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Prüfungsfragen Vertiefung Störungslehre Tu Chemnitz

Discover Prüfungsfragen Vertiefung Störungslehre Tu Chemnitz: 101 flashcards with questions and answers.

Subject
Humanities / Psychology
Language of creation
German
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Cards in this set

Card 81

Question

Was weißt du über die Epidemiologie der GAS? Wie unterscheiden sich Lebenszeit- und 12-Monats-Prävalenz der GAS? Was verrät das über die Störung?

 

Answer

Was weißt du über die Epidemiologie der GAS? Wie unterscheiden sich Lebenszeit- und 12-Monats-Prävalenz der GAS? Was verrät das über die Störung?


GAS ist eine häufige Störung, die in allen Altersgruppen erstmalig auftreten kann
• Lebenszeitprävalenz: 3–5%; • 12-Monats-Prävalenz: 2–4% (Schätzung • Punktprävalenz: 1–3% à ähnliche Prozente = hohe Chronifizierung

- nach Wittchen & Jacobi : LZ: 7% 12-Monats Prävalenz bei 1,7%

Card 82

Question

Was haben Hausärzte mit der (Falsch-)Diagnose von Angststörungen zu tun?

 

Answer

Was haben Hausärzte mit der (Falsch-)Diagnose von Angststörungen zu tun?


Hausarzt diagnostiziert GAS nur in wenigen Fällen zutreffend (34,4%, gegenüber 64,3% bei der Depression), ziemlich unspezifische Symptome (vor Allem körperlich): häufig erstbehandlung medikamentös, da Erstkontakt mit Hausarzt stattfindet --> erhalten häufig keine fachspezifische Versorgung (Therapie) àwerden oft zu sog. »high utilizern« von Gesundheitseinrichtungen (nehmen alles in Anspruch) àbesonders hohe direkte und indirekte Kosten für das Gesundheitswesen

Card 83

Question

Welche vier Einflussfaktoren lassen sich bei der Entstehung einer GAS identifizieren? Was weißt du über diese Faktoren?

Answer

Welche vier Einflussfaktoren lassen sich bei der Entstehung einer GAS identifizieren? Was weißt du über diese Faktoren?
Genetisch

- Heritabilität wird auf 31,6% gschätzt

- Spezifität einer genetischen Komponente fraglich, hohe gemeinsamkeiten mit depressionsassoziierten Gen-Markern


Neurobiologische

à Veränderungen verschiedener Neurotransmittersysteme:

GABA, Serotonin, Noradrenalin à spiegelt sich in pharmakotherapie wider

- Erhöhte Aktivität in Gehrinregionen: Frontalkortex: Sorgen, Basalganglien: motorische Anspannung, Thalamus: Hypervigilianz, Temporallappen: autonome Veränderungen


Psychologische

Bedrohliche, negative Ereignisse; Erziehungsstil der Eltern: Vor allem Kontrolle und Überfürsorglichkeit; evtl. Bindungsstil (unsicher-ambivalent)

Funktionsmodelle der Sorgen

Vermeidungstheorie der Sorgen und der GAS: Sorgen verringern autonome erregung; Unterschiede in der Informationsverarbeitung: attention bias, interpretation bias, memory bias, geringe Problemorientierung, Inadäquate Problemlösung

 

Card 84

Question

Wie verläuft eine GAS, wenn sie nicht behandelt wird?
 

Answer

Wie verläuft eine GAS, wenn sie nicht behandelt wird?
zumeist chronisch und persistierend; nicht selten über ein Jahrzehnt oder länger; dabei: Schwankungen in der Symptomschwere; oft episodisch remittiert

Card 85

Question

Welche Diagnoseinstrumente stehen mir als Therapeut für die Abklärung einer GAS zur Verfügung?

 

Answer

Welche Diagnoseinstrumente stehen mir als Therapeut für die Abklärung einer GAS zur Verfügung?


Screening: »Anxiety Screening Questionnaire« (ASQ; Wittchen & Perkonigg, 1997); »Penn State Worry Questionnaire« (PSWQ; dtsch.: Stöber, 1995)

Card 86

Question

Wie behandle ich die GAS allgemein am besten? Wie sehen die Erfolgsquoten aus?


 

Answer

Wie behandle ich die GAS allgemein am besten? Wie sehen die Erfolgsquoten aus?


Behandlung: KVT (Beck und Wells): Erfolg katamnestisch stabil (im Vergleich zu Wartegruppen) allerdings: nur 40-60% wieder voll funktionsfähig und akzeptanzbasierte Verhaltenstherapie (70-80% Remissionsrate)

Card 87

Question

Welche fünf Behandlungsansätze lassen sich konkret unterscheiden? Erläutere eine genauer.

Answer

Welche fünf Behandlungsansätze lassen sich konkret unterscheiden? Erläutere eine genauer.
1. Sorgenexposition

  1. Psychoedukation
  2. Vermittlung der grundlegenden Therapieprinzipien
  3. Konfrontationsübungen (zunächst in sensu, dann ergänzend in vivo)
  4. Zu-Ende Denken konkreter Sorgern bis zum worst case; intensive bildhaft-imaginative Vorstellungen statt verbal; eigene Aufgaben als Hausaufgabe
  5. Rückfallprophylaxe
  6. neue Art, sich zu sorgen


2. Angewandte Entspannung (keine Ursachentherapie)
3. Kognitive Therapie (Wells und Beck)
4. Weitere Ansätze: Integrative Psychotherapie
5. Medikamentöse Behandlung

Card 88

Question

Warum sind nicht alle Gegenstände oder Ereignisse gleichermaßen geeignet, eine Phobie auszulösen? Warum haben wir in Deutschland übermäßig häufig Angst vor Spinnen, obwohl die hier lebenden uns nichts tun (außer im Schlaf Eier in unsere Ohren zu legen)?


 

Answer

Warum sind nicht alle Gegenstände oder Ereignisse gleichermaßen geeignet, eine Phobie auszulösen? Warum haben wir in Deutschland übermäßig häufig Angst vor Spinnen, obwohl die hier lebenden uns nichts tun (außer im Schlaf Eier in unsere Ohren zu legen)?


„Preparedness“-Annahme von Marks (1987) und Seligman (1971): leichtere Lernbarkeit bestimmter Reiz-Reaktions-Verbindungen durch biologische „Vorbereitung“ auf sie

Card 89

Question

Wie sieht das Störungsbild bei einer spezifischen Phobie aus? Zentrale Merkmale (aller) spezifischen Phobien?

Answer

Wie sieht das Störungsbild bei einer spezifischen Phobie aus? Zentrale Merkmale (aller) spezifischen Phobien?
vereinzelte Situationen oder Objekte werden gefürchtet; Ängste können so stark generalisieren, dass manchmal schon das gelesene Wort, z. B. »Spinne«, Angst auslöst
Angstreaktion sehr stark (Panikanfälle), deutliches Vermeidungsverhalten (oder unter Angst ertragen), wie gut gefürchtetes Objekt bzw. Situation im alltäglichen Leben vermieden werden können, bestimmt, wie stark die Phobie die Betroffenen einschränkt und damit, ob therapeutische Hilfe aufgesucht wird
obwohl es sehr viele Betroffene mit spezifischer Phobie gibt, suchen sehr wenige professionelle Hilfe

Diagnose kann nur mit genauem Blick auf Beeinträchtigung gestellt werden: Schwierigkeit abgrenzung auf Kontinuum Angst, starke Angst, Phobie

Card 90

Question

Was sind die häufigsten Auslöser für Phobien? Welche vier Untergruppen kann man unterscheiden?
 

Answer

Was sind die häufigsten Auslöser für Phobien? Welche vier Untergruppen kann man unterscheiden?
Tierphobien, Situationale Phobien, Phobie vor Naturereignisse, Verletzungsphobien (Blut-, Spritzen-, Zahnarztphobie) häufigste: Tiere, Höhen, enge Räume, Flugzeuge und Blut, Verletzungen, Spritzen)

Card 91

Question

Welche Leitsymptome unterscheidet das ICD-10 für die spezifische Phobie? Und welchen Diagnoseschlüssel erhalten Patienten?

Answer

Welche Leitsymptome unterscheidet das ICD-10 für die spezifische Phobie? Und welchen Diagnoseschlüssel erhalten Patienten?
F40.2 Leitsymptome:

1. psychische oder vegetative Symptome, die Ausdruck von Angst sind, und nicht auf Wahn oder Zwangsgedanken beruhen 2. Begrenzung der Angst auf ein bestimmtes Objekt oder eine Situation 3. Vermeidung der phobischen Situation, wenn möglich.

Card 92

Question

Welche epidemiologischen Fakten kennst du zu spezifischen Phobien?
 

Answer

Welche epidemiologischen Fakten kennst du zu spezifischen Phobien?
sehr häufig, in der EU 6,4 % 12-Monatsprävalenz (Wittchen & Jacobi), hohe unbehandelte Prävalenz; häufigste Störung bei Frauen; 42% komorbid andere Angststörung

Card 93

Question

Wie hängt die Remissionsrate der phobischen Störung mit der Anzahl der Phobien zusammen?
 

Answer

Wie hängt die Remissionsrate der phobischen Störung mit der Anzahl der Phobien zusammen?
die Remissionsrate ist kleiner, je mehr Störungen; 60% mit einer Angst und einer Phobie remittieren, nur 30% mit einer Phobie aber mehreren Ängsten

Card 94

Question

Wie lässt sich die Entstehung von Phobien erklären?
 

Answer

Wie lässt sich die Entstehung von Phobien erklären?
Biologie: phylogenetische Disposition, da sinnvoller Schutzmechanismus: in Kombination mit individueller Lerngenese können Phobien entstehen, Vulnerabilitäts-Stress-Modell: Behavioural Inhibition, Erziehungsstil und kognitive Stile; klassisches und operantes Konditionieren, Zwei-Faktoren-Theorie von Mowrer, Angst durch Instruktionslernen, Preparedness

Card 95

Question

Erkläre die Zwei-Faktoren-Theorie von Mowrer genowrer.
 

Answer

Erkläre die Zwei-Faktoren-Theorie von Mowrer genowrer.
Annahme Mowrers: bei Phobien ursprünglich neutrale Reize aufgrund traumatischer Ereignisse mit einem zentralen motivationalen Angstzustand assoziiert (klassische Konditionierung) Die darauf folgende Vermeidung dieser Reize führt dazu, dass dieser unangenehmen Zustandes abgebaut wird, wodurch das Vermeidungsverhsalten negativ verstärkt wird (operante Konditionierung).

Card 96

Question

Welche Behandlungsform würdet ihr für die Behandlungen einer spezifischen Phobie wählen und warum? Wie gestaltet ihr die Therapie? Erklärt das Verfahren an einem selbstgewählten Beispiel.

 

Answer

Welche Behandlungsform würdet ihr für die Behandlungen einer spezifischen Phobie wählen und warum? Wie gestaltet ihr die Therapie? Erklärt das Verfahren an einem selbstgewählten Beispiel.

Kombination aus Konfrontation und Modelllernen

Zuerst: Kognitive Vorbereitung: Verhaltensanalyse (katastrophale Befürchtungen eruieren); Dysfunktionale Überzeugungen erfassen und mittels eines sokratischen Dialogs hinterfragen; Rolle des Vermeidungsverhaltens verdeutlichen; Psychoedukation: Konfrontationsbehandlung, Exposition


Konfrontation in vivo in verschiedenen Situationen à evtl. zuvor Angsthierarchie + Modelllernen: Demonstrieren wie mit Tier umgegangen werden soll;

Bei graduiertem Vorgehen mit geringster Intensität einsteigen: Angstlevel auf Skala von 1-10 erfragen; in der Situation bleiben bis Habituierung eintritt; dann in nächste Situation gehen

 z.B. Spinne: erst einfangen: hierbei: genau im Glas beschreiben, dann anfassen, dann krabbeln lassen, dann auf Bein laufen lassen; unterschiedlich große Spinnen verwenden

Card 97

Question

Wie steht ihr zur Virtual Reality Exposure Therapy bei der Behandlung von Phobien?
 

Answer

Wie steht ihr zur Virtual Reality Exposure Therapy bei der Behandlung von Phobien?
kostengünstig, sicherer Rahmen, Brückenfunktion, individualisierte Möglichkeiten; aber unsicher ob es genauso gut hilft

Card 98

Question

Was ist der Return of Fear? Wie kann und sollte man ihn verhindern?

Answer

Was ist der Return of Fear? Wie kann und sollte man ihn verhindern?
Rückfall, kann passieren, wenn der Kontext der Reize sich ändert -> Rückfallprophylaxe

Beobachtung: Wenn Extinktion in einer Situation / Kontext eintritt, können die Reize in einer neuen Umgebung / Kontext erneut Angst auslösen

-> Kontext hat Einfluss auf Rückfälle

Card 99

Question

Eine verhaltenstherapeutische Theorie nimmt die Äquipotentialität aller Reize durch klassisches Konditionieren bei spezifischen Phobien an. Diese Annahme wird durch allerdings durch den Befund kulturübergreifender ähnlicher angstauslösender Reize entkräftet.

o Wie nennt man diese kritisierte Theorie? (1 Punkt)

o Welcher Ansatz erklärt den entsprechenden Befund besser? Wie nennt man diese Theorie und erklären Sie sie an einem Beispiel (3 Punkte)

Answer

Eine verhaltenstherapeutische Theorie nimmt die Äquipotentialität aller Reize durch klassisches Konditionieren bei spezifischen Phobien an. Diese Annahme wird durch allerdings durch den Befund kulturübergreifender ähnlicher angstauslösender Reize entkräftet.

o Wie nennt man diese kritisierte Theorie? (1 Punkt)

o Welcher Ansatz erklärt den entsprechenden Befund besser? Wie nennt man diese Theorie und erklären Sie sie an einem Beispiel (3 Punkte)

Card 100

Question

Wiederkehrende Gedanken sind ein Kernmerkmal der Generalisierten Angststörung. Sie treten allerdings auch bei anderen Störungen auf. Von welchen Störungsbildern müssen diese wiederkehrenden Gedanken differenzialdiagnostisch abgegrenzt werden und erklären Sie kurz worin diese sich dann voneinander unterscheiden. (4 Punkte

Answer

Wiederkehrende Gedanken sind ein Kernmerkmal der Generalisierten Angststörung. Sie treten allerdings auch bei anderen Störungen auf. Von welchen Störungsbildern müssen diese wiederkehrenden Gedanken differenzialdiagnostisch abgegrenzt werden und erklären Sie kurz worin diese sich dann voneinander unterscheiden. (4 Punkte

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