Back to overview

Compliance_2026_DE (B1-B14)

Fragen zur Vorbereitung auf Zertifizierungs-Prüfungen zum CO

Subject
Economy / Others
Language of creation
German
157 flashcards No ratings yet 0 views
Add to my sets

Sign in to add this set to your collection. You will return here afterwards.

Cards in this set

Card 121

Question

Welche Aussagen zum Amtsträgerbegriff nach § 11 Abs. 1 Nr. 2–4 StGB sind zutreffend?

Answer

  • Der Amtsträgerbegriff wird in Deutschland eng ausgelegt, um Überkriminalisierung zu vermeiden
  • Mitglieder eines Stadtrats sind Amtsträger im Sinne von § 11 Abs. 1 Nr. 2c StGB
  • Beliehene, die öffentliche Verwaltungsaufgaben wahrnehmen, können Amtsträger sein
  • Bedienstete eines außereuropäischen Staates fallen grundsätzlich unter § 11 StGB
  • Der Amtsträgerbegriff ist in Deutschland weit gefasst

Card 122

Question

Welches Schutzgut liegt den Straftatbeständen der §§ 331–334 StGB zugrunde?

Answer

  • Der faire Wettbewerb zwischen privaten Unternehmen
  • Die Lauterkeit des öffentlichen Dienstes und das Vertrauen der Allgemeinheit hierin
  • Der Schutz vor Verzögerungen in Verwaltungsverfahren
  • Die Vermeidung von Handelsbilanzdefiziten
  • Der Schutz des demokratischen Rechtsstaates vor käuflicher Einflussnahme

Card 123

Question

Welcher Straftatbestand schützt speziell den demokratischen Rechtsstaat vor käuflicher Einflussnahme auf Mandatsträger?

Answer

  • § 299 StGB
  • § 335 StGB
  • § 108e StGB
  • § 299a StGB
  • § 331 StGB

Card 124

Question

Ein Einkaufsleiter eines privaten Unternehmens erhält von einem Lieferanten eine “Vermittlungsprovision” für die Vergabe eines Auftrags, ohne dass sein Arbeitgeber davon Kenntnis hat. Welche Aussagen zu diesem Sachverhalt treffen zu?

Answer

  • Es kommt eine Strafbarkeit nach § 299 StGB in Betracht
  • Es kommt eine Strafbarkeit nach § 331 StGB in Betracht, da der Einkaufsleiter Amtsträger ist
  • Das durch § 299 StGB geschützte Rechtsgut ist der faire Wettbewerb
  • Da keine öffentliche Stelle beteiligt ist, liegt keinerlei Straftatbestand vor
  • Der Sachverhalt betrifft die Privatwirtschaft, nicht den öffentlichen Sektor

Card 125

Question

Welche Aussagen zur Bestechung im Gesundheitswesen (§§ 299a, 299b StGB) treffen zu?

Answer

  • Erfasst werden ausschließlich Bedienstete öffentlicher Krankenhäuser als Amtsträger
  • Das geschützte Rechtsgut umfasst den fairen Wettbewerb im Gesundheitswesen
  • Ein Vorteil für die bevorzugte Verordnung eines bestimmten Präparats kann den Tatbestand erfüllen
  • Die Vorschriften gelten unabhängig von einer Verordnungs- oder Bezugsentscheidung
  • Auch das Vertrauen der Patientinnen und Patienten in unabhängige heilberufliche Entscheidungen wird mitgeschützt

Card 126

Question

Ein Vertriebsmitarbeiter überreicht demselben Einkäufer eines Kundenunternehmens innerhalb von zwei Monaten viermal Eintrittskarten für Sportveranstaltungen im Wert von jeweils knapp unter der internen Wertgrenze. Welche Aussagen zur compliance-rechtlichen Bewertung sind zutreffend?

Answer

  • Maßgeblich ist eine Gesamtschau von Anlass, Frequenz, Funktion und Timing der Zuwendungen
  • Sachzuwendungen wie Eintrittskarten sind von der Korruptionsprävention generell ausgenommen
  • Die Häufung mehrerer Zuwendungen an dieselbe Person kann ein Warnsignal für Stückelung darstellen
  • Da jede Einzelzuwendung unter der Wertgrenze liegt, ist der Vorgang automatisch unbedenklich
  • Eine rein schematische Wertgrenzenprüfung kann die tatsächliche Korruptionsrelevanz verkennen

Card 127

Question

Welche Aussagen zur unternehmensbezogenen Haftung nach dem OWiG treffen zu?

Answer

  • Eine Verbandsgeldbuße setzt stets eine strafrechtliche Verurteilung der Geschäftsleitung voraus
  • Ein Unternehmen kann auch bei fehlenden Präventionsmaßnahmen nach § 130 OWiG haftbar sein
  • § 30 OWiG ermöglicht die Verhängung einer Verbandsgeldbuße gegen das Unternehmen selbst
  • § 9 OWiG schließt die Verantwortlichkeit von Organen und Vertretern für juristische Personen aus
  • § 130 OWiG sanktioniert die Verletzung der Aufsichtspflicht in Betrieben und Unternehmen

Card 128

Question

Welches internationale Regelwerk erfasst nach seiner Grundkonzeption auch die Bestechung zwischen Privatpersonen und stellt auf das Prinzip “failure to prevent bribery” ab?

Answer

  • ISO 37001
  • OECD-Übereinkommen
  • UK Bribery Act
  • FCPA
  • Sapin II

Card 129

Question

Welche Aussagen zum FCPA (Foreign Corrupt Practices Act) treffen zu?

Answer

  • Der FCPA verbietet die Bestechung ausländischer Amtsträger
  • Der FCPA gilt ausschließlich für Unternehmen mit Sitz in den USA
  • Der FCPA kann unter bestimmten Voraussetzungen auch auf ausländische Unternehmen Anwendung finden
  • Ein Anknüpfungspunkt für die Anwendbarkeit kann die Nutzung des US-Finanzsystems sein
  • Der FCPA hat keinerlei extraterritoriale Wirkung

Card 130

Question

Welche Elemente zählen zu den Kernanforderungen eines Anti-Bribery-Management-Systems nach ISO 37001?

Answer

  • Vollständiger Verzicht auf jegliche Geschäftsbeziehungen mit ausländischen Vertriebsmittlern
  • Melde- und Untersuchungsverfahren bei Verdachtsfällen
  • Systematische Risikoanalyse korruptionsrelevanter Geschäftsprozesse
  • Dokumentierte Antikorruptionsrichtlinie mit Bekenntnis der Unternehmensleitung
  • Sorgfaltsprüfungen (Due Diligence) bei Geschäftspartnern

Card 131

Question

Ein mittelständisches Unternehmen möchte einen Vertriebsmittler in einem Land mit hohem Korruptionsrisiko beauftragen. Welche Maßnahmen entsprechen dem im Skript beschriebenen Vorgehen einer angemessenen Geschäftspartner-Due-Diligence?

Answer

  • Kritische Prüfung ungewöhnlich hoher oder intransparenter Provisionsforderungen
  • Prüfung der Reputation und Eigentümerstruktur des Vertriebsmittlers
  • Verzicht auf jegliche Dokumentation, um die Geschäftsbeziehung nicht zu verzögern
  • Vollständige Delegation der Prüfung an den Vertriebsmittler selbst
  • Nachvollziehbare Dokumentation der durchgeführten Prüfung

Card 132

Question

Welche Aussage zur Abgrenzung zwischen § 331 StGB und § 332 StGB trifft zu?

Answer

  • § 331 StGB setzt eine konkrete pflichtwidrige Diensthandlung als Gegenleistung voraus
  • § 331 StGB richtet sich an den Vorteilsgeber, § 332 StGB an den Amtsträger
  • § 332 StGB setzt eine pflichtwidrige Diensthandlung als Gegenleistung voraus
  • Beide Vorschriften sind inhaltsgleich und unterscheiden sich nur in der Strafandrohung
  • § 331 StGB erfasst bereits die Vorteilsannahme ohne konkrete Gegenleistungsvereinbarung (“Anfütterung”)

Card 133

Question

Welche der folgenden Begriffe zählen zu den Grundsätzen der Verarbeitung nach Art. 5 Abs. 1 DSGVO?

Answer

  • Richtigkeit
  • Transparenz
  • Einwilligung
  • Speicherbegrenzung
  • Verhältnismäßigkeit im engeren Sinne

Card 134

Question

Welche drei Kategorien von Befugnissen stehen den Datenschutzaufsichtsbehörden nach Art. 58 DSGVO grundsätzlich zu?

Answer

  • Weisungsbefugnisse gegenüber anderen Behörden
  • Abhilfebefugnisse
  • Untersuchungsbefugnisse
  • Sanktionsbefugnisse gegenüber Gesetzgebungsorganen
  • Genehmigungsbefugnisse

Card 135

Question

Welche Aussage zum Anwendungsbereich der DSGVO trifft zu?

Answer

  • Die Verarbeitung personenbezogener Daten ist grundsätzlich erlaubt, sofern keine ausdrückliche Untersagung besteht
  • Die DSGVO verfolgt sowohl den Schutz natürlicher Personen als auch die Gewährleistung des freien Datenverkehrs
  • Unternehmen mit weniger als 50 Mitarbeitenden sind von der DSGVO vollständig ausgenommen
  • Die DSGVO gilt unmittelbar in den Mitgliedstaaten, ohne dass es einer nationalen Umsetzung bedarf
  • Verantwortliche haben nach einer Datenübertragung an Dritte keine weiteren datenschutzrechtlichen Pflichten mehr

Card 136

Question

Ein Unternehmen legt bei der Auswahl von Sicherheitsmaßnahmen für seine Kundendatenbank lediglich die Sensibilität der gespeicherten Daten zugrunde. Welche Aussagen zu Art. 32 DSGVO sind zutreffend?

Answer

  • Neben der Datensensibilität sind auch Umfang, Umstände und Zweck der Verarbeitung zu berücksichtigen
  • Organisatorische Maßnahmen sind gegenüber technischen Maßnahmen grundsätzlich nachrangig
  • Der Stand der Technik und die Implementierungskosten sind bei der Maßnahmenwahl ebenfalls relevant
  • Es ist stets der höchstmögliche Sicherheitsstandard zu implementieren, unabhängig vom Risiko
  • Die Angemessenheit der Maßnahmen richtet sich nach der Eintrittswahrscheinlichkeit und Schwere des Risikos für Betroffene

Card 137

Question

Ein Vertriebsmitarbeiter gibt auf telefonische Anfrage eines vermeintlichen Geschäftspartners Kundendaten weiter, ohne die Anfrage zu prüfen. Welche Aussagen sind zutreffend?

Answer

  • Die Weitergabe stellt eine eigenständige Verarbeitung dar, die einer eigenen Rechtsgrundlage bedarf
  • Da es sich um einen Geschäftspartner handelt, ist die Weitergabe ohne weitere Prüfung zulässig
  • Eine Weitergabe an Dritte ist immer dann zulässig, wenn sie einmalig und nicht kommerziell motiviert ist
  • Es hätte zunächst geprüft werden müssen, ob eine Rechtsgrundlage nach Art. 6 DSGVO vorliegt
  • Die betroffenen Kunden behalten ihre Datenschutzrechte auch nach einer solchen Weitergabe

Card 138

Question

Welche Aussagen zu besonderen Kategorien personenbezogener Daten nach Art. 9 DSGVO treffen zu?

Answer

  • Gesundheitsdaten unterliegen einem grundsätzlichen Verarbeitungsverbot
  • Die Verarbeitung ist stets zulässig, sofern ein berechtigtes Interesse nach Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO vorliegt
  • Ausnahmen vom Verarbeitungsverbot sind in Art. 9 Abs. 2 DSGVO abschließend geregelt
  • Im Beschäftigungsverhältnis wird die Freiwilligkeit einer Einwilligung in der Regel kritisch beurteilt
  • Biometrische Daten zählen nicht zu den besonderen Kategorien nach Art. 9 DSGVO

Card 139

Question

Ein IT-Dienstleister verarbeitet im Auftrag eines Unternehmens E-Mail-Daten und führt zugleich eigenständig eine Analyse zur Optimierung der eigenen Serverauslastung durch. Welche Aussagen sind zutreffend?

Answer

  • Auftragsverarbeiter sind nach Art. 28 Abs. 3 lit. c DSGVO sogar verpflichtet, eigene TOM zu treffen
  • Für die Analyse zur Serveroptimierung kann eine eigenständige, von der Auftragsverarbeitung getrennte Verantwortlichkeit des Dienstleisters bestehen
  • Die eigenständige Analyse zur Serveroptimierung führt zwingend zu einer gemeinsamen Verantwortlichkeit mit dem Auftraggeber
  • Sobald ein Dienstleister irgendeine eigene Verarbeitung vornimmt, kann er nicht mehr Auftragsverarbeiter sein
  • Die Durchführung eigener Sicherheitsmaßnahmen ist grundsätzlich mit der Rolle als Auftragsverarbeiter vereinbar

Card 140

Question

Ein IT-Dienstleister betreibt für ein Unternehmen eine Kundenkommunikationsplattform. Das Unternehmen legt Zwecke und Datenkategorien fest, der Dienstleister entscheidet eigenständig über Monitoring-Tools und Backup-Zyklen und zieht zudem einen Unterauftragnehmer für das Hosting hinzu. Welche Aussagen treffen zu?

Answer

  • Da der Dienstleister über technische Aspekte mitentscheidet, ist er automatisch Verantwortlicher im Sinne von Art. 4 Nr. 7 DSGVO
  • Die Einbindung eines Unterauftragnehmers ist im Rahmen einer Auftragsverarbeitung grundsätzlich zulässig
  • Entscheidend für die Abgrenzung ist, wer über Zwecke und wesentliche Mittel der Verarbeitung bestimmt
  • Der Dienstleister bleibt trotz eigenständiger technischer Umsetzungsentscheidungen Auftragsverarbeiter, solange er nicht über Zwecke oder wesentliche Mittel entscheidet
  • Die Entscheidung über Monitoring-Tools und Backup-Zyklen begründet für sich genommen bereits eine gemeinsame Verantwortlichkeit

How to use this set

Read the preview and check whether the content and answers suit your learning goal. You can add the public set to your sets to study it. Your account shows the available actions.

Rejoining the server...

Rejoin failed... trying again in seconds.

Failed to rejoin.
Please retry or reload the page.

The session has been paused by the server.

Failed to resume the session.
Please reload the page.