MemoCard / Public flashcard sets / Psychologische Intervention Back to overview Psychologische Intervention
Discover Psychologische Intervention : 144 flashcards with questions and answers.
Subject Humanities / Psychology
Language of creation German 144 flashcards
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Cards in this set Card 121
Question
Gesundheitsförderung und Prävention - Generalisierte Widerstandsressourcen (Antonovsky)
Answer Generalisierte Widerstandsressourcen (heute: Schutzfaktoren)
Gesellschaftliche Widerstandsressourcen
Individuelle Widerstandsressourcen
Kognitive (Wissen, Intelligenz, Problemlösefähigkeit)
Psychische (Selbstvertrauen, Ich-Identität, Optimismus)
Physiologische (Konstitution, körperliche Fkt. und Stärken)
Ökonomische & materielle (Geld, finanzielle Unabh., Zugang z Dienstleistungen)
Card 122
Question
Gesundheitsförderung - Kohärenzgefühl (Antonovsky)
Definition
Teilkomponenten [3]
Answer = sense of coherence/ SOC (Antonovsky)
entscheidende Parameter für Platzierung auf HEDE-Kontinuum)
Definition
...globale Orientierung , die ausdrückt, in welchem Ausmaß man ein durchdringendes, andauerndes , aber dynamisches Gefühl des Vertrauens hat, dass die eigene interne und externe Umwelt vorhersagbar ist..
...dass sich die Dinge so entwickeln werden, wie vernünftigerweise erwartet werden kann.
Drei Teilkomponenten (entscheidend für Stärke des SOC)
Verstehbarkeit
Umwelt subj. verstehbar, geordnet, strukturiert, konsistent, erklärbar
Handhabbarkeit / Bewältigbarkeit (~ Selbstwirksamkeit)
Inwieweit eigene Ressourcen Stress/ Anforderungen begegnen können
Sinnhaftigkeit / Bedeutsamkeit
Leben als sinnvoll empfinden, Existenz wichtiger Lebensbereiche
Card 123
Question
Gesundheitsförderung und Prävention - Klassifikation Psychologischer Prävention
primäre, sekundäre, tertiäre (Caplan, 1964)
Answer
Primäre Prävention ⇒ Reduktion von Inzidenzraten
Sekundäre Prävention ⇒ Reduktion von Prävalenzraten
Tertiäre Prävention ⇒ Vermeidung/ Abschwächung von Folgeproblemen
ähnlich Prävention, Therapie & Rehabilitation, aber nicht deckungsgleich
Card 124
Question
Gesundheitsförderung und Prävention - Klassifikation Psychologischer Prävention
Klassifikation nach Orientierung [4]
Answer
spezifisches vs. unspezifisches Vorgehen
z.B. Anti-Aggressions-Training vs. Frühförderung
Populationsbezogen vs. Zielgruppenorientierung
General- vs. Spezialprävention (Alle vs. ausgewählte Zielgruppe)
Personen- vs. Umweltorientierung
Verhaltens- vs. Verhältnisänderung
Defizit- vs. Kompetenzorientierung
Orientierung an Risiko- vs. Schutzfaktoren
Card 125
Question
Unterscheidung zwischen Gesundheitsförderung und Prävention
Answer Unterscheidung zwischen Gesundheitsförderung und Prävention
Gesundheitsförderung :
Intervention, die Optimierung von Verhalten und Erleben zum Ziel hat
vs. Vermeidung von Problemen, d.h. ohne Annahme von prognostischem Risiko
Förderung selbstbestimmten gesundheitsorientierten Handelns (Empowerment)
d.h. Förderung von Meta-Kompetenzen (v.a. in BGM)
als Begriff konzeptionell wertlos, wenn es sich lediglich um Umetikettierung handelt
in Praxis oftmals synonyme Verwendung der Begriffe
Card 126
Question
Argumente für Psychologische Gesundheitsförderung und Prävention [5]
Answer Argumente für Psychologische Gesundheitsförderung und Prävention
individueller & gesellschaftlicher Nutzen
Gesundheit/ Krankheitsvermeidung als Selbstzweck
Beitrag zu gesellschaftlichen Leistungen
Ethisch-moralische Verpflichtung einer Gesellschaft
Kosten-Nutzen Argumente
Gesundheitsförderung & Vorsorge günstiger als Therapie & Nachsorge (empirisch belegt)
Einhaltung rechtlicher Vorschriften
bspw. Bildung, Gesundheitsversorgung
Problemsensibilisierung in der Öffentlichkeit / Wissensgewinn
bspw. Informationskampagnen, wissenschaftliche Studien
Card 127
Question
Vor- und Nachteile verschiedener Präventionsmaßnahmen [PRÜFUNGSFRAGE]
Answer Vor- und Nachteile verschiedener Präventionsmaßnahmen
Interventionstyp
Vorteile
Nachteile
Universelle Prävention
alle pot. gefährdeten werden erreicht
rel. geringe Eingriffsintensität
geringe Stigmatisierung
frühe Reaktion auf Probleme
große Öffentlichkeitswirkung
gut fundierte Entwicklungsprognose nötig
konstenintensiv (großes n)
großer Anteil hat Interv. nicht nötig
Gefahr einer Pathologisierung der Bevölkerung
Schwer alle zu erreichen (außer Kindergarten, Schule)
geringe durchschn. Effekte
Gezielte Prävention
Zugeschnitten auf besonders bedürftige Gruppen
spezifischere Hilfe mgl.
rel. Preiswert
insg. höhere durchschn. Effekte
(rel.) späte Hilfen
Differenzierte Erkenntnisse über Risikofaktoren & Ätiologie nötig
Zuverlässige Auswahlprozeduren nötig (Screening)
mgl. Stigmatisierungseffekte
hohe Eingriffsintensität & z.T. sehr hoher Aufwand
Implementationsprobleme bei Risiko- und Betroffenengruppen (selektive Inanspruchnahme, Abbruchraten)
Card 128
Question
Entwicklung der Präventionsgesetzgebung
hist. Entwicklung [3]
Inhalte [5]
Answer Entwicklung der Präventionsgesetzgebung
1989: Einf. des Präventionsgedankens in Sozialgesetzgebung (SGB V)
1996: Rücknahme und in Folge versch. Gesundheitsreformgesetze zur Stärkung von GHF und Präv. (bspw. Bonusprogramm)
2025/ 2016: erstmals eigenes Präventionsgesetz im SGB V
Gesetz zur Stärkung der Gesundheitsförderung und Prävention
hpts. zur KH-Früherkennung
Inhalte :
weitgehend beschränkt auf KH-Früherkennung (mediz. Präv.) und Zusammenführung von Arbeitsschutz und betriebl. GH-Förderung
zstzl. Präv. der Kinder- und Jugendhilfegesetzgebung
Etablierung von Präventionsstrukturen
Finanzierung über GKV & PV
zertifizierte Ausbildungsgänge
Card 129
Question
Merkmale wirksamer Programme - Inhaltliche Konzeption [4]
Answer Merkmale wirksamer Programme - Inhaltliche Konzeption
gute entw.psychologische Fundierung
Bezug zu wichtigen Risiko- und Schutzfaktoren
Kompetenz- & fähigkeitsbezogene Inhalte (z.B. soz. Kompetenz, Bildung)
Multikomponenten- oder Mehrebenenmodelle (Integration versch. Ansätze v.a bei Risikogruppen)
Card 130
Question
Merkmale wirksamer Programme - Durchführungskonzept [6]
Answer Merkmale wirksamer Programme - Durchführungskonzept
strukturiertes, aufeinander aufbauendes Lernen
interaktives Durchführen (vs. reine Wissensvermittlung)
hinreichende Intensität (Risikoprinzip)
rechtzeitig und entwicklungsangemessen
Maßnahmen zur ausr. motivation der Zielgruppen
allgemein gute Implementierung
Card 131
Question
Essenzielle Bestandteile gelungener Implementation
Answer Essenzielle Bestandteile gelungener Implementation
Feststellung des Ist-Zustandes (Readiness)
Bereitstellung einer angemessenen Angebotsstruktur
Ausbildung und Qualifikation der Administr.
hohe Compliance & Institutionsklima
tragfähige Präventions - und Implementationsstrukturen (Vernetzung)
polit . & finanzielle Unterstützung
Card 132
Question
Anwendung von Gesundheitsförderung und Prävention - Anwendungsgebiete
Answer Anwendung von Gesundheitsförderung und Prävention - Anwendungsgebiete
Leistungsprobleme
Lernstörungen
Schulversagen
Arbeitsverh.
Allg. Entwicklungsförderung
Gesundheitsverhalten
Ernährung/ Essstörungen
Stressbewältigung
Drogenkonsum
Sexualerziehung/ Krankheitsvermeidung
Verhaltensprobleme
geringe Sozialkompetenz
Beziehungen
Angst & Depression
Aggression/ Gewalt/ Kriminalität
Vorurteile/ Diskriminierung/ Radikalisierung --> zunehmende Relevanz
Kritische Lebensereignisse
sexueller Missbrauch --> Trennung zw. Täter- & Opferprävention
Scheidung/ Trennung
Transitionen (EW-Übergänge, bspw. Eintritt Rentenalter)
jugendl. Schwangerschaften
Migration/ Integration
Card 133
Question
Meta-Analyse deutschsprachiger Präventionsstudien - Erfolgskriterien
Allgemeines zu Erfolgskriterien
ufg. Rangreihe bzw. Effektstärken/ Beeinflussbarkeit
Answer Meta-Analyse deutschsprachiger Präventionsstudien - Erfolgskriterien
Zusammengefasst :
große Variation je nach Erfolgskriterium
Wissen bspw. gut beeinflussbar, Verhaltensprobleme wie Drogenkonsum oder externalisierende schlecht
mittlere bis kleine Effekte auf :
Wissen
Soz. Informationsverarbeitung
Eltern- und Familienbezogene Maße
kleine Effekte auf :
Soz. Verhaltenskompetenz
Internalisierende Verhaltensprobleme
Selbstbezogene Kognitionen
keine/ zu vernachlässigende Effekte :
Externalisierende Verhaltensprobleme
Drogenkonsum
Gesundheitsverhalten/ -zustand
Coping, Emotionsregulation
Card 134
Question
Prävention von Suchtproblemen - Präventionsansätze [7]
theoretische Basis
Beispiele
tlw. Aussagen zur Wirksamkeit
Answer Prävention von Suchtproblemen - Präventionsansätze
Programme auf Basis rationaler Gesundheitsmodelle (z.B. Health-Belief-Modell)
Informations- und Abschreckungskampagnen
schlechte Wirksamkeit aber hfg. verwendet
Affektive Maßnahmen
Konsum als Folge von Selbstwertproblemen, unklaren Wertevorstellungen
Ziel : Erhöhung des SW
Alternative Erlebnisformen
basiert auf Studien zur Funktionalität jugendl. Problemverhaltens
Angebote alternativer Aktivitäten wie künstlerisch-kreatives, polit. Engagement
leider auch schlechte Wirksamkeit
Interventionen zum sozialen Einfluss
basiert auf Annahmen zum soz. Einfluss von Peers (Bandura)
Ziel : aktives Widersetzen von best. Gruppendruck und soz. Einflüssen (soz. Immunisierung, Verhaltensimpfung)
mittlere Wirksamkeit
Lebenskompetenztraining
kombiniert Aspekte der o.g. Ansätze, basiert auf Botvin (1984)
Ziel :
Vermitteln von Wissen
Erlernen von Bewältigungskompetenzen
Maßnahmen zum sozialen Lernen & Pkts-Förderung
Umfangreiche Präventionsstrategie auf kommunaler Ebene
basiert auf system. Analyse von Risiko- und Schutzfaktoren
Ziel : Förderung & Reduktion von Schutz- & Risikof.
Verhältnisprävention
Reduktion von Verfügbarkeit (generelles Verbot, Preiserhöhung [?] Werbeverbot, Konsumverbot an best. Plätzen)
Card 135
Question
Drogen-/ Suchtprävention - Präventionsansätze mit geringen Wirkungen oder unklarem Wirkprofil [4]
Answer Präventionsansätze mit geringen Wirkungen oder unklarem Wirkprofil
Informations- und Aufklärungskampagnen
Wirksamkeit : Viele Studien, Effekte uneindeutig & eher gering
Probleme : Informationsdefizite meist nicht Ursache
Abschreckungsszenarien
Wirksamkeit : sehr geringe bis keine Wirkung
Probleme : Wirkung insb. bei Risikoklientel gering (Unverletzlichkeitskognitionen)
Alternative Erlebnisformen
Wirksamkeit : kaum system. Untersuchungen
Probleme : vermutlich wird Risikoklientel kaum erreicht
Affektive Strategien
Wirksamkeit : sehr wenige Untersuchungen mit gemischter Erfolgsbilanz
Probleme : Selbstwertprobleme nur ein Risikofaktor
Card 136
Question
Drogen-/ Suchtprävention - Viel versprechende Präventionsansätze [4]
Answer Viel versprechende Präventionsansätze
Widerstandstraining
Wirksamkeit : mittlere Effekte, v.a. bei Risikogr. mit Kompetenzdefiziten
Probleme : z.T. sehr geringe Effekte bei "harten" Erfolgskriterien wie Konsum --> eher Element einer umfassenderen Präv. als eigener Ansatz
Allgemeine Lebenskompetenzen
Wirksamkeit : hohe Anzahl Evaluationen mit mittleren Effekten & guten LZ-Wirkungen (Konsum, Einstellungen, Wissen)
Probleme : Effekte im universellen Präv.-Bereich kontrovers diskutiert
Kommunale Strategien
Wirksamkeit : wenige Untersuchungen mit guten Effekten, rel. neuer Ansatz
Probleme : bislang wenig Replikationsstudien
Verhältnisprävention
Wirksamkeit : hohe Wirksamkeit beim Rauchen, weniger bei Alkohol & Drogen
Probleme : oft nur langfr. und schwer zu untersuchende Effekte
Card 137
Question
Drogenprävention - "Life-Skill-Ansatz " von Botvin (Lebenskompetenzen)
Allgemeines (Kontext, Wirksamkeit)
Programm-Elemente [5]
Answer "Life-Skill-Ansatz" von Botvin
wird im Kontext der Schulklasse umgesetzt
Beginn 5. bis 7. Klasse
zahlreiche Evaluationsstudien mit pos. Ergebnissen im Bereich Konsum, Wissen & Einstellungen
z.B. LZ-Effekte über 1 Jahr
Wissen & Information
Einst., Werthaltungen, Soziale Akzeptanz zu Drogen
Prozess der Abhängigkeit
kf und lf Folgen
Entscheidungen unabh. fällen
Prozess der Entscheidungsfindung
soziale Einflüsse, Bedeutung unabh. Denkens
Einfluss durch Werbestrategien
Selbstregulation und -kontrolle
Selbstbildförderung
Beziehung zw. Selbstbild und Verhalten
Bewältigung von Angst
Erlernen on Coping-Strategien (z.B. Entspannungstechniken)
Soziale Kompetenzen
Kommunikationsfertigkeiten
soziale Fertigkeiten (z.B. Kontaktaufnahme, v.a. gegengeschl.)
Selbstsicherheitstraining
Card 138
Question
Übersicht zur Kriminalitätsprävention
Answer Übersicht zur Kriminalitätsprävention
Gesundheitswesen
Prä- und perinatale Vorbeugung, Aufklärung junger Mütter pädiatr. Vorsorge
Familie
Förderung Erziehungskompetenz, Beratungsangebote
Kindergarten
system. kognitive & soziale Förderung, vernetzte Diagnose- und Förderangebote
Schule
pos. Gestaltung des Schulklimas, SKT
Peergruppe/ Freizeit
Strukturierte Freizeitpädagogik
pos. Modelle
Massenmedien
Red. von Gewalt, Medienpädagogik, pos. Rollenbilder
Card 139
Question
Kritische Lebensereignisse - Sexueller Missbrauch
Epidemiologie
Auswirkungen
Answer Sexueller Missbrauch
epidemiol. Untersuchungen ergeben sehr heterogenes Bild über Hkt. (hohe Dunkelziffer auch bei retrospektiven Befr.)
ca. 50.000 bis 60.000 Kinder pro Jahr betroffen
Auswirkungen :
PTBS/ PTB-Reaktionen
höhere Prävalenz von Depression, Essstörungen
aber : hohe Anteile von beschwerdefreien Opfern
Card 140
Question
Kritische Lebensereignisse - Sexueller Missbrauch
Programmansätze (Allgemein und Beispielinhalte von kinderorientierten Ansätzen)
Answer Sexueller Missbrauch - Programmansätze
Kinder (v.a. universelle Prävention bei Mädchen, hoch verbreitet in USA)
Prävention mit pot. Tätern (bspw. "kein Täter werden")
Fortbildung von Lehrkräften und anderen Betreuungspersonen
Typische Programminhalte (kinderorientierte Ansätze)
Soz. Kompetenz und Selbstvertrauen
Körperbezogene Übungen (Bestimmungsrecht)
"gute" vs. "schlechte" Berührungen
Umgang mit Geheimnissen
Nein-sagen-können
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