Back to overview

Uni Kassel FB11 SS24 G04 Tierethologie

Discover Uni Kassel FB11 SS24 G04 Tierethologie: 50 flashcards with questions and answers.

Subject
Sciences / Biology
Language of creation
German
50 flashcards No ratings yet 0 views
Add to my sets

Sign in to add this set to your collection. You will return here afterwards.

Cards in this set

Card 21

Question

Was bedeutet Heritabilität und wie wird die Erblichkeitskomponente von Verhaltensmerkmalen dargestellt?

Answer

▪ Betrachtungsebene: ein Merkmal Heritabilität: h2 = 0,2–0,4

▪ Ist ein Maß für die Stärke der Beziehung zwischen dem Phänotyp und dem Genotyp für ein Merkmal in einer Population

▪ Bestimmt den Anteil des Phänotyps, der durch den Genotyp erklärt wird

▪ Bestimmt den Ähnlichkeitsgrad zwischen verwandten Tieren

 

▪ niedrige Heritabilitäten 0,01–0,15: Merkmale der Fitness wie z.B. Fruchtbarkeit, Wurfgröße oder Krankheitsresistenz

▪ mittlere Heritabilitäten 0,15–0,40: Leistungsmerkmale wie z.B. Wachstum, Milch-, Fleisch-, Lege- und Wollleistung

▪ hohe Heritabilitäten 0,5–0,7: Skelettmerkmale wie zum Beispiel Körperform oder Knochenmaße, monogene Merkmale

 

➔ Je geringer die Heritabilität, desto größer ist der Einfluss der Umwelt auf die Ausprägung eines Merkmals. Dies reduziert die Effektivität züchterischer Maßnahmen für dieses Merkmal

➔ Je höher die Heritabilität, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass Unterschiede zwischen Tieren genetisch bedingt sind und daher sind züchterische Maßnahmen (z.B. Selektion) umso besser umsetzbar

Card 22

Question

Homozygot oder Heterozygot, Einfluss Genotyp und Umwelt

Answer

Bei homozygoten Arten ist die Umwelt entscheidend für die Intensität der Merkmalsausprägung, da Genetische Variation nur durch rekombination und Mutation veränderbar ist. Fast 100% Umweltsabhängigkeit

Card 23

Question

Was bestimmt die Fitness eines Individuums?

Answer

- Fähigkeit das Fortpflanzungsalter zu errreichen und sich zu paaren, Merkmale die dazu beitragen haben einen hohen Überlebenswert

- die eigene Fruchtbarkeit und die des Partners

- die Überlebensfähigkeit der eigenen Nachkommen bis zum Fortpflanzungsfähigen Alters

Card 24

Question

Ist das Verhalten von Domestizierten Tieren ungleich dem der Wilden Artgenossen?

Answer

- Grundsätzliches Verhaltensrepertoire ist noch verhanden

- Verhalten ist qualitativ noch vorhanden aber die wahrscheinlichkeit es auszulösen ist entweder herabgesetzt oder übertrieben

- Atrophie fand kaum statt

- über die Generationen können domestizierte Tiere wahrscheinlich wieder Verwildern und sich an die neuen Umweltbedingungen anpassen (auf die population gesehen)

- Ausnahmen bilden Merkmale die ein Überleben ohne menschl. Einfluss verhindern-->hohe Milchleistung ohne abmelken führt zu Euterentzündungen

Card 25

Question

Erklären Sie wie Eliminationsverhalten weitere Funktionskreise berührt und geben Sie Beispiele.

Answer

- Pheromone sind in Urin und Kot enthalten und dienen der Informationsübertragung innerspeziell

- durch flehmen werden Informationen aufgenommen; zb. Paarungsbereitschaft oder Fruchtbarkeitsphasen, sowie Reviermarkierung

- Eliminationsverhalten zeigt sich deshalb auch in den Funktionskreisen Erkundungsverhalten, Feindvermeidungsverhalten, Sozialverhalten, Paarungsverhalten, Mutter-Kind-Verhalten

- Überkoten von Hengsten oder nicht überkoten regelt die Soziale Ordnung kampflos

 

Beispiele:

- Maulharnen bei Ziegenböcken um Geruch zu intensivieren und weibchen anzulocken

- Aufnahme von Harn der Jungen des Rinds

- Koten und HArnen des Ebers und der Sau bei Sexueller Erregung und Übergang in Paarungsverhalten

Card 26

Question

Nennen Sie bitte jeweils eine Tierart, die Nesthocker oder Nestflüchter ist, die zum Ablege- oder Nachfolgetyp gehört. Was bedeuten diese Begriffe?

Answer

Nesthocker (Tauben, schweine):

- wenig entwickelt bei der Geburt

- Nachentwicklung ausserhalb des Eis oder der Gebärmtter

- starkes Schutzbedürfniss durch Elterntiere

- verbleiben längere Zeit (Tage bis Wochen) im Nest

 

Nestflüchter:

- kommen weiter entwickelt/unabhängiger auf die Welt und können das Nest meist nach wenigen Minuten bereits verlassen

- sind in der Thermoregulation und Nahrungsaufnahme noch teilweise von Elterntieren abhängig

 

-->Ablegetyp (Rind, Ziege)

Mutter hält sich teilweise getrennt vom Nachwuchs auf. Prägungsartige Vorgänge von Mutter auf das Kalb

-->Nachfolgetyp (Gänse, Pferd, Schaf, Hühner)

Nachfolgeprägung, Folgen den Elterntieren nach dem Schlüpfen

Card 27

Question

Nennen und erklären Sie bitte drei Aspekte des Sozialverhaltens, die bei der Tierhaltung berücksichtigt werden sollten, damit Leiden oder Schäden bei den Tieren vermieden werden.

Answer

- Dominanzbeziehungen

--> Dominanzbeziehungen finden Statt um Rechte und Pflichten innerhalb der Herde um Ressourcen zu klären. Es geht aus der Auseinandersetzung ein dominantes Tier und ein subdominantes Tier hervor. Um Schäden zu vermeiden sollte für ausreichend Platz zur Haltung der Interindividualdistanz geachtet werden

-. Allelominetisches Verhalten

--> Verhaltensweisen animieren zum NAchahmen und parralelen Ausüben, gemeinsame Nutzung von Ressourcen, um auseinandersetzungen und Rangkämpfe zu vermeiden sollten genügend Ressourcen zur Verfügung stehen

- Sozialordnung beinhaltet Dominanzbeziehungen und bevorzugte Beziehungen aufgrund von Verwandtschaft oder Freundschaft

--> Umgrupierungen führen zu einer erneuten Ausfechtung der Rangordnung durchDominanzbeziehungen, Gruppenwechsel bedeutet Tierstress und sollten vermieen und minimiert werden

Card 28

Question

 Was ist unter „Rangordnung“, was unter „Dominanzbeziehung“ zu verstehen? Inwiefern sollten diese sozialen Beziehungen in der Nutztierhaltung berücksichtigt werden? Nennen Sie bitte zwei Beispiele.

Answer

Rangordnung:

- Rangordnung it ein theoretisches Konstrukt aufgrund der bekannten Dominanzbeziehungen (austarieren von Rängen durch agonistisches Verhalten)

- Als Rangordnung bezeichnet man eine Herachie, durch die bestimmte Rechte (erster zugriff auf begrenzte Ressourcen) und Pflichten (Vorranggeben) innerhalb einer sozialen Gruppe geregelt werden, sie wird durch sich ändernde oder gleichbleibende Dominanzbeziehungen gebildet

- Auf längere Zeit festgelegt

 

Dominanzbeziehung:

- Einige Individuuen haben Vorrang zu bestimmten Ressourcen, andere geben Vorrang

Eines ist dominant, das andere subdominant

- Diese Rechte und PFlichten werden temporär austariert und wiederolt bestätigt durch agonistisches Verhalten bei dem sich eines der Tiere sozial unterordnet

 

Nutztierhaltung:

Notwendig sind ein ausreichendes Flächenangebot, Rückzugsmöglichkeiten vor dominanten Tieren und ein ausreichendes Ressourcenangebot für alle Tiere-

Tier-Fressplatz-Verhältnis 1:1, Liegeboxen nach vorne offen

Card 29

Question

Wodurch wird bei in Gruppen lebenden Tieren der Zusammenhalt in der Gruppe sichergestellt (fünf Faktoren)?

Answer

- Bedürfniss nach Sozialkontakt

- Allelomimetisches Verhalten (Gleichartiges Verhalten zur Gleichen Zeit, Stimulation, 1:1 Fressplatz)

(Koten bei Schweinen, gleichzeitiges Fressen und grasen, geminsame Pflege)

Sorgt für räumliche Nähe und verhindert physisches Zerreißen von Gruppen, Spiegelneuronen und dann induzierung von Verhalten

- Dasselbe Home-Range oder Territorium

- Zum Teil Einwirkung eines Leittiers (Hahn, Hengst, Bulle, Wolfspäärchen)

- Verwandschaft, "Freundschaft" und Bekanntschaft zwischen Individuuen, Sozialordnung

- Kommunikation (Laute, Gesten, Pheromone, Verhalten)

Agonistisches Verhalten, Waffen präsentieren, Lateraldrohen

 

Card 30

Question

Benennen Sie die Fortpflanzungsstrategien und Paarungssysteme. Weswegen sind ein Großteil der aktuellen Nutztiere Polygam?

Answer

Polygamie Monogamie

- Polygeni (Vielweiberei)

- Polyandrie (Vielmännerei)

- Dauerhaft

- Während Fortpflanzungszeit

Eine Veringerte komplexität in der Partnerwahl führte dazu, dass viele Generationen domestiziert werden konnten, da mehrere unkompliziertere Partnerverzüchtungen möglich waren als bei Monogamen Tieren

- saisonal

- asaisonal

 

Card 31

Question

Was ist die Stille Brunst? Welche Lernprozesse hängen mit ihr zusammen und was begünstigt diese Prozesse?

Answer

ib

Card 32

Question

Wie äußert sich Brunftverhalten bei Nutztieren?

Answer

Rind

- Aufspringverhalten

- Ausfluss aus der Vagina

- Absonderung von der Gruppe vor der Geburt

Schweine

- vermehrtes Koten und Harnen der beiden Partner

- Ebergang (Pheromone)

- Stimulanz der Sau und ausharnen von Pheromonen

- Kieferpatschen des Ebers und Laute

- Flankenstoß des Ebers und tolerierung der Sau

- Aufspringerhalten des Ebers (Flankengriff)-->Duldung der Sau

- Nestbauverhalten

Hühner

- Hahn jagt Hennen

- Flügelspreizen

- Aufspringen auf Hennen

- Fallen lassen von Nahrung seitens des Hahns um Hennen anzulocken

 

Card 33

Question

Wann werden die Kinder der Nutztiere im Durchschnitt  von Ihren Elterntieren natürlich entwöhnt?

Answer

Rind: 7-14 Monate oder wenn das nächste Kalb geboren wird

Schaf: etwa 4,5 Monate

Pferd: wenige Tage oder Wochen vor Geburt des nächsten Fohlens

Schwein: etwa 17 Wochen

Huhn: 7-9 Wochen

Card 34

Question

Fellpflegebeziehungen

Answer

- lecken nach agonistischen Auseinandersetzungen

- lecken ist eine Kohäsive interaktion, löst positive Gefühle aus

- vermehrtes lecken in für die gruppe stressige Situationen zu beobachten

Card 35

Question

Was ist Übersprungverhalten, was umorientiertes und was Leerlaufverhalten? Was zeigt dieses Verhalten an?

Wie erkenne ich ein BEdürfniss aber das Tier kann es nicht ausüben!

Answer

- Motivationskonflikte sind indikatoren für nicht ausübbare Bedürfnisse und zeigen sich in verschiednen Verhaltensformen

 

1. Umorientiertes Verhalten

- Handlung am Ersatzobjekt (Hahn hackt nach Flucht des Subdominanten noch in den Boden; auf den Tisch hauen)

2. Leerlaufhandlung

- Verhalten ohne offensichtlich auslösenden Reiz

Ein Bedürfniss ist so stark geworden, dass das Verhalten mit einem sehr geringen oder keinem Reiz ausgelöst wurde

3. Übersprungverhalten-/bewegung

- anscheinend nicht situationsrelevantes Verhalten, unvollständig, manchmal übertrieben

Zwei einander entgegengesetzte Bedürfnisse hemmen sich wechselseitig und eine dritte Übersprungshandlung wird ausgelöst

Bsp.: Zwei gleichstarke Hähne streten sich, bei einem Hahn kommt gleichzeitig die Motivation nach Kampf und Flucht auf, deswegen pickt er plötzlich den Boden als nehme er Futter auf 

4. Ambivalentes Verhalten

- Rascher Wechsel zw. unterschiedlich motivierten Verhalten

5. Intentionsbewegung

- Einlitung oder Andeutung von Verhalten ohne Abschlusshandlung (Motivation ist da aber nicht ausreichend stark)

Card 36

Question

Bitte nennen Sie mögliche Ursachen für das Stangenbeißen bei Sauen. Um welche Form der Verhaltensstörung handelt es sich hierbei?

Answer

- Umorientiertes Verhalten, meist nach der Futteraufnahmen, starke Motivation Futter aufzunehmen führt zu Apetenzverhalten (Stangenbeißen)-->erhöht wiederum durch die Reizung zu einer erhöhten Motivation und es beginnt ein Kreislauf in dem die Sau sich selbst Stimuliert

- Operante Konditionierung, Stangenbeißen als beruhigendes Verhalten in Erregungszustnden (Hunger) kann durch Versuch und Irrtum lernen auf allg. Erregungszustände überspringen und in Kontexten auftreten wie z.b. Umstallung

 

Mögl. Ursachen:

- Hunger, Bedürfnis wühlverhalten und Futteraufnahmeverhalten auszuführen (kann in Umgebung nicht)

Card 37

Question

Bei welchen Verhaltensweisen ist es umstritten, ob Tiere leiden, wenn sie diese nicht ausführen können und warum?

Was sind Steryotypienund welche Formen gibt es?    

(Wichtig zur Bewertung ob Leiden besteht ist auch ob die stereotypie selbst Verletzungen verursacht oder das allg. Wohlbefinden stört oder das Tier daran hindert andere Verhaltensweisen (Komfortverhalten) auszuüben weil es sich in einer Rückkopplung befindet)

Answer

Bei allen Verhaltensweisen, die zu einem erheblichen Teil auch durch äußere Reize ausgelöst werden, wie z.B. Fluchtverhalten, Bewegungsverhalten, aber auch Sandbade- und Sexualverhalten.

Hier wird erwartet, dass das Bedürfnis, das Verhalten auszuüben, in Abwesenheit äußerer Reize nicht (Fluchtverhalten) oder nur sehr eingeschränkt (Fortbewegungs-, Sandbade-, Sexualverhalten) entsteht.

Allerdings kann die Ausführung des Verhaltens zu einem gesteigerten Wohlbefinden bei den Tieren beitragen oder für die körperliche Kondition wichtig sein (Fortbewegungsverhalten). Außerdem können selbst unzureichende Reize, wie Futter im Futtertrog, in ungeeigneter Umgebung, z.B. auf dem Boden eines Käfigs Sandbadeverhalten auslösen, was dann als „Leerlaufsandbaden“ benannt wird, in diesem Fall, weil es ohne Sandbadematerial ausgeführt wird. Solches Leerlaufsandbaden kann evtl. zu Verletzungen oder Federschäden führen und zu Frustration, weil die erwarteten Empfindungen von Sandbadematerial auf der Haut oder gereinigten Federn nicht eintreten.

 

 

 

1. Stereotypien als Adaption (Funktionserfüllung)

(Selbststimulierung-Selbstberuhigung) ausschüttung von Endorphinen

-Vermutlich kein Leidensdruck sondern Stimulation oder Beruhigen

 

2. Stereotypie als Anzeichen großer Frustration

Stereotypien haben sich entwickelt als Reaktion auf nicht erfüllung eines BEdürfnisses und anhaltender Frustrationsphase (LEiden fand statt)

- Vermutlich vergangener Leidensdruck oder aktueller Leidensdruck (unterbindung des Verhaltens durch Bedürfnis Stillung...sonst)

 

3. Verselbstständigte Stereotypie

Zeigen der Stereotypie auch außerhalb der auslösenden Situation, Ursprung ist eine andere Situation

- Vermutlich Leiden, da unvermögen zur selbstständigen Rückentwicklung da verminderte Anpassungsfähigkeit

 

Card 38

Question

Was ist ein Wahlversuch und welche Informationen kann er NICHT geben? Nennen Sie bitte drei Aspekte.

Answer

-geben Informationen über relative Bevorzugungen einer Umgebung oder eines Stoffes, nicht den absoluten Wert für das Tier;

-Bevorzugungen können abhängig von früheren Erfahrungen sein;

-Bevorzugungen können abhängig von kurzfristigen Umwelteinflüssen sein (z.B. Temperatur);

-auch Aufenthalte, die den geringeren Zeitanteil ausmachen, können für eben diese Zeit wichtig für die Tiere sein;

-eine Bevorzugung kann sich hinsichtlich Kurzzeit- und Langzeitauswirkung unterschiedlich auswirken

Card 39

Question

Was ist das Normalverhalten der Tiere?

Answer

Das Verhalten, das von der Mehrzahl der Tiere in einem Lebensraum und unter Bedingungen gezeigt wird, die dem Habitat und Lebensbedingungen der Wildtiervorfahren möglichst ähnlich sind

Card 40

Question

 Welche Reaktionen sind erwartbar wenn sich die Umweltbedingungen ändert unter denen sich das normale Verhaltensrepertoire des Tieres entwickelt hat?

Z.B. durch Domestikation oder gerichtete Veränderungen der Haltungsumwelt

Answer

1. Erfolgreiche Adaption

2. Überforderung der Anpassungsfähigkeit

-->Physische schäden (Technopathien), Verschlechterung der körperkondition, Klauenschäden

--> Verhaltensstörung

How to use this set

Read the preview and check whether the content and answers suit your learning goal. You can add the public set to your sets to study it. Your account shows the available actions.

Rejoining the server...

Rejoin failed... trying again in seconds.

Failed to rejoin.
Please retry or reload the page.

The session has been paused by the server.

Failed to resume the session.
Please reload the page.