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Prüfungsfragen Vertiefung Störungslehre Tu Chemnitz

Discover Prüfungsfragen Vertiefung Störungslehre Tu Chemnitz: 101 flashcards with questions and answers.

Subject
Humanities / Psychology
Language of creation
German
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Cards in this set

Card 41

Question

Harm reduction:

 

Answer

Harm reduction:

 Das ist das Primärziel! Sicherung des Überlebens, Verhinderung von körperlichen Folgeschäden, soziale Sicherung, Verhinderung sozialer Desintegreation

Card 42

Question

Sekundärziel: 

Tertiärziel: 

Answer

Sekundärziel: Abstinenz: Aufklärung/Info, Motivation/Änderungsbereitschaft, Abstinenz, Behandlungsmotivation, Rückfallprophylaxe

Tertiärziel: Reintegration: Verbesserung Lebensqualität, autonome Lebensgestaltung, Reintegration, Stabilisierung

Card 43

Question

Was ist Sucht? Und was ist Abhängigkeit?
 

Answer

Was ist Sucht? Und was ist Abhängigkeit?
„Sucht“ beschreibt ein zwanghaftes Verhalten, trotz erheblicher langfristig negativer Auswirkungen anhaltend eine psychotrope Substanz zu konsumieren bzw. ein bestimmtes Verhalten auszuüben, Suchtgedächtnis bleibt ein Leben lang
„Abhängigkeit“ ist demgegenüber in erster Linie definiert durch neurobiologische Veränderungen wie Toleranzentwicklung und Auftreten eines Entzugssyndroms, wenn die Substanz nicht mehr verabreicht wird
--> Nach Abklingen der Entzugssymptome kann die körperliche Abhängigkeit überwunden sein, während die psychische Sucht bestehen bleibt!

Card 44

Question

Psychotrope Substanzen lassen sich generell hinsichtlich drei unterschiedlicher Aspekte charakterisieren. Welche?
 

Answer

Psychotrope Substanzen lassen sich generell hinsichtlich drei unterschiedlicher Aspekte charakterisieren. Welche?
Wirkungsdimension, Verschiedene Symptome bei Intoxikation, Abhängigkeitspotential

Card 45

Question

Gibt es Toleranz auch bei nicht-substanzgebundenen Süchten?

 

Answer

Gibt es Toleranz auch bei nicht-substanzgebundenen Süchten?

Ja, bei Verhaltenssüchten wie dem pathologischen Spielen (ICD F63.0) kann durch das Verhalten zentralnervös auf das Dopaminsystem einwirken (Adrenalinkick) und so gegenregulatorische Maßnahmen des Organismus nach sich ziehen

Card 46

Question

Wie hoch ist die Prävalenz von Medikamentenmissbrauch und -abhängigkeit und was sind kritische Punkte bei der Erfassung der Prävalenzen

Answer

Wie hoch ist die Prävalenz von Medikamentenmissbrauch und -abhängigkeit und was sind kritische Punkte bei der Erfassung der Prävalenzen
DEGS- Studie (12 Monatsprävalenz): Missbrauch: 1,6%; Abhängigkeit: 0,5% (problematischer Konsum laut Buch 4%)
Reliabilitäts- und Validitätsprobleme: soziale Erwünschtheit, Abhängige nicht erreichbar (keine Anschrift), Jugendliche überschätzen Konsum (falsch Positiv), Angaben über Zeiträume (Durchschnitt) schwer einzuschätzen, oder Betrunkene wissen es nicht (Erinnerungslücken), Konsummuster teilweise gar nicht zeitstabil (Querschnittserhebung nicht sinnvoll), Mengenerfassung erschwert (Größe Gläser, Inhaltsstoffe unterschiedlich, illegale Drogen)

Hohe Dunkelziffer: Dauerkonsumenten Benzodiazepin: geschätzt 40 – 50 % abhängig >60 jährige mit geschätzt mind. 5-10 % 12 M.Prv. problematischem Gebrauch psychoaktiver Medikamente/ Schmerzmittel

Card 47

Question

Die ICD-Diagnosen unterscheiden nach Substanzklasse (F1X) und noch mehr. Was definiert die 3. Stelle der ICD-Diagnose (F10.X)?
 

Answer

Die ICD-Diagnosen unterscheiden nach Substanzklasse (F1X) und noch mehr. Was definiert die 3. Stelle der ICD-Diagnose (F10.X)?
F1
= psychotrope Substanzen zweite Stelle von 0-9: welche Substanz, dritte Stelle von 0-9 beschreibt die verschiedenen Störungen: Akute Intoxikation, Schädlicher Gebrauch, Abhängigkeitssyndrom, Entzugssyndrom, Psychotische Störung, Amnestisches Syndrom, Restzustand und verzögert auftretende psychotische Störung, Sonstige psychische und Verhaltensstörungen, nicht näher bezeichnete psychische und Verhaltensstörung --> Substanzbezogen und Substanzkonsumstörungen werden hier subsummiert

Card 48

Question

Was besagt das Dual-Prozess-Modell von Strack und Deutsch?
 

Answer

Was besagt das Dual-Prozess-Modell von Strack und Deutsch?
Dual Prozess-Modell: Zusammenwirken gesteigerter störungsspezifischer impulsiver Reaktionen einerseits („horse“) + geschwächter Fähigkeit zur exekutiven Kontrolle dieser Impulsivität („horseman“) andererseits
- bei Substanzkonsumstörung/Tabaksucht: - hohe Reagibilität auf Rauchreize (Annäherungstendenz) und b) zugleich stark beeinträchtigte Fähigkeit zum Treffen souveräner Entscheidungen und zur Handlungsregulation („exekutive Kontrolle“)
Reagibilität auf neurorlogischer Ebene: Gehirn schon aktiv wenn man Tabak nur sieht

Card 49

Question

11.Nennen und erklären Sie die 3 Cognitive Biases am Beispiel der Alkoholsucht. (6 Punkte)

 

Answer

11.Nennen und erklären Sie die 3 Cognitive Biases am Beispiel der Alkoholsucht. (6 Punkte)

attention bias: selektive Aufmerksamkeit auf suchtassoziierte Reize à Bsp: Person kann Gespräch mit seiner Begleitperson plötzlich immer schlechter Folgen, weil Bedienung am Nachbartisch ein Glas Bier einschenkt (Geräusch = konditionierter äußerer Hinweisreiz auf Konsum), und die Person unwillkürlich vermehrt auf das entstehende Geräusch achtet
interpretation bias: Neigung, suchtrelevante Reize als überwertig zu interpretieren:

Abhängiger Alkoholiker arbeitet in der Sicherheitskontrolle am Flughafen und soll die röntgenbilder von Gepäckstücken nach möglichen Gefahrenquellen oder Gesetzesverstößen interpretieren. Dabei geht er in allen Fällen gleich aufmerksam vor. Ganz unwillkürlich meldet er überzufällig häufig Bepäckstücke mit Flaschenöffnern als auffällig. Die Flaschenöffner stellen konditionierte Hinweisreize für den Alkoholkonsum dar und fließen durch eine erhöhte Reagibilität automatisch und im Kontext überproportional in die Urteilsbildung ein.

memory bias: Tendenz, suchtassoziierte Reize besser zu erinnern: Im Rahmen einer Zeugenaussage soll ein jahrelanger Alkoholiker als Augenzeuge einen Täter beschreiben. Er beschreibt vor allem den Geruch der Person, die nach Alkohol gerochen habe, und kann sich an eine Flasche erinnern, die dieser in der Hand hielt. Diese beiden Aspekte sind konditionierte Hinweisreize auf Alkoholkonsum, und werden aufgrund der erhöhten Reagibilität der Person automatisch besser erinnert.

Card 50

Question

21) Ziele Expotherapie Rückfallprävention

Answer

21) Ziele Expotherapie Rückfallprävention

·        Primäres Ziel der Rückfallprävention:

o   Erhöhen der Kompetenzen des Abhängigen zur abstinenten Bewältigung von Rückfallrisikosituationen bzw.

o   Einen Rückfall möglichst schnell zu beenden und zur Abstinenz zurückzukehren

Card 51

Question

22) körperliche Abhängigkeit vs.psychsiche am Beispiel einer Droge erklären (5 Punkte)

 

Answer

22) körperliche Abhängigkeit vs.psychsiche am Beispiel einer Droge erklären (5 Punkte)

Beim Tabakrauchen wird das zentrale Nervensystem mit Nikotin überflutet, welches als an Acetylcholinrezeptoren bindet und dadurch mittelbar das Dopaminystem aktiviert. Um die normale Funktionsfähigkeit des Körpers aufrechtzuerhalten verringert der Körper durch down-regulation die Anzahl von Acetylcholinrezeptoren an den Postsynapsen. Dadurch entsteht körperliche Toleranz. Bei chronischem Drogenkonsum kann der Körper durch die down regulation irgendwann ohne Nikotin wichtige Funktionen nicht mehr erfüllen und es kommt zum entzugssyndrom. Dieses Geschehen führt zur körperlichen Abhängigkeit.

Die psychische Abhängigkeit bezieht sich dagegen auf den Verlust anderer adaptiver Bewältigungsstrategien für Belastungen, da Nikotin hierfür jahrelang funktional eingesetzt wurde, sowie das unwiederstehliche Verlangen nach dem Suchtstoff, dass durch Hinweisreize auch nach Überwindung der körperlichen Abhägigkeit in Form von Craving-Attacken erneut auftreten kann.

Card 52

Question

23) lerntheoretisch erklären warum rauchen höhere suchtpotenz hatals Alkohol. (3Punkte)

 

Answer

23) lerntheoretisch erklären warum rauchen höhere suchtpotenz hatals Alkohol. (3Punkte)

Der zugrundeliegende Wirkstoff beim Tabakrauchen, das Nikotin, entfaltet seine belohnende Wirkung bei der Aufnahme durch Rauchen sehr schnell (circa 7 Sekunden bis zur Stimulierung suchtassoziierter Hirnareale). Die Schnelligkeit der Wirkung wirkt sich lerntheoretisch begünstigend und beschleunigend auf das Erlernen neuer Assoziationen aus, wie sie für die Psychische Abhängigkeit in Form von konditionierten Hinweisreizen und positiven Wirksamkeitserwartungen charakteristisch sind. Die orale Aufnahme von Alkohol entfaltet seine Wirkung erst mit größerer zeitlicher Verzögerung. 

Card 53

Question

Was ist das Ziel des Approach Avoidance Trainings (=AAT)?
 

Answer

Was ist das Ziel des Approach Avoidance Trainings (=AAT)?
zielt darauf ab, die automatische Annäherungsreaktion an substanzassoziierte Stimuli durch eine einfache Handlungsaufgabe abzuschwächen:
Versuchspersonen arbeiten mit PC und Joystick, auf dem Bildschirm werden nacheinander viele einzelne Fotos gezeigt (Hoch- vs. Querformat und substanzassoziierte vs. neutrale Inhalte), auf die die Versuchsperson durch Bewegen eines Joysticks reagieren soll
--> Reaktionszeit als Indikator für Reaktionsdominanz: Annäherung vs. Vermeidung

- im Rahmen der Cognitive Bias modification

Card 54

Question

Wie lange müssen Merkmale Zyklothymer Störung sein?

a) 1 Woche

b) 2 Wochen

c) 6 Monate

d) 1 Jahr

e) 2 Jahre

Answer

Wie lange müssen Merkmale Zyklothymer Störung sein?

a) 1 Woche

b) 2 Wochen

c) 6 Monate

d) 1 Jahr

e) 2 Jahre

Card 55

Question

Unipolare Depression was trifft eher zu

→Risiko steigt bei geringem SÖS

→mehr als 50 % erleben mehrere Episoden

→Männer haben ein höheres Risiko chronische Depression zu erleiden

Answer

Unipolare Depression was trifft eher zu

→Risiko steigt bei geringem SÖS

→mehr als 50 % erleben mehrere Episoden

→Männer haben ein höheres Risiko chronische Depression zu erleiden

Card 56

Question

Wieder das Beispiel mit dem Mädchen, das Angst vor Referaten hat (mit störungsspezifischen vegetativen Symptomen). Sie trinkt zur Entspannung regelmäßig auf der Schultoilette Alkohol. Welche Verdachtsdiagnose(n) geben Sie ihr?

 

Answer

Wieder das Beispiel mit dem Mädchen, das Angst vor Referaten hat (mit störungsspezifischen vegetativen Symptomen). Sie trinkt zur Entspannung regelmäßig auf der Schultoilette Alkohol. Welche Verdachtsdiagnose(n) geben Sie ihr?

Soziale Phobie F40.1

Schädlicher Gebrauch Alkoholkonsum F10.1

Card 57

Question

Bei der Diagnose von Depressionen ist was zu beachten? (2 richtige Antworten)

a) Die Diagnose „bipolar“ ist der „unipolaren Depression“ vorzuziehen, wenn

eine manische Episode vorlag.

b) Die lebenszeitgeschichtliche Erfassung von Störungssymptomen ist unerlässlich.

c) Die Diagnose „bipolar“ ist nur zu vergeben, wenn aktuell eine manische Episode vorliegt.

d) Die Diagnose „bipolar“ ist nur zu vergeben, wenn manische Symptome in der Vergangenheit überwogen.

e) ...

Answer

Bei der Diagnose von Depressionen ist was zu beachten? (2 richtige Antworten)

a) Die Diagnose „bipolar“ ist der „unipolaren Depression“ vorzuziehen, wenn

eine manische Episode vorlag.

b) Die lebenszeitgeschichtliche Erfassung von Störungssymptomen ist unerlässlich.

c) Die Diagnose „bipolar“ ist nur zu vergeben, wenn aktuell eine manische Episode vorliegt.

d) Die Diagnose „bipolar“ ist nur zu vergeben, wenn manische Symptome in der Vergangenheit überwogen.

e) ...

Card 58

Question

Allein das Auftreten einer depressiven Episode ist noch nicht ausreichend um die Diagnose „depressive Störung“ zu stellen. Wann darf erst die Diagnose „depressive Störung“ gestellt werden und welche 3 Bedingungen müssen dabei beachtet werden?

 

Answer

Allein das Auftreten einer depressiven Episode ist noch nicht ausreichend um die Diagnose „depressive Störung“ zu stellen. Wann darf erst die Diagnose „depressive Störung“ gestellt werden und welche 3 Bedingungen müssen dabei beachtet werden?

Eine depressive Störung darf erst vergeben werden, nachdem eine lebenszeitbezogene Erfassung der Symptome des Patienten Aufschluss über mögliche weitere affektive Episoden gab, und sofern vorhanden, die Merkmale des zeitlichen Verlaufs dieser Episoden geprüft wurden. Zudem müssen differentialdiagnostische Abgrenzungen zu anderen Störungen vorgenommen werden.

  1. Im bisherigen Lebensverlauf entweder depressive Episoden (Episode einer Major Depression) oder jahrelang persistierende dysthyme, depressionsähnliche Symptome (Dysthmye Störung) aufgetreten sind und
  2. Nicht die Kriterien für eine Hypomane, Manische oder Gemischte Episode erfüllt wurden, bzw.
  3. Nicht andere Störungen für das Beschwerdenbild verantwortlich gemacht werden können (z.B. depressive Beschwerden bei einer Schizophrenie oder körperliche Erkrankungen, die ein depressives Störungsbild verursachen und aufrechterhalten können)

Card 59

Question

Bipolar 1:


Bipolar 2:

Answer

Bipolar 1:

Mindestens eine manische Episoden mit oder ohne MDE

--> nicht schizo


Bipolar 2: hypomane Episoden mit MDE (jeweils aktuell oder in anamnese)

-> keine Manie / gemischte Ep

-> nicht schizo

Card 60

Question

Zyklothyme Störung:

 

Answer

Zyklothyme Störung:

mind. 2 Jahre, hypomane Phasen/hypomane Episode wechseln sich mit depressiven Zuständen/Symptome ab (aber erfüllen nicht Kriterien für MDE)

 

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