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Compliance_2026_DE (B1-B14)

Fragen zur Vorbereitung auf Zertifizierungs-Prüfungen zum CO

Subject
Economy / Others
Language of creation
German
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Cards in this set

Card 101

Question

Ein Bankmitarbeiter soll die Identität eines Neukunden prüfen. Welche Dokumente darf er dafür grundsätzlich heranziehen?

Answer

  • Gültiger Personalausweis
  • Gültiger Reisepass
  • Notariell beglaubigte Kopie eines amtlichen Ausweisdokuments
  • Aktueller Kontoauszug einer anderen Bank
  • Führerschein

Card 102

Question

Die Handel & Co. KG hat folgende Beteiligungsstruktur: Gesellschafter X hält 30 % der Stimmrechte, Gesellschafterin Y hält genau 25 % der Stimmrechte, Gesellschafter Z hält 45 % der Stimmrechte. Wer ist wirtschaftlich Berechtigter nach § 3 GwG?

Answer

  • X
  • Z
  • Y
  • Alle drei Gesellschafter zu gleichen Teilen
  • Keiner, da die Schwelle insgesamt nicht überschritten wird

Card 103

Question

Welche Maßnahmen sind bei der Anbahnung einer Geschäftsbeziehung mit einer politisch exponierten Person (PEP) nach § 15 GwG zutreffend?

Answer

  • Einholung der Zustimmung der Führungsebene
  • Verzicht auf jegliche Dokumentation, da PEPs besonderen Vertrauensschutz genießen
  • Automatische Ablehnung jeder Geschäftsbeziehung mit PEPs
  • Verstärkte kontinuierliche Überwachung der Geschäftsbeziehung
  • Angemessene Maßnahmen zur Bestimmung der Herkunft der Vermögenswerte

Card 104

Question

Ein Notar bemerkt bei der Beurkundung eines Grundstückskaufvertrags, dass der Käufer den Kaufpreis in mehreren Bareinzahlungen jeweils knapp unterhalb einer gesetzlichen Meldegrenze leisten möchte. Wie hat der Notar korrekt zu handeln?

Answer

  • Er muss unverzüglich eine Verdachtsmeldung an die FIU abgeben.
  • Eine Meldung ist erst erforderlich, wenn die Geldwäsche zweifelsfrei nachgewiesen ist.
  • Er darf den Käufer vorab über die beabsichtigte Meldung informieren, um Transparenz zu wahren
  • Er dokumentiert den Sachverhalt intern und leitet die Meldung über das Portal goAML
  • Die Meldepflicht entfällt, da es sich um eine einmalige Transaktion handelt

Card 105

Question

Welche der folgenden Elemente zählen zu den vier Säulen der Geldwäscheprävention nach dem GwG?

Answer

  • Risikomanagement
  • Sorgfaltspflichten
  • Verdachtsmeldepflicht
  • Transparenzregister
  • Naming and Shaming

Card 106

Question

Welche Aussagen zu den Sanktionsvorschriften des GwG treffen zu?

Answer

  • § 56 GwG regelt die Bußgeldvorschriften bei Verstößen gegen geldwäscherechtliche Pflichten.
  • § 57 GwG regelt die öffentliche Bekanntmachung bestandskräftiger Bußgeldentscheidungen
  • Naming and Shaming ist ein eigenständiges Element des Risikomanagements nach §§ 4–9 GwG
  • Bußgelder können bei unterlassener Verdachtsmeldung verhängt werden
  • Ein fehlender Geldwäschebeauftragter kann einen bußgeldbewehrten Verstoß darstellen

Card 107

Question

Welche internationalen bzw. methodischen Rahmenwerke sind im Kontext der Geldwäscheprävention relevant?

Answer

  • IDW PS 980
  • EU-Geldwäscherichtlinien (AMLD)
  • FATF-Empfehlungen
  • ISO 31000
  • ISO 37001

Card 108

Question

Welche Bestandteile umfassen die allgemeinen Sorgfaltspflichten nach § 10 GwG?

Answer

  • Identifizierung des wirtschaftlich Berechtigten
  • Einholung von Informationen über Zweck und Art der Geschäftsbeziehung
  • Automatische Meldung jeder Geschäftsbeziehung an die FIU
  • Kontinuierliche Überwachung der Geschäftsbeziehung
  • Identifizierung des Vertragspartners

Card 109

Question

Welcher Grundsatz bildet den systematischen Ausgangspunkt des deutschen Außenwirtschaftsrechts?

Answer

  • Welcher Grundsatz bildet den systematischen Ausgangspunkt des deutschen Außenwirtschaftsrechts?
  • Der Grundsatz des freien Außenwirtschaftsverkehrs gemäß § 1 AWG
  • Der Grundsatz der Meistbegünstigung im Welthandel
  • Der Grundsatz der Exportförderung durch staatliche Subventionen
  • Der Grundsatz des Vorrangs europäischen Rechts vor nationalem Recht

Card 110

Question

Ein Unternehmen exportiert eine Standardmaschine ohne besondere technische Spezifikationen in ein Land ohne Embargo an einen nicht gelisteten Empfänger. Wie ist dieser Fall nach dem Grundsatz des § 1 AWG grundsätzlich einzuordnen?

Answer

  • Genehmigungsfrei nur bei vorheriger Anmeldung beim Bundeskartellamt
  • Genehmigungspflichtig, da Maschinenexporte grundsätzlich als Dual-Use gelten
  • Generell genehmigungspflichtig, da jede Ausfuhr einer Einzelfallprüfung durch das BAFA bedarf
  • Genehmigungsfrei, da der Außenwirtschaftsverkehr grundsätzlich frei ist
  • Abhängig von einer gesonderten Ausnahmegenehmigung nach KWKG

Card 111

Question

Welche der folgenden Zwecke sind nach § 4 AWG legitime Gründe für eine Beschränkung des Außenwirtschaftsverkehrs?

Answer

  • Verhütung einer Störung des friedlichen Zusammenlebens der Völker
  • Sicherung eines positiven Handelsbilanzsaldos
  • Schutz der wesentlichen Sicherheitsinteressen der Bundesrepublik Deutschland
  • Förderung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen
  • Verhütung einer erheblichen Störung der auswärtigen Beziehungen der Bundesrepublik Deutschland

Card 112

Question

Welche Verordnung regelt speziell den Handel mit Gütern, die zur Vollstreckung der Todesstrafe oder zu Folter verwendet werden könnten?

Answer

  • Kriegswaffenkontrollgesetz (KWKG)
  • VO (EU) 2019/125 (Anti-Folter-Verordnung)
  • VO (EU) Nr. 258/2012 (Feuerwaffenverordnung)
  • VO (EU) 2021/821 (Dual-Use-Verordnung)
  • Verordnung über das Wassenaar Arrangement

Card 113

Question

Ein Unternehmen erhält eine behördliche Anfrage im Rahmen einer Geldwäscheprüfung durch die BaFin. Welche Aussage zur Zuständigkeit ist zutreffend?

Answer

  • Geldwäscheprävention und Exportkontrolle sind rechtlich und organisatorisch getrennte Aufsichtsstränge
  • Ausfuhrgenehmigungen werden ausschließlich vom BAFA erteilt, unabhängig von einer parallelen BaFin-Prüfung
  • Personenbezogene Sanktionslisten können sowohl güter- als auch zahlungsverkehrsbezogen relevant sein
  • Die BaFin ist auch für die Erteilung von Ausfuhrgenehmigungen zuständig, da beide Bereiche zusammenhängen
  • Bei Überschneidungen entscheidet stets das Bundeskartellamt als übergeordnete Behörde

Card 114

Question

Welche drei Embargoarten werden im Exportkontrollrecht klassischerweise unterschieden?

Answer

  • Länderembargos
  • Logistikembargos
  • Personenembargos
  • Warenembargos
  • Kapitalverkehrsembargos

Card 115

Question

Ein Vertriebsmitarbeiter prüft eine Exportanfrage für ein nicht gelistetes Industrieventil. Der Empfänger steht auf keiner Sanktionsliste, das Zielland unterliegt keinem Embargo. Allerdings deuten Bestellmenge und technische Rückfragen des Kunden auf eine mögliche Verwendung in einer Chemiewaffenanlage hin. Welche Aussage ist zutreffend?

Answer

  • Da das Gut nicht gelistet ist, besteht keinerlei Genehmigungspflicht
  • Die Catch-All-Klausel kann trotz fehlender Listung eine Genehmigungspflicht auslösen
  • Anhaltspunkte für eine kritische Verwendung können unabhängig von Güterlistung eine Prüfpflicht auslösen
  • Eine Genehmigungspflicht kann sich ausschließlich aus der Ziellandprüfung ergeben
  • Die Verwendungsprüfung (Wofür-Frage) ist auch bei nicht gelisteten Gütern relevant

Card 116

Question

Welche der folgenden W-Fragen gehören zum anerkannten exportrechtlichen Prüfschema?

Answer

  • Wie soll der Transport organisiert werden?
  • Wofür ist das Gut bestimmt?
  • Was für ein Gut soll geliefert werden?
  • Wohin soll geliefert werden?
  • An wen soll geliefert werden?

Card 117

Question

Welches internationale Regime bildet die Grundlage für die Kontrolle von Trägertechnologie für Massenvernichtungswaffen wie Raketen und Drohnen?

Answer

  • Wassenaar Arrangement (WA)
  • Nuclear Suppliers Group (NSG)
  • Missile Technology Control Regime (MTCR)
  • Minamata-Übereinkommen
  • Australische Gruppe (AG)

Card 118

Question

Ein Compliance Officer wird vom Vertrieb aufgefordert, die Prüfzeiten für Exportanfragen drastisch zu verkürzen, um schneller liefern zu können. Wie ist dies aus Sicht eines wirksamen Internal Compliance Program (ICP) zu bewerten?

Answer

  • Zulässig, da Exportgeschwindigkeit ein anerkannter ICP-Kernbestandteil ist
  • Unzulässig, da Sorgfalt bei der Prüfung Vorrang vor Geschwindigkeit haben muss
  • Zulässig, wenn dadurch gleichzeitig Zollvorteile realisiert werden können
  • Unzulässig, da dies dem Grundprinzip “Compliance vor Tempo” widerspricht
  • Zulässig, sofern die Geschäftsleitung dies ausdrücklich anordnet

Card 119

Question

Welche Behörde ist in Deutschland für die Erteilung von Ausfuhrgenehmigungen nach AWG und AWV zuständig?

Answer

  • Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF)
  • Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin)
  • Financial Intelligence Unit (FIU)
  • Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA)
  • Bundeskartellamt (BKartA)

Card 120

Question

Ein Unternehmen screent seine Bestandskunden nur einmalig bei Vertragsabschluss gegen die EU-Sanktionslisten. Warum ist dieses Vorgehen aus Compliance-Sicht unzureichend?

Answer

  • Weil Sanktionslisten sich kurzfristig ändern können und daher eine fortlaufende Prüfung erforderlich ist
  • Weil einmaliges Screening gegen § 4 AWG verstößt
  • Weil das BAFA eine tägliche Meldepflicht für Bestandskunden vorschreibt
  • Weil ein wirksames ICP eine regelmäßige und dokumentierte Prüfung auch während der laufenden Geschäftsbeziehung erfordert
  • Weil einmaliges Screening ausschließlich bei Neukunden zulässig ist, nicht bei Bestandskunden

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