Back to overview

Vormägen

Discover Vormägen: 30 flashcards with questions and answers.

Subject
Sciences / Medical science
Language of creation
German
30 flashcards No ratings yet 0 views
Add to my sets

Sign in to add this set to your collection. You will return here afterwards.

Cards in this set

Card 1

Question

Wie beginnt die Entwicklung der Vormägen?

Answer

  • Wdk als funktionell monogastrische Tiere geboren, da Vormagenanlagen zunächst keine verdauungsphysiologische Bedeutung (vgl Haubenrinnenreflex)
  • Beginn der Entwicklung durch Aufnahme von strukturiertem Futter 
    -> führt zur Entwicklung des VM Systems
    -> Besiedelung durch MO 
  • kurzkettige FS & Hormone (Insulin, IGF-1 & EGF) tragen wesentlich zur Ausbildung bei

Card 2

Question

Wie unterscheiden sich die VM Verhältnisse bei Neugeborenem und älterem Tier?

Answer

  1. bei Geburt Labmagenanteil deutlich dominierend
    -> 55-60% der gesamten Magenanlage
  2. bei Geburt Gewichtsanteil von Vormagen & Labmagen nur ca 20% am gesamten Verdauungskanal

-> verändert sich innerhalb weniger Monate erheblich

  1. Anteil der Vormägen deutlich dominierend
    -> 80-90%
  2. Gewichtsanteil aller Mägen ca 50% des Gesamtgewichts

Card 3

Question

Wie ist die Beziehung zwischen Wirtstier und MO?

Answer

Symbiose

Leistungen Wirtstier

  • Erhaltung der Körperkerntempertur
  • Substratbereitstellung aus Futter und endogenen Sekreten
  • Erhaltung eines Fließgleichgewichts durch Speichelsekretion und Flüssigkeits-/Partikelumsatz

Leistungen Mo

  • durch mikrobielle Fermentation & Synthese aus sonst nicht verwertbaren Futterkomponenten hochwertige Nährstoffe bereitzustellen

Card 4

Question

Welche MO kommen in den Vormägen vor?

Answer

  • Bakterien
  • Protozoen 
  • Pilze
  • Achaeen

Card 5

Question

MO: Bakterien

Answer

  • Besiedlung beginnt unmittelbar nach Geburt durch Kontakt zu anderen Tieren, der Umgebung und Futter
  • Dichte der Population nimmt innerhalb der ersten Wochen zu
  • Keimdichte beim erwachsenen Tier zwischen 109 und 1011ml-1 (10% am Pansenvolumen)
  • überwiegend aus anaeroben Keimen
    -> obligat & fakultativ aerobe Bakterien nur geringer Anteil
  • drei verschiedene Bereiche, in denen sich Bakterien befinden
    1. Paartikeloberfläche 
    2. Pansenepithel
    3. Pansenflüssigkeit
    -> 70-80% in 1. & 2.
  • wandassoziierte Bakterien verwerten O2 
    -> halten O2 Partialdruck niedrig 
    -> Voraussetzung für anaerobe Verhältnisse
  • Zusammensetzung Bakterienflora bestimmt durch Futterkomponenten
    -> cellulolytische Bakterien bei rohfaserreichem Futter
    -> amylolytische Bakterien bei stärkereichem Futter
  • außerdem Einfluss durch anaerobe Bedingungen + Umsatzraten der Digesta

Card 6

Question

MO: Archaeen

Answer

  • Besiedlung beginnt wenige Tage nach Geburt
  • Keimdichte zwischen 108 und 109 ml-1
  • strikt anaerob
  • Bildung von Methan aus CO2 und H2 durch schrittweise Reduktion
    -> hält H2 Partialdruck niedrig 
    -> verhindert zu negatives Redoxpotential und dadurch zu starke Bildung von Ethanol & Lactat

Card 7

Question

MO: Protozoen

Answer

  • Besiedlung beginnt postnatal über direkten Kontakt zu anderen Tieren
  • etwa 10% am Pansenvolumen
  • obligat oder fakultativ anaerob 
  • Konzentration deutlich variabler als Bakterienkonzentration
  • Einflussfaktoren: Anteil Kraftfutter in Ration, Häufigkeit der Mahlzeiten, verschiedene physikochemische Faktoren
  • unterteilt sich in Ciliaten & Flagellaten

1. Ciliaten = Wimperntierchen​

  • in Pansenflüssigkeit
  • Keimdichte zwischen 105 und 108 Zellen/ml
  • relativ groß, machen Hälfte der mikrobiellen Biomasse aus
  • teilweise mit Vakuloen, die je nach Zusammensetzung des Futters in Größe variieren

2. Flagellaten = Geißeltierchen

  • in Pansenflüssigkeit
  • nur geringer Anteil der Protozoenbiomasse, 103 bis 104

 

Card 8

Question

Protozoen: verdauungsphysiologische Funktionen

Answer

1. mikrobielle Vormagenverdauung

  • verfügen über Enzyme zur Spaltung von KH, Fetten und Proteinen
    -> intraruminaler Nährstoffabbau
  • Substratspezifität
  • Decken des Bedarfs an N-haltigen Nährstoffen über Aufnahme kleiner Futterpartikel, Bakterien, Pilzen und anderen Protozoen
  • Speicherfähigkeit KH
    -> Schutz vor Pansenacidose
    -> Umstellung auf stärkereichere Ration führt zu Zunahmer der Protozoenpopulation + höherer Speicherfähigkeit

2. Bereitstellung von Fermentationsprodukten

  • v.a. Acetat, Butyrat & Lactat
    -> bilden KEIN Propionat (vgl Bakterien)
  • Protozoen bilden CO2 und H2 
    -> wird von Archaeen teilweise zu Methan umgesetzt
  • können chemisch-enzymatisch verdaut werden
    -> Lieferung biologisch hochwertiges Protein 
  • können selektiv im Vormagensystem mit Futterpartikeln ausgeschieden werden

3. Detoxifizierungsreaktionen

  • Neutralisation von toxischen Futterkomponenten 
    -> durch hydrolytische + reduzierende Enzyme
  • zB Reduktion von Nitritgruppern organischer Verbindungen zu Aminen
  • dadurch geringere Empfindlichkeit gegenüber Pestiziden & Antibiotika

4. Bildung schlecht resorbierbarer Schwermetallverbindungen

  • Aufnahme und Verdauung unlöslicher Proteine führt zu vermehrter Bereitstellung von Peptiden & AS für bakterielle Stoffwechselprozesse
    -> erhöht Bildung von Sulfiden
  • Sulfide gehen mit Kupfer unlösliche Kupfersulfidbindungen ein
    -> geringe Resorbierbarkeit
    -> auch Bildung von Kupferchelaten
  • vermindert Risiko von Kupferintoxikation
    -> aber auch Risiko des Kupfermangels 
  • bei großer Zufuhr von Kupfersulfatmengen = Absterben der Protozoen

5. Regulation Bakterienpopulation & Konzentration Abbauprodukte

  • Reduktion der Bakterienkonzentration über Inkorporation
  • Bakterienverdauung erhöht Bereitstellung organischer & anorganischer Abbauprodukte
    -> verbessert Wachstum der verbliebenen Bakterien
  • einige Protozoen auch niedrig halten des O2 Partialdrucks
    -> Aufrechterhalten der anaeroben Verhältnisse

Card 9

Question

MO: Pilze

Answer

  • obligat anaerob 
  • enges Temperaturoptimum (33°C-41°)
  • als Zoosporen in Pansenflüssigkeit
  • als Sporangium in enger Assoziation mit Pflanzenpartikeln
  • Besiedlung beginnt in ersten Lebenstagen
  • Keimdichte zwischen 104 und 105
  • Dichte der Population steigt mit Rohfasergehalt
  • 12h nach Fütterung größte Konzentration
  • Auflockerung der Zellwände von Pflanzenbestandteilen
    -> erleichtert bakterielle Besiedlung + Zellwandabbau
  • Metabolismus von löslichen Kohlenhydraten & pflanzlichen Polysachhariden
  • nichtessenziell für mikrobiellen Vormagenstoffwechsel

Card 10

Question

Rohfaser

Answer

= unlöslicher Rest von Futterpflanzen
= Zellwandbestandteile höherer Pflanzen

  • Pectine 
  • Hemicellulosen
  • Cellulose
  • Lignin
  • Wachs
  • Cutin
  • Suberin

-> Zellinhaltsstoffe = Proteine, Nucelinsäuren, KH, Lipide, Vitamine, Mineralstoffe

 

Card 11

Question

Wonach richtet sich die verdauungsphysiologische Bewertung von Pflanzenbestandteilen?

Answer

danach, in welchem Umfang sie durch körpereigene oder mikrobiell gebildete Enzyme umgesetzt und verwertbar gemacht werden können 

-> Zellinhaltsstoffe durch körpereigene Enzyme

-> Zellwandbestandteile durch mikrobiell gebildetet Enzyme

Card 12

Question

Was ist die Voraussetzung für den mikrobiellen Abbau der Zellwandkomponenten?

Answer

= Kolonisation der Faserbestandteile

-> Fähigkeit zur Kolonisation nachgewiesen für Bakterien, Protozoen und Pilze
-> über Läsion der Pflanzenepidermis
-> Pilze erleichtern bakterielle Besiedlung

Card 13

Question

Kohlenhydratabbau im Vormagen

Answer

1. Hydrolyse der Zellwandbestandteile

  • Bildung von Monomeren

2. Umsetzung zu Pyruvat

  • Aufnahme der Monomere in Bakterien
  • anaerobe Glykolyse (ausgehend von Glucose)
  • Pentose-Phosphat-Zyklus (ausgehend von Glucose)
  • Pyruvat = hohe Umsatzgeschwindigkeit, daher kaum nachweisbar

3.  Bildung SCFA & Pansengase

  • kurzkettige FS (SCFA)
    -> Verteilung abhängig von Futterzusammensetzung
    1. Acetat
    -> immer größter Anteil
    -> bei stärkereichem Futter aber Verminderung des Anteils
    2. Propionat
    -> bei stärkereichem Futter Zunahme des Anteils
    3. Butyrat
    -> Anteile immer relativ unverändert
  • Pansengase
    -> 40-70% CO2
    -> 20-40% CH4 (Methan)

Card 14

Question

kurzkettige Fettsäuren

Answer

  • Acetat, Propionat, Butyrat
  • Konzentration in Pansenflüssigkeit nicht konstant
    -> bestimmt durch Art & Menge des aufgenommenen Futters
    -> steigt innerhalb von 1-3h nach Futteraufnahme an, fällt dann wieder an
  • bei hohem Gehalt an leicht verdaulichen KH schneller Anstieg an SCFA
    -> drastischer pH Abfall in Pasenflüssigkeit
    -> vgl Pansenazidose bei dauerhaft starkem pH Abfall

Card 15

Question

Pansengase

Answer

  • 40-70% CO2 
    entsteht aus
    - Bicarbonat
    - Decarboxylierung von Pyruvat
    - oxidative Decarboxylierung von AS
    - Spaltung von Harstoff
  • 20-40% CH4 (Methan)
    = klimarelevantes Gas (Treibhauseffekt)
    Bildung durch Archaeen in Kooperation mit Bakterien, Protozoen & Pilzen
  • für die Bildung von CO2 und CH4 wird H2 benötigt
    -> aus Glykolyse, Pentose-Phosphat-Weg, Decarboxylierung Pyruvat, AS Abbaue

Card 16

Question

Pansengase: Methan

Answer

CO2 +4H2 → CH4 +2H2O

  • Bildung = erhebliche Verluste an Futtermittelenergie
  • etwa 500l/Tag
  • Methan muss über Ructus abgegeben werden, da keine Resorption möglich

Card 17

Question

Resorption kurzkettiger SCFA

Answer

  • Elimination essenziell, da sonst Akkumulation in Pansenflüssigkeit, die zu Absinken des pH Werts + Anstieg osmotischer Druck führt
    -> effektive Resorption 
  • 50-85% der SCFA in Vormägen produziert
  • SCFA können in zwei Formen vorkommen, bei denen sich der Resorptionsvorgang unterscheidet
  • Disszoziation Säuren-
    > Dissoziationsgrad abhängig von Säurestärke; starke Säuren hauptsächlich als dissoziierte Säure (H3O+ und A-)
    -> pKs<1,5 = starke Säure, pKs>4,75 = mittlere Säure
    -> pKs>8= schwache Säure, pKs>14 = sehr schwache Säure
    -> SCFA pKs ca 4,8 = liegen überwiegeng in dissoziierte Form vor
  1. undissoziierte Form
    - weisen liphophile Eigenschaften auf (Lipidlöslichkeit nimmt mit Kettenlänge zu) -> daher Resorption über Membrandiffusion
    - erhöhen intrazelluläre Protonenkonzentration
    -> Kompensation über Puffersystem oder Na+/H+ Austauscher
     
  2. dissoziierte Form
    - weisen hydrophile Eigenschaften auf, können also nicht einfach diffundieren -> Transportmechanismen nötig
    - SCFA-/HCO3- Antiporter

Card 18

Question

Umbau der SCFA

Answer

  • werden intraepithelial metabolisiert
  • Butyrat
    > 90% Metabolisierung
    - Ketonkörper: Acetoacetat & ß-Hydroxybutyrat
  • Propionat
    - zT Lactat
  • Acetat
    - gar nicht/nur zu geringem Teil in Ketonkörper
  • Metabolisierung aller SCFA zu CO2 -> für Energiebereitstellung nutzbar
  • Stimulation des Ionentransports durch SCFA (Na+, Mg2+, Ca2+)

Card 19

Question

Proteine und Nicht-Protein-N-haltige (NPN) Verbindungen

Answer

  • N-haltige Verbdingungen = Proteine + NPN-Verbindunge (freie Aminosäure, Nitrat, Harnsäure, Harnstoff)
  • Aufnahme über Futter oder endogene Sekretionsprozesse
    - Sekeretion v. Mucoproteinen mit Speichel
    - Harnsekretion über Speichel + Vormagenwand
    - Abschilferung von Epithelzellen 
  • Proteinabbau über enzymatische Proteasen (v.a. Bakterien)
  • protected proteins = technisch verpackte Proteine, um vor MO zu schützen und Wdk zukommen zu lassen
  • Endprodukt des mikrobiellen Proteinabbaus = Ammoniak
    -> pK = 9,25, daher bei Pansen-pH von 6,25 zu 99,9% als NH4+(Ammonium)
    -> 0,1% = NH3 (Ammoniak)
    -> NH4+ = konjugierte Säure von NH3 (je höher pH, desto mehr NH4+ liegt vor)
  • Endprodukt des mikrobiellen NPN Abbaus = NH4+, CO2 + organische Säuren
  • gebildete Ammoniak an Pansenflüssigkeit abgegeben 
  • mikrobielle Proteinsynthese bei ausreichender N-Versorgung durch Energieversorgung bestimmt

Card 20

Question

Ruminohepatischer Kreislauf

Answer

-> kontinuierliche Rezirkulation von Harnstoff
-> bei Proteinabbau entsteht Stickstoff
-> Stickstoff liegt bei physiologischem pH hauptsächlich als Ammonium Ion vor -> wichtig, daher Umbau zu Harnstoff nötig
-> RK bei Überschuss an Stickstoff, der von MO nicht vollständig gebraucht wird (keine andere Speichermöglichkeit)

  1. Resorption von NH3/NH4+ über Pansenwand
  2. Transport mittels Pfortader in Leber
  3. Harnstoffsynthese in Hepatozyten
    = Ammoniakentgiftung
  4. über V. hepatica verlässt Harnstoffleber + gelangt in Lungenkreislauf
  5. über arterielles Blut zu Speicheldrüsen & Vormagenwand
  6. durch Sekretion aus Speicheldrüsen & Vormagenwand gelangt Harnstoff wieder in Pansen 
  7. Spaltung durch mikrobielle Urease
    -> in NH4+ und CO2
    -> Stickstoff steht MO zur Verfügung

How to use this set

Read the preview and check whether the content and answers suit your learning goal. You can add the public set to your sets to study it. Your account shows the available actions.

Rejoining the server...

Rejoin failed... trying again in seconds.

Failed to rejoin.
Please retry or reload the page.

The session has been paused by the server.

Failed to resume the session.
Please reload the page.