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Verschreibungspflichtige AM

Beratungshinweise für Rezepte

Subject
Sciences / Medical science
Language of creation
German
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Cards in this set

Card 121

Question

Lactulose

Answer

Osmotisch wirksames Laxans -> Obstipation

Regelmäßige und gleichmäßige Einnahme

Zu Beginn als NW sehr häufig Blähungen und Bauchschmerzen -> evtl. auf Quellstoffe wie Macrogol/Flohsamen setzen

Card 122

Question

Buprenorphin TTS

Answer

BtM: Starkes Opioid, Partieller Agonist an µ Rezeptoren, bindet stark und
langdauernd an µ Rezeptoren und ist durch Naloxon nur schwer zu
verdrängen! Geringes Suchtpotential. Abgeschwächte Entzugssymptome
(langsame Dissoziation vom µ Rezeptor), kann aber Entzug auslösen. Low ceiling Effekt hinsichtlich
Atemdepression.

Pflaster auf ein saubere, trockene, unbehaarte, gesunde Haut kleben

UAW: Kopfschmerz, Müdigkeit (EtOH meiden), Übelkeit, Erbrechen, Obstipation

  • Bei Fieber/Wärmeeinwirkung höhere Wirkstoffaufnahme durch die Haut: Cave Überdosierung -> keine wärmenden Salben/Pflaster
  • Bei starker Müdigkeit, Nausea, Emesis: keine Selbstmedikation, Arzt kontaktieren (evtl. Überdosierung)
  • Bei eingeschränkter Atemtätigkeit Pflaster entfernen, Patienten wach halten, Notarzt rufen

Zum Entsorgen: Klebeflächen aufeinander kleben, Hautkontakt meiden. Hoher Restgehalt im Pflaster

Auf Grapefruitsaft verzichten: verstärkte Wirkung mgl.

Card 123

Question

Lamivudin + Zidovudin

Answer

HIV: Kombi zwei NRTI (nichtnucleosidische Reverse Transcriptase Inhibitoren)

Dosierung 2x1 Tablette regelmäßig

Mögliche UAW Zidovudin: Lactatacidose (Hemmung der mitochondrialen DNA-Polymerase) -> Hyperlactatämie Anzeichen: Verdauungsbeschwerden, Übelkeit, Bauchschmerzen, Appetitverlust, neurologische Symptome

WW: ASS und Naproxen hemmen die Biotransformation (erhöhte Plasmaspiegel, vermehrte UAW);

 

Card 124

Question

Atazanavir

Answer

HIV-Proteaseinhibitor

Viele UAW und häufig, u.a. Benommenheit und Halluzinationen (Cave Auto!), Gewichtsveränderungen, Lipodystrophie (Fettumverteilung)

WW CYP3A4: Enzyminduktor & -substrat -> Johanniskraut ist KI, da gegenseitige Wirkabschwächung

Card 125

Question

Orlistat

Answer

Mittel zur Unterstützung von Gewichtsreduktion -> Ernährungsumstellung und Sport dringend bevorzugen!

Hemmung GI-Lipasen: Verhinderung der Fettspaltung in Monoglyceride und Fettsäuren, Reduktion der Kalorienaufnahme

UAW: Fettstühle, Stuhldrang/-inkontinenz bei zu fettreicher Nahrung -> fettarme Kost bevorzugen um UAW zu reduzieren

Nach 12-wöchiger Therapie mind. 5% weniger Gewicht, sonst Therapieabbruch. Kapsel nur zur Mahlzeit einnehmen

Card 126

Question

Lisinopril

Ramipril

Enalapril

Answer

ACE-Hemmer: Regelmäßige Einnahme, meist 1x morgens

Häufige UAW (15%): trockener Reizhusten -> Wechseln auf Sartan

Regelmäßige NSAR-Einnahme: Abschwächung der Antihyertonika, erhöhter Blutdruck -> in Selbstmedikation lieber Paracetamol

Auf Kaliumpräparate verzichten (Gefahr der Hyperkaliämie). Bei Schnupfenmitteln auf Sympathomimetika (Pseudoephedrin z.B.)

Card 127

Question

Zolmitriptan

Answer

5-HT1-Rezeptoragonist gg. Migräne

Einnahme so früh wie möglich nach Beginn des Migränekopfschmerzes

Falls nach vorübergehender Besserung wieder Migränesymptome auftreten, kann eine 2. Dosis genommen werden, frühestens 2h nach 1. Dosis

Nur bei Übelkeit/Erbrechen: Kombination mit Antiemetikum (verschreibungspflichtig MCP/Domperidon, 2. Wahl Selbstmedikation Antihistaminikum oder pflanzl. Prokinetikum Iberogast) -> Prokinetikum vor der Einnahme des MIgränetherapeutikums um die Magenentleerung und damit den Wirkeintritt zu beschleunigen.

Bei heftigen Schmerzen im Brustkorb, Engegefühl mit Ausstrahlung in den Halsbereich (Koronarspasmen als UAW)

Dauergebrauch vermeiden: Gefahr des analgetikabedingten Kopfschmerzes (wenn mehr als 10d/Monat = chron. Kopfschmerz)

Prophylaxe, wenn mehr als drei MIgräneattacken pro Monat: In der Selbstmedikation z.B. mit Magnesium, Ärztlich verordnet z.B. Betablocker

Auslöer meiden, Stress reduzieren, Entspannungsmethoden, evtl. pflanzl. Beruhigungsmittel (Baldrian, Lavendel, Melisse)

Card 128

Question

Wespengift Hyposensibilisierung

Answer

Hyposensibiliserungstherapie

Regelmäßige, über mind. mehrere Monate erfolgende, s.c. Injektion des auslösenden Allergens in unterschwellig, langsam ansteigenden Konzentrationen

Dadurch schrittweises Herabsetzen der allergenspezifischen Reaktionsbereitschaft. Durchführung beim Allergologen unter ärztlicher Aufsicht (Vorsicht vor anaphylaktischem Schock)

Notfallmedikamente mit sich führen (z.B. Adrenalin-Injektion), schnellwirksames Antiallergikum (Fenistil Tropfen)

Card 129

Question

Dexamethason, Neomycin, Polymyxin B

Augentropfen + Augensalbe

Answer

Zu Behandlung von bakterieller Augenentzündung.

Nach Anwendung der Salbe eingeschränktes Sehvermögen

Augentropfen vor Gebrauch gut schütteln. Allgemein Augentropfen: möglichst äußerer Augenwinkel, nach dem Tropfen Augen für wenige Minuten schließen, evtl. leichten Druck auf den Tränenkanal ausüben. 30 min Abstand zu anderen Augentropfen. Während einer Infektion keine Kontaktlinsen tragen.

Anwendung mehrere Tage über Beschwerden hinaus, max. 14d

Allgemein Augensalbe: 1cm langen Salbenstrang in den Bindehautsack geben, die Salbe durch mehrere Lidschläge verteilen.

In der Selbstbehandlung auf Naturprodukte (Kompressen mit Kamillentee) verzichten wegen zusätzlicher Keimbelastung

Card 130

Question

Methylprednisolon

Pulver für Infusion

Answer

Cortison-Schubtherapie bei MS

Infusion an 5 aufeinanderfolgenden Tagen in der Praxis, möglichst frühmorgens (zirkadianer Rhythmus)

Normalerweise bei Kurzzeittherapie keine starken UAW: Ödembildung mgl (durch Natriumretention: Kochsalzarme Ernährung). Muskel- und Gelenkschmerzen bei zu schneller Dosisreduktion -> ausschleichende Dosierung mit Tabletten

Erhöhtes Osteoporoserisiko bei häufiger Anwendung

Erhöhtes Magenulzerarisiko, v.a. mit gleichzeitiger NSAR-Einnahme

Anstieg der Blutzuckerwerte -> Kontrolle bei Diabetikern

Card 131

Question

Hydrocortisonacetat Suppositorien/Salbe

Answer

gg. Hämorrhoidalleiden, Analfissuren, Analekzeme

2 tgl anwenden, möglichst nach dem Stuhlgang und vor dem Schlafengehen, Wäscheschutz verwenden

Erweichung des Stuhls mit Füll- und Quellstoffen (Macrogole, Flohsamen), ausreichende Flüssigkeitszufuhr, viele Ballaststoffe, regelmäßige Bewegung

Verwendung von weichem Toilettenpapier. In beschwerdefreien Phasen feuchte Tücher mgl.

 

Card 132

Question

30% Insulin + 70% NPH-Insulin

Answer

Konventionelle Insulintherapie

Vom Arzt festgesetzte Dosierung, Spritzzeit und Spritzareal. Regelmäßige Mahlzeiten erforderlich.

Spritz-Ess-Abstand (30 min) einhalten. Nadeln nur einmal verwenden. Aktuellen Pen bei RT aufbewahren, Vorräte im Kühlschrank.

Gefahr Hypoglykämie (Symptome: Schwitzen, Zittern, Unruhe): sofort Traubenzucker und kohlenhydrathaltige Nahrung. Bei Bewusstlosigkeit Glucagon i.m. als Notfallbehandlung.

NSAR und ASS, Metamizol, Phenylbutazon: BZ-senkende Wirkung mgl.

Alkohol vermeiden: akut = Nierenverschlechterung und verstärkte Insulinwirkung (hemmt hepat. Gluconeogenese. chronisch = abgeschwächte Insulinwirkung 

erhöhter Insulinbedarf verminderter Insulinbedarf

fieberhafte Infekte, Stress, Pubertät, Hyperthyreose, M. Cushing

Sport, EtOH, Leber/Niereninsuffiz., Hypothyreose, Hypophysenunterfunktion

 

Card 133

Question

Ciprofloxacin

Answer

Gyrasehemmer durch Hemmung der Bakterienzellteilung

Nicht Mittel der 1. Wahl bei HWI, lieber Pivmecillinam

Einnahme mit einem großen Glas Wasser. Abstand zu mehrwertigen Kationen (Ca, Mg, Fe, Zn, Milch)

Bei langanhaltenden und schweren Durchfällen, Sehnenschmerzen/-entzündungen Antibiotikum absetzen + Arzt

Bei Durchfällen: Wirkung von hormonalen Kontrazeptiva beeinträchtigt, zusätzlich Kondome

HWI begünstigende Faktoren: Spermizide, basischer Harn (durch "Entsäuerung" mit Basica z.B.)

Rezidivprophylaxe durch Mannose oder Ansäuerung des Harns (Methionin, Cranberry). Blasen- und Nierentees zur Durchspülungstherapie. Lokale Wärme erhöht lokale Abwehr und lindert Krämpfe. Geeignete Intimhygiene.

 

Card 134

Question

Enoxaparin-Na

Answer

Niedermolekulares Heparin -> Hemmt Xa

s.c. möglichst im Liegen in den Bauch vorne seitlich oder in die Außenseite des Oberschenkels. Eine Hautfalte hochheben und die Nadeln senkrecht zur Körperachse einstechen, Hautfalte währenddessen nicht loslassen. Täglich Injektionsstellen wechseln.

Mögliche UAW: (Schleim)Hautblutungen, Thrombozytopenien

  • ASS nicht als Analgetikum -> zusätzliche Blutgerinnungshemmung.
  • Auch keine anderen NSAR. 
  • Keine oralen Antihistaminika, da Wirkungsabschwächung mgl. durch Salzbildung (auch mit TCA). 
  • Vit. C, Tetracycline, Digitalis, starkes Rauchen: Wirkungsabschwächung
  • ACE-Hemmer: additive Effekte auf Kaliumspiegel, Hyperkäliämie-Risiko erhöht
  • Cephalosporine, Penicilline, GC verstärken Blutungsgefahr

Card 135

Question

Glimepirid

Answer

Sulfonylharnstoff zur Stimulation der endogenen Freisetzung von Insulin

1x tgl. unmittelbar vor der ersten Hauptmahlzeit (Frühstück)

UAW: Sehstörungen, Hypoglykämie (Symptome: Schwitzen, Zittern, Unruhe -> Traubenzucker essen)

Alkohol meiden: verstärkte Wirkung, erhöhtes Hypoglykämierisiko

Regelmäßige Untersuchung von Füßen und Augen 

Card 136

Question

Acarbose

Answer

veraltetes Antidiabetikum: a-Glucosidasehemmer zur verzögerten Mono-/Disaccharidaufnahme

3x tgl. zusammen mit den ersten Bissen der Mahlzeit. Bei Hypoglykämie: keine Saccharose, sondern Traubenzucker!

UAW v.a. anfangs: Blähungen (blähende Speisen meiden), Durchfall, Bauchschmerzen

Antazida und Verdauungsenzyme schwächen Wirkung ab

Augen regelmäßig kontrollieren und Füße gut pflegen.

Card 137

Question

Ginkgo biloba Extrakt

Answer

Antidementivum bei leichter bis mittelschwerer Demenz oder zur Verlängerung der schmerzfreien Gehstrecke bei pAVK, Vertigo, adjuvant bei Tinnitus

GKV Erstattung nur bei Demenz

Regelmäßige Einnahme. Körperliches und geistiges Trianing zur Unterstützung (Wandern, Fahrrad, Kreuzworträtsel, Gespräche)

ASS nicht in der Selbstmedikation (verstärkte Blutungsneigung), auch mit anderen Antikoagulantien

Card 138

Question

Oxcarbazepin

Answer

Antiepileptikum

Einschleichende Dosierung. Regelmäßige Einnahme erforderlich

UAW: sehr häufig Müdigkeit, Schwindel, Schläfrigkeit (Cave Auto!) -> verstärkt durch zentraldämpfende AM (Antihistaminika, Antitussiva, auf Alkohol verzichten!)

Induktion von CYP -> beschleunigter Abbau von Carbamazepin, Phenobarbital, Phenytoin, oralen Kontrazeptiva (anders verhüten: Kondome, Intrauterinpessar)

 

Card 139

Question

Alendronsäure

Answer

Bisphosphonat zur Hemmung des Knochenabbaus bei Osteoporose

Einnahme 1x wöchentlich, morgens nüchtern 30 min vor dem Frühstück mit einem Glas Wasser im Stehen oder aufrechten Sitzen (nicht wieder hinlegen! Ösophagitisrisiko: bei Schluckbeschwerden, Sodbrennen, Schmerzen hinterm Brustbein Arzt aufsuchen)

Ausreichende Versorgung mit Calcium (1000 mg/d) und Vit. D3 (1000 I.E./d) wichtig

Einnahmeabstand zu mehrwertigen Kationen (Ca, Mg, Zn, Fe mind. 4h,  Antazida mind. 2h)

Zahnarzt/Kieferorthopäde auf Alendronsäure hinweisen (mögliche Osteonekrose des Kiefers nach Kieferoperation)

Card 140

Question

Raloxifen

Answer

Hormonersatztherapie, SERM zur Verbesserung der Knochenmineralisierung bei Postmenopause

UAW: typische Wechseljahrsbeschwerden wie Hitzewallungen, Wadenkrämpfe (Selbstmedikation: Mg -> Abstand zu weiteren Kationen)

1x tgl. Einnahme alle 24h

Erhöhung der thromboembolischen Risikos -> bei starken Schmerzen in den Beinen Arzt aufsuchen. Rauchen meiden.

Bei Osteoporose auch an ausreichende Calciumsubstitution denken

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