Card 41
Question
Wie heissen die 2 Paradigmen?
Answer
· Pay-for-performance Ansatz: Managemententlohnung als Lösung für das P-A-Problem
· Pay-without-performance Ansatz: Managemententlohnung als Folge des P-A-Problem
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Wie heissen die 2 Paradigmen?
· Pay-for-performance Ansatz: Managemententlohnung als Lösung für das P-A-Problem
· Pay-without-performance Ansatz: Managemententlohnung als Folge des P-A-Problem
Nenne 2 Annahmen des Pay-for-performance Ansatz:
· VR als Agent der Aktionäre handelt weitgehend in deren Interesse, d.h. VR ist der «verlängerte Arm» der Aktionäre
· VR verhandelt mit Topmanager „at arm‘s length“
Welche Prognosen entstehen daraus? (3)
· Leistungslöhne hängen von Variablen ab, die der Topmanager beeinflussen kann.
· Der Topmanager kann die Anreize nicht unterlaufen 3)
· Die Anreizeffekte sind für jedermann klar ersichtlich
Welche 2 grundsätzlichen Probleme bleiben bestehen, hinsichtlich der P-A Problematik
· Manipulationsprobleme aufgrund mangelnder Objektivität der Erfolgskriterien.
· Risikoüberwälzungsprobleme aufgrund exogener Risiken.
Risikoüberwälzung: Inwiefern führt der klassische Risikokonflikt zu unterlegenem Risikomanagement?
· Notwendigkeit von Risikoprämien für den Manager
· Anreize zur internen Risikoreduktion auf Kosten der Aktionäre
Wie funktionieren Call-Optionen?
· Der Manager bekommt das Recht eingeräumt, innerhalb einer bestimmten Frist oder zu einem bestimmten Zeitpunkt Unternehmensaktien zu einem ex ante fixierten Ausübungspreis zu erwerben
Nenne 3 Vorteile bei der Entlohnung mittels Aktienoptionen:
· Optionen setzen starke Anreize, denn Manager partizipieren an der Steigerung des Unternehmenswertes
· Bei Kursrückgängen kann der Optionswert nicht negativ werden
· Durch die asymmetrische Wertentwicklung belohnen Optionen das Eingehen von höheren Risiken (kein Anreiz zur internen Risikoreduktion)
Welche 5 Probleme können sich aus den SOP’s ergeben? (Stichworte)
· Sofortige Ausübung der Call-Option und Aktienverkauf
· Einmalige Ausübung und Motivation
· Schwierige Festlegung des Ausübungspreises
· Dividendenkürzungs- resp. Thesausierungsanreize.
· Insiderprobleme
Was ist das Problem bei der sofortigen Ausübung und wie kann man es beheben?
· Falls Optionen mit positivem inneren Wert ausgegeben werden, üben risikoaverse Manager diese sofort aus und verkaufen ihre Aktien. -> Anreize verschwinden!
· Ausweg: Sperrfristen für Ausübung
· Aber: Manager können sich trotzdem mittels Put-Optionen absichern.
Welches Problem ergibt sich bei der einmaligen Ausübung und wie kann man es beheben?
· Nach der Ausübung der Optionen können die Manager die Aktien weiterhalten (ungünstig, da Gefahr von interner Risikoreduktion) oder verkaufen (ungünstig, da Anreize verschwinden)
· Lösung: Rollierende Tranchen von Optionen
Inwiefern ist die Festlegung des Ausübungspreises schwierig und was ist die Lösung dazu?
· Ausgabe «out of the money», «at the money» oder «in the money»?
· Problem: Markt- und Branchenrisiko
· Lösung: Outperformance-Optionen gemessen an einem geeigneten Branchenindex
Weshalb könnte es zu Dividendenkürzungen kommen und wie kann man das verhindern?
· Die Zahlung von Dividenden verringert ceteris paribus den Börsenkurs der Aktie und damit gleichzeitig den Wert der Option
· Manager haben daher den Anreiz, die Gewinne zu thesaurieren
· Aber: Nicht jede Thesaurierung von Überschüssen ist im Sinne der Aktionäre!
· Lösung: Dividendenbereinigte Aktienkurse als Bemessungsgrundlage
Weshalb kann es zu „Insiderprobleme“ kommen und wie kann man das verhindern?
· «Window dressing»: Positive Informationen werden vor Optionsausübungsterminen veröffentlicht
· Negative Informationen werden jedoch bis nach der Ausübung zurückgehalten
· Lösung: Durchschnittskurs als Bemessungsgrundlage. «Trading windows» erst nach Bilanzpressekonferenzen
Welche 2 Annahmen gelten beim Pay-without-performance-Ansatz (Managerial Power Approach)?
· Der Verwaltungsrat verhandelt mit CEO nicht «at arm‘s length»
· Der Verwaltungsrat ist abhängig vom CEO. D.h., die zwischen dem VR und dem CEO ausgehandelten Verträge maximieren nicht den Shareholder Value
Weshalb ist das so?
· CEO hat grossen Einfluss auf die Nominierung der VR-Mitglieder
· CEO kann VR-Mitglieder zusätzlich belohnen mittels:
o Aufträgen an deren Firmen
o Spenden
o Empfehlungen für andere VR-Sitze
Wie wird die „Selbstbereicherung“ eingeschränkt?
· Marktkräfte (Wettbewerb, Kapitalmarkt)
· Öffentliche Wahrnehmung («outrage costs» durch Empörung und öffentliche Kritik)
Nenne 3 Problempunkte, welche durch Bebchuck/Fried belegt wurden:
· Keine Outperformance-Optionen sondern «repricing» bei sinkendem Gesamtmarkt. -> Alle Manager profitieren unabhängig von ihrem Leistungsbeitrag
· Manager umgehen regelmässig die Anreize in Leistungsverträgen. Sofortige Ausübung der Optionen, oder Absicherung mittels anderen Derivaten. -> Anreizeffekte der SOP’s werden in grossem Stil unterlaufen.
· «Camouflage Compensation» anstatt klar ersichtliche Anreize: Viele Kompensationselemente sind verdeckt, um keine öffentliche Empörung auszulösen. Z.B: Pensionszusagen, Beraterverträge, Vorzugszinsen, Versicherungen etc.
Wann wird ein Vertragspartner an den „übrig gebliebenen“ Risiken des UG’s beteiligt und was passiert in einem Konkursfall?
· Ein Vertragspartner wird unausweichlich auch an den «übrig gebliebenen» Risiken des Unternehmens beteiligt, wenn er firmenspezifisch investiert
· Da seine firmenspezifischen Investitionen definitionsgemäss in keiner zweiten Verwendung den gleichen Wert generieren, verliert er die daraus fliessenden Renten etwa im Konkursfall ebenfalls
Inwiefern ergibt sich ein Verteilungskonflikt zwischen Humankapital – und Geldkapitalinvestoren?
· Sowohl Gehaltssteigerungen der Mitarbeiter als auch Gewinnsteigerungen der Aktionäre werden aus dem Residuum bezahlt
· Anreiz, sich an den Erträgen der Gegenseite zu bereichern.
Welche Annahmen gelten beim Voice-Forum Modell?
· Mitarbeiter können ihre spezifischen Investitionen in Humankapital nicht durch Exit (Abwanderung) schützen
· Sie benötigen Mitsprache (Voice), um weiterhin als Investoren tätig zu sein
· Der Verwaltungsrat ist das Forum, in dem alle Residualeigentümer ohne vollwertige Exit-Option, Mitarbeiter und Anteilseigner, ihre Interessen durch Mitsprache voreinander schützen
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