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Psychologische Intervention

Discover Psychologische Intervention : 144 flashcards with questions and answers.

Subject
Humanities / Psychology
Language of creation
German
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Cards in this set

Card 41

Question

Warum sind entwicklungspsychologische Erkenntnisse wichtig für die Gestaltung, Durchführung und Bewertung von psychologischen Interventionen?

Answer

  • Gegenstand der EWPSY ist u.a. die intraindividuelle Veränderung über die Zeit 
    • psychologische Intervention hat intraindividuelle Veränderung als Ziel
    • Allgemeine und spezifische Entwicklungstheorien & Konzepte 
    • Erkenntnisse aus Entwicklungspsychopathologie
      • Ätiologie psych. Probleme in Entwicklungsverlauf 

Card 42

Question

Menschliche Veränderungsprinzipien (EWPSY) [11]

  • nennen, später alle im Detail 

Answer

Menschliche Veränderungsprinzipien

  1. Transaktionales Entwicklungsgeschehen
    1. ​dynamische, multidirektionale Zusammenhänge 
  2. Menschliche Ökologie/ Entwicklungskontexte
    1. ​Bronfenbrenner
  3. Multikausalität 
  4. Äquifinalität/ Multifinalität 
  5. Verhältnis von Risiko zu Protektion
    1. ​Anzahl Schutz- & Risikofaktoren
  6. Relativität von Risiko und Protektion
    1. je nach soz. Kontext kann ein Risiko- ein Schutzfaktor sein und vice versa
  7. Kumulative Effekte
    1. ​z.B. Kumulatives Defizit
  8. Individualität der Entwicklung
    1. ​große Variabilität/ Heterogenität
  9. Vorübergehende Natur von Problemen
    1. ​Dys-Synchronizitäten in Entwicklung
  10. Heterotypische Kontinuität
    1. Probleme persistieren, äußern sich aber anders  
  11. Sensible Entwicklungsphasen und Entwicklungsaufgaben 
     

Card 43

Question

Ontogenese - Transaktionale Entwicklungsmodelle (Weiterentw. von Beelmann) 

Answer

Biologische Regulationssysteme 

  • direkte biologische Einflüsse nehmen von Geburt an ab
  • wichtig zu best. Phasen (Pubertät/ Menopause) 

Soziale Regulationssysteme

  • anfangs v.a. Familie, dann außerfamiliär 

Selbstregulationssysteme

  • potenziell wachsende Bedeutung von Selbstregulation im Entw.verlauf 
  • Person wird immer stärker Agent der eigenen Entwicklung

Kritik:

  • keine dauerhaften, kumulativen Einflüsse auf Interaktion mit Umwelt ==> Weiterentwicklung Kaskadenmodelle 

 

Card 44

Question

Transaktionale Entwicklungsmodelle - Implikationen für Psychologische Intervention [3]

Answer

Implikationen für Psychologische Intervention 

  1. Wechselnde Umwelten je Entwicklungsstand 
    1. Zielkontext ändert sich mit EW 
    2. damit auch der optimale EW-Kontext für Interventionen 
  2. Zunehmende Bedeutung Selbstregulativer Fähigkeiten 
    1. d.h. psych. Variablen gewinnen an Bedeutung 
  3. Dynamisches Zusammenspiel erfordert Überlegungen zur Passung zwischen Mensch und Umwelt 

Card 45

Question

Entwicklungskontexte nach Bronfenbrenner

  • Systemebenen 
  • Zentrale Aussagen 

Answer

Entwicklungskontexte nach Bronfenbrenner

Systemebenen

  1. Mikro-
  2. Meso-
  3. Exo-
  4. Makro-
  5. Chrono-

Zentrale Aussagen 

  • Menschl. EW kann nicht losgelöst vom ökologischen Kontext betrachtet werden 
  • Der ökologische Kontext kann in o.g. Systemebenen beschrieben werden 
  • höherwertige Kontexte (Makro-) haben latenten Einfluss auf individuelle Kontexte 
    • bspw. Veränderung des Makrokontext --> Veränderung aller darunterliegender Systeme 
    • Missbrauch oder schlechte Arbeitsbedingungen --> Mesosystem ==> keine Veränderung allein im Mikrosystem mgl.
  • Individuelle Kontexte sind an der Konstitution höherwertiger beteiligt 
  • Wechsel des EW-Kontexts --> ökologische Übergänge 

 

Card 46

Question

Bronfenbrenners Ökologische Systemtheorie - Implikationen für Psychologische Intervention 

Answer

Implikationen für Psychologische Intervention 

  • Menschliches Verhalten & Erleben nur im natürlichen Entwicklungskontext verständlich & darin veränderbar 
    • keine kontextfreie Intervention mgl. 
  • Fokussierung von Interventionen auf aktuell wirksamen ökologischen Kontext 
  • Interventionen in Makrosystem haben latenten Einfluss auf Verhalten & Erleben eines Individuums
  • Interventionen in Meso- und Mikrokontext haben direkten Einfluss auf Verhalten & Erleben eines Individuums (können sich überlagern) 
    • z.B.: Starker Zusammenhang zwischen Einkommensungleichheit und Lebenszufriedenheit (Wirkung Makro- auf Mikrosystem)
      • Intervention auf Mikrosystemebene hier nicht vorrangig angebracht 
  • Veränderung des Makrokontexts --> große Zielpopulationen erreichen
  • Bedeutung von Entwicklungsübergängen als Zeitpunkte der Intervention (höhere Sensibilität für Veränderungen) 

Card 47

Question

Menschliche Veränderungsprinzipien - Multikausalität: Bio-psycho-soziale Regulation

  • Welche Arten von Risiko- und Schutzfaktoren unterscheidet man? [3]

Answer

  1. Biologisch
    1. genetische Prädispo
    2. Geschlecht 
    3. bio-physiol. Parameter (Cortisol- & Adrenalinausschüttung) 
    4. Strukturelle Besonderheiten ZNS 

==> nicht leicht veränderbar 

  1. Psychologisch
    1. Impulsivität
    2. Hyperaktivität
    3. Soziale Kompetenz & Informationsverarbeitung
    4. Intelligenz, Wissen 
    5. Selbstwirksamkeit
  2. Sozial 
    1. niedriger SöS
    2. geringe Erziehungskompetenzen & Psychopathologie der Eltern
    3. chronische Familienkonflikte 
    4. emotional befriedigende & unterstützende soziale Beziehungen
    5. Merkmale der Wohnumgebung & sozialen Settings (Integration/ Desintegration)
    6. kritische Lebensereignisse

==> Ursachenkombination! 

Card 48

Question

Menschliche Veränderungsprinzipien - Verhältnis von Risiko zu Protektion

Schutz-/ Kompensationsmodell 

 

Answer

Verhältnis von Risiko zu Protektion

  • Anzahl und Gewichtung von Risiko- und Schutzfaktoren entscheidend 
  • Verhältnis bestimmt gesunde oder problematische EW 

==> Konsequenz für Intervention: Risikofaktoren abmildern/ abbauen oder Schutzfaktoren aufbauen

Card 49

Question

Risiko- und Schutzfaktoren - Definition

  • 2 Formen von Risiko- und Schutzfaktoren nennen 

Answer

Allgemein --> dynamisch wirksame Entwicklungsfaktoren, die das Risiko einer Fehlentwicklung erhöhen bzw. kompensieren 

Risikofaktoren

  • Merkmale, die mit Indikatoren der Fehlanpassung kausal verknüpft sind 
  • Nachweis meist über korrelative Zsh. die längsschnittlich abgesichert werden  
  1. Personale Risikofaktoren (Vulnerabilität) 
  2. Soziale Risikofaktoren (Stressoren, Belastungen) 

Schutzfaktoren 

  • Merkmale, die die Wirkung eines Risikofaktors abpuffern
  • d.h. unter Risiko/Belastung ein (relativ) normales Funktionsniveau gewährleisten
  • Ohne Belastung ist die Wirkung auf Anpassungsleistung rel. gering 
    • Schutzfaktoren sind keine inversen Risikofaktoren! 
  1. Personale Schutzfaktoren (z.B. Resilienz, Invulnerabilität, persönliche Ressourcen)
  2. Soziale Schutzfaktoren (soziale Ressourcen) 

 

Card 50

Question

Prinzipien der Entstehung von Entwicklungsproblemen - Entwicklungspsychopathologie 

Welche 2 Faktoren liegen laut der Entwicklungspsychopathologie der Ursache von Problemen zugrunde ?

Answer

Fehlentwicklungen --> Resultat eines ungünstigen Verhältnisses zw. Risikofaktoren (Vulnerabilität & Belastung) und Schutzfaktoren (Resilienz & Ressourcen) 

Verhaltensprobleme --> Resultat komplex zusammenwirkender Faktoren (Anzahl & Stärke des Zusammenhangs) im Entwicklungsverlauf 

  • Kombination und Kumulation 

 

Card 51

Question

Weitere Menschliche Veränderungsprinzipien - Individualität des Entwicklungsgeschehens 

  • kurz erläutern 

Answer

  • hohe Variabilität und Heterogenität/ Differenzialität von Entwicklungsverläufen

Card 52

Question

Weitere Menschliche Veränderungsprinzipien - Vorübergehende Natur von Entwicklungsproblemen

  • kurz erläutern 

Answer

  • Viele Entwicklungsprobleme sind vorübergehende Phasen
  • Faustregel zur Dauer: Mindestens 6 Monate

Card 53

Question

Weitere Menschliche Veränderungsprinzipien - Heterotypische Kontinuität 

  • kurz erläutern 

Answer

Heterotypische Kontinuität

  • Dauerhafte Entwicklungsprobleme zeigen sich oft unterschiedlich im Entwicklungsverlauf (z.B. oppositionelles Verhalten im Vorschulalter, Gewaltprobleme/ Delinquenz im Jugendalter)

Card 54

Question

Weitere Menschliche Veränderungsprinzipien - Sensible Phasen/ Entwicklungsaufgaben  

  • kurz erläutern 

Answer

Sensible Phasen

  • Phasen erhöhter Ansprechbarkeit gegenüber Außenanregungen
  • korrespondieren i.d.R. mit best. Entwicklungsaufgaben 

Card 55

Question

Veränderungsphasen in der Entwicklung (Ontogenese)

Welche Veränderungsphasen in der Entwicklung gibt es?

Answer

  1. Natürliche Entwicklung des Zielmerkmals
    1. an Entwicklungsübergängen guter Ansatzpunkt für Interventionen 
  2. Entwicklungsaufgaben – kritische Lebensereignisse
    1. Bewältigungsanforderungen im Lebenslauf, die die natürliche Umwelt an Menschen stellt, oder die biologische EW des Menschen verursacht
    2. Normativ (Pubertät) oder nicht-normativ (Tod eines Partners im Frühen Alter)
    3. z.B. Einschulung, Pubertät, erste Beziehung/ sexuelle Erfahrungen 
  3. Sensible oder kritische Perioden:
    1. Phasen der (biologisch bedingten) erhöhten Ansprechbarkeit gegenüber Außenanregungen

Card 56

Question

Theorie zur Entstehung von Entwicklungsproblemen - Problem Behavior Theory (Jessor, 2016)

  • (angelehnt an Risiko- und Kompensationsmodell) 

Answer

Risikoverhalten und problematischer Lebensstil

  • Folge des Verhältnisses von Risiko- und Schutzfaktoren in den Bereichen:
    • Biologie/ Genetik 
    • Distale Soziale Umwelt 
    • Proximal wahrgenommene Umwelt 
    • Persönlichkeitsfaktoren 
    • aktuellem Verhalten 
  • Folgen in untersch. Domänen:
    • Gesundheit 
    • Persönliche EW 
    • Vorbereitung auf Erw.alter 
    • Berufliche Karriere 
  • Im Zentrum steht Funktionalität des Problemverhaltens 

Card 57

Question

Sensible Phasen - Implikationen für die psychologische Intervention

Welche Implikationen kann man aus sensiblen Entwicklungsphasen für die Interventionen ableiten? [9]

Answer

  1. ohne Kenntnis normaler & psychopath. Entwicklungsprozesse kaum gezielte Intervention mgl.
  2. Risikoprinzip: Orientierung von Interv. am Ausmaß der Risikobelastung/ Fehlen v. Schutzfaktoren 
    1. bzgl. Indikation & Intensität der Interv. 
  3. Stärkerer Bezug von Interv. zu grundsätzlichen EW-Dynamiken als singulären Ursache-Wirkungs-Zsh. 
  4. Inhaltliche Orientierung an Risiko-/ oder protektiven Prozessen mgl. 
    1. heuristisch sinnvoller --> Orient. an Protektiven Faktoren 
  5. Terminierung auf besondere Phasen der EW 
  6. Bedürfnisprinzip: enge Verschränkung der Inhalte & Ziele der Interv. mit Defiziten & Bedürfnissen der Klienten 
  7. Hohe Bedeutung einer optimalen zeitlichen Passung von Interventionseinflüssen und natürlichen Entwicklungsprozessen  
  8. Ansprechbarkeitsprinzip: Zuordnung der Interv. zur Entwicklungszeitachse (Zeitpunkt, Dauer und Intensität) 
  9. windows of opportunities: psych. Interv. besonders wirksam, wenn best. EW-Prozesse ohnehin stattfinden 

Card 58

Question

Aktualgenese - Vygotskys Zonen der nächsten Entwicklung 

  • Grundannahme
  • Implikationen [3]

Answer

Vygotskys Zonen der nächsten Entwicklung 

Grundannahme

  • Lernen/ Entwicklung durch Interaktion & Kommunikation mit einem kompetenten Partner, der sich in der Zone der nächsten EW befindet 
  • Prinzip der dosierten Abweichung vom Status quo (aktueller EW-Stand)  
    • ​Interaktion mit Partner auf zu hoher/ niedriger EW-Stufe --> nicht EW-förderlich 

Implikationen 

  1. menschl. EW ist an soziale Interaktion & Kommunikation gebunden (Grundmethoden der psych. Interv.) 
  2. Analyse des EW-Standes (status quo) von zentraler Bedeutung für Planung & Durchführung von Interv. (Prinzip der Ressourcenorientierung) 
  3. Aus Konzept der Zone der nächsten EW kann Interventionsprinzip der dosierten Abweichung vom status quo abgeleitet werden 

Card 59

Question

Aktualgenese - Prinzipien menschlicher Informationsverarbeitung (Neisser, 1969) [2]

 

Answer

Prinzipien menschlicher Informationsverarbeitung

  • gliedern sich in 2 grundlegende Prozesse 
    1. Neuartigkeit 
    2. Automatisierung (Lernen) 
  • für das Lernen/ Automatisierung sind Wiederholung & Übung entscheidend 

Card 60

Question

Aktualgenese - Basale Lernprinzipien (v.a. Bandura, 1977)

Answer

Basale Lernprinzipien

Menschliches Lernen anhand versch. Lernarten (Lernprozessen) zu konzeptualisieren:

  • Klassische Konditionierung 
  • Operante Konditionierung 
  • Modellernen 

==> Interventionen müssen lerntheoretisch fundiert sein für max. Erfolgsaussichten 

==> Zudem Beachtung untersch. Lernstile (visuell, handlungsorientiert) 

  

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