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Wildökologie - NÖ Jagdprüfung 2017


Wildökologie


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Wonach kann die Tragfähigkeit der Wilddichte noch beurteilt werden (Tragfähigkeits - Kriterien)? 

Für die Beurteilung der tragbaren Wilddichte gibt es unterschiedliche Wertmaßstäbe, die vom Blickwinkel und von der jeweiligen Zielsetzung des Betrachters abhängen: 

  1. Jagdliche Beurteilungskriterien: Körpergewicht, Zuwachsrate, Trophäengüte, Fallwild-Quote, Abwanderungstendenzen in andere Reviere
  2. Forstwirtschaftliche Betrachtung: wildbedingter Schaden an den Wirtschaftsbaumarten, 
  3. Ökologische Betrachtung: Erhaltung der Artenvielfalt

Was bedeuten die Ausdrücke Biotop und Biozönose?

Biotop: Lebensraum, Lebebnsstätte, mit einer für ihn charakteristische Kombination von Pflanzen- und Tierarten, die durch die vorhandene Klimasituation, Geländebeschaffenheit und Grundgesteine definiert wird.
Oft werden Biotope auch nach ihrer typischen Lebensgemeinschaft benannt, z.B. Hochmoor, Höhle, Teich, Auwald etc.

Biozönose: Lebensgemeinschaft zwischen Tieren, Pflanzen und Mensch

Biotop und Biozönose bilden gemeinsam das Ökosystem.

Wie kann man ganze Wildpopulationen jagdlich berücksichtigen?

Indem sich mehrere Jagdgebiete zu Hege - Gemeinschaften zusammenschließen, die ganze Wildpopulationen umfassen. In diesen Hege-Gemeinschaften (Wildregionen) können z.B. die Abschussplanung und Winterfütterung revier-übergreifend abgestimmt sowie Schwerpunktbejagungs-Gebiete und Ruhezonen zweckmäßig abgegrenzt werden. Eine solche großräumige wildökologische Raumplanung ist vor allem für das weiträumig lebende Rotwild, aber z.B. auch für Gams-, Stein-, Muffel-, und Schwarzwild erforderlich, um den Bedürfnissen von Wild und Umwelt gerecht werden zu können.

Wozu dient die Wildökologische Raumplanung?

  • Lebensraumsicherung der Wildtiere
  • Vermeidung von Wildschäden 
  • Konfliktminimierung zwischen verschiedenen Interessengruppen

Wildökologische Raumplanung gliedert sich in landesweite Basisplanung und in die regionale Detailplanung. Sie ist für jede Wildart möglich, bisher wurde sie vor allem für Schalenwildarten und Rauhfußhühner angewendet. 

Wo liegt der Unterschied zwischen Wildbestand und Wildpopulation?

Wildbestand: bezeichnet die Summe jener Einzeltiere einer Art, die sich zu einer best. Zeit oder im Durchschnitt eines Jahres innerhalb bestimmter, vom Menschen festgelegter Besitzgrenzen befinden. Da diese Grenzen jedoch für die Wildtiere kein Hindernis darstellen, überschreiten sie diese, um mit den Tieren der Nachbarreviere Kontakt aufzunehmen.

Aufgrund der gemeinsamen Brunft und Paarung gehören die unterschiedlichen Wildbestände einer einzigen Fortpflanzungsgemeinschaft an, der sogenannten Wildpopulation.

Zwischen verschiedenen Wildpopulationen bestehen keine oder nur seltene Kontakte bzw. genetische Verbindungen.

 

Welche Arten von Wilddichten leiten sich aus den unterschiedlichen Biotop - Tragfähigkeiten ab?

  1. Die ökologisch - biologisch (biotisch) tragbare Wilddichte.
    Sie wird von der Habitat - Qualität des Lebensraumes bestimmt. 
     
  2. Die schadensabhängig (wirtschaftlich) tragbare Wilddichte.
    Sie hängt von den verkraftbaren Wildschäden an der Vegetation ab.

Warum muss sich der Jäger mit wildökologischen Zusammenhängen und Problemen beschäftigen?

Das oberste Ziel der Jagd ist die Erhaltung eines artenreichen und gesunden Wildbestandes in unserer Kulturlandschaft und gleichzeitig auf die Interessen der Land- und Forstwirtschaft Rücksicht zu nehmen (Wildschadens - Verhütung). 

Die natürlichen Regelmechanismen zwischen Wildtier und Lebensraum werden durch den Menschen so stark gestört, dass wir die entstandenen Probleme ohne ausreichendes Wissen über wildökologische Zusammenhänge nicht mehr bewältigen können. Nur mit diesen Kenntnissen ist es möglich eine ökosystemgerechte Jagd mit umweltbewusster Wildhege und Wildstandsregulation durchzuführen.

Was versteht man unter Wildökologie?

Die Wildökologie ist ein Spezialgebiet der allgemeinen Ökologie, sie befasst sich mit den Tieren der freien Wildbahn und deren Beziehungen zur Umwelt. Das schließt sowohl das jagbare als auch nicht jagbare (frei lebende) Wild ein. 

Kann sich die Biotop - Tragfähigkeit ändern?

Ja! Sie kann starke räumliche Unterschiede und zeitliche Veränderungen aufweisen.

Was ist ein Ökosystem?

Biotop + Biozönose = Ökosystem

Unter Ökosystem versteht man das vielfältige Zusammenwirken von unbelebter Natur, Pflanzen, Tieren und Menschen innerhalb einer bestimmten Raumeinheit. Pflanzen- und Tierarten beeinflussen sich gegenseitig, werden von den Lebensbedingungen im Biotop beeinflußt und beeinflussen das Biotop.

Es gibt verschiedene Größenordnungen der Ökosysteme:

  • Ökosystem Erde
  • Wasser Ökosysteme (Meere, Seen)
  • Land-Ökosystem (Wald, Savanne, Steppe, Wüste, etc.)
  • Klein-Ökosystem: Bergmischwald, Auwald, Park, Feldgehölz usw.

Welche Art der Biotop - Tragfähigkeit ist bei der Abschussplanung für Schalenwild unbedingt zu beachten?

Die schadensabhängige Tragfähigkeit! In Gebieten in denen Rot-, Reh-, Gamswild oder Schwarzwild vorkommt, ist die schadensabhängige Tragfähigkeit des Biotops für diese Arten in der Regel wesentlich geringer als die biotische Tragfähigkeit des Lebensraums.

Diese Wildarten würden sich also von sich aus wesentlich stärker vermehren, als es von der Land- und Forstwirtschaft toleriert werden kann.  Hier muss der Jäger für einen entsprechenden Ausgleich durch einen ausreichenden Wildabschuss sorgen.

Bei vielen anderen Wildarten, wie z.B. Auerwild, Rebhuhn und Hasen ist die Situation genau umgekehrt.

Welche Arten der Biotop - Tragfähigkeit sind zu unterscheiden?

  1. Die ökologisch-biologische (oder biotopische) Tragfähigkeit eines Biotops. Sie ergibt sich aus der maximalen Anzahl von Wildtieren einer Art, die überhaupt in einem best. Gebiet leben können.
  2. Die schadensabhängige (wirtschaftliche) Tragfähigkeit, sie hängt von der maximalen Anzahl der Wildtiere ab, die bei verkraftbaren (tragbaren) Wildschäden vorkommen können.

Wozu dient dem Wild der Einstand?

  • Wohnraumeinstände - Aufenthaltsort bei gutem Wetter (Ruheplätze, Setzplätze, Jungenaufzucht, Kommunikation)
  • Deckungseinstände - Einstände bei schlechtem Wetter (Klimaschutz) oder bei Beunruhigung (Feindschutz)

 

Was heißt Ökologie?

Die Ökologie ist die Wissenschaft und Lehre von den Beziehungen der Lebewesen zu ihrer Umwelt. 

Auch Lehre vom Naturhaushalt, "Umwelt-Lehre" oder Lehre über die Vorgänge in Ökosystemen

Umwelt ist die Gesamtheit aller Lebensbedingungen, die für die betreffenden Lebewesen vorhanden sind. 

Aufgabe der Ökologie ist, die Wirkung der Umwelt auf Lebewesen und umgekehrt die Gegenwirkung der Lebewesen auf die Umwelt zu erforschen und Regelhaftigkeiten zu erfassen. 

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