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Prüfungsfragen Vertiefung Störungslehre Tu Chemnitz

Discover Prüfungsfragen Vertiefung Störungslehre Tu Chemnitz: 101 flashcards with questions and answers.

Subject
Humanities / Psychology
Language of creation
German
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Cards in this set

Card 61

Question

40-jähriger Mann nach Trennung von Freundin: Wenig soziale Kontakte mehr, da ein gemeinsamer Freundeskreis bestand, immer weiterer sozialer Rückzug, ständiges immer stärker werdendes Grübeln, nur Routineaufgaben werden bei der Arbeit noch übernommen, Konzentrationsstörungen, Psychologe vergibt die Diagnose der depressiven Störung

 

Answer

40-jähriger Mann nach Trennung von Freundin: Wenig soziale Kontakte mehr, da ein gemeinsamer Freundeskreis bestand, immer weiterer sozialer Rückzug, ständiges immer stärker werdendes Grübeln, nur Routineaufgaben werden bei der Arbeit noch übernommen, Konzentrationsstörungen, Psychologe vergibt die Diagnose der depressiven Störung

a)      Welches psychologische Ätiologiemodell trifft am ehesten zu? --> Verstärker-Verlust-Modell: ist der Verlust an positiven Verstärkern (soziale Kontakte) verantwortlich für die Entstehung von Depressionen
Verstärker für adaptives Verhalten


--> Depression wird durch eine einschneidende Veränderung von Verstärkerquellen erklärt: mit Wegbruch wichtiger sozialer Kontakte folgt eine geringere Rate positiver Verstärkung für adaptives, aktives Verhalten --> Dieses Verhalten wird weniger oft gezeigt à Aktivitäts- und Interessensverlust, Rückzugsverhalten;  Defizite im Sozialverhalten

b) Wie heißt der „Erfinder“ des Modells? Peter M. Lewinsohn

Card 62

Question

VVM: 

Answer

VVM: Einschneidende Veränderung von Verstärkerquellen in der Umwelt führt zur Abnahme positiver, lebensbejahneder Verhaltensweisen (adaptiv), nachdem für diese nunmehr eine geringe Rate positiver Verstärkung besteht (z.B. durch Verlust sozialer Kontakte). Gleichzeitig wird die Rate depressiven Verhaltens oft durch positive (Anteilnahme) oder negative Verstärkung (sekundärer Krankheitsgewinn) erhöht. Weniger adaptives, aktives Verhalten und häufigeres depressives Verhalten halten so die depression aufrecht

Card 63

Question

Erlernte Hilflosigkeit: 

Answer

Erlernte Hilflosigkeit: unvermeidbare aversive Stimulation + keine Kontrolle à Kontrollverlust à Hilflosigkeit à Apathie à Tod (locus of control), Erfolge werden external, instabil und spezifisch erklärt

Auslöser: unvermeidbare Aversive Ereignisse, für die für die betroffene Person keine Kontrollmöglichkeit besteht beziehungsweise Bewältigungsversuche scheitern. Es wird erlernt, dass die aversiven Eregnisse nicht kontrollierbar sind. Dies führt im erweiterten Modell zu internalen, globalen und stabilen Attributionsmustern. Das Gefühl von Hilflosigkeit manifestiert sich, Apathie

(Symptome: Passivität, Interessensverlust, Selbstwert)

Card 64

Question

Beck-Theorie

Answer

Beck-Theorie: Negative Verzerrung der Wahrnehmung u. Interpretation der Realität durch negative Kognitionen und Schemata. Letztere zeichnen sich durch die kognitive Triade negativer, pessimistische Einstellungen depressiver Personen zu - sich selbst,- ihrer Umwelt, - ihrer Zukunft aus.

Reize und Informationen der Umwelt werden nun auf der Grundlage dieser dysfunktionalen Schemata verarbeitet: Dabei werden stereotyp und unwillkürlich wiederkehrende Gedanken mit Hoffnungslosen, negativen, selbstkritischen Inhalten ausgelöst und logische Fehler begangen.

Durch die Wechselseitige Beeinflussung von Gedanken, Gefühlen, Körper und Verhalten entsteht eine depressive Symptomatik

 

dysfunktionale Gedanken (Kausalität? eher Assoziation Denkmuster-Depression) Teufelskreis; Gedanken, Körper, Verhalten und Gefühle beeinflusst sich gegenseitig

Card 65

Question

Beschreiben Sie die Wirksamkeit von Antidepressiva.

Answer

Beschreiben Sie die Wirksamkeit von Antidepressiva.
Metaanalysen mit RCT Laborstudien belegen zwar die Wirksamkeit von Antidepressiva gegen Depression mit durchschnittlichen Effektstärken von d = .4 - .5, allerdings scheint diese Wirkung nach einer Metaanalyse von Kirsch et al. (2002) je nach Wirkstoff zu 68-89% auf Placebo Effekten zu basieren. In Studien mit aktiven Placebos lassen sich nur schwache Effekte nachweisen, sodass angenommen werden muss, dass Antidepressiva wenig depressionsspezifisch wirken. Diese Einschätzung wird auch durch Befunde naturalistischer Therapiestudien untermauert:in der STAR*D Studie trat bei mehr als der Hälfte aller Patienten keine Besserung ihrer depressiven Symptomatik ein.

Zudem scheint die Wirkung von Antidepressiva in Langzeitstudien nicht anhaltend zu sein, einige Zeit nach dem Absetzen können nur schwache Outcomes festgestellt werden ambulant / stationär)

Card 66

Question

Wie hoch ist die 12-Monats-Prävalenz affektiver Störungen? 

Answer

Wie hoch ist die 12-Monats-Prävalenz affektiver Störungen? à 9,3%

Card 67

Question

Im ICD-10 ist eine Störung definiert mit folgenden Merkmalen:

 o Chronischer Verlauf

o Häufig früher Beginn im Kindes- und Jugendalter

 o Instabilität der Stimmung; Wechsel zwischen zahlreichen wenig stark depressiven Phasen und Phasen leicht gehobener Stimmung

 

Answer

Im ICD-10 ist eine Störung definiert mit folgenden Merkmalen:

 o Chronischer Verlauf

o Häufig früher Beginn im Kindes- und Jugendalter

 o Instabilität der Stimmung; Wechsel zwischen zahlreichen wenig stark depressiven Phasen und Phasen leicht gehobener Stimmung

 Welche Diagnose würde nach ICD-10 vergeben werden? (1 Punkt) Zyklothyme Störung F43.0

Card 68

Question

Erhöhtes Suizidrisiko insbesondere in den ersten zwei Wochen der Antidepressivabehandlung:

 o OR von Suizidhandlungen und OR von durchgeführten Suiziden? (1 P.)

o Am stärksten Gefährdete Zielgruppe? (1 Punkt)

o Gründe, wieso erhöhtes Suizidrisiko in Metaanalysen und RCTs sogar unterschätzt werden könnte? (3 Punkte)

 

Answer

Erhöhtes Suizidrisiko insbesondere in den ersten zwei Wochen der Antidepressivabehandlung:

 o OR von Suizidhandlungen und OR von durchgeführten Suiziden? (1 P.)

Suizidhandlungen: SSRI vs Placebo: 2.0

Suizide: OR = 3.1

o Am stärksten Gefährdete Zielgruppe? (1 Punkt)

Kinder und Jugendliche bis 25. LJ

o Gründe, wieso erhöhtes Suizidrisiko in Metaanalysen und RCTs sogar unterschätzt werden könnte? (3 Punkte)

underreporting

publication bias

Unzureichende / inadäquate Erfassung von Suizidalität

Card 69

Question

65-jährige Frau nach Tod des Ehemannes - sozialer Rückzug - ständiges immer stärker werdendes Grübeln - Durch Berentung sind Tage wenig strukturiert - Konzentrationsstörungen - Psychologe vergibt Diagnose der depressiven Störung

o Welches Ätiologiemodell trifft am ehesten zu? (1 Punkt) 

o Wie heißt der „Erfinder“ des Modells? (1 Punkt)

o Welche Kritik kann an dem Modell geäußert werden? (2 Punkte)

 

Answer

65-jährige Frau nach Tod des Ehemannes - sozialer Rückzug - ständiges immer stärker werdendes Grübeln - Durch Berentung sind Tage wenig strukturiert - Konzentrationsstörungen - Psychologe vergibt Diagnose der depressiven Störung

o Welches Ätiologiemodell trifft am ehesten zu? (1 Punkt) Verstärker-Verlust-Modell

o Wie heißt der „Erfinder“ des Modells? (1 Punkt) Peter M. Lewinsohn

o Welche Kritik kann an dem Modell geäußert werden? (2 Punkte)

(positiv: tatsächlich Defizite im Sozialverhalten) + Sensibilität auf aversive Stim.

Kausalrichtung: ist der Verlust von Verstärkern eine Ursache oder eine Folge der Depression?

Ungeklärt: mangelnde Selbstverstärkung Depressiver (ist

Zusammenhang mit schweregrad: Zusammenhang mit Verlust von Verstärkern: Spiegelt sich so noch nicht nachweislich in schweregrad der Depression wieder

Card 70

Question

GAS Diagnostik

a) Pennstate Worry Questionaire

b) Becks Diagnostik

c, d, e ausgedachte verfahren

Answer

GAS Diagnostik

a) Pennstate Worry Questionaire

b) Becks Diagnostik

c, d, e ausgedachte verfahren

Card 71

Question

Metakognitive Sorgen, welche 2 Beispiele passen am ehesten?

a) meine Sorgen machen mich verrückt

b) Was wäre wenn ich der Oma nicht über die Straße helfen

c) Was wenn der Arzt mir falsche Medikamete verschrieben hat

d, e vergessen. Sehr unsicher was 2te richtige Lösung ist

Answer

Metakognitive Sorgen, welche 2 Beispiele passen am ehesten?

a) meine Sorgen machen mich verrückt

b) Was wäre wenn ich der Oma nicht über die Straße helfen

c) Was wenn der Arzt mir falsche Medikamete verschrieben hat

d, e vergessen. Sehr unsicher was 2te richtige Lösung ist

Card 72

Question

Leitsymptome der spezifischen Phobie nach DSM-5? (3 richtige Antworten)

a) Ausgeprägte Furcht oder Angst vor spezifischem Objekt oder spezifischer Situation

 b) Das phobische Objekt oder die phobische Situation ruft fast immer eine unmittelbare Furcht oder Angstreaktion hervor.

c) Die Furcht, Angst oder Vermeidung ist rezidivierend, meist über 6 Monate oder länger.

d) Die Furcht, Angst oder Vermeidung verursacht in klinisch bedeutsamer Weise Leiden oder Beeinträchtigungen in sozialen, beruflichen oder anderen wichtigen Funktionsbereichen

e) …

Answer

Leitsymptome der spezifischen Phobie nach DSM-5? (3 richtige Antworten)

a) Ausgeprägte Furcht oder Angst vor spezifischem Objekt oder spezifischer Situation

 b) Das phobische Objekt oder die phobische Situation ruft fast immer eine unmittelbare Furcht oder Angstreaktion hervor.

c) Die Furcht, Angst oder Vermeidung ist rezidivierend, meist über 6 Monate oder länger.

d) Die Furcht, Angst oder Vermeidung verursacht in klinisch bedeutsamer Weise Leiden oder Beeinträchtigungen in sozialen, beruflichen oder anderen wichtigen Funktionsbereichen

e) …

Card 73

Question

Ein 33-jährige Frau verspürt seit einer bestimmten Zeit immer wieder scheinbar ohne Grund Herzrasen, Schwitzen und Zittern. Sie habe Angst bald einen Herzinfarkt zu erleiden, weswegen sie auch seltener das Haus verlasse. Es gebe es auch häufiger Spannungen mit ihrem Partner. Welche Diagnose trifft am ehesten zu? (1 Punkt)

  1. Panikstörung  F41.0x b) Soziale Phobie c) Generalisierte Angststörung d) … e) …

Answer

Ein 33-jährige Frau verspürt seit einer bestimmten Zeit immer wieder scheinbar ohne Grund Herzrasen, Schwitzen und Zittern. Sie habe Angst bald einen Herzinfarkt zu erleiden, weswegen sie auch seltener das Haus verlasse. Es gebe es auch häufiger Spannungen mit ihrem Partner. Welche Diagnose trifft am ehesten zu? (1 Punkt)

  1. Panikstörung  F41.0x b) Soziale Phobie c) Generalisierte Angststörung d) … e) …

Card 74

Question

Was hält eine generalisierte Angststörung aus verhaltenspsychologischer Sicht aufrecht?

 

Answer

Was hält eine generalisierte Angststörung aus verhaltenspsychologischer Sicht aufrecht?

Nach der Vermeidungstheorie der Sorgen und der GAS reduzieren Sorgen physiologischen Stress und starke autonome Erregung. Der Verstärkungsmechanismus besteht also darin, dass negative Erregungszustände abgemildert werden, das Grübeln wird somit negativ verstärkt. Dadurch erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, sich wieder in vergleichbaren Situationen zu sorgen

Card 75

Question

Konzept der VT bei GAS (Ziel):

 

Answer

Konzept der VT bei GAS (Ziel):

Vorgehen nach Beck: Fokus auf Entkatastrophisieren, Realitätsprüfung und Verhaltensexperimente (begleitend) einzelne Sorgen durch kognitives Umstrukturieren verändern, Verhaltensexperimente;

 

 

Vorgehen nach Wells: Fokus aus Metasorgen: kognitive Standarttechniken, (Beweise), spez. Verhaltensexxperimente, Sorgen willkürlich übersteigern

+ Training, Aufmerksamkeit bewusst zu steuern

Card 76

Question

Auf welchen Ebenen kann sich Angst beim Menschen manifestieren?
 

Answer

Auf welchen Ebenen kann sich Angst beim Menschen manifestieren?
Körperlich/Physiologisch, gedanklich/interpretierend, Verhaltensbezogen, Gefühle

Card 77

Question

Wie unterscheiden sich die spezifische Phobie, die soziale Phobie und die Generalisierte Angststörung? Welche Gemeinsamkeiten haben sie?

 

Answer

Wie unterscheiden sich die spezifische Phobie, die soziale Phobie und die Generalisierte Angststörung? Welche Gemeinsamkeiten haben sie?

Alle Störungen sind in der Kategorie F4: Neurotische, Belastungs- und somatoforme Störungen des ICD 10 klassifiziert und haben Angst zum Hauptsymptom, die sich auf körperlicher, gefühls-, verhaltens- und kognitiver Ebene äußert.

Während die spezifische Phobie und die soziale Phobie als phobische Störungen einen klaren Situationsbezug haben, beziehen sich die Ängste in der GAS auf mehrere, vielfältige Aspekte des Lebens (frei flottierend).

Weitere Unterschiede bestehen bei den Inhalten der Angst: Soziale Phobien haben eine irrationale Angst vor der Bewertung durch andere zum Gegenstand, die spezifische Phobie bezieht sich auf klar abgegrenzte Objekte oder Situationen. Bei der GAS bezieht sich die Angst auch auf das engere soziale Umfeld und beinhaltet das permanente Befürchten von Unglücksfällen oder Krankheiten. Die Angstthemen entsprechen hier denen von Gesunden, was bei speziellen spezifischen Phobien nicht der Fall ist (z.B. Federphobie)

Auf symptomatologischer Ebene stellen, anders als bei spezifischer und sozialer Phobie, Sorgen das Kardinalsymptom der GAS dar.

+ Krankheitsverlauf: GAS beginnt oft schleichend, besonders hohe Prävalenzen in der Gruppe 65 + (KJP Alter bei sozialer und spezifischer Phobie) + Chronischer Verlauf häufig (unbehandelt) oft spontanremission bei spezifischer Phobie

Bei allen: Frauen häufiger als Männer betroffen

Card 78

Question

Welche Symtome zeigen Personen bei der Generalisierten Angststörung?
 

Answer

Welche Symtome zeigen Personen bei der Generalisierten Angststörung?
6 Monate an der Mehrzahl der Tage, Symptome 1. Ranges: übermäßige unkontrollierbare Angst und Sorge, frei flottierend (auf mehrere Ereignisse oder Tätigkeiten bezogen) 2. Ranges (mindestens 3/6): Ruhelosigkeit, Ermüdbarkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, Muskelspannungen, Schlafstörungen, Reizbarkeit 

 

Card 79

Question

Welche Sorgenthemen lassen sich bei GAS-Patienten typischerweise identifizieren? Inwiefern unterscheiden sich diese Sorgen von den Sorgen gesunder Vergleichspersonen?

 

Answer

Welche Sorgenthemen lassen sich bei GAS-Patienten typischerweise identifizieren? Inwiefern unterscheiden sich diese Sorgen von den Sorgen gesunder Vergleichspersonen?


Themen und Inhalte genau wie bei gesunden Menschen, aber Dauer, Intensität, Kontrollierbarkeit, (Anzahl Assoziierter Symptome: körperliche Symptome) und Menge der Sorgen anders

+ Themen: eigene Gesundheit, gesundheit nahestehender, Arbeit schule Ausbildung, Familie, Partnerschaft, Beziehungen, gesellschaft...

Card 80

Question

Welche Störungen müssen differenzialdiagnostisch von der GAS unterschieden werden?

 

Answer

Welche Störungen müssen differenzialdiagnostisch von der GAS unterschieden werden?


Zwangsstörung (Inhalte wiederkehrender Gedanken eher als Ich-dyston erlebt; Inhalte z.B. Verschmutzung, wiederkehrende Zweifel, Ordnung von Dingen, aggressive oder schreckliche Impulse oder sexuelle Vorstellungen), Major Depression: physiologische Symptome überschneiden sich, aber eher auf Vergangenheit gerichtet, GAS eher Bedrohung, Gefahr

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