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Erzähltheorie

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Subject
Language / German
Language of creation
German
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Cards in this set

Card 121

Question

Instanz, die

Answer

Alle in der literarischen Erzählkommunikation voneinander zu unterscheidenden Redesubjekte mit ihren jeweiligen Rezipienten.

Card 122

Question

intendierte Leser, der

Answer

Der intendierte Leser ist der idealtypische Leser, den der Autor bei der Niederschrift seines Buches vor dem inneren Auge hat.

Card 123

Question

interne Fokalisierung, die

Answer

Typus der Perspektivierung nach dem Konzept der Fokalisierung von Genette. Liegt vor, wenn der Erzähler nur das sagt, was die betreffende Figur weiß. Die interne Fokalisierung kann fixiert (an eine Figur gebunden) oder variabel (an wechselnde Figure gebunden) sein.

Card 124

Question

Intradiegetisch

Answer

Narrative Ebene, die innerhalb einer bestimmten Welt liegt. So sind intradiegetische Ereignisse jene Ereignisse, die innerhalb der ersten Erzählung, die von einer extradiegetischen Instanz, also einer Instanz außerhalb der diegetischen Welt, erzählt wird, stattfinden.

Card 125

Question

intradiegetische Erzählung, die

Answer

Eine intradiegetische Erzählung lässt sich vor allem bei eingelagerten Binnenerzählungen diagnostizieren: Eine Figur erzählt den anderen eine Geschichte, liest einen Brief vor usw.

Card 126

Question

Ironie, die

Answer

Subtiler, weil versteckter Spott. Feiner, verdeckter Spott, mit dem jemand etwas dadurch zu treffen sucht, dass er es unter dem augenfälligen Schein der eigenen Billigung lächerlich macht

Card 127

Question

Kanonisierung, die

Answer

zum Kanon machen, in eine Liste mustergültiger Autoren, Werke aufnehmen

Card 128

Question

Katalog, der

Answer

Form der Faktendarstellung. Sie wurde häufig in der antiken Literatur im Epos oder der hellenistischen Geschichtsschreibung verwendet.

Card 129

Question

Katastrophe, die

Answer

In der Theorie des Dramas ist eine Katastrophe die entscheidende Schlusswendung (+ FOTO)

Card 130

Question

Katharsis, die

Answer

In der aristotelischen Poetik: die „Reinigung“ von bestimmten Affekten. Durch das Durchleben von Jammer/Rührung und Schrecken/Schauder erfährt der Zuschauer der Tragödie als deren Wirkung eine Läuterung seiner Seele von diesen Erregungszuständen

Card 131

Question

Kausalität, die

Answer

Beziehung zwischen Ursache und Wirkung, betrifft also die Abfolge aufeinander bezogener Ereignisse und Zustände. Oder: Ein Ereignis oder der Zustand A ist die Ursache für die Wirkung B, wenn B von A herbeigeführt wird. Vom Begriff der Ursache werden im Alltag oft die Begriffe Grund, Anlass und Bedingung unterschieden; über die genaue Abgrenzung herrscht allerdings keine Einigkeit.

Card 132

Question

Kohärenz, die

Answer

Gibt an, in welcher Weise der Text in Rede bzw. Schrift inhaltlich zusammenhängt oder als zusammenhängend betrachtet wird – im Gegensatz zur Kohäsion aber auf logischer bzw. thematischer und nicht nur auf sprachlich-syntaktischer Ebene.

Card 133

Question

kommunikative Gedächtnis, das

Answer

Mündliche Weitergabe von persönlichen Erfahrungen. Kommunikatives Gedächtnis und kulturelles Gedächtnis bilden zusammen das kollektive Gedächtnis. Dabei ist das kommunikative Gedächtnis auf die mündliche Überlieferung der vorangegangenen drei Generationen begrenzt. Es stirbt mit seinen Trägern. Das kommunikative Gedächtnis ist alltagsnah und gruppengebunden. Die mündlichen Erzählungen sind flüchtig und veränderbar, zeichnen sich aber andererseits durch eine starke Lebendigkeit aus. Gegenüber dem kulturellen zeichnet sich das kommunikative Gedächtnis durch ein geringes Maß an Formalität und Geformtheit aus.

Card 134

Question

Konsistenz, die

Answer

Eine Menge von Aussagen ist konsistent (widerspruchsfrei) gdw. sich aus ihnen kein Widerspruch ableiten läßt. Konsistenz ist eine elementare Forderung, die man an Theorien stellen muß. Dasselbe Erfordernis trifft jeden wissenschaftlichen Text. In dem Maße, in dem man sich mit seiner Argumentation an die Logik hält, sichert man also ihre Konsistenz.

Card 135

Question

Kriegsliteratur, die

Answer

Bezeichnung für die den Krieg thematisierende, v. a. die unter dem Eindruck des Krieges entstandene und diesen verarbeitende Literatur. Der Sammelbegriff stellt eine Vereinfachung dar, denn literarische Werke haben im Allgemeinen nicht die kriegerischen Handlungen als solche zum Gegenstand; die Kriegserfahrung wird vielmehr zum Kristallisationspunkt menschlicher Grunderfahrungen wie Angst, Leid, Trennung, Tod und auch Hoffnung sowie zum Prüfstein menschlichen Verhaltens und der Werteordnungen.

Card 136

Question

kritische Ausgabe, die

Answer

Häufig als Kurzform für "Historisch-kritische Ausgabe" benutzt. Er bezeichnet außerdem allgemein Editionen von Texten oder Musikwerken, die sehr genau nach philologischen Standards ediert wurden. Als historisch-kritische Ausgabe bezeichnet man in der Editionswissenschaft eine Ausgabe eines Textes, die auf der Grundlage aller zur Verfügung stehenden Textträger die Entstehungsgeschichte des Textes nachzeichnet und einen möglichst authentischen, von Fehlern bereinigten Text präsentiert.

Card 137

Question

Lemma, das

Answer

Stichwort in einem Nachschlagewerk (besonders Wörterbuch oder Lexikon)

Card 138

Question

Leseausgabe, die

Answer

Form der Herausgabe von Texten; nur Textabdruck ohne wissenschaftlichen Anspruch und Verzicht auf weitere Erläuterungen. Gelegentlich enthalten: Vor- bzw. Nachwort des Herausgebers, z. B. historisch-kritische Ausgabe, kritische Ausgabe, Studienausgabe…

Card 139

Question

Leser, der

Answer

In der literarischen Erzählkommunikation auf einer Ebene mit dem Autor stehender realer Rezipient des Erzähltextes, wobei die Kommunikation zwischen Autor und Leser zeitversetzt erfolgt. Wie der Autor vom Erzähler muss der reale Leser vom narrativen Adressaten unterschieden werden.  

Card 140

Question

Leserinstanz, die

Answer

In der literarischen Erzählkommunikation auf einer Ebene mit der Autorinstanz stehender „Stellvertreter“ des realen Lesers in der Erzählung, der von der Autorinstanz indirekt angesprochen wird. Wie die Autorinstanz vom realen Autor und vom Erzähler muss die Leserinstanz vom realen Leser und vom narrativen Adressaten unterschieden werden. Das Konzept der Leserinstanz ist sehr umstritten, da in vielen Erzähltexten eine Leserinstanz kaum in Erscheinung tritt bzw. nur sehr schwer vom narrativen Adressaten zu unterscheiden ist.

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