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Psychologische Intervention

Discover Psychologische Intervention : 144 flashcards with questions and answers.

Subject
Humanities / Psychology
Language of creation
German
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Cards in this set

Card 21

Question

Kennwerte zur Beschreibung kategorialer Vergleiche epidemiologischer Daten - Basisrate

Answer

Basisrate 

= Prävalenzrate 

  • Häufigkeit des Auftretens eine Störung 
  • beeinflusst epidemiol. Kennwerte massiv (z.B. HIV Test) 

Card 22

Question

Kennwerte zur Beschreibung kategorialer Vergleiche epidemiologischer Daten - Selektionsrate 

Answer

= Selektivität der Einschlusskriterien

  • Anteil der Ausgewählten mit Risiko/ best. Störung/ Erkrankung (kann von Basisrate abweichen) 
  • kann Generalisierbarkeit einschränken 

Card 23

Question

Kennwerte zur Beschreibung kategorialer Vergleiche epidemiologischer Daten - Relatives Risiko 

Answer

Relatives Risiko 

  • Quotient zweier Inzidenzen 
  • Gruppe der Exponierten (Risikofaktor vorh.) und der Erkrankten 
    • Vgl. von Inzidenz dissozialer Kinder mit ADHS & Inzidenz dissozialer Kinder ohne ADHS 
  • RR > 1
    • Risiko für  Krankheit in exponierter Gruppe höher als in nicht-exponierter 
  • RR = 1
    • Risiko in beiden Gr. gleich 
  • RR < 1
    • Risiko in exponierter Gruppe niedriger als in nicht-exponierter 

Card 24

Question

Kennwerte zur Beschreibung kategorialer Vergleiche epidemiologischer Daten - Odds Ratio 

Answer

Odds Ratio 

  • bezieht sich auf Quoten und nicht auf Wkt. wie Rel. Risiko 
  • Vergleicht 2 Chancen miteinander => Chancenverhältnis 

 

(krank & Risiko : Nicht-krank & Risiko) : (krank & kein Risiko : nicht-krank & kein Risiko) 

Card 25

Question

Fünf Zentrale Bedingungen der wissenschaftlichen Fundierung psychologischer Interventionen [5]

Answer

Fünf Zentrale Bedingungen der wissenschaftlichen Fundierung psychologischer Interventionen

  1. Empirische und normative Legitimation (Indikation)
    1. Intervention überhaupt nötig? 
  2. Veränderungstheoretische Fundierung (grundlegende Annahmen über menschliche Veränderungsprozesse)
    1. Wissen über Natur & Verlauf von Entw.- und Veränderungsprozessen (Spontanremissionen, Dauer usw.) 
    2. Was passiert wenn wir nichts tun? 
  3. Formulierung einer Programmtheorie (Begründung der Interventionsinhalte)
    1. Was verändern? 
    2. Informationsquellen (Rahmenmodelle, Entwicklungspfadmodelle, Ätiologiemodelle usw.) 
  4. Explikation einer Interventionstheorie (Praktische Fundierung zielgerichteten professionellen Handelns)
    1. Wie verändern? 
    2. Pädagogisches Grundwissen (Methodik & Didaktik) 
    3. Durchführungs- und Implementationsparameter
    4. Praktische Erfahrungen (unsystematisch, systematisch)
  5. Empirische und praktische Bewährung (systematische Evaluation)
    1. praktische Bewährung: unter realen Versorgungsbedingungen 

Card 26

Question

Modell zur wissenschaftlichen Fundierung von Präventions- und Interventionsmaßnahmen (Beelmann, 2012) 

  1. Legitimation der Maßnahmen (Übersicht) 

Answer

1. Legitimation 

  • Gibt es ein Problem?
    • d.h. definierter, empirisch abgesicherter Ist-Zustand --> hin zu definiertem Soll-Zustand?
  • ausreichend gesicherte Entwicklungsprognosen mgl.? Was passiert ohne Intervention?  
    • Spontanremissionen
    • langfr. Folgen
  • Psychologische Interventionen oder bessere Alternativen? 
  • Welche Art psych. Interventionen sind indiziert? (Präven., Thera, Reha) 
  • empirische & normative Begründung 

Card 27

Question

Modell zur wissenschaftlichen Fundierung von Präventions- und Interventionsmaßnahmen (Beelmann, 2012) 

1. Legitimation der Maßnahmen 

1.1 Problemdefinition 

3 Begründungsansätze

 

Answer

Interventionsanlässe/ Allgemeine Indikation vorhanden? 

3 Begründungsansätze:

  1. Häufigkeit, Schwere, Dauer und Folgen des Problems
    1. Inzidenz und Prävalenz 
    2. Folgenabschätzung (Lebensqualität, Eigen- & Fremdgefährdung)
  2. Normative (gesellschaftliche) Gewichtung des Problems
    1. Kosten, Gefährdungsabschätzung
  3. Individuelle und kollektive Eingriffsintensität
    1. ​Widerspruch zu Normen z.B. Einschränkungen der Freiheit

 

Card 28

Question

Modell zur wissenschaftlichen Fundierung von Präventions- und Interventionsmaßnahmen (Beelmann, 2012) 

1. Legitimation der Maßnahmen 

1.1 Problemdefinition

1.2 Entwicklungsprognosen  

Answer

1.2 Entwicklungsprognosen 

  • Was passiert ohne (psych.) Intervention? 
  • Begründeter Zsh. muss vorliegen
  • meist Reaktion auf Entw., weil oft nicht vorhersagbar --> geringe Legitimation 
  • Therapie: bei normativer Remission keine Legitimation 
  • Legitimation gegeben, wenn progrediente Verschlechterung ohne Intervention 

Card 29

Question

Was spricht für eine psychologische Intervention? (Voraussetzungen/ Legitimierung psycholog. Interventionen) 

Answer

Was spricht für eine psychologische Intervention?

  • Problem ist psychologischer Natur
  • Beteiligung psychologischer Prozesse an Ätiologie 
  • psychologische Merkmale sollen verändert werden 
  • Veränderung mit psychologischen Mitteln 
  • besser als vorh. Interventionen? (z.B. medizinische oder politische Interventionen)

Card 30

Question

Welche 3 Arten von Interventionen werden unterschieden? 

Welche Zielgruppen sollen diese adressieren?

Answer

  1. Prävention     --> Normalbevölkerung oder Risikogruppen 
  2. Therapie        --> Personen mit akuten Problemen oder Störungen 
  3. Rehabilitation --> Personen mit chronischen Problemen/ Leidne 

Card 31

Question

Arten und Zielgruppen der Prävention [3, 1 Überkategorie]

 

Answer

  1. Universell  --> Alle 
  2. Selektiv     --> Personen mit erhöhtem Risiko 
  3. Indiziert     --> Personen mit beginnenden Problemen oder Vorläuferproblemen

​​                             2. & 3. ==> Gezielte Prävention (targeted prevention)

Card 32

Question

Zielgruppen und Eingriffsintensität versch. Interventionen [Pyramide]

Answer

Card 33

Question

Vor- und Nachteile verschiedener Interventionsstrategien - Universelle Prävention

Answer

Universelle Prävention 

 

Vorteile

  • alle potenziell gefährdeten werden erreicht 
  • rel. geringe Eingriffsintensität 
  • geringe Stigmatisierungseffekte
  • frühe Reaktion auf Probleme 
  • große Öffentlichkeitswirkung 

Nachteile

  • Gute Entwicklungsprognosen nötig 
  • Kostenintensiv (weil viele Personen)
  • Großer Anteil der ZG hat Intervention nicht nötig
  • Gefahr einer Pathologisierung der Bevölkerung (Stigmatisierung der Gesunden) 
  • Schwer, alle zu erreichen 
  • geringe mittlere Effekte

Card 34

Question

Vor- und Nachteile verschiedener Interventionsstrategien - Gezielte Prävention

Answer

Gezielte Prävention

Vorteile

  • Zuschnitt auf bedürftige Gruppen 
  • spezifischere Hilfen mgl.
  • rel. preiswert
  • insg. durchschn. höhere Effekte 

Nachteile 

  • rel. späte Hilfen 
  • Differenzierte Erkenntnisse über über Risikofaktoren & Entstehungsbedingungen nötig
  • zuverlässige Auswahlprozeduren (Screeningverf.) nötig
  • mgl. Stigmatisierungseffekte 
  • hohe Eingriffsintensität und z.T. hoher Aufwand 
  • Implementationsprobleme (Abbruchraten, Selektive Inanspruchnahme)

Card 35

Question

Legitimation - a priori Entscheidungskriterien bei Indikationsfragen für psych. Interventionen [6]

  • Entscheidung treffen, was bei wem indiziert ist (universell/ gezielt) 

Answer

  1. Güte der vorh. Therapieverfahren (bei guten Therapieverfahren --> geringe Notwendigkeit für Prävention 
  2. Entwicklungsprognose 
  3. Häufigkeit des Problems (je häufiger --> universelle)
  4. Schwere des Problems (je schwerer --> universelle)
  5. Selektier- und Erreichbarkeit des Klientels (je schwieriger --> universelle)
  6. Umsetzbarkeit (je schwieriger logistischen Rahmenbedingungen --> gezielte Prävention)

Card 36

Question

Globalziele psychologischer Interventionen [3]

Answer

Globalziele psychologischer Interventionen

  1. Verhinderung/ Heilung/ Linderung von Problemen und Störungen
  2. Entwicklungs- und Persönlichkeitsförderung
    1. Grundlegende Veränderungen des menschlichen Verhaltens und Erlebens
  3. Steigerung der Lebensqualität
    1. Förderung des alltäglichen Wohlbefindens

Card 37

Question

Analyse von Interventionszielen

  • 2 Dimensionen 

Answer

Dimensionen von Interventionszielen 

  1. normativ-ethische (präskriptive Dimension)
    1. "Soll-Sätze" 
    2. nicht wissensch. oder logisch begründbar 
    3. z.B. "Menschen sollten möglichst wenig Leid erfahren" 
  2. Empirisch-deskriptive (technologische Dimension)
    1. "Seins-Sätze" 
    2. sind emp. Untersuchung prinzipiell zugänglich 
    3. Zusammenhänge zwischen Variablen: "Ein Hohes Maß an erfahrenem Leid erhöht die Wahrscheinlichkeit für psychische Krankheiten"

Card 38

Question

Kritik von Interventionszielen

  • Dimensionen der Zielkritik [3]

Answer

Kritik von Interventionszielen

  1. Verwirklichungsmöglichkeiten
    1. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, die festgelegten Ziele zu erreichen?
  2. Verwirklichungsfolgen
    1. Was bedeutet die Zielerreichung für die Zielgruppe und relevante Dritte? Was folgt für die Gesellschaft?
  3. Zielkonflikte
    1. Widersprüche in der Zielsetzung? Welche Nebenwirkungen treten auf?

Card 39

Question

Empirische und normative Begründung von Zielen und Mitteln

  • Welche Faktoren müssen dabei berücksichtigt werden? 

Answer

Empirische Begründung von Zielen

  • Grundsätzliche Veränderbarkeit der Zielvariablen
  • Nebenwirkungen/ Folgen bei Zielerreichung?

Normative Begründung von Zielen und Mitteln

  • Eingriffsintensität? (bspw. Fixierung psych. Kranker/ Lobotomien usw.) 
  • Welche Normen und Werte liegen hinter den Interventionszielen?
    • ethische Legitimation psychologischen Handelns 
  • Orientierung an Grundgesetz und allgemeinen Menschenrechten 

 

 

Card 40

Question

2 Arten von Veränderungstheoretischen Konzepten

  • 4 bzw. 5 Beispiele für jedes Konzept 

Answer

Ontogenetische Konzepte (langfristige Veränderung im entwicklungs-/ Lebensverlauf)

  • Transaktionales Entwicklungsmodelle
  • Entwicklungskontexte nach Bronfenbrenner
  • Natürliche Veränderungsphasen in Entwicklung
  • allg. Entwicklungsprinzipien 

Aktualgenetische Konzepte (kurzzeitige, situative Veränderung)

  • Vygotskys Zone der nächsten Entwicklung
  • Lernen, Infoverarbeitung, Handlungsregulation
  • aktualgenetische Veränderungsmodelle
  • Lösungsversuche
  • Weitere aktualgenetische Aspekte

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