Card 121
Question
Lactulose
Answer
Osmotisch wirksames Laxans -> Obstipation
Regelmäßige und gleichmäßige Einnahme
Zu Beginn als NW sehr häufig Blähungen und Bauchschmerzen -> evtl. auf Quellstoffe wie Macrogol/Flohsamen setzen
Beratungshinweise für Rezepte
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Lactulose
Osmotisch wirksames Laxans -> Obstipation
Regelmäßige und gleichmäßige Einnahme
Zu Beginn als NW sehr häufig Blähungen und Bauchschmerzen -> evtl. auf Quellstoffe wie Macrogol/Flohsamen setzen
Buprenorphin TTS
BtM: Starkes Opioid, Partieller Agonist an µ Rezeptoren, bindet stark und
langdauernd an µ Rezeptoren und ist durch Naloxon nur schwer zu
verdrängen! Geringes Suchtpotential. Abgeschwächte Entzugssymptome
(langsame Dissoziation vom µ Rezeptor), kann aber Entzug auslösen. Low ceiling Effekt hinsichtlich
Atemdepression.
Pflaster auf ein saubere, trockene, unbehaarte, gesunde Haut kleben
UAW: Kopfschmerz, Müdigkeit (EtOH meiden), Übelkeit, Erbrechen, Obstipation
Zum Entsorgen: Klebeflächen aufeinander kleben, Hautkontakt meiden. Hoher Restgehalt im Pflaster
Auf Grapefruitsaft verzichten: verstärkte Wirkung mgl.
Lamivudin + Zidovudin
HIV: Kombi zwei NRTI (nichtnucleosidische Reverse Transcriptase Inhibitoren)
Dosierung 2x1 Tablette regelmäßig
Mögliche UAW Zidovudin: Lactatacidose (Hemmung der mitochondrialen DNA-Polymerase) -> Hyperlactatämie Anzeichen: Verdauungsbeschwerden, Übelkeit, Bauchschmerzen, Appetitverlust, neurologische Symptome
WW: ASS und Naproxen hemmen die Biotransformation (erhöhte Plasmaspiegel, vermehrte UAW);
Atazanavir
HIV-Proteaseinhibitor
Viele UAW und häufig, u.a. Benommenheit und Halluzinationen (Cave Auto!), Gewichtsveränderungen, Lipodystrophie (Fettumverteilung)
WW CYP3A4: Enzyminduktor & -substrat -> Johanniskraut ist KI, da gegenseitige Wirkabschwächung
Orlistat
Mittel zur Unterstützung von Gewichtsreduktion -> Ernährungsumstellung und Sport dringend bevorzugen!
Hemmung GI-Lipasen: Verhinderung der Fettspaltung in Monoglyceride und Fettsäuren, Reduktion der Kalorienaufnahme
UAW: Fettstühle, Stuhldrang/-inkontinenz bei zu fettreicher Nahrung -> fettarme Kost bevorzugen um UAW zu reduzieren
Nach 12-wöchiger Therapie mind. 5% weniger Gewicht, sonst Therapieabbruch. Kapsel nur zur Mahlzeit einnehmen
Lisinopril
Ramipril
Enalapril
ACE-Hemmer: Regelmäßige Einnahme, meist 1x morgens
Häufige UAW (15%): trockener Reizhusten -> Wechseln auf Sartan
Regelmäßige NSAR-Einnahme: Abschwächung der Antihyertonika, erhöhter Blutdruck -> in Selbstmedikation lieber Paracetamol
Auf Kaliumpräparate verzichten (Gefahr der Hyperkaliämie). Bei Schnupfenmitteln auf Sympathomimetika (Pseudoephedrin z.B.)
Zolmitriptan
5-HT1-Rezeptoragonist gg. Migräne
Einnahme so früh wie möglich nach Beginn des Migränekopfschmerzes
Falls nach vorübergehender Besserung wieder Migränesymptome auftreten, kann eine 2. Dosis genommen werden, frühestens 2h nach 1. Dosis
Nur bei Übelkeit/Erbrechen: Kombination mit Antiemetikum (verschreibungspflichtig MCP/Domperidon, 2. Wahl Selbstmedikation Antihistaminikum oder pflanzl. Prokinetikum Iberogast) -> Prokinetikum vor der Einnahme des MIgränetherapeutikums um die Magenentleerung und damit den Wirkeintritt zu beschleunigen.
Bei heftigen Schmerzen im Brustkorb, Engegefühl mit Ausstrahlung in den Halsbereich (Koronarspasmen als UAW)
Dauergebrauch vermeiden: Gefahr des analgetikabedingten Kopfschmerzes (wenn mehr als 10d/Monat = chron. Kopfschmerz)
Prophylaxe, wenn mehr als drei MIgräneattacken pro Monat: In der Selbstmedikation z.B. mit Magnesium, Ärztlich verordnet z.B. Betablocker
Auslöer meiden, Stress reduzieren, Entspannungsmethoden, evtl. pflanzl. Beruhigungsmittel (Baldrian, Lavendel, Melisse)
Wespengift Hyposensibilisierung
Hyposensibiliserungstherapie
Regelmäßige, über mind. mehrere Monate erfolgende, s.c. Injektion des auslösenden Allergens in unterschwellig, langsam ansteigenden Konzentrationen
Dadurch schrittweises Herabsetzen der allergenspezifischen Reaktionsbereitschaft. Durchführung beim Allergologen unter ärztlicher Aufsicht (Vorsicht vor anaphylaktischem Schock)
Notfallmedikamente mit sich führen (z.B. Adrenalin-Injektion), schnellwirksames Antiallergikum (Fenistil Tropfen)
Dexamethason, Neomycin, Polymyxin B
Augentropfen + Augensalbe
Zu Behandlung von bakterieller Augenentzündung.
Nach Anwendung der Salbe eingeschränktes Sehvermögen
Augentropfen vor Gebrauch gut schütteln. Allgemein Augentropfen: möglichst äußerer Augenwinkel, nach dem Tropfen Augen für wenige Minuten schließen, evtl. leichten Druck auf den Tränenkanal ausüben. 30 min Abstand zu anderen Augentropfen. Während einer Infektion keine Kontaktlinsen tragen.
Anwendung mehrere Tage über Beschwerden hinaus, max. 14d
Allgemein Augensalbe: 1cm langen Salbenstrang in den Bindehautsack geben, die Salbe durch mehrere Lidschläge verteilen.
In der Selbstbehandlung auf Naturprodukte (Kompressen mit Kamillentee) verzichten wegen zusätzlicher Keimbelastung
Methylprednisolon
Pulver für Infusion
Cortison-Schubtherapie bei MS
Infusion an 5 aufeinanderfolgenden Tagen in der Praxis, möglichst frühmorgens (zirkadianer Rhythmus)
Normalerweise bei Kurzzeittherapie keine starken UAW: Ödembildung mgl (durch Natriumretention: Kochsalzarme Ernährung). Muskel- und Gelenkschmerzen bei zu schneller Dosisreduktion -> ausschleichende Dosierung mit Tabletten
Erhöhtes Osteoporoserisiko bei häufiger Anwendung
Erhöhtes Magenulzerarisiko, v.a. mit gleichzeitiger NSAR-Einnahme
Anstieg der Blutzuckerwerte -> Kontrolle bei Diabetikern
Hydrocortisonacetat Suppositorien/Salbe
gg. Hämorrhoidalleiden, Analfissuren, Analekzeme
2 tgl anwenden, möglichst nach dem Stuhlgang und vor dem Schlafengehen, Wäscheschutz verwenden
Erweichung des Stuhls mit Füll- und Quellstoffen (Macrogole, Flohsamen), ausreichende Flüssigkeitszufuhr, viele Ballaststoffe, regelmäßige Bewegung
Verwendung von weichem Toilettenpapier. In beschwerdefreien Phasen feuchte Tücher mgl.
30% Insulin + 70% NPH-Insulin
Konventionelle Insulintherapie
Vom Arzt festgesetzte Dosierung, Spritzzeit und Spritzareal. Regelmäßige Mahlzeiten erforderlich.
Spritz-Ess-Abstand (30 min) einhalten. Nadeln nur einmal verwenden. Aktuellen Pen bei RT aufbewahren, Vorräte im Kühlschrank.
Gefahr Hypoglykämie (Symptome: Schwitzen, Zittern, Unruhe): sofort Traubenzucker und kohlenhydrathaltige Nahrung. Bei Bewusstlosigkeit Glucagon i.m. als Notfallbehandlung.
NSAR und ASS, Metamizol, Phenylbutazon: BZ-senkende Wirkung mgl.
Alkohol vermeiden: akut = Nierenverschlechterung und verstärkte Insulinwirkung (hemmt hepat. Gluconeogenese. chronisch = abgeschwächte Insulinwirkung
| erhöhter Insulinbedarf | verminderter Insulinbedarf |
|
fieberhafte Infekte, Stress, Pubertät, Hyperthyreose, M. Cushing |
Sport, EtOH, Leber/Niereninsuffiz., Hypothyreose, Hypophysenunterfunktion |
Ciprofloxacin
Gyrasehemmer durch Hemmung der Bakterienzellteilung
Nicht Mittel der 1. Wahl bei HWI, lieber Pivmecillinam
Einnahme mit einem großen Glas Wasser. Abstand zu mehrwertigen Kationen (Ca, Mg, Fe, Zn, Milch)
Bei langanhaltenden und schweren Durchfällen, Sehnenschmerzen/-entzündungen Antibiotikum absetzen + Arzt
Bei Durchfällen: Wirkung von hormonalen Kontrazeptiva beeinträchtigt, zusätzlich Kondome
HWI begünstigende Faktoren: Spermizide, basischer Harn (durch "Entsäuerung" mit Basica z.B.)
Rezidivprophylaxe durch Mannose oder Ansäuerung des Harns (Methionin, Cranberry). Blasen- und Nierentees zur Durchspülungstherapie. Lokale Wärme erhöht lokale Abwehr und lindert Krämpfe. Geeignete Intimhygiene.
Enoxaparin-Na
Niedermolekulares Heparin -> Hemmt Xa
s.c. möglichst im Liegen in den Bauch vorne seitlich oder in die Außenseite des Oberschenkels. Eine Hautfalte hochheben und die Nadeln senkrecht zur Körperachse einstechen, Hautfalte währenddessen nicht loslassen. Täglich Injektionsstellen wechseln.
Mögliche UAW: (Schleim)Hautblutungen, Thrombozytopenien
Glimepirid
Sulfonylharnstoff zur Stimulation der endogenen Freisetzung von Insulin
1x tgl. unmittelbar vor der ersten Hauptmahlzeit (Frühstück)
UAW: Sehstörungen, Hypoglykämie (Symptome: Schwitzen, Zittern, Unruhe -> Traubenzucker essen)
Alkohol meiden: verstärkte Wirkung, erhöhtes Hypoglykämierisiko
Regelmäßige Untersuchung von Füßen und Augen
Acarbose
veraltetes Antidiabetikum: a-Glucosidasehemmer zur verzögerten Mono-/Disaccharidaufnahme
3x tgl. zusammen mit den ersten Bissen der Mahlzeit. Bei Hypoglykämie: keine Saccharose, sondern Traubenzucker!
UAW v.a. anfangs: Blähungen (blähende Speisen meiden), Durchfall, Bauchschmerzen
Antazida und Verdauungsenzyme schwächen Wirkung ab
Augen regelmäßig kontrollieren und Füße gut pflegen.
Ginkgo biloba Extrakt
Antidementivum bei leichter bis mittelschwerer Demenz oder zur Verlängerung der schmerzfreien Gehstrecke bei pAVK, Vertigo, adjuvant bei Tinnitus
GKV Erstattung nur bei Demenz
Regelmäßige Einnahme. Körperliches und geistiges Trianing zur Unterstützung (Wandern, Fahrrad, Kreuzworträtsel, Gespräche)
ASS nicht in der Selbstmedikation (verstärkte Blutungsneigung), auch mit anderen Antikoagulantien
Oxcarbazepin
Antiepileptikum
Einschleichende Dosierung. Regelmäßige Einnahme erforderlich
UAW: sehr häufig Müdigkeit, Schwindel, Schläfrigkeit (Cave Auto!) -> verstärkt durch zentraldämpfende AM (Antihistaminika, Antitussiva, auf Alkohol verzichten!)
Induktion von CYP -> beschleunigter Abbau von Carbamazepin, Phenobarbital, Phenytoin, oralen Kontrazeptiva (anders verhüten: Kondome, Intrauterinpessar)
Alendronsäure
Bisphosphonat zur Hemmung des Knochenabbaus bei Osteoporose
Einnahme 1x wöchentlich, morgens nüchtern 30 min vor dem Frühstück mit einem Glas Wasser im Stehen oder aufrechten Sitzen (nicht wieder hinlegen! Ösophagitisrisiko: bei Schluckbeschwerden, Sodbrennen, Schmerzen hinterm Brustbein Arzt aufsuchen)
Ausreichende Versorgung mit Calcium (1000 mg/d) und Vit. D3 (1000 I.E./d) wichtig
Einnahmeabstand zu mehrwertigen Kationen (Ca, Mg, Zn, Fe mind. 4h, Antazida mind. 2h)
Zahnarzt/Kieferorthopäde auf Alendronsäure hinweisen (mögliche Osteonekrose des Kiefers nach Kieferoperation)
Raloxifen
Hormonersatztherapie, SERM zur Verbesserung der Knochenmineralisierung bei Postmenopause
UAW: typische Wechseljahrsbeschwerden wie Hitzewallungen, Wadenkrämpfe (Selbstmedikation: Mg -> Abstand zu weiteren Kationen)
1x tgl. Einnahme alle 24h
Erhöhung der thromboembolischen Risikos -> bei starken Schmerzen in den Beinen Arzt aufsuchen. Rauchen meiden.
Bei Osteoporose auch an ausreichende Calciumsubstitution denken
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