Zusammensetzung Bakterienflora bestimmt durch Futterkomponenten
-> cellulolytische Bakterien bei rohfaserreichem Futter
-> amylolytische Bakterien bei stärkereichem Futter
außerdem Einfluss durch anaerobe Bedingungen + Umsatzraten der Digesta
Card 6
Question
MO: Archaeen
Answer
Besiedlung beginnt wenige Tage nach Geburt
Keimdichte zwischen 108 und 109 ml-1
strikt anaerob
Bildung von Methan aus CO2 und H2 durch schrittweise Reduktion
-> hält H2 Partialdruck niedrig
-> verhindert zu negatives Redoxpotential und dadurch zu starke Bildung von Ethanol & Lactat
Card 7
Question
MO: Protozoen
Answer
Besiedlung beginnt postnatal über direkten Kontakt zu anderen Tieren
etwa 10% am Pansenvolumen
obligat oder fakultativ anaerob
Konzentration deutlich variabler als Bakterienkonzentration
Einflussfaktoren: Anteil Kraftfutter in Ration, Häufigkeit der Mahlzeiten, verschiedene physikochemische Faktoren
unterteilt sich in Ciliaten & Flagellaten
1. Ciliaten = Wimperntierchen
in Pansenflüssigkeit
Keimdichte zwischen 105 und 108 Zellen/ml
relativ groß, machen Hälfte der mikrobiellen Biomasse aus
teilweise mit Vakuloen, die je nach Zusammensetzung des Futters in Größe variieren
2. Flagellaten = Geißeltierchen
in Pansenflüssigkeit
nur geringer Anteil der Protozoenbiomasse, 103 bis 104
Card 8
Question
Protozoen: verdauungsphysiologische Funktionen
Answer
1. mikrobielle Vormagenverdauung
verfügen über Enzyme zur Spaltung von KH, Fetten und Proteinen
-> intraruminaler Nährstoffabbau
Substratspezifität
Decken des Bedarfs an N-haltigen Nährstoffen über Aufnahme kleiner Futterpartikel, Bakterien, Pilzen und anderen Protozoen
Speicherfähigkeit KH
-> Schutz vor Pansenacidose
-> Umstellung auf stärkereichere Ration führt zu Zunahmer der Protozoenpopulation + höherer Speicherfähigkeit
Aufnahme und Verdauung unlöslicher Proteine führt zu vermehrter Bereitstellung von Peptiden & AS für bakterielle Stoffwechselprozesse
-> erhöht Bildung von Sulfiden
Sulfide gehen mit Kupfer unlösliche Kupfersulfidbindungen ein
-> geringe Resorbierbarkeit
-> auch Bildung von Kupferchelaten
vermindert Risiko von Kupferintoxikation
-> aber auch Risiko des Kupfermangels
bei großer Zufuhr von Kupfersulfatmengen = Absterben der Protozoen
Wonach richtet sich die verdauungsphysiologische Bewertung von Pflanzenbestandteilen?
Answer
danach, in welchem Umfang sie durch körpereigene oder mikrobiell gebildete Enzyme umgesetzt und verwertbar gemacht werden können
-> Zellinhaltsstoffe durch körpereigene Enzyme
-> Zellwandbestandteile durch mikrobiell gebildetet Enzyme
Card 12
Question
Was ist die Voraussetzung für den mikrobiellen Abbau der Zellwandkomponenten?
Answer
= Kolonisation der Faserbestandteile
-> Fähigkeit zur Kolonisation nachgewiesen für Bakterien, Protozoen und Pilze
-> über Läsion der Pflanzenepidermis
-> Pilze erleichtern bakterielle Besiedlung
Card 13
Question
Kohlenhydratabbau im Vormagen
Answer
1. Hydrolyse der Zellwandbestandteile
Bildung von Monomeren
2. Umsetzung zu Pyruvat
Aufnahme der Monomere in Bakterien
anaerobe Glykolyse (ausgehend von Glucose)
Pentose-Phosphat-Zyklus (ausgehend von Glucose)
Pyruvat = hohe Umsatzgeschwindigkeit, daher kaum nachweisbar
3. Bildung SCFA & Pansengase
kurzkettige FS (SCFA)
-> Verteilung abhängig von Futterzusammensetzung
1. Acetat
-> immer größter Anteil
-> bei stärkereichem Futter aber Verminderung des Anteils
2. Propionat
-> bei stärkereichem Futter Zunahme des Anteils
3. Butyrat
-> Anteile immer relativ unverändert
Pansengase
-> 40-70% CO2
-> 20-40% CH4 (Methan)
Card 14
Question
kurzkettige Fettsäuren
Answer
Acetat, Propionat, Butyrat
Konzentration in Pansenflüssigkeit nicht konstant
-> bestimmt durch Art & Menge des aufgenommenen Futters
-> steigt innerhalb von 1-3h nach Futteraufnahme an, fällt dann wieder an
bei hohem Gehalt an leicht verdaulichen KH schneller Anstieg an SCFA
-> drastischer pH Abfall in Pasenflüssigkeit
-> vgl Pansenazidose bei dauerhaft starkem pH Abfall
Card 15
Question
Pansengase
Answer
40-70% CO2
entsteht aus
- Bicarbonat
- Decarboxylierung von Pyruvat
- oxidative Decarboxylierung von AS
- Spaltung von Harstoff
20-40% CH4 (Methan)
= klimarelevantes Gas (Treibhauseffekt)
Bildung durch Archaeen in Kooperation mit Bakterien, Protozoen & Pilzen
für die Bildung von CO2 und CH4 wird H2 benötigt
-> aus Glykolyse, Pentose-Phosphat-Weg, Decarboxylierung Pyruvat, AS Abbaue
Card 16
Question
Pansengase: Methan
Answer
CO2 +4H2 → CH4 +2H2O
Bildung = erhebliche Verluste an Futtermittelenergie
etwa 500l/Tag
Methan muss über Ructus abgegeben werden, da keine Resorption möglich
Card 17
Question
Resorption kurzkettiger SCFA
Answer
Elimination essenziell, da sonst Akkumulation in Pansenflüssigkeit, die zu Absinken des pH Werts + Anstieg osmotischer Druck führt
-> effektive Resorption
50-85% der SCFA in Vormägen produziert
SCFA können in zwei Formen vorkommen, bei denen sich der Resorptionsvorgang unterscheidet
Disszoziation Säuren-
> Dissoziationsgrad abhängig von Säurestärke; starke Säuren hauptsächlich als dissoziierte Säure (H3O+ und A-)
-> pKs<1,5 = starke Säure, pKs>4,75 = mittlere Säure
-> pKs>8= schwache Säure, pKs>14 = sehr schwache Säure -> SCFA pKs ca 4,8 = liegen überwiegeng in dissoziierte Form vor
undissoziierte Form
- weisen liphophile Eigenschaften auf (Lipidlöslichkeit nimmt mit Kettenlänge zu) -> daher Resorption über Membrandiffusion
- erhöhen intrazelluläre Protonenkonzentration
-> Kompensation über Puffersystem oder Na+/H+ Austauscher
dissoziierte Form
- weisen hydrophile Eigenschaften auf, können also nicht einfach diffundieren -> Transportmechanismen nötig
- SCFA-/HCO3- Antiporter
Aufnahme über Futter oder endogene Sekretionsprozesse
- Sekeretion v. Mucoproteinen mit Speichel
- Harnsekretion über Speichel + Vormagenwand
- Abschilferung von Epithelzellen
Proteinabbau über enzymatische Proteasen (v.a. Bakterien)
protected proteins = technisch verpackte Proteine, um vor MO zu schützen und Wdk zukommen zu lassen
Endprodukt des mikrobiellen Proteinabbaus = Ammoniak
-> pK = 9,25, daher bei Pansen-pH von 6,25 zu 99,9% als NH4+(Ammonium)
-> 0,1% = NH3 (Ammoniak)
-> NH4+ = konjugierte Säure von NH3 (je höher pH, desto mehr NH4+ liegt vor)
Endprodukt des mikrobiellen NPN Abbaus = NH4+, CO2 + organische Säuren
gebildete Ammoniak an Pansenflüssigkeit abgegeben
mikrobielle Proteinsynthese bei ausreichender N-Versorgung durch Energieversorgung bestimmt
Card 20
Question
Ruminohepatischer Kreislauf
Answer
-> kontinuierliche Rezirkulation von Harnstoff
-> bei Proteinabbau entsteht Stickstoff
-> Stickstoff liegt bei physiologischem pH hauptsächlich als Ammonium Ion vor -> wichtig, daher Umbau zu Harnstoff nötig
-> RK bei Überschuss an Stickstoff, der von MO nicht vollständig gebraucht wird (keine andere Speichermöglichkeit)
Resorption von NH3/NH4+ über Pansenwand
Transport mittels Pfortader in Leber
Harnstoffsynthese in Hepatozyten
= Ammoniakentgiftung
über V. hepatica verlässt Harnstoffleber + gelangt in Lungenkreislauf
über arterielles Blut zu Speicheldrüsen & Vormagenwand
durch Sekretion aus Speicheldrüsen & Vormagenwand gelangt Harnstoff wieder in Pansen
Spaltung durch mikrobielle Urease
-> in NH4+ und CO2
-> Stickstoff steht MO zur Verfügung
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