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Grundwissen Gesundheitswesen - Schatz Verlag GmbH



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Was versteht man unter angebotsinduzierter Nachfrage?

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Aufgrund ihres Informationsvorsprungs gegenüber den Patienten können die Leistungserbringer (d.h. die Anbieter) Art und Umfang der Leistungen massgeblich selbst bestimmen

Für Patienten ist es oft nicht möglich, die Notwendigkeit getrof-fener Massnahmen nachzuvollziehen. Und trägt die Kosten sowieso die Versicherung, hat der Patient auch keine Veranlas-sung, auf eine möglichst kostengünstige Behandlung zu drängen.
 

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Nennen Sie mindestens drei Aufgaben der Krankenversicherer.

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  • Prämieninkasso
  • Prüfen der Rechnungsstellung auf korrekte Tarife, zweckmässige Behandlungen und Wirtschaftlichkeit
  • Kostengutsprachen an Heilanstalten
  • statistische Erfassung der Gesundheitsdaten
  • Beratung
  • Stiftung „Gesundheitsförderung Schweiz“ 
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Wie hoch sind unsere Gesundheitskosten, verglichen zum BIP?

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Der Anteil der Gesundheitskosten am Bruttoinlandprodukt (BIP) erreicht 11 %

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Wie hoch ist zurzeit unsere Lebenserwartung bei guter Gesundheit? 

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Fast 83 Jahre

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Wer ist santésuisse und was ist ihre wichtigste Aufgabe?

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44 Krankenversicherer sind Mitglied von santésuisse, 
dem führenden Branchenverband mit Sitz in Solothurn.

santésuisse ist genereller Verhandlungspartner der Leistungserbringer, führt Tarif- und Vertragsverhandlungen und nimmt Einfluss auf die Gesundheitspolitik (Lobbying).

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Erklären Sie mindestens drei Grundsätze unseres Krankenver-sicherungsgesetzes (KVG). 

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Versicherungspflicht (Obligatorium): Die Grundversicherung ist für die gesamte Wohnbevölkerung der Schweiz obligatorisch. 

Solidarität: Es gibt keine risikogerechten Prämien in der 
Grundversicherung, sondern nur Kopfprämien.
 
Wahlfreiheit: In der Grundversicherung können die Versicherten den Krankenversicherer frei wählen. 

Garantierter Zugang zu den Leistungen: Der Zugang aller zu einer qualitativ hochstehenden, umfassenden und finanziell tragbaren Grundversorgung ist gesichert.

Gesetzlicher Leistungskatalog: Das Leistungspaket der Grundversicherung wird durch das Gesetz abschliessend geregelt. Es ist verbindlich und erschöpfend. 

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Wer übt die Aufsicht über die Versicherer aus?

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Die Aufsicht über die Versicherer, welche die Grundversiche-rung anbieten, wird vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) ausgeübt. 

Die Aufsicht über die freiwilligen Zusatzversicherungen (z.B. private Abteilung in Spitälern, Zahnbehandlungen) unterliegt dem privaten Versicherungsrecht (Aufsicht durch die Finanzmarkt-aufsicht FINMA).
 

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Wer ist bei uns obligatorisch krankenversichert?

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Bei uns ist jeder Einwohner (d. h. Einheimische und aufenthaltsberechtigte Ausländer) obligatorisch für die Behandlungskosten bei Krankheit versichert (Kranken-versicherungsgesetz, KVG).

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Wie viele Erwerbstätige arbeiten im Gesundheitssektor?

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Von den rund 5 Millionen Erwerbstätigen der Schweiz arbeitet 
jeder fünfzehnte im Gesundheitssektor, das heisst etwa 320’000 Personen.

Im Jahr 2014 wurden in Schweizer Spitälern und Kliniken 196‘000 Vollzeitstellen gezählt. Hinzu kommen rund 17’500 praktizierende Ärzte.

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Wie teilen sich die Kosten grob prozentual auf?

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Stationäre Spitalbehandlung      45%

Ambulante Behandlung             35%

Arzneimittel                             10%

Verwaltung/Prävention               5%

Übriges                                    5%

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Worauf lässt sich grundsätzlich die Kostensteigerung im Gesundheitswesen zurückführen?

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Kosten sind das Produkt von Menge mal Preis. 

Folglich kann die Kostenentwicklung einerseits auf eine Mengenausweitung und andererseits auf die Preisentwicklung zurückgeführt werden.

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Wie setzt sich der Selbstbehalt zusammen?

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Die Kostenbeteiligung der Versicherten besteht aus:

•  einem festen Jahresbeitrag (Franchise)

•  10% der die Franchise übersteigenden Kosten (Selbstbehalt bis max. Fr. 700.– /Jahr)

•  einer Selbstbeteiligung bei Spitalaufenthalt von 15 Franken pro Tag

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Kann ein Krankenversicherer sich weigern, jemanden in die Zusatzversicherung aufzunehmen?

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Jawohl. Bei der (freiwilligen) Zusatzversicherung sind die Kassen frei, welche Verträge sie mit wem abschliessen wollen. 

Sie können die Prämien selbst festlegen und Interessenten abweisen.

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Nennen Sie einige Faktoren, die zur Mengenausweitung geführt haben.

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  • Mit steigendem Einkommen und Wohlstand werden Gesundheitsleistungen überproportional nachgefragt
  • Gesellschaftlicher Wertewandel, d.h. Gesundheitsleistungen als Beitrag zum Lifestyle
  • Soziale Vergleiche der Patienten untereinander und Verbreitung via Medien führen zu erhöhten Ansprüchen
  • Steigende Krankenversicherungsprämien bewirken ein Anspruchsdenken
  • Alterung der Bevölkerung führt zu steigender Nachfrage nach Pflegeleistungen
  • Angebotsinduzierte Nachfrage
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Wieso gibt es einen „Risikoausgleichsfonds“?

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Jede Krankenkasse ist gesetzlich verpflichtet, jeden in die Grundversicherung aufzunehmen, der einen entsprechenden Antrag stellt und im Tätigkeitsgebiet der Kasse Wohnsitz hat. 

Der dadurch entstehende Wettbewerbsnachteil von Kassen, die mehr ältere und/oder kranke Mitglieder haben, wird mit einem speziellen Fonds (Risikoausgleich) teilweise ausgeglichen.
 

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Nennen Sie die wichtigsten Akteure und Kräfte im Gesundheitswesen.

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