten – zw. 1988-1991: 1-3 Kinder unter 10 / 20-30 Kinder zwischen 10-14 Jahren
Card 32
Question
Welche Risikofaktoren und -gruppen für Suizidhandlungen sind Ihnen bekannt?
Answer
Risikofaktoren
-Alter: Suizid (>50), Versuch (15-35%)
- Familienstand: Geschiedene Männer > verwitwete > ledige > verheiratete
- für Suizidversuche Unterschicht
- erhöht für Arbeitslose
- erhöht in Frühling und Sommer
- Stadt > Land
Risikogruppen
- Depressionen
- Schizophrenie
- Alkoholiker
- Drogenabhängige
- alte Menschen
- chronisch kranke
- Inhaftierte (v.a. U-Haft)
Card 33
Question
Welche Erklärung wird für die Suizidwelle angegeben, die Europa nach Erscheinen von Goethes „Die Leiden des jungen Werthers“ überrollte?
Answer
Imitationshypthese → Suizidhandlung als Vorbild imitiert
Card 34
Question
Welche Indikatoren für akute Suizidalität kennen Sie?
Answer
- keine Distanz vom Suizidversuch
- wiederkehrende Suizidgedanken
- keine Zukunftsperspektive
- abweisend, aggressiv
- keine tragfähigen Gespräche möglich
- sozial isoliert
- depressiv
- floride Psychosen
- Suchterkrankungen
- Suizidversuch in der Vorgeschichte
- Suizidversuch mit „harter Methode“
- Suizid in der Familie
Card 35
Question
Welche Komponenten gehören zum präsuizidalen Syndrom (nach E.Ringel)?
Answer
- Einengung (wiederholt selber Gedanke, Zukunft spielt keine Rolle mehr, Vereinsamung)
- verstärkte und gleichzeitig gehemmte Aggressionen (Bedürfnis nach Aggressionen, aber kein Abbau)
- Flucht in die Irrealität (Leben in einer Scheinwelt, kein Ausweg)
Card 36
Question
Was ist Wahn?
Answer
Wahn ist eine inhaltliche Denkstörung – falsch, krankhaft und unkorrigierbar
Card 37
Question
Demenz (Def.)
Answer
Erkrankung des Gehirns, Beeinträchtigung des Denkens mit diversen Symptomen:
1. Beeinträchtigung des (abstrakten) Denkens
2. fehlendes Urteilsvermögen
3. verminderte Affektkontrolle
4. Dauer über 6 Monate
5. Behinderung der sozialen Aktivität
6. ohne Änderung des Bewusstseins
Card 38
Question
Welcher Anteil (in %) der 60-65-jährigen und 90-95-jährigen Menschen leidet an einer Demenzerkrankung?
Answer
60 – 65 Jahre ~10%
90 – 95 Jahre ~50%
Card 39
Question
Welche Stufen (Grade) des Bewusstseins (der Vigilanz) unterscheidet die spezielle Psychopathologie?
Answer
quantitativ
Wachheit > Herabsetzung der Vigilanz > Benommenheit > Somnolenz > Sopor > Koma
qualitativ
Bewusstseinserweiterung → intensivere Wahrnehmung, erhöhte Vigilanz
Bewusstseinseinengung → Fokussierung auf einen Aspekt
Card 40
Question
Morbus Alzheimer
Answer
- durch Alois Alzheimer (1901/1907)
- Ursache bis heute unbekannt
- Ausschlusskrankheit, nur Verdachtsdiagnose
- erst nach Tod durch Obduktion nachweisbar
- Gehirn wird zur Diagnostik in Scheiben geschnitten und unter dem Mikroskop untersucht.
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