21) Was bedeutet Motivation? Erklären Sie den Begriff. Was hat Motivation mit Lernen zu tun?
Answer
Motivation kommt von lat. „movere“ = bewegen, sich in Bewegung setzen. Es steckt auch im englischen „to move“ = bewegen oder in dem Wort „Motiv“ = Beweggrund.
Motivation bedeutet also Beweggrund. Ohne einen entsprechenden Beweggrund ist kein Lernen möglich.
Man unterscheidet zwischen intrinsischer Motivation (von innen, primär) und extrinsischer Motivation (von außen, sekundär)
Eine Motivation, also ein Beweggrund ist die Antriebsfeder jeglichen Handelns.
Card 22
Question
22) Wie sollte ein Ausbilder vorgehen, wenn Ihr Azubi mit dem kooperativen Führungsstil nicht klarkommt?
Answer
Je nach Persönlichkeit des Azubis bedeutet ein kooperativer Führungsstil zu viel Freiheit für den Azubi. Er ist überfordert und verwirrt. In diesem Fall muss der Ausbilder zu einem autoritäreren Führungsstil greifen, dem Azubi deutlichere Anweisungen geben und auf eine klare Hierarchie (Über- und Unterordnung von Chef und Azubi) achten.
Card 23
Question
23) Erklären Sie die Vorgehensweise bei der Kündigung während und nach der Probezeit.
Answer
In der Probezeit:
beide Seiten können kündigen
schriftlich
fristlosohne wichtigen Grund
Nach der Probezeit:
beide Seiten können kündigen
schriftlich
fristlos aus wichtigem Grund
Azubi außerdem fristgerecht (4 Wochen) ohne Grund
Card 24
Question
24) Wie sieht das einseitige Kündigungsrecht des Azubis aus?
Answer
Bei Berufswechsel oder Abbruch der Ausbildung kann der Azubi mit einer Kündigungsfrist von 4 Wochen zur Monatsmitte oder zum Monatsende kündigen.
Grund, der zur Kündigung führt, darf dem zur Kündigung Berechtigten nicht länger als 14 Tage bekannt sein.
Derjenige, der den Grund nicht zu vertreten hat, kann Schadensersatz geltend machen. Der Anspruch erlischt 3 Monate nach Ausbildungsende.
Card 25
Question
25) Wenn ein Azubi durch die Abschlussprüfung fällt, welche Möglichkeiten hat der „Durchfaller“ dann?
Answer
Der Azubi hat das Recht, die Prüfung bis zu 2 x zu wiederholen.
Auf Verlangen des Azubi muss das Ausbildungsverhältnis bis zur nächsten Abschlussprüfung verlängert werden, längstens jedoch um ein Jahr.
In der Regel wird die Abschlussprüfung 2 x im Jahr angeboten. Somit verlängert sich die Ausbildung bei einer wiederholten Prüfung um ein halbes und bei einer zweimal wiederholten Prüfung um ein weiteres halbes Jahr.
Card 26
Question
26) Die Entwicklung des Kindes zum Erwachsen
Answer
Kindheit: kurze Phase im Leben, geprägt von Sinnesentwicklung und aussergewöhnlichem Drang, Neues zu entdecken und zu erlernen. -> Kreativphase im Leben. Familie, Kindergarten, frühkindliche Förderungen, Freunde unterstützen dabei
Jugendzeit: Beginnt teilweise bereits mit 9 oder 10 Jahren, dauert gesetzlich bis 18, kann pädagogisch durchaus bis zum 25. Lebensjahr gehen. -> „Revoluzzer“-Zeit, dagegen sein, Lebensweise der Eltern in Frage stellen, eigenen Willen, eigenes Rückgrat zu stärken -> Geschlechtsreifung = Übergangsphase vom Kind zum Erwachsenen
Erwachsenenalter: Lang andauernde Lebensphase, häufig geprägt von totaler Langeweile und Ideenlosigkeit. „Alles soll so bleiben, wie es ist.“ Endet oftmals in totaler Depression. Wichtig: Türen zum Kinder- und Jugendzimmer nicht zuschlagen, sonst ist die Kreativität und Fähigkeit zur Veränderung verloren.
Card 27
Question
27) Nennen Sie verschiedene Verhaltensstörungen und die Ursachen hierfür.
Answer
Verhaltensstörungen:
Lügen
Unaufmerksamkeit
Verwahrlosung
Arroganz
Aggression
Psychosen
Ursachen:
familiäre Hintergründe
falscher Umgang/Freundeskreis
Entwicklungsrückstände
Drogen
momentane Erkrankungen
Card 28
Question
28) Wo ist der Urlaub des Azubis geregelt?
Answer
Entweder im Betriebsurlaubsgesetz (BUrlG) oder im Jugendarbeitsschutzgesetz (JuArbSchG) oder im Tarifvertrag bzw. Betriebsvereinbarung.
Card 29
Question
29) Welche Regeln sind bezüglich der Vergütung des Azubis einzuhalten?
Answer
Vergütung ist so zu bemessen, dass sie mit Forschreiten der Ausbildung mindestens ein Mal jährlich ansteigt
Sachleistungen wie Kost und Logis können mit bis zu 75% auf Bruttovergütung angerechnet werden, jedoch nicht über gesetzlich festgelegte Sachbezugswerte hinaus.
Vergütung muss dem Azubi am letzten Arbeitstag des Monats zur Verfügung stehen - Überstunden sind besonders zu vergüten
fortzuzahlen für die Dauer der Freistellung (Berufsschule)
fortzuzahlen für die Dauer von 6 Wochen bei unverschuldeter Krankheit
fortzuzahlen, wenn der Azubi sich zur Ausbildung bereithält, diese aber ausfällt
Card 30
Question
30) Nennen und erläutern Sie mindestens 5 Pflichten des Ausbildenden.
Answer
Ausbildungspflicht
Fürsorgepflicht
Vergütungspflicht
Pflicht zur kostenlosen Bereitstellung der Betriebsmittel
Pflicht zur Gewährung von Urlaub
Pflicht zum Anhalten des Azubis zum Besuch der Berufsschule
Pflicht, den Azubi für den Schulbesuch von der Arbeit freizustellen
Der Bundesminister für Wirtschaft (gegenwärtig Peter Altmaier)
Card 32
Question
32) Was ist die Ausbildungsordnung (AO) und was sind die Mindestinhalte?
Answer
Die AO ist Rechtsverordnung, die Inhalte der betrieblichen Ausbildung verbindlich regelt. Schafft bundeseinheitlichen Standard der betrieblichen Ausbildung, dient zur Anpassung an wirtschaftliche, technische und gesellschaftliche Veränderungen. In ihr geregelt sind
Bezeichnung des Ausbildungsberufs
Ausbildungsdauer (soll laut Gesetz mind. 2, höchstens 3 Jahre betragen)
Ausbildungs-Berufsbild: mindestens zu vermittelnde Fähigkeiten, Kenntnisse und Fertigkeiten
Ausbildungsrahmenplan: sachliche und zeitliche Gliederung des Ausbildungsberufsbildes, dient als Grundlage zur Erstellung des betrieblichen Ausbildungsplans
Prüfungsanforderungen, z. B. Prüfungsfächer
Card 33
Question
33) Welche Formen der Ausbildungsordnung (AO) gibt es?
Answer
Monoberuf (eine Ausbildungsbezeichung).
Aufbau:
1. Jahr Grundbildung 2. Jahr Fachbildung 3. Jahr Fachbildung
Zwischenprüfung zur Halbzeit entspricht Gesellenprüfung 1, Abschlussprüfung entspricht Gesellenprüfung 2
Monoberuf mit Spezialisierung nach Schwerpunkten oder Fachrichtungen
Aufbau:
1. Jahr Grundbildung 2. Jahr Fachbildung 3. Jahr Fachbildung
Zwischenprüfung zur Halbzeit entspricht Gesellenprüfung 1, Abschlussprüfung entspricht Gesellenprüfung 2
Stufenausbildung
Aufbau:
1. Jahr Grundbildung 2. Jahr Fachbildung 3. Jahr spezialisierte Fachbildung
Hier wird am Ende des ersten und des zweiten Jahres eine Zwischenprüfung abgelegt, die auch als Abschlussprüfung die Ausbildung beenden kann
Card 34
Question
34) Formulierung der ordnungsgemäßen Kündigung eines Azubis ohne Begründung:
Answer
Sehr geehrte Frau, sehr geehrter Herr ...,
Hiermit kündigen wir das zwischen Ihnen (Name/Vorname, Anschrift) und uns (Firma, Anschrift) bestehende Ausbildungsverhältnis mit sofortiger Wirkung.
gez. (Name)
Card 35
Question
35) Formulierung der ordnungsgemäßen Kündigung eines Azubis mit Begründung
Answer
Sehr geehrte Frau, sehr geehrter Herr ...,
Sie haben am (Datum), (Datum) und (Datum) die Berufsschule nicht besucht (z. B.) und trotz unserer schriftlichen Aufforderung am (Datum), (Datum) und (Datum) Ihr Verhalten nicht geändert.
Wir zweifeln daher Ihre ernsthafte Absicht an, diese Ausbildung zu beenden. Daher kündigen wir das zwischen Ihnen (Name/Vorname, Anschrift) und uns (Firma, Anschrift) bestehende Ausbildungsverhältnis mit sofortiger Wirkung/fristgerecht zum (Datum).
gez. (Name)
Card 36
Question
36) Wann gilt das Ausbildungsverhältnis als beendet?
Answer
1. Mit Zeitablauf des Ausbildungsvertrages 2. Bei Bestehen der Prüfung vor Ende des Vertrages mit Bekanntgabe des Ergebnisses
Besteht Azubi nicht, muss auf sein Verlangen Ausbildungszeit bis zum nächstmöglichen Wiederholungstermin, längstens um ein Jahr verlängert werden. Kann Prüfung höchstens zwei Mal wiederholen.
Wird Azubi im Anschluss an Ausbildungsverhältnis ohne getroffene Vereinbarung, also stillschweigend, weiterbeschäftigt, gilt ein Arbeitsverhältnis auf unbestimmte Zeit als begründet.
Card 37
Question
37) In welchen Fällen muss die Ausbildungsvergütung fortgezahlt werden?
Answer
Unbegrenzt für die Zeit der Freistellung (Berufsschule)
6 Wochen bei unverschuldeter Krankheit
wenn Azubi sich zur Ausbildung bereit hält, diese aber nicht stattfindet
Card 38
Question
38) Wer muss wie zur Ausbildung geeignet sein?
Answer
1. Ausbildender muss persönlich geeignet sein 2. Ausbilder muss persönlich und fachlich geeignet sein 3. Betrieb muss betrieblich geeignet sein
Persönliche Eignung (lt. BBiG = BundesBildungsGesetz)
persönlich geeignet ist, wer nicht wiederholt gegen das BBiG verstoßen hat und Kinder und Jugendliche beschäftigen darf (lt. JuArbSchG = JugendArbeitsSchutzGesetz)
persönlich nicht geeignet ist, wer - zu mind. 2 Jahren Haft verurteilt wurde - zu mehr als 3 Monaten Gefängnis wg. Unzucht mit Schutzbefohlenen verurteilt wurde - gegen das BTMG verstoßen hat
Betriebliche Eignung
Der Betrieb muss nach Art und Einrichtung für eine Ausbildung geeignet sein
Was nicht vermittelt werden kann, muss ausserbetrieblich ergänzt werden
Zahl der Auszubildenden muss in angemessenem Verhältnis zur Anzahl der Fachkräfte oder der Ausbildungsplätze stehen
Card 39
Question
39) Was geschieht bei Mängeln in der Eignung von Betrieb, Ausbildendem oder Ausbilder?
Answer
Ist Mangel behebbar und Auszubildender nicht gefährdet, bekommt Ausbildungsbetrieb eine Frist, um Mangel zu beheben. Wird der Mangel nicht behoben, erfolgt Meldung an die zuständige Behörde (IHK). Diese kann das Einstellen und Ausbilden untersagen.
Ist Mangel nicht behebbar oder Auszubildender gefährdet, erfolgt Meldung an zuständige Behörde. Diese kann Einstellen und Ausbilden untersagen.
Card 40
Question
40) Was ist das Ziel der Ausbildung?
Answer
Berufliche Handlungsfähigkeit des Azubis -> Förderung der Selbsttätigkeit und Selbständigkeit
Folge daraus ist Ausprägung und Entwicklung von
Fachkompetenz
Sozialkompetenz
Methodenkompetenz
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