Welche Arten von Nutzungsplänen existieren? Welche Zonenarten werden darin unterschieden?
Answer
Rahmennutzungsplan: Nutzungsrechtliche Grundordnung für das gesamte Gemeindegebiet. Folgende Zonen werden darin unterschieden: Bauzone, Landwirtschaftszone, Schutzzone.
Sondernutzungsplan: Funktion, die nutzungsmässige Grundordnung zu ergänzen oder zu überlagern (Baulinienplan, Gestaltungsplan, Quartierplan, Überbauungsordnung).
Card 22
Question
Wann kann Land einer Bauzone neu zugewiesen werden?
Answer
Das Land kann neu zugewiesen werden, wenn (Art. 15 IV RPG):
a. es sich für die Überbauung eignet;
b. es auch im Fall einer konsequenten Mobilisierung der inneren Nutzungsreserven in den bestehenden Bauzonen voraussichtlich innerhalb von 15 Jahren benötigt, erschlossen und überbaut wird;
c. Kulturland damit nicht zerstückelt wird;
d. seine Verfügbarkeit rechtlich sichergestellt ist; und
e. damit die Vorgaben des Richtplans umgesetzt werden.
Card 23
Question
Welches Land kann der Landwirschaftszone zugewiesen werden?
Answer
Art. 16 RPG:
Sie umfassen Land, das:
a. sich für die landwirtschaftliche Bewirtschaftung oder den produzierenden Gartenbau eignet und zur Erfüllung der verschiedenen Aufgaben der Landwirtschaft benötigt wird; oder
b. im Gesamtinteresse landwirtschaftlich bewirtschaftet werden soll.
Card 24
Question
Wann ist das Kriterium der Eignung bei Landwirtschaftszonen erfüllt?
Answer
Prüfung von Faktoren wie Bodenqualität, Geländeform, Klimaverhältnisse.
Das Land söll rationell, wenn möglich maschinell, bewirtschaftet werden.
Produktmodell: Die landwirtschaftliche Bewirtschaftung umfasst die Erzeugung von pflanzlichen und tierischen Produkten unabhängig davon, ob dies bodenabhängig oder bodenunabhängig geschieht.
Card 25
Question
Wann sind Bauten und Anlagen in der Landwirtschaftszone zonenkonform?
Answer
Vgl. Art. 16a RPG und Art. 34 ff. RPV:
Bauten und Anlagen, die zur landwirtschaftlichen Bewirtschaftung oder für den produzierenden Gartenbau nötig sind (Abs. 1).
Bauten und Anlagen, die zur Gewinnung von Energie aus Biomasse oder für damit im Zusammenhang stehende Kompostanlagen nötig sind. Voraussetzung: Enger Bezug zur Landwirtschaft sowie zum Standortbetrieb (Abs. 1bis).
Bauten und Anlagen, die der inneren Aufstockung eines landwirtschaftlichen oder eines dem produzierenden Gartenbau zugehörigen Betriebs dienen (Abs. 2).
Bauten und Anlagen, die über eine innere Aufstockung hinausgehen (Abs. 3), sofern vom Kanton in einem Planungsverfahren freigegeben wurden.
Card 26
Question
Was bedeutet Landwirtschaft i.S.d. RPG?
Answer
Definition in Art. 34 RPV (in Anlehnung an Art. 3 LwG):
Produktion verwertbarer Erzeugnisse aus Pflanzenbau und Nutztierhaltung (d.h. bodenabhängig als auch bodenunabhängig).
Bewirtschaftung naturnaher Flächen.
Card 27
Question
Was bedeutet "innere Aufstockung" bei der Prüfung der Zonenkonformität von Landwirtschaftszonen im Zusammenhang mit der Tierhaltung?
Answer
Art. 36 RPV (für Tierhaltung):
Als innere Aufstockung (Art. 16a Abs. 2 RPG) gilt die Errichtung von Bauten und Anlagen für die bodenunabhängige Tierhaltung, wenn:
a. der Deckungsbeitrag der bodenunabhängigen Produktion kleiner ist als jener der bodenabhängigen Produktion; oder
b. das Trockensubstanzpotenzial des Pflanzenbaus einem Anteil von mindestens 70 Prozent des Trockensubstanzbedarfs des Tierbestandes entspricht.
Card 28
Question
Was bedeutet "innere Aufstockung" bei der Prüfung der Zonenkonformität von Landwirtschaftszonen im Zusammenhang mit dem Gemüseanbau/produzierenden Gartenbau?
Answer
Art. 37 RPV:
Als innere Aufstockung (Art. 16a Abs. 2 RPG) gilt die Errichtung von Bauten und Anlagen für den bodenunabhängigen Gemüse- und Gartenbau, wenn die bodenunabhängig bewirtschaftete Fläche 35 % der gemüse- oder gartenbaulichen Anbaufläche des Betriebs nicht übersteigt und nicht mehr als 5000 m2 beträgt.
Card 29
Question
Wie beurteilt sich, ob Wohnbauten in der Landwirtschaftszone zonenkonform sind?
Answer
Art. 34 III RPV:
Zonenkonform sind schliesslich Bauten für den Wohnbedarf, der für den Betrieb des entsprechenden landwirtschaftlichen Gewerbes unentbehrlich ist, einschliesslich des Wohnbedarfs der abtretenden Generation.
BGer: Anwendung objektiver Kriterien aufgrund einer gesamthaften, mehr an qualitativen denn an quantitativen Faktoren anknüpfenden Betrachtungsweise. Eigenständiges Kriterium: Distanz zur nächstgelegenen Wohnzone bzw. Zumutbarkeit eines Standortes in der Wohnzone.
Card 30
Question
Was umfassen Schutzzonen i.S.d. RPG?
Answer
Art. 17 I lit a bis d RPG:
a. Bäche, Flüsse, Seen und ihre Ufer;
b. besonders schöne sowie naturkundlich oder kulturgeschichtlich wertvolle Landschaften;
c. bedeutende Ortsbilder, geschichtliche Stätten sowie Natur- und Kulturdenkmäler;
d. Lebensräume für schutzwürdige Tiere und Pflanzen.
Card 31
Question
Inwiefern darf der Kanton von Schutzzonen abweichen?
Answer
Art. 17 II RPG: Statt Schutzzonen festzulegen, kann das kantonale Recht andere geeignete Massnahmen vorsehen. Dies umfasst z.B.:
Zuordnung in andere Zonen, kombiniert mit entsprechenden Nutzungsvorschriften
Schutzverordnungen
Einzelverfügungen
Inventare und Verzeichnisse
Vertragliche Vereinbarungen
Formelle Enteignungen
Ästhetikgeneralklauseln
Card 32
Question
Was ist eine Planungszone?
Answer
Keine Nutzungszone i.S.v. Art. 14 II RPG, aber in der Lehre und Rechtsprechung ähnlich wie Nutzpläne definiert (weil parzellenscharf).
Diese Zonenart will die Planung als solche sichern. Es darf in einer solchen Zone nichts unternommen werden, was eine in Aussicht genommene oder schon laufende Nutzungsplanung erschweren könnte.
Zeitraum: Höchstens 5 Jahre (Art. 27 II RPG).
Card 33
Question
Welche Sondernutzungspläne werden typischerweise unterschieden?
Answer
Konkretisierende Sondernutzungspläne
Projektbezogene Spezialpläne
Sondernutzungspläne zu Landsicherungszwecken
Sondernutzungspläne zur Verwirklichung der Grundordnung
Card 34
Question
Definiere die persönliche Verbindlichkeit von Nutzungsplänen.
Answer
Art. 21 RPG: Nutzungspläne sind für jedermann verbindlich.
Besonderheiten dort, wo die Genehmigung von Bauvorhaben in der Kompetenz des Bundes liegt bzw. wo eine Konzession des Bundes nötig ist (insb. Plangenehmigungsverfahren). Hier ist das kantonale Recht zwar zu beachten, aber nur insoweit, als dadurch die Erfüllung der bundesrechtlichen Aufgaben nicht vereitelt oder übermässig erschwert wird.
Card 35
Question
Wann wird ein Nutzungsplan verbindlich?
Answer
Art. 26 RPG:
Eine kantonale Behörde genehmigt die Nutzungspläne und ihre Anpassungen.
Sie prüft diese auf ihre Übereinstimmung mit den vom Bundesrat genehmigten kantonalen Richtplänen.
Mit der Genehmigung durch die kantonale Behörde werden die Nutzungspläne verbindlich.
Card 36
Question
Wie gestalten sich die Zuständigkeiten im PBG, soweit das Gesetz nichts bestimmt?
Answer
Regierungsrat:
Erlass der Verordnungen, Richtlinien und Normalien
Festsetzung der Richtpläne
Oberaufsicht über das gesamte Planungs- und Bauwesen
Zuständige Direktion (Baudirektion):
Festsetzung der Nutzungspläne und Planungszonen
Genehmigung von kommunalen Richt- und Nutzungsplänen sowie genehmigungsbedürftige Verfügungen
Aufsicht über die Gemeinden in den vom PBG geordneten Sachbereichen
Politische Gemeinden:
Erlass der ihnen vorbehaltenen Ausführungsvorschriften
Festsetzung kommunaler Pläne
Erstinstanzliche Gesetzesanwendung
Card 37
Question
Welche Rechtswirkungen entfalten Genehmigungen im Grundsatz?
Answer
Bei der Genehmigung von Erlassen, Verfügungen und raumplanungsrechtlichen Festlegungen werden Rechtmässigkeit, Zweckmässigkeit und Angemessenheit geprüft.
Die Genehmigung hat rechsbegründende Wirkung.
Card 38
Question
Welche Veröffentlichungsvorschriften gibt es im PBG betreffend Festsetzung von Richt- und Nutzungsplänen und welche Rechte knüpfen daran an?
Answer
Bei der Aufstellung und Änderung der Richt- und Nutzungspläne sind nach- und nebengeordnete Planungsträger rechtzeitig anzuhören.
Die Pläne sind vor der Festsetzung öffentlich aufzulegen. Innert 60 Tagen nach der Bekanntmachung kann sich jedermann bei der die Auflage verfügenden Instanz zum Planinhalt äussern.
Über die nicht berücksichtigten Einwendungen wird gesamthaft bei der Planfestsetzung entschieden. Pläne und Stellungnahme stehen offen.
Card 39
Question
Wie ist die Rangfolge der Verbindlichkeit der Planungen nach PBG? Welche Ausnahmeregelung besteht?
Answer
Die Planungen unterer Stufen haben denjenigen der oberen Stufe zu entsprechen.
Die Nutzungsplanungen jeder Art und Stufe haben der Richtplanung zu entsprechen.
Abweichungen sind nur zulässig, wenn sie sachlich gerechtfertigt und untergeordneter Natur sind.
Card 40
Question
Welche Rechtsverbindlichkeit kommt den Richtplänen nach PBG zu?
Answer
Die Richtpläne sind behördenverbindlich.
Die Recht- und Zweckmässigkeit ihrer Festlegungen kann bei der Nutzungsplanung im Rechtsmittelverfahren angefochten und im Genehmigungsverfahren überprüft werden.
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