Herbivore
- langer Magen-Darm-Kanal mit vor- (Vormägen) oder nachgeschalteter (Caecum Pferd) Fermentationskammer
- Verweildauer bis mehrere Tage
bei Omni- & Carnivoren Verdauung + Resorption innerhalb von 12 h möglich
-> Phasen in denen Magen & Dünndarm weitgehend leer sind
-> möglich durch Reinigungskontraktionen (Riesenkontraktionen/migrierende Motorkomplexe)
Card 3
Question
Welche Motorikmuster lassen sich unterscheiden?
Answer
digestive Motorik
= während Nahrungsaufnahme
interdigestive Motorik
= in Verdauungsruhe, verhindert mikrobielle Besiedelung des Dünndarms
-> bei Herbivoren kontinuierliche Nahrungsaufnahme, daher Überlagerung von digestiver & interdigestiver Motorik
Card 4
Question
Interstitielle Zellen nach Cajal (ICC)
Answer
= Schrittmacherzellen in Magen- & Darmwand
befinden sich in glatten Muskelzellen zwischen
- Längsmuskulatur & Serosa
- Längs- & Ringmuskulatur
- in Ringmuskulatur
erzeugen unterschwellige Slow-waves-Potentiale
da Eigenfrequenz von oral nach aboral abnimmt, kann gerichtete Kontraktion erfolgen
kommt es durch zusätzliche erregende Einflüsse (zB Hinzukommen von Nerotransmittern -> Acetylcholin) zum Überschreiten des Schwellenwerts, entsteht ein Aktionspotential mit niedriger Amplitude
Übertragung des Aktionspotentials auf Muskelzellen über Gap Junctions
im Dünndarm deutlich höhere Frequenz der slow-waves
-> außerdem geringerer elektrischer Widerstand, daher weitere Ausbreitung möglich
-> aber Ausbreitung slow-waves nur über wenige Zentimeter, dann kollidieren mit slow-wave aus benachbartem Darmsegment
Card 5
Question
Slow-waves
Answer
= periodische Schwankung des Ruhepotentials in den Cajal-Zellen
partielle Depolarisationen breiten sich wellenförmig über Gap-Junctions aus
Steuerung der Cajal Zellen über Ca2+ und IP3 als second messenger
-> IP3 bindet an Rezeptoren und löst periodische Freisetzung von Ca2+ aus
-> dadurch Änderung des Membranpotentials um 5-15 mV
Ausbreitung über Gap Junctions in angrenzende Myozyten & Caja-Zellen
-> halten Depolarisation aufrecht
Slow-Wave-Potential alleine zu gering, um AP auszulösen
-> erreicht es jedoch eine Muskelzelle, die zusätzlich durch Neurotransmitter stimuliert wurde, Auslösung AP
-> Muskelkontraktion
Kontraktion = Grundlage der Peristaltik, werden durch Slow-waves koordiniert und synchronisiert
Dünndarm: 10-20x/Minute
Magen und Dickdarm: 3-8x/Minute
Card 6
Question
Wie haben sich Wdk. im Laufe der Evolution hinsichtlich cellulosereichen Futters entwickelt?
Answer
besonders effiziente Nutzung von Gräsern
ältere Gräser haben hohen Anteil an Gerüstsubstanzen (Cellulose) und geringen Anteil an Proteinen
-> eigentlich qualitativ minderwertiges Futter
ß-glykosidische Bindung in Cellulosemolekül kann von Säugetieren nicht gespalten werden (fehlendes Enzym)
Wdk mit Mikroorganismen in Fermentationskammer, die Verbindung aufspalten können
-> je länger die Verweildauer, desto besserer Abbau durch MO
Wdk können so auch cellulosereiches Futter gut verwerten
Card 7
Question
Grundmuster der Hauben-Pansen-Motorik
Answer
= regelmäßige, stereotype Kontraktionssequenzen
-> erfassen nacheinander verschiedene Anteile von Haube & Pansen
-> A- (primärer) & B - (sekundärer) Zyklus
Card 8
Question
A-Zyklus
Answer
-> Ausbreitung von kranial nach kaudal
1. biphasische Haubenkontraktion
1. Kontraktion: Haube verkleinert sich auf Hälfte ihrer eigentlichen Größe
-> große, leichte Partikel nach caudo-dorsal
-> Flüssigkeit teilweise in Pansenvorhof
teilweise Relaxation
2. Kontraktion, unmittelbar an Relaxation: stärker als 1., lässt Lumen nahezu vollständig verschwinden
-> auf Maximum der Konzentration Öffnung der Hauben-Psalter-Öffnung, Ingesta in Psalter
- unterteilt sich in Motorik des Psalterkanals und Psalterkörpers
- Motorik Psalterkanal = enge Beziehung zu Hauben-Pansen-Motorik
- Psalter = Saug-Druck-Pumpe
1. Psalterkanal
Erweiterung auf Höhe der zweiten Haubenkontraktion
bei offener Hauben-Psalter-Öffnung wird Ingesta aus Haubenboden durch Psalter angesaugt
-> Saugphase
Verschluss der Hauben-Psalter-Öffnung
Kontraktion Psalter drückt Ingesta zwischen Psalterblätter
-> Druckphase
2. Paslterkörper
Latenz von etwa 10 s
langsam zunehmende Kontraktion von oral nach aboral
Ingesta wird aus Psalterkörper in Richtung Psalter-Labmagen-Öffnung gepresst
vollständige Relaxation des Pansenkörpers
-> unmittelbar vor nächster biphasischen Haubenkontraktion
-> H-P-M und Motorik Psalterkörper nicht streng koordiniert, d.h. teils für mehrere H-P-Kontraktionszyklen keine PK-Kontraktion (v.a. bei Rind)
-> Regulation der PM = primär lokal (intrinsische Kontraktionen), d.h. nach Vagotomie oder Anästhetika bleibt PM nahezu unbeeinflusst, da weitgehend unabhängig von N.vagus
-> Beeinflussug der PM durch Zusammensetzung und Menge der Ingesta
Card 18
Question
Funktionelle Bedeutung Wiederkauen
Answer
durch Wiederkauen Zerkleinerung großer Partikel
-> führt zur Oberflächenvergrößerung, sodass mehr MO an die Partikel ansetzen können
= Voraussetzung für intensive mikrobielle Besiedlung und Abbau von Zellinhaltsstoffen
-> beeinflusst so indirekt Ausmaß der mikrobiellen Fermentation
Regulation des Milieus im Reticulorumen
-> durch Wiederkauen Aktivierung der buccalen Mechanosensoren
-> erhöhter Speichelfluss
-> da hohe Bicarbonatkonzentration im Speichel Vermeidung von Übersäuerung des Panseninhalts (Pansenazidose)
Ablauf Ingestapassage
-> durch Abnahme der Partikelgröße und Zunahme der Partikeldichte
Card 19
Question
Wie beeinflusst die Art der Futterration die Verdauungsvorgänge?
durch Stimulation der epithelialen Rezeptoren in Mucosa von Haube und Pansenvorhof
-> zB durch Berührungen der Schleimhaut von groben Futterpartikeln
-> deshalb bei kraftfutterreichem/gemahlenem Futter weniger Wiederkauen
Projektion der Rezeptoren über vagale Fasern zu Wiederkauzentrum in Medulla oblongata
-> bei Vagotomie daher kein Wiederkauen mehr!
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