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UG DLit V - Glossar 2/9

Ba3 UG DLit V - Glossar

Subject
Language / German
Language of creation
German
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Cards in this set

Card 1

Question

Analyse, die

Answer

(bildungssprachlich) Untersuchung, bei der etwas zergliedert, ein Ganzes in seine Bestandteile zerlegt wird

Card 2

Question

Individuum, das

Answer

Die Wendung stammt aus Horaz’ ars poetica, in deren Vers 148 der römische Dichter den Erzählstil des griechischen Dichters Homer in der Ilias lobt: Er führe die Zuhörer gleich zu Beginn ohne Umschweife „mitten in die Dinge“, also in die Handlung ein. So heißt es auch heute noch in der Literaturwissenschaft „der Erzähler geht in medias res“. Im übertragenen Sinne steht die Phrase dafür, ein Problem oder eine Sache zügig anzugehen.

Card 3

Question

Erinnerungsliteratur, die

Answer

Literatur mit der Absicht, Teile der Vergangenheit im Bewusstsein zu halten und gezielt zu vergegenwärtigen.

Card 4

Question

Persiflage, die

Answer

geistreiche, nachahmende und oft auch kritische Verspottung eines Genres, eines künstlerischen Werks oder einer bestimmten Geisteshaltung allgemein

Card 5

Question

Edition, die

Answer

[besonders wissenschaftliche] Herausgabe - in bestimmter Form [wissenschaftlich] herausgegebenes Werk; [kritische] Ausgabe

Card 6

Question

Transdisziplinarität, die

Answer

ein integrativer Forschungsansatz, der auch außerwissenschaftliche und insbesondere gesellschaftliche Akteure einbezieht

Card 7

Question

Sprechgesang, der

Answer

beim Psalmodieren und beim Rezitativ übliches, dem Tonfall der Sprache angepasstes, rhythmisches, dem Gesang nahestehendes Sprechen

Card 8

Question

homodiegetische Erzähler, der

Answer

bei der internen Erzählperspektive spricht eine Figur, die am Geschehen beteiligt (homodiegetische Erzähler) ist oder war.

Card 9

Question

Antiheld, der

Answer

inaktive, negative oder passive männliche Hauptfigur in Drama, Roman, Film im Unterschied zum aktiv handelnden Helden

Card 10

Question

Liminalität, die

Answer

ambiguität oder Orientierungslosigkeit, die im mittleren Stadium von Ritualen auftritt (Schwellenphase), wenn die TeilnehmerInnen ihren vorritualen Status nicht mehr halten, aber noch nicht mit dem Übergang zu dem Status, den sie nach Abschluss des Rituals einnehmen werden, angefangen haben

Card 11

Question

Impressionismus, der

Answer

Impressionismus (von lateinisch impressio ‚Eindruck‘; über das französische impressionnisme) ist eine Stilrichtung in der Kunstgeschichte, die durch die stimmungsvolle Darstellung von flüchtigen Momentaufnahmen einer Szenerie gekennzeichnet ist. Sie entstand aus einer Bewegung innerhalb der Malerei in Frankreich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Der Begriff Impressionismus wurde auch auf bestimmte Stilrichtungen in der Musik, in der Literatur, im Film und in der Fotografie übertragen.

Card 12

Question

Gedichtmaß, das

Answer

Als Gedichtmaß bezeichnet man in der Verslehre ein metrisches Schema, das über Vers- und Strophenmaß hinausgehend die Bauform des Gedichts in seiner Gesamtheit beschreibt. Bekannteste Beispiele für Gedichtmaße sind Sonett, Sestine oder Kanzone.

Card 13

Question

intradiegetische Erzählung, die

Answer

Innerhalb der extradiegetischen Rahmenerzählung können also eine (oder mehrere) intradiegetische Binnenerzählung(en) vorliegen. Dieses Rahmungsprinzip ist natürlich wiederholbar, so dass auf der dritten Ebene metadiegetisch ein metametadiegetisches Geschehen erzählt wird usw.

Card 14

Question

Belletristik, die

Answer

unterhaltende, schöngeistige Literatur

Card 15

Question

Kanon, der

Answer

Ein Kanon der Literatur (zu griechisch kanon „Regel, Maßstab, Richtschnur“) ist eine Zusammenstellung derjenigen Werke, denen in der Literatur ein herausgehobener Wert beziehungsweise eine wesentliche, normsetzende und zeitüberdauernde Stellung zugeschrieben wird.

Card 16

Question

heterodiegetische Erzählung, die

Answer

Der Erzähler ist kein Teil der Diegese. (Neuere Erzähltheorien gehen davon aus, dass der Erzähler grundsätzlich als vermittelnde Instanz zwischen Erzähltext (inklusive erzählter Welt) und Rezipient des Textes ist. Er wird nur explizit oder implizit dargestellt.)

Card 17

Question

Instanz, die

Answer

enkel Duden) für einen Fall, eine Entscheidung zuständige Stelle (besonders eine Behörde o. Ä.) (Rechtssprache) (im Hinblick auf die Reihenfolge der zur Entscheidung einer Rechtssache zuständigen Instanzen) bestimmte Stufe eines gerichtlichen Verfahrens (EDV) einzelne Ausprägung, Exemplar aus einer Klasse von Objekten (eigen idee) Autorinstanz? Erzählinstanz? Eine für einen Fall, eine Entscheidung zuständige Stelle. z.B. der Leser als kritische Instanz, der Autor als vermittelnde oder moralische Instanz...

Card 18

Question

klassische Moderne, die

Answer

Der Begriff Klassische Moderne bezeichnet die Vielfalt heute noch als bahnbrechend angesehener avantgardistischer Stilrichtungen in den bildenden Künsten am Ende der Belle Époque und danach bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts

Card 19

Question

Syllepsis, die

Answer

Die Syllepse oder Syllepsis (altgriechisch σύλληψις sýllēpsis „Zusammenfassung“) ist eine rhetorische Figur, die auf einer Worteinsparung beruht (Brachylogie), vergleichbar der Ellipse. Ein einmalig verwendeter Satzteil (Subjekt, Objekt o. ä.) oder eine grammatische Form bzw. Funktion wird in der Syllepse mehrfach in unterschiedlichem Sinne ergänzt, so dass er auch unterschiedliche grammatische Zusammenhänge in Bezug auf Person, Kasus und Genus erzeugt. Im Gegensatz zum Zeugma (in jüngerer Terminologie) ist hier eine semantische Unschärfe nicht beabsichtigt, sondern nur eine syntaktische Verkürzung. Die Syllepse war weniger ein Stilmittel der antiken Rhetorik als der Dichtung.

Card 20

Question

phantastische Literatur, die

Answer

Phantastik, auch Fantastik, ist ein Genrebegriff, der in Fachkreisen sehr unterschiedlich definiert wird. Außerwissenschaftlich bezeichnet der Begriff „fantastisch“ alles, was unglaublich, versponnen, wunderbar oder großartig ist. Der Ursprung des Begriffs „phantastische Literatur“ ist ein Übersetzungsfehler: E. T. A. Hoffmanns Fantasiestücke in Callots Manier wurden 1814 als Contes „fantastiques“ ins Französische übersetzt, statt richtigerweise als Contes „de fantaisie“.

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