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Versicherungswirtschaft Kapitel 7 (Rückversicherung & Management der Marktleistung)

Discover Versicherungswirtschaft Kapitel 7 (Rückversicherung & Management der Marktleistung): 22 flashcards with questions and answers.

Subject
Economy / Business administration
Language of creation
German
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Cards in this set

Card 1

Question

Bitte definieren Sie die "Rückversicherung" in drei Punkten.

Answer

  • Versicherung des Versicherers
  • Überwälzung der von einem Versicherer übernommenen Versicherungsverträge (Risk-Management-Prozess des Versicherers)
  • Überwälzung auf eine zweiten, mit dem Versicherungsnehmer nicht direkt in Verbindung stehenden Versicherungsträger

Card 2

Question

Nennen Sie mir den Zweck einer Rückversicherung in vier Punkten.

Answer

  • Schwankungen im Risikoverlauf ausgleichen.
  • Schutz der Versicherungseinrichtungen im Katastrophenfall (Bilanzschutz).
  • Erhöhung der Kapazitäten des Erstversicherers (= mehr unternehmerische Freiheit).
  • Ermöglichung der Versicherer von Grossrisiken.

Card 3

Question

Nennen und beschreiben Sie mir die vier Stufen des Risiko-Management des Erstversicherers in Stichworten.

Answer

  • Vermeiden: Risikoselektion
  • Vermindern: Korrekte Kalkulation/umfassende Risikobeurteilung (Wartefristen / Aufteilung dauf mehrere Erstversicherer)
  • Überwälzen: Rückversicherung (Umfang abhängig von der Finanzkraft)
  • Selbst tragen: Eigentlicher Zweck des Versicherungsunternehmens; offene/stille Reserven

Card 4

Question

Erläutern Sie mir bitte folgende Begriffe stichwortartig:

  • Zedent
  • Zession
  • Zessionär
  • Retrozession
  • Retrozessionär

Answer

  • Zedent: Versicherer, der das Risiko gegenüber dem VN übernimmt (Erstversicherer).
  • Zession: Abgabe in Rückversicherung.(Ganz- oder Teilabgabe möglich).
  • Zessionär: Rückversicherer, der sein Anteil am Risiko übernimmt.
  • Retrozession: Weiterrückversicherung (Weitergabe oder Aufteilung des Risikos an mehrere Rückversicherung).
  • Retrozessionär: Rückversicherer, der sein Anteil an einem bereits rückversicherten Risiko übernimmt.

Card 5

Question

In welchen Funktionen hilft der Rückversicherer dem Erstversicherer? Nennen Sie die drei Elemente und beschreiben Sie diese stichwortartig.

Answer

  • Versicherungstechnische Funktion: Rückversicherer tritt dem Erstversicherer als Risikoträger auf, zur Verringerung seiner sicherungstechnischen Risiken.
  • Service-Funktion: Rückversicherer dient dem Erstversicherer als Beratungsstelle über wirtschaftliche und technische Informationen (auch Risikoberuteilung, Tarifierung, etc.).
  • Finanzierungs- und Kreditfunktion: Rückversicherer erhöht finanzielle Stabilität und Sicherheit des Erstversicherers.

Card 6

Question

Wir kennen zwei Grundformen der Rückversicherung. Nennen Sie und erläutern Sie diese stichwortartig.

Answer

1. Fakultative Rückversicherung:

  • Rückversicherer für Einzelrisiken
  • Fakultativer Charakter
  • Erstversicherer kann frei entscheiden, ob er ein Risiko zedieren will
  • Rückversicherer kann frei entscheiden, ob er das Risiko übernehmen will

2. Obligatorische Rückversicherung:

  • Vertragsrückversicherung für ganze Bestände oder Portefeuilles (Automatische Rückversicherung)
  • Obligatorischer Charakter
  • Erstversicherer verpflichtet sich, dem Rückversicherer die vertraglichen festgelegten Anteile in Deckung zu geben
  • Rückversicherer ist verpflichtet, die vertraglichen festgelegten Anteile in Deckung zu nehmen

Card 7

Question

Wir kennen zwei grundlegend unterschiedliche Rückversicherungsarten. Bitte nennen und erläutern SIe diese stichwortartig.

Answer

1. Proportionale Rückversicherung:

  • Prämien und Schäden werden in einem gleichen vertraglich fixierten Verhältnis zwischen Erst- und Rückversicherer festgelegt.
  • Preis heisst Rückversicherungsprovision
  • Drei Arten (Quoten-Rückversicherung / Summenexzedenten-Rückversicherung / Mischformen)

2. Nichtproportionale Rückversicherung

  • Der Erstversicherer zahlt zu einer gewissen Höhe alle Schadenbeträge selber. Rückversicherer verpflichtet sich, die übersteigende Summe zu übernehmen.
  • Preis = prozentualer Anteil an Prämie
  • Tarifierung = Erfahrungstarifierung und Exposuretarifierung

Card 8

Question

Beschrieben Sie zu den zwei Arten der proportionalen Rückversicherungen die Mechanismen, Vorteile, Nachteile und Anwendungen.

  • Quoten Rückversicherung
  • Summenexzedenten-Rückversicherung

Answer

1. Quoten Rückversicherung

  • Mechanismus: Rückversicherer übernimmt einen frei zu vereinbarenden Prozentsatz eines bestimmten Versicherungsbereiches
  • Vorteile: Einfach und kostengünstig
  • Nachteil: Wirkt dort, wo Rückversicherer gar nicht nötig wären und erfasst Spitzenrisiken nur ungenügend.
  • Anwendung: Für Gesellschaften im Aufbau (fehlende Schadenerfahrung des Erstversicherers)

2. Summenexzedenten-Rückversicherung

  • Mechanismus: Der Eigenbehalt der Versicherungssumme wird auf einem bestimmten Versicherungsbereich vertraglich vereinbart
  • Vorteile: Risikoausgleich im Bestand des Erstversicherers
  • Nachteil: Kompliziert zu handhaben, IT-Unterstützung zur Verwaltung nötig
  • Anwendung: Für Gesellschaften im Aufbau (fehlende Schadenerfahrung des Erstversicherers)

Card 9

Question

Beschrieben Sie zu den zwei Arten der nicht-proportionalen Rückversicherungen die Mechanismen, Vorteile, Nachteile und Anwendungen.

  • Schadenexedenten-Rückversicherung (Excess of loss "XL")
  • Jahresüberschaden-Rückversicherung (Stop Loss "SL")

Answer

1. Schadenexedenten-Rückversicherung (Excess of loss "XL")

  • Mechanismus: Erstversicherer trägt alle Schäden in einer vertaglich bezeichneten Höhe selber.
  • Vorteile: Bilanzschutz für den Erstversicherer
  • Nachteil: Kompliziertes Gebilde
  • Anwendung: Zur Deckung von Gross- oder Kumulschäden

2. Jahresüberschaden-Rückversicherung (Stop Loss "SL")

  • Mechanismus: Rückversicherer verpflichtet sich, für einen bestimmten Anteil der Jahresgesamtschäden vertaglich bezeichneten Höhe und Sparte zu übernehmen.
  • Vorteile: Umfassender Schutz des Erstversicherers (Entlastung des Unternehmerrisikos)
  • Nachteil: Enormer Informationsbedarf der Rückversicherer, schwierig zu definierender Vertag.
  • Anwendung: Für stark schwankenden Risiken (z.B. Unwetterschäden)

Card 10

Question

Welche Veränderungen in Dienstleistungsmärkten sind relevant für Versicherer? - Nennen und beschreiben Sie vier Punkte.

Answer

  • Analyse Marktsituation: Nachfrageveränderung - Der VN hat immer mehr Zugangswege zu Informationen und nutzt diese aktiv (z.B. Comparis)
  • Funktion der Versicherer ändert: Die Ansprüche der VNs steigern sich auch gegenüber dem Versicherer. Es werden schnelle, zuverlässige Schadenregulierungen bei möglichst günstigen Preisen gewünscht. Gleichzeitig soll der Versicherer in Schadenvermeidung und Risk-Management unterstützden tätig sein.
  • Versicherte Produkte ändern sich: Individualisierte und innovative Produkte werden immer beliebter und treten in deutliche Konkurrenz zu den klassischen Produkten (z.B. GPS-Gerät im Auto für Ortung bei Diebstahl)
  • Flexibilitär muss sich ändern: Es werden immer imfassendere Versicherungslösungen zu flexiblen Rahmenbedingungen gewünscht (z.B. Versicherung, welche jederzeit kündbar ist).

Card 11

Question

Mithilfe welchen Modells können die Veränderungen in Dienstleistungsmärkten erfolgreich gemeistert werden?

Answer

Es gibt einen P-Ansatz (Verkauf folgt der Produktion) und ein C-Ansatz (Produktion folgt dem Verkauf).

Zudem gibt es das bekannte 7-K-Modell (Cosumer-Value-Modell), welche zur Diagnose vom Umwelt, Markt und Unternehmen benutzt wird (Leistung und Produkte werden in Kombination mit dem 7-K's definiert):

  • Kundenorientierung: Haltung gegenüber dem VN, Kundenwert und Kundenvorteile
  • Konfiguration: Bestimmung, in welchen Geschäftsfeldern ein Unternehmen tätig sein will
  • Kommunikation: Gegenüber dem VN - wichtiger Teil im Costumer-Value-Ansatz
  • Kommerzialisierung: Angebotene Produkte und Dienstleistungen des Unternehmens in Erträge umsetzen
  • Kompetenz: Richtige Auswahl und Motivation von Mitarbeitern und Partnern
  • Kooperation: Zusammenarbeit mit Partnern
  • Kontrolle: Überprüfung der Servicequalität

Card 12

Question

Wie verändern sich die Bedürfnisse der Kunden und die Anbieter-Nachfrager-Beziehung?

Was sind die folgen für die Versicherungsbranchen und Märkte?

Answer

Der Kunde möchte umfassende Versicherungslösungen zu flexiblen Rahmenbedingungen. Was bedeutet, dass die Produktion dem Verkauf folgt (C-Ansatz).

Daraus ergeben sich folgende Pflichten:

  • Produkte verständlich und transparent gestalten (einfach und standardisierte Produkte)
  • Komplexe und individuelle Lösungen nur auf Wunsch

Die Konsequenzen und Folgen für die Versicherungsunternehmen durch die Veränderungen und Trends in Wirtschaft ergeben zugleich Chancen und Gefahren:

  • Veränderung auf Produktseite (Produktinnovation)
  • Segmentierung auf technischer Wandel (demografischer Wandel)
  • Kostenwettbewerb (Kostendruck)
  • Weitere Veränderungen in der Versicherungsbranche (Regulierungstendenzen)

Card 13

Question

Wie stellt man Kunden in den Fokus seiner Handlungen, gewinnt seine Aufmerksamkeit und überzeugt ihn vom Wert eines Produktes oder einer langfristen Beziehung? - Nennen Sie drei Punkte und erläutern Sie diese stichwortartig.

Answer

  • Kundenbeziehungen: Dienstleistungsdreieck in der Versicherung (Kunde-Mitarbeiter-Versicherung)
  • Kundenloyalität: Emotionale Bindung und Kundenzufriedenheit
  • Erhöhung des Kundenkontakts: Cross-Selling

Card 14

Question

Welchen Trends steht die Versicherungsbranche gegenüber?

Answer

  • Demographische Entwicklung
  • Überalterung der Gesellschaft
  • Technologischer Fortschritt
  • Solidaritätsgedanke nimmt ab
  • Veränderung des Kundenverhaltens (Kunde informiert sich vermehrt selber)
  • Neue Märkte
  • Klimaveränderung

Card 15

Question

Wie können Unternehmen "Costumer-Value" generieren?

Welche Unterschiede sehen Sie dabei zwischen einem Lebens- und Motorfahrzeugversicherer?

Answer

Kunde übernimmt immer mehr eine wichtige Rolle als "Mit-Entwickler", "Mit-Wertschöpfer", "Mit-Arbeiter" oder "Wettbewerber".

 

Lebensversicherungen arbeiten mit dem "C-Ansatz" (Outside-In-Betrachtung) - Kunde ist mit seinen Bedürfnissen ein zentraler Punkt. VN wird in den Leistungsprozess miteinbezogen (Jeder Kunde ist anders).

Motorfahrzeugversicherungen arbeiten mit dem "P-Ansatz" (Inside-Out-Betrachtung) - Der veraltete P-Ansatz ist für Massengeschäften gemacht, also ein auf nur das Produkt ausgerichteter Ansatz.

Card 16

Question

Welche beiden Gestaltungsebenen sehen Sie im Versicherungskontext als die wichtigsten an? - Begründen Sie Ihre Antwort.

Answer

  • 1. Ebene - Kernprodukt: Auf der ersten Ebene wird der Grundstein, die Versicherungsdeckung, vereinbart und das Vertrauen des Kunden gewonnen.
  • 2. Ebene - Kernfunktionen: Auf der zweiten Ebene müssen weitere Bedürfnisse des Kunden befriedigt werden, wie kompetente Fachberatung oder eine optimale Schadenbearbeitung.

Card 17

Question

Was muss ein Versicherungsunternehmen beim Funktionendenken beachten?

Answer

Die Funktionen lassen sich in zwei Dimensionen unterteilen:

  • Psychologisch-sozial
  • technisch-ökonomisch

Diese Dimensionen sollten möglichst gleich stark gewichtet werden. Meist wird jedoch die Wirkung der psychologisch-sozialen Dimension nicht erkannt oder falsch eingeschätzt. Zusätzlich ist die Wahrnehmung des Unternehmens entscheidend.

Card 18

Question

Was sind die wichtigsten Kundenbedürfnisse?

Answer

  • Leistungskompetenz: VN hofft, dass er bei Eintritt eines Schadens auf zu seiner Leistung kommt.
  • Vertrauen: VN erwartet, dass das Versprechen, welches beim Vertragsabschluss abgegen wurde, auch eingehalten wird.
  • Reaktionsbereitschaft: Schnelligkeit gegenüber dem Kunden ist mitentscheidend über Erfolg oder Misserfolg.

Card 19

Question

Was ist der Unterschied zwischen einem Kundenzugangsweg und einem Vertriebskanal?

Answer

  • Kundenzugangsweg: VN kann aktiv werden und nimmt Kontakt mit dem Versicherer auf (Versicherungsunternehmen ist passiv).
  • Vertriebskanal: Versicherungsunternehmen kann aktiv werden und nimmt Kontakt mit dem VN auf (VN ist passiv).

Card 20

Question

Was sind die wichtigsten Informationsquellen bzw. Kundenzugangswege im Versicherungsbereich?

Answer

  • Kundenzugangswege: Aussendienst, Makler, Internetversicherer, Internetportale, Homepage, Mailings, Banken, Arbeitgeber, Callcenter, etc.
  • Informationsquellen: Berater, Freunde, Verwandte, Social Media, Zeitschriften, Werbespots, Apps, etc.

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