persönliche Ansicht, Überzeugung, Einstellung o. Ä., die jemand in Bezug auf jemanden, etwas hat (und die sein Urteil bestimmt)
im Bewusstsein der Allgemeinheit [vor]herrschende Auffassungen hinsichtlich bestimmter [politischer] Sachverhalte
Card 82
Question
Fremdcharakterisierung, die
Answer
(<-> Selbstcharakterisierung) Beschreibung einer Figur. Kann direkt oder indirekt sein:
- indirekt: “Er schwitzte an den Händen. Er räusperte sich zum dritten Mal und drehte sich weg.”
- direkt: “er ist ist schüchtern”
Card 83
Question
New Historicism, der
Answer
ist eine Theorierichtung der Literaturwissenschaft, die in den 1980er Jahren an der University of Berkeley entwickelt wurde und vor allem von Stephen Greenblatt populär gemacht wurde. Sie war eine rigoros verteidigte Gegenposition gegen den in den USA seit den 1930ern vorherrschenden New Criticism, der fast ausschließlich nach der inneren Struktur literarischer Texte fragte und dagegen ihre historischen und zeitgenössischen Kontexte vernachlässigte. Für den Neuhistorismus ist dagegen die Verbindung eines Textes mit anderen Texten, Überzeugungen und kulturellen Praktiken, die zur gleichen Zeit zirkulieren, von zentraler Bedeutung
Card 84
Question
Untersuchung, die
Answer
auf Untersuchungen basierende wissenschaftliche Arbeit
Card 85
Question
Captatio benevolentiae, die
Answer
das Werben um die Gunst des Publikums mit bestimmten Redewendungen
Card 86
Question
Rückwendung, die
Answer
Handlung/Entscheidung, sich erneut an eine gewisse Person, Meinung oder ein Weltbild zu richten, zu orientieren
Card 87
Question
Distichon, das
Answer
Verspaar/zweizeilige Strophenform. Meist verbreitet: daktylische Hexameter und ein Pentameter.
Card 88
Question
auktoriale Erzählsituation, die
Answer
eine Erzählsituation, in der ein persönlicher Erzähler anwesend ist, der sich in Einmengungen und Kommentaren zum Erzählten äußert.
Auktorialer Erzähler - allwissender Erzähler
Dem Geschehen selbst steht er distanziert gegenüber: Auktoriales Erzählen wird auch allwissendes Erzählen genannt, denn das Erzählen geht nicht nur von einer Person aus, sondern ein allwissender Erzähler blickt auf das ganze Geschehen und alle Personen gleichermaßen.
Card 89
Question
Wissensgeschichte, die
Answer
Die Wissensgeschichte befasst sich mit dem Wissen, das sich im Laufe der Menschheitsgeschichte angesammelt hat, sowie ihrer historischen Formen, Fokusse, Akkumulation, Träger, Wirkungen, Vermittlung, Verteilung, Anwendungen, gesellschaftlicher Kontexte, Bedingungen und Produktionsmethoden
Card 90
Question
Posse, die
Answer
derb-komisches Bühnenstück, dessen Komik meist durch Übertreibung erreicht wird
Card 91
Question
Inhaltsverzeichnis, das
Answer
meist am Anfang oder Ende eines Buches oder eines mehrseitigen Schriftstücks stehende tabellarische Gliederung des Inhalts mit Angabe der Seitenzahlen
Card 92
Question
Trauma, das
Answer
starke psychische Erschütterung, die [im Unterbewusstsein] noch lange wirksam ist
Card 93
Question
Literaturtheorie, die
Answer
Literaturtheorie ist die wissenschaftliche Begründung der Literaturinterpretation, der Literaturkritik, der Literaturgeschichte und des Begriffs der Literatur ('Literarizität', 'Poetizität', das Literarische, ihre Bestimmung als Dichtung, Poesie usf.) im Allgemeinen. Literaturtheorie ist ein Teilgebiet der Literaturwissenschaft und hat besonders in der Komparatistik eine zentrale Stellung.
Card 94
Question
offene Ende, das
Answer
Gegenteil des geschlossenen Endes:
Das Gegenteil des geschlossenen Endes ist das offene Ende. Ein offenes Ende lässt Fragen offen und bietet Raum für verschiedene Interpretationen. Der Leser muss selbst aktiv werden, um die Bedeutung des Endes zu erschließen.
Card 95
Question
Digital Humanities, die
Answer
Das interdisziplinär ausgerichtete Fach Digital Humanities (‚digitale Geisteswissenschaften‘) umfasst die systematische Nutzung computergestützter Verfahren und digitaler Ressourcen in den Geistes- und Kulturwissenschaften sowie die Reflexion über deren Anwendung. Seine Vertreter zeichnen sich sowohl durch eine traditionelle Ausbildung in den Geistes- und Kulturwissenschaften aus als auch durch ihre Vertrautheit mit Konzepten, Verfahren und Standards der Informatik. In Deutschland sind das insbesondere Forscher der Computerphilologie, der Historischen Fachinformatik, der Informationswissenschaft und der Computerlinguistik. Typische Arbeits- und Forschungsfelder sind zum Beispiel digitale Editionen, quantitative Textanalyse, Visualisierung komplexer Datenstrukturen oder die Theorie digitaler Medien.
Card 96
Question
Legende, die
Answer
kurze, erbauliche religiöse Erzählung über Leben und Tod oder auch das Martyrium von Heiligen
Card 97
Question
Handlung, die
Answer
Abfolge von zusammenhängenden, miteinander verketteten Ereignissen, Vorgängen, die das dramatische Gerüst einer Dichtung, eines Films oder dergleichen bildet; Fabel, Plot
Card 98
Question
Anthropomorphismus, der
Answer
Übertragung menschlicher Eigenschaften auf Nichtmenschliches, besonders in der Vorstellung, die man sich von Gott macht
Card 99
Question
lyrische Ich, das
Answer
Der Ausdruck lyrisches Ich (manchmal auch: generisches Ich) bezeichnet in einer Traditionslinie der Literaturwissenschaft den fiktiven Sprecher oder die Stimme eines Gedichts oder Liedes (Lyrik). Ursprünglich eingeführt zur Unterscheidung des formalen bzw. lyrischen Ichs von einem realen bzw. empirischen Ich, ist es bis in die Gegenwart immer wieder gleichgesetzt worden mit der Identität des Autors, mit der Authentizität des Ausgesagten sowie mit dem rezeptiven Nacherleben desselben.
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